Bemerkenswert

es steht geschrieben

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

Unterbrochen und gefolgt von einem langen Eingangssermon zunächst ein INHALTSVERZEICHNIS; folglich kann ein Jeglicher nach seinem Wunsche hier wie dort fortfahren und darf die angehängte Litanei gerne überspringen, ran an die Texte! Ich füge hinter dem Titel und einer kurzen Genreangabe einen Link ein, einfach anklicken und überraschen lassen.

Altervativ, denn nichts ist ohne Alternative, es gibt immer eine andere Möglichkeit, womit nicht gesagt ist, was die bessere Wahl ist, läßt sich oben etwas anklicken: Kontakt z.B., oder eben Kapitel. So müßte man, thematisch eingegrenzt, auf die Beiträge kommen, die gerade konvenieren. Ob man meiner leichthändigen Einteilung folgen will bleibt natürlich dem jeweiligen Leser überlassen, es gibt inhaltliche Unklarheiten, Überschneidungen, aber irgendwie und irgendwann mußte ich mich halt entscheiden!

Die (bisherigen) Kapitel sind:

Kapitel 1: Hunde und andere Lebewesen

Kapitel 2: Science Fiktion, historisierende Fiktion

Kapitel 3: Märchen, Fabeln, Fantasy, Legenden, Sagenhaftes

Kapitel 4: Kriminalgeschichten und Thriller (meist unter Verzicht auf all zu phantastische – siehe dafür andere Kapitel – Elemente)

Kapitel 5: Kurzgeschichten aus der aktuellen Welt der mitmenschlichen Gesellschaft, mehr oder weniger realitätsnah anmutend

Kapitel 6: EVA. Das sind Geschichten rund um die gleichnamige Figur (Krimi, Fantasy…?)

Kapitel 7: Lyrik, bunt gemischt

Kapitel 8: Kinderlieder und -geschichten

Kapitel 9: Bredouille

Kapitel 10: Sheepology

Als denn, INHALTSVERZEICHNIS oder Kapitel oder: im Anfang war das Wort (aber der modernen Zeit entsprechend habe ich dann auch noch ein Bildnis von diesem oder jenem gewagt), beachte die Reihung, das erste (1.) ist also tatsächlich das ersteingestellte, scrollt man die ganzen Texte runter also das letzte Stück! Na typisch, den armen (mehr pflügenden als fliegenden?) Gaul von hinten her aufgezäumt! Beginnen wir mit dem Ältesten, dem Letzten, denn diese sollen die Ersten sein – womöglich war das auch schon innerhalb so eines bekannten, mehrfach übersetzten Blogs, den der damalige, noch der Antike verhaftete Erstverfasser nicht recht verstand (aber, wie gesagt, man kann sowohl im folgenden Verzeichnis wie unter Kapiteln nicht nur sich verirren, hin und her scrollen, sondern auch den Verweis anklicken und sollte dann bei der Geschichte, dem Text oder was auch immer landen):

1. Im Ungefähren verloren – Lyrik/Gedicht (Achtung, kann Hund enthalten!) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/im-ungefaehren-verloren/
2. Die einheitliche Feldtheorie – Science fiction    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/die-einheitliche-feldtheorie/
3. Nachrichten aus finsteren Folterzeiten – Lyrisches Gedicht https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/nachrichten-aus-finsteren-folterzeiten/
4. Parabel von Schwaben und Leuten – Parabel     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/parabel-von-schwaben-und-leuten/
5. Anser vulpes – Fabel. Oder halt Tiergeschichte    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/anser-vulpes/
6. Ich, Autor – Kurzgeschichte   https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/ich-autor/
7. Tiermagierin – Märchen (eine der ein klein wenig längeren Geschichtchen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/tiermagierin/
8. Bericht für den AAK – Science fiction    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/bericht-fuer-den-aak/
9. Bukowski, Charles – Lyrik/Gedicht    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/bukowski-charles/
10. The real horror of the heights (in Deutsch! – Fantasy/Science fiction, enthält wie es sich gehört Fluggeräte wie z.B. Nr. 24)     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/the-real-horror-of-the-heights/
11. Als er das Brot brach – Lyrik/Gedicht – +!     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/als-er-das-brot-brach/
12. Lehrer und Schüler im Zwiegespräch und Die Tante aus dem Jemen – 2 Dialoge      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/lehrer-und-schueler-im-zwiegespraech/
13. A Gsangl für’n Jandl – Lyrik/Gedicht      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/a-gsangl-fuern-jandl/
14. Aus dem Wörterbuch der Caniden – Spielerei, unvollendete, kann Hunde enthalten! https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/woerterbuch-der-caniden/
15. Schnodahüpferl – ja, eben das halt    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/schnodahuepferl/
16. Haiku 1 – Haiku     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/haiku-1/

17. Haiku 2 Glockenblume – Haiku    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/haiku-2-die-glockenblume/
18. Haiku. Benn. 2x. – Haiku? nun, auf der Haiku – Silbenzählung beruhende Gedichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/haiku-benn-2x/
19. Gebet – Lyrik/Gedicht, +!     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/das-gebet/
20. „Komm mit“ – Fabel     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/komm-mit/
21. Gemeinsame Interessenlage – Kurzgeschichte    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/gemeinsame-interessenlage/
22. Klassische Bahnfahrt – Fantasy     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/klassische-bahnfahrt/
23. lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit, geschweige denn den Viechern jeder Species! – Fabel, Text wie meist auf deutsch, und weder Mensch noch Haushund treten selbst auf      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/07/homo-homini-lupus-est-non-homo-quom-qualis-sit-non-novit-geschweige-denn-die-viecher/
24. Trudeln – Kurzgeschichte (enthält Fluggeräte ebenso wie z.B. Nr. 10) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/14/trudeln/
25. Joan Maynard! – Lyrik/Gedicht    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/14/joan-maynard/
26. den poet frag konkret/dekonstruktion – Lyrik/Kampfgedicht, direkte Aktion https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/24/den-poet-fragt-konkret/
27. Nächtliche Erscheinung – Haiku     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/27/naechtliche-erscheinung-haiku/
28. Wintersonnenstrahlen – Haiku     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/27/wintersonnenstrahlen-haiku/
29. Auf den Tod eines Rollstuhlfahrers: – Lyrik/Gedicht/Nachruf https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/03/16/auf-den-tod-eines-rollstuhlfahrers/
30. Das Tagebuch von Tarascon – Legende, also +; ein bißchen länger https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/03/16/das-tagebuch-von-tarascon/
31. Eine Piratengeschichte mit Irish Wolfhounds – unfertig, eigentlich nur eine Ankündigung      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/03/17/213/
32. Im Zeichen lesen – Kurzgeschichte ohne passendes passables Happy End https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/in-zeichen-lesen/
33. „Carpe diem“ oder „die Müh ist klein, der Spaß ist groß, du glaubst zu schieben und du wirst geschoben“ – Kurzgeschichte mit arg vielen Zitaten und gravierenden Ereignissen       https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/carpe-diem-oder-die-mueh-ist-klein-der-spass-ist-gross-du-glaubst-zu-schieben-und-du-wirst-geschoben/
34. Bushi, der Weg des Kriegers und das Handwerk – historisierende Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/bushi-der-weg-des-kriegers-und-das-handwerk/
35. Jenny Killerbee or if it snows, if it snows… – nicht unbekanntes Märchen (deutsch) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/jenny-killerbee-or-if-it-snows-if-it-snows/
36. Altsteinzeit – Dialog   https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/08/12/altsteinzeit/
37. Conus oder: Ferien am Meer – Lyrik/Gedicht    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/08/12/conus-oder-ferien-am-meer/
38. I’m the tiger! – Kurzgeschichte (deutsch. Ja doch, einschließlich fremdsprachiger Einwürfe)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/12/16/im-the-tiger/
39. Schutzrituale bei Vollmond – Fantasy – Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/02/10/schutzrituale-bei-vollmond/
40. Von Affen und noch anderen Affen. Dystopisches Märchen/Fabel https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/02/10/von-affen-und-noch-anderen-affen-ein-dystopisches-maerchen/
41. Harry und die Zwänge – Ein Sachbeitrag zur Diskussion Sonderbeschulung versus Inklusion oder halt eben nur eine Kurzgeschichte    https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/02/10/harry-und-die-zwaenge-ein-sachbeitrag-zur-diskussion-sonderbeschulung-versus-inklusion/
42. Der spinnt, der Junge – Kurzgeschichte     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/der-spinnt-der-junge/
43. Innovationsstau – Kurzgeschichte, wohl kaum mehr Science fiction, eher Dystopie jetzt          https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/innovationsstau/
44. Reinkarnation – Fantasy – Kurzgeschichte mit Fee, + nur für ganz Überempfindliche https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/reinkarnation/
45. Min Deern! Dat du min Leevsten büst! – Kurzgeschichte (deutsch, aber ja doch) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/min-deern-dat-du-min-leevsten-buest/
46. Wenn Gott eine Türe schließt, so öffnet er ein Fenster – Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/wenn-gott-eine-tuere-schliesst-so-oeffnet-er-ein-fenster/
47. Dinner for only one – Kurzgeschichte (deutsch)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/dinner-for-only-one/
48. Den Frauen von Augusta Vindelicum gewidmet, in Memoriam heilige Afra und Agnes Bernauerin – Gedicht mit volkstümlichen Anklängen Typ Schnodahüpferl https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/die-frauen-von-augusta-vindelicum-gewidmet-in-memoriam-heilige-afra-und-agnes-bernauerin/
49. Wieso das Füttern der Elefanten verboten ist und wie Eva und Max das herausfanden – Kriminalkurzgeschichte mit Eva        https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/wieso-das-fuettern-der-elefanten-verboten-ist/
50. Informationstafel – Lyrik/Gedicht/Betriebsanleitung https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/informationstafel/
51. Dichterlesung – Kurzgeschichte                                                            https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/dichterlesung/

52. El Cid –  einigermaßen fabelhafte Kurzgeschichte, aber nicht auf spanisch      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/14/el-cid/

Das INHALTSVERZEICHNIS geht unterhalb weiter. Nur eine kleine Einfügung und Erläuterung:

Ich habe manchmal Bilder eingefügt, zur Auflockerung und Erbauung sowie um den digitalen Apparat (gebrauchte Canon EOS 500D, vorher wollte ich nie eine C., da ich ja am allerwenigsten in Schluchten fotografiere, wenngleich Heine schon sagte: baue dein Fotostudio/deine Dunkelkammer im Tal und nicht auf dem Gipfel) auszuprobieren, denn ich war noch etwas aus der Zeit gefallen. Für Interessierte: nach der Agfa Clack, die auch das Eingangsbild lieferte, lang ist’s her, und die einen Ehrenplatz auf dem Regal hat kam als tatsächlich eigene – dazwischen schon wieder Leihgaben, darunter eine schöne Minolta und später eine halbkaputte Agfa Spiegelreflex – richtige Kamera gleich die Minolta Spiegelreflex (Dynax 5000i), und lange hab ich mich geweigert, so richtig zur digital – elektronischen Fraktion zu wechseln, die ersten kleinen Digicameras waren insbesondere objektiv gesehen ja nicht so das Wahre. Für Schnappschüsse zu langsam, für Bilder zu schlecht, der Zoom ein Graus, zum Mitnehmen, zugegeben, ganz praktisch. Ich bin immer noch ein Fan des belichteten Materials statt vieler Pixel, sehe aber selbstverständlich den praktischen Nutzwert – aberzehntausende Bilder, die man unschwer wieder löschen kann oder, nähme man sich die Zeit, könnte…, nie mehr wegen eines Motivs überlegen, lohnt sich das? Und, böse gesagt, nicht fotografieren sondern nachträglich bearbeiten (allerdings auch wieder: wenn man’s kann und die Zeit aufwendet) bis alles paßt.. na ja. Wie gesagt, schon praktisch. Und gelegentlich habe ich mich auch bei freilich stark begrenzter Befähigung zeichnerisch versucht. So, weiter mit dem INHALSVERZEICHNIS:

53. Bildnis aus einem angeblich hundefreundlichen Landstrich (Photodokumentation) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/05/09/421/

54. Phytagoras‘ Kiefer und Isaac reloaded (Photos für den Geometrie- und Physikunterricht) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/05/09/phytagoras-kiefer/

55. das Geheimnis des Waldbauern (photografisches Bildnis mit Hund) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/02/das-geheimnis-des-waldbauern/

56. das rindige Rind (Photo)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/02/das-rindige-rind/

57. die Wahrheit über die Liebe (mittels photografischer Abbildung erläutert) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/02/die-wahrheit-ueber-die-liebe/

58. hochauflösende Grafik (Kurztext in Form eines Kurzinterviews) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/10/hochaufloesende-grafik/

59. rötlich erblüht der Garten (2 photografische Blumenbilder) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/10/roetliche-erblueht-der-garten/

60. aber ein großer Schritt für die Menschheit (Bild)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/aber-ein-grosser-schritt-fuer-die-menschheit/

61.Vor Pygmalion (Bild)                                                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/vor-my-fair-lady/

62. Lamageister (Bild)                                                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/lamageister/

63. Löwenkindheit (Bild)                                                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/loewenkindheit/

64. Ernest oder: der Tod, der Tod – Versuch eines Essays mit notizhaft angedeuteter Rahmengeschichte, folglich etwas länger trotz fehlender Cocktailrezepte                                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/23/ernest-oder-der-tod-der-tod/

65. Gesprächsangebot an linkische Freunde oder: dem unaufrichtigen Kommunisten gewidmet – aufgeworfene Gedanken über ein neueres Buch, ach was, anhand eines solchen, nicht mal essayistisch    https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/gespraechsangebot-an-linkische-freunde-oder-dem-unaufrichtigen-kommunisten-gewidmet/

66. Das Tier im Käfig – lyrisch in Zeilen Gepresstes      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/das-tier-im-kaefig/

67. Meine Nächte sind heißer als deine Tage oder: aus Lilis frühen Erzählungen – Fantasy, +, Kurzgeschichte                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/meine-naechte-sind-heisser-als-deine-tage-oder-aus-lilis-fruehen-erzaehlungen/

68. Bin ich der Hüter meines Bruders? – sozusagen historisierende Fantasy, +, Kurzgeschichte                                                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/bin-ich-der-hueter-meines-bruders/

69. Zwei Segel, schon wieder (s.a. 77) – Lyrik, auch wenn das C.F. Meyer ungleich besser kann                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/zwei-segel-ich-denke-an-c-f-meyer/

70. Unerwartete Impression.  – Lyrischer Versuch aus den Liedern Aotearoa https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/16/unerwartete-impression/

71. Gesang in der Badewanne – durchaus musikalische Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/16/gesang-in-der-badewanne/

72. Ne Kuh – Lyrik mit philosophischem Anspruch      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/25/ne-kuh/

73. Des Menschen guter Kern – Kurzgeschichte, Thriller     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/25/des-menschen-guter-kern/

74. Naja Pallidas Tanz – Kurzgeschichte (Max erscheint erstmals als Nebenfigur, also Krimianklang)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/25/naja-pallidas-tanz/

75. Matratzentango – Kurzgeschichte, surreal     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/05/matratzentango/

76. die fehlenden betenden Hände – Bild    https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/05/die-fehlenden-betenden-haende/

77. Beim Lesen eines Gedichtes (C.F. Meyers zwei Segel) – zwei Gedichte (s. a. 69)                                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/11/beim-lesen-eines-gedichtes-c-f-meyers-zwei-segel/

78. Antanzen oder Ania, tanz – Kurzgeschichte aus ferner Zeit und fernem Land; photografisch unterstützt                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/11/tanz-ania/

79. ER  – sehr geraffte Kurzgeschichte (++) bzw. All Dialog Anfang  https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/12/25/79-er/

80. Einmal im Wald (denn ewig schweigt dieser) – längere Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/17/einmal-im-wald-denn-ewig-schweigt-dieser/

81. Horst und der letzte Bulle, zwei Nachrufe hallen aus dem letzten Jahr herüber –  nur als Nekrolog gedachte mahnende Erinnerungen an bestimmte Verstorbene https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/24/horst-und-der-letzte-bulle-zwei-nachrufe-hallen-aus-dem-letzten-jahr/

82. Helen spricht – kurze Rede einer längst Vergangenen https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/24/82-helen-spricht/

83. türen – ein paar kurz hintereinandergereihte Worte zu diesen Menschenklappen, meinetwegen als Lyrik zu betrachten      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/24/tueren/

84. Der Lund von Basketville – Detektivkurzgeschichte mit vorbildlichen Protagonisten https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/06/der-lund-von-korbdorf/

85. Himmelsflügel – ein Gedicht im alten Stile nach einer erlebten Himmelserscheinung am Morgen         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/06/himmelsfluegel/

86. moderne Kulturreisen – Kurzgeschichte aus gegebenem Anlaß, ob sie viral geht? https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/06/aktuelle-kulturreisen/

87. Canotili al dente – Kurzgeschichte, Fantasy     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/canotili-al-dente/

88. Optimal. – Kurzerzählung einer Optimierungssüchtigen https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/86-optimal/

89. Mantodea – fabelhafte Kurzgeschichte      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/89-mantodea/

90. beste Freundin für immer – Kurzgeschichte     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/89-beste-freundin-fuer-immer/

91. Vom bösen alten Wolf, bereinigtes Kindermärchen für das reifere Kind von heute, moralisch und belehrend – kurzes Märchen                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/29/vom-boesen-alten-wolf-bereinigtes-kindermaerchen-fuer-das-reifere-kind-von-heute-moralisch-und-belehrend/

92. O Tempora, o Mores! – Kurzgeschichte, Fantasy     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/29/92-o-tempora-o-mores-oder-wem-alles-die-stunde-schlaegt/

93.  Utopia, jetzt endlich da – statt Anarchie jetzt oder nie – eine für alle Fälle aktuell vorbereitete Festrede                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/29/93-utopia-jetzt-endlich-da-statt-anarchie-jetzt-oder-nie-festrede-zum-84-jahrestag-der-neuen-zukunftsgewandten-gesellschaftsneuordnung-mit-genehmigten-kritischen-anmerkungen-von-herrn-han/

94. Utilitarismus – Science fiction, Kurzgeschichte        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/utilitarismus/

95. Starterlaubnis für Cessna – Kurzgeschichte/Krimi         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/starterlaubnis-fuer-cessna/

96. Süße Rache – Kurzgeschichte/Krimi                                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/suesse-rache/

97. Eine Studienfahrt in Scharlachrot – kurzer Detektivkrimi                             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/97-eine-studienfahrt-in-scharlachrot/

98. In der Sonne – eine kurze Kindergeschichte mit leicht utopischem Einschlag   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/04/15/in-der-sonne/

99. Frühe Stunde – eine nicht wortgetreue Wiedergabe einstiger Geschehnisse   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/04/15/99-fruehe-stunde/

100. meine sehr willkommenen Gartengäste – Bilder fleißiger Bienchen           https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/02/meine-sehr-willkommenen-gartengaeste/

101. Phoenix aus der Soße – Bild                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/02/101-phoenix-aus-der-sosse/

102. Kryptozoologische Funde – Bilder                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/03/kryptozoologische-funde/

103. Wer hat die Bank geklaut? – Bild                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/03/wer-hat-die-bank-geklaut/

104. Die Wüste lebt – zum Glück – Bilder                                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/03/die-wueste-lebt-zum-glueck-ja-auch/

105. Allzeit Gesundheit und Kindersegen dazu – Bilder zum Muttertag             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/10/105-allzeit-gesundheit-und-kindersegen-dazu/

106. Loxodonta africana und Elephas maximus – 2 Bilder                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/10/loxodonta-africana-und-elephas-maximus/

107. Das moderne Märchen, …  – einige Vorschläge zur angelegentlichen Neufassung nach amerikanischer Maßgabe    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/das-moderne-marchen/

108. Wenn der Wind nicht weht -Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/108-wenn-der-wind-nicht-weht/

109. Monotyp – Introspektive Selbsterzählung eines Einzigartigen (+)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/109-monotyp/

110. über Helikoptereltern und ihre Wirkungen – Kurzgeschichte, Fantasy, https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/110-uber-helikoptereltern-und-ihre-wirkungen/

111. beziehungsreiche Jugenderlebnisse – Kurzgeschichten oder: Eva erzählt https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/111-beziehungsreiche-jugenderlebnisse/

112. Eine Insel – sehr kurze Geschichte, Gedankenmonolog   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/112-eine-insel/

113. Ein junger Soldat -sehr kurze Geschichte                                                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/112-ein-junger-soldat/

114. Pietà        (Bild +)                                                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/pieta/

115. Aus der kleinen Zauberschau (Bild)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/aus-der-kleinen-zauberschau/

116. Aus dem Alltag des Klapperstorchs (Bild) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/aus-dem-alltag-des-klapperstorchs/

117. Aus der Reihe: Sprichwörter und ihr Nutzwert im Alltag   (Bild)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/aus-der-reihe-sprichworter-und-ihr-nutzwert-im-alltag/

118. Koi und Haiku (Bild)                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/koi-und-haiku/

119. The origin of a dark knight  (Bild)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/the-origin-of-a-dark-knight/

120. Aus der Serie: Zukunft und Alltag. Die Küche von morgen (Bild)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/serie-zukunft-und-alltag-die-kuche-von-morgen/

121. Das (höhere) Management und das Aussterben (Bild) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/das-hohere-management-und-das-aussterben/

122. Der kriminalistische Spürsinn in Schigl (Kurzgeschichte, Krimi)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/der-kriminalistische-spursinn-in-schigl/

123. Der kriminalistische Spürsinn   (Kurzgeschichte, Krimi)                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/123-der-kriminalistische-spursinn/

124. Coworking (Bilder)                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/coworking/

125. Polizeiliche Maßnahme (Bild)                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/125-polizeiliche-masnahme/

126. Nonnennamensvorschläge (Bild – +++)               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/nonnennamensvorschlage/

127. Das ist der Bär… (Bild)                                                          https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/127-das-ist-der-bar/

128. Aus der Paläontologie (Bild)                                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/aus-der-palaontologie-der-kreide/

129.  Originalbild der ersten und bisher einzigen echten Miss – Universe – Wahl  (Bilder)                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/originalbild-der-ersten-und-bisher-einzigen-echten-miss-universe-wahl/

130. Schwarzgürtelhai (Bilder)                                                                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/schwarzgurtelhai/

131. Schulungsbilder (Bilder zur gegenwärtigen Seuchenproblematik)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/14/131-schulungsbilder-zur-covid19-vermeidung/

132. Die Totenmaske (Krimi, Kurzgeschichte)           https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/21/132-die-totenmaske/

133. Spieltrieb (Kurzgeschichte, Fantasy)             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/04/134-spieltrieb/

134. Einen Planeten kolonisieren (Kurzgeschichte, Fantasy) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/04/134-einen-planeten-kolonisieren/

135.   Eine Lanze für die Polizei aber auch für die Journaille (kritischer 2020 aktueller Artikel)                                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/04/eine-lanze-fur-die-polizei-aber-auch-fur-die-journaille/

136. Fake News      (noch ein in 2020 aktueller kritischer Artikel)                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/18/fake-news/

137. Herr Geppert (Fantasy, Kurzgeschichte)                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/18/137-herr-geppert/

138. Süße Kleine (eine fabelhafte Kurzgeschichte)                                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/26/suse-kleine/

139. Der voreilige Schuß am ersten Mai (Kurzgeschichte enthält Hund) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/der-voreilige-schuss-am-ersten-mai/

140. Noch eine unerzählte Geschichte vom amerikanischen Traum  (Kurzgeschichte)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/140-noch-eine-unerzahlte-geschichte-vom-amerikanischen-traum/

141. Allein. Oder: Unfall mit Folgen (kurze, dramatische Geschichte)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/141-monotyp/

142. Das Leben kann so schön sein (Kurzgeschichte mit Krimicharakter)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/142-das-leben-kann-so-schon-sein/

143. Megalosaurus Maxime (Kurzgeschichte mit neuen Erkenntnissen über das spurlose Verschwinden der Urzeitechsen)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/143-megalosaurus-maxime/

144. Die Wendeltreppe (Krimikurzgeschichte)                                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/144-die-wendeltreppe/

145. Eine Fabel betreffend Herrn Strauchmaier (kurze Erzählung mit mehr floralen Elementen)                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/10/145-eine-fabel-betreffend-herrn-strauchmaier/

146. Zwingende Gründe, den deutschen Weltraumbahnhof zentraler und auf stabilerem Grund zu errichten  (kurzes Statement aus architektonisch – technischer Sicht mit besonderer Berücksichtigung der Statik)                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/15/146-zwingende-grunde-den-deutschen-weltraumbahnhof-zentraler-und-auf-stabilerem-grund-zu-errichten/

147. derdiedas Wehr (fachkompetenter, sachlicher Gastbeitrag zu aktuellen militärpolitischen Grundsatzentscheidungen)                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/15/147-derdiedas-wehr/

148. Terror. Eine üble Horrorgeschichte aus einem Lande vor unserer Zeit (Versuch einer verständlichen, modernen Übersetzung altüberlieferter Erzählungen)          https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/26/terror-eine-geschichte-aus-einem-lande-vor-unserer-zeit/

149. Rassismus und Straßenbahn (Kurzerzählung) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/26/149-rassismus-und-strasenbahn/

150. Spannung auf dem Ponyhof (Krimi mit Kommissar Flüder)                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/spannung-auf-dem-ponyhof/

151. Deus ex machina (Kneipenkurzgeschichte mit Fantasy – Elementen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/151-deus-ex-machina/

152. Gespräch zweier beliebiger pubertärer Schuljungs im Schlafgemach des Internats (kurzer Dialog)                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/152-gesprach-zweier-beliebiger-pubertarer-schuljungs-im-schlafgemach-des-internats/

153. Der Weintrunk. (Ein Poem nach einer Vorlage von Kerner)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/153-der-weintrunk/

154. Testudo (Eine kurze, nicht zuletzt tierschutzrelevante maritime Geschichte in der Tradition Robinson Crusoes)                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/154-testudo/

155. Einzahn (Ebenfalls wie vor eine tierschutzrelevante, aber meerferne Geschichte)     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/155-einzahn/

156. Der Tierarzt (Sehr kurze, aber anders als die vorigen keineswegs tierschutzrelevante Geschichte)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/156-der-tierarzt/

157. Grundbedingungen des Überlebens… (Kurzgeschichte, die unter denen, die im hohen Gras leben, spielt)                                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/157-grundbedingungen-des-uberlebens-fur-acinonyx-jubatus-und-connochaetes-taurinus-albojubatus-unter-den-bedingungen-des-okosystems/

158. Windsbraut (eine stürmische, sehr kurze Geschichte aus den tiefsten Wäldern)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/windsbraut/

159. Louise, das Glück und das Schneeglöckchen (Poem. Aus gegenwärtigem Anlaß, zum Preise)                                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/10/17/159-louise-das-gluck-und-das-schneeglockchen/

160. Sachbeschädigung. Oder: ungerächt! Ungerecht. (ein Dialog) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/10/17/160-sachbeschadigung-oder-ungerecht-ungeracht/

161. Christl kommt mit der Post (Krimi, mal wieder mit dem Detektiv aus der Bäckereigilde)                                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/161-christl-kommt-mit-der-post/

162.  Natürlich muß es eine Öffnung geben, irgendwo muß eine Öffnung sein! (Phantasiegeschichte zwischen Flüssigkeiten und ein wenig Fauna)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/162-naturlich-muss-es-eine-offnung-geben-irgendwo-muss-die-offnung-sein/

163. En swaren Drom (Kurzgeschichte, aber keine Sorge, nicht auf platt)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/162-en-swaren-drom/

164. Umpf (eine Geschichte von früher, viel früher)                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/164-umpf/

165. Hannibal oder warum der Natursprung abgeschafft wurde (eine herbeigefabelte Geschichte voller Unwahrscheinlichkeiten und ebensolcher philosophischer und historischer Bezüge)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/164-hannibal-oder-weshalb-der-natursprung-abgeschafft-wurde/

166. Nebelfetzen (eine dramatische Geschichte vom Kampf mit der Natur, aber nicht nur)                                                                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/166-nebelfetzen/

167. Die Torte des Todes (Kriminalkurzgschichte mit mal wieder und passenderweise dem Bäckerdetektiv H.Schließscheu)            https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/167-die-torte-des-todes/

169. Nach Camelot (eine alte Rittersage. Oder ihr Nachsatz) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/169-nach-camelot-oder-bedwyr-fab-beddrawg/

170. Eispickel. (ein kurzer Thrill)                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/170-eispickel/

171. Hochstapler, japanische (Kriminalgeschichte mit dem Bäckermeister von Korbdorf)                                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/171-hochstapler-japanische/

172. Wir wollten niemals auseinandergehen (kurze Erzählung von der Liebe, dem Leben und dem Tod sowie dem notwendigen Essen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/wir-wollten-niemals-auseinandergehen/

173. Wir sollten niemals auseinandergeh’n ( aufregend, aber kurz und bündig)    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/173-wir-sollten-niemals-auseinandergehn/

174. Der Drache (eine, wie der Titel bereits sagt, völlig aus der phantastischen Luft gegriffene Geschichte wie man sie vielleicht früher mal geglaubt hätte)             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/174-der-drache/

175. Diebsgesindel (Poem)                                           https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/177-diebsgesindel/

176. Gestammel. Oder: Franz Werfel (unter Gedichte zu erfassen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/176-gestammel-oder-franz-werfel/

177. Trollheimen (ein ganz unüblich kurzer Ausflug in die Nordlandsaga)    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/28/178-trollheimen/

178. Kein Jahr der Graugans. Keine fromme Weihnachtslegende in diesem, keine erbauliche Osterlektüre für das nächste Jahr. (Fabel) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/24/178-kein-jahr-der-graugans/

179. Werfuchs. (Fantasy, Kurzgeschichte)                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/30/werfuchs/

180. Die Geldbörse. (Krimi)                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/30/180-die-verlorene-geldborse-oder-was-der-moderne-ulysses-kurzgeschichte-versprochen-schon-wieder-mal-an-nur-einem-einzigen-tag-durchlebt/

181. derdiedas Wirbelsäule (Bild, ja, so ne Zeichnung halt!)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/31/2061/

182. der erfüllte amerikanische Traum (Bild, gezeichnet)    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/31/182-der-amerikanische-traum-endlich-erfullt/

183. Hart bis in den Tod (gezeichnetes Bild)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/31/183-hart-bis-in-den-tod/

184. Von den Vitalienbrüdern und ihren Freunden (nur Bilddokumentationen aus längst vergangenen, romantischen Freibeutertagen)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/02/von-den-vitalienbrudern-und-ihren-freunden/

185. Die Truhe (Kurzgeschichte mit märchenhaften Zügen für nicht zu kleine Kinder)                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/09/die-truhe/

186. Apnoetaucher (Kurzerzählung)                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/09/186-apnoetaucher/

187. Entführung (Kriminalkurzgeschichte)    https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/17/187-entfuhrung/

188. Das Problem mit der Kunst (kurze Erzählung, mehr betrachtend)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/188-das-problem-mit-der-kunst/

189. Der alte Trapper und sein Hund (Kurzerzählung)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/189-der-alte-trapper-und-sein-hund/

190. Amok (Kurzgeschichte nach einer weitaus berühmteren Vorauserzählung) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/190-amok/

191. Fred und das Parkhaus (Kurzgeschichte) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/191-fred-und-das-parkhaus/

192. Eindringling! oder: der Wächter des Waldes (Kurzgeschichte) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/192-eindringling-oder-der-wachter-des-waldes/

193. Mord aus Beschämung (kurzer Krimi aus Korbdorf/Basketville)          https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/23/189-mord-aus-beschamung/

194. Der Feuerteufel von der Latvia (Spannungs- und Seefahrtgeschichte)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/23/194-der-feuerteufel-von-der-latvia/

196. Der Höhepunkt der Schatzsuche (kurze, dramatische Erzählung aus heimischen Wäldern)                                           https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/23/196-der-hohepunkt-der-schatzsuche/

197. Am Ziel der Reise (eine belanglose, alltägliche Reisegeschichte)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/197-am-ziel-der-reise/

198. Der Tierschutz und das Problem mit den Spendern (eine unnötig reißerische Geschichte)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/der-tierschutz-und-das-problem-mit-den-spendern/

199. Balletteuse (weithergeholte Tanzphantasie)                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/199-balletteuse/

200. Volksliedgut. Ein Fachaufsatz mit sprachwissenschaftlichem Anspruch (ebendas, nichts sonst) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/199-volksliedgut-ein-fachaufsatz-mit-sprachwissenschaftlichem-anspruch/

201. Ersatz (ein Katz – und – Maus – Spiel)                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/201-ersatz/

202. Metamorph (von der Macht der Worte)                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/202-metamorph/

203. Scyllas Schwester, Charybdis‘ Bruder (Science Fiktion)            https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/203-scyllas-schwester-charybdis-bruder/

204. Radioteleskop (Science Fiktion)                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/204-radioteleskop/

205.  Eine kurze, romantische Erzählung, in der der Mann im Mond daherkommt, aber nicht nur er allein             https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/205-eine-kurze-romantische-erzahlung-in-der-der-ganz-marchenhaft-der-mann-im-mond-daherkommt-aber-nicht-nur-er-allein/

206. Bär & Grill (Story from the far, far West/deutsch)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/205-bar-grill/

207. In der einzelnen Wunde (surreale Ausformungen)           https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/207-in-der-einzelnen-wunde/

208. Assistenzsystem (eine ebenso moderne wie verruchte Angelegenheit)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/02/07/208-assistenzsystem/

209.  Eine irgendwie modern anmutende Indianergeschichte (nicht einzuordnende Phantastik)                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/02/07/209-eine-irgendwie-modern-anmutende-indianergeschichte-aus-dem-alten-und-blutigen-wilden-westen-so-dass-man-nicht-wissen-kann-wann-die-eigentlich-spielt/

210. Toilettenhygiene (Kurzgeschichte aus der Welt absolut alltäglicher Verrichtungen)                                                            https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/02/07/210-toilettenhygiene/

211.  Asche. Eine Traum von einem Essay.   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/02/asche-oder-aske-nach-dem-sundenfall/

212. Anna modern. Zeitlose Zukunftsphantasie https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/02/212-anna-modern-und-deshalb-sehr-kurz-und-plakativ/

213. Der Blitz. (Ein lehrhaftes Poem)                          https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/213-der-blitz/

214. Psittacosaurus. Oder die Leichenschändung (eine nicht wertfreie Lyrikform)                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/214-psittacosaurus-oder-die-leichenschandung/

215. Der palindromische Wanderfisch. Ein glitschiges gedichtetes Machwerk.    https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/215-der-weltweit-verbreitete-international-hinterfragte-palindromische-wanderfisch/

216. Hase. Phrase. Emphase. (Ein auch kanonisch vorzutragendes Sauflied, etwa beim ersten Milchfläschchen zu singen. Also ja, eher für Kinder, da zu komplex bei Zufuhr von Alkoholika)             https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/216-hase-phrase-emphase/

217. Das Geschäftsgebaren (Kurzgeschichte aus der Finanzwelt und von der Straße)                                                                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/217-das-geschaftsgebaren/

218. Reineke in Nöten (Fabel)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/12/218-reineke-in-noten-oder-renart-au-maske-de-fer/

219. Diese interessanten blassroten Flecken (Kurze Erzählung aus nicht all zu lange vergangenen Tagen)                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/13/219-diese-interessanten-blassroten-flecken/

220. Kampos. Eine Vampirgeschichte (exotisch anmutende Kurzgeschichte mit tiergeschichtentypischen Anklängen)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/13/220-kampos-eine-vampirgeschichte/

221. Dornröschenschlaf unter den Wellen (ein sehr kurzes, fabelhaftes Märchen oder eine märchenhafte Fabel)                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/13/221-dornroschenschlaf-unter-den-wellen/

222. Ein Interview (beispielhafte Kurzgeschichte, die erläutern soll, wie ein solche Handlung abläuft)                                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/13/222-ein-interview/

223. Leprechaun.  (kurze Phantasiereise in ein Land jenseits objektiver Nüchternheit)                                                                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/18/223-leprechaun/

224. Der Sozialarbeiter. (Eine Kurzgeschichte, erste einer losen Serie unter diesem Titel)                                                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/19/224-der-sozialarbeiter/

225. eigentlich unwahrscheinlich (kurze Erzählung vom Rande der Wirklichkeiten her gesehen)                             https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/20/225-eigentlich-unwahrscheinlich/

226. Ich atme (kurze Erzählung aus eigenem Erleben und täglicher Nachrichtenlektüre)                                                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/27/226-ich-atme/

227. Löwenherz  (eine prophetische Legende vom Propheten)                                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/27/227-lowenherz/

228. Bericht vom Obsttag (auslandskorrespondierender Bericht)                            https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/27/228-bericht-vom-obsttag/

229. Beim Gartenmeister (ein kurzes Gespräch über Gartengewächse)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/29/229-beim-gartenmeister/

230. Keine Osterrüberraschung ’21 (Bild)                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/04/03/230-keine-osteruberraschung-21/

231. Ganz allein sitzend in meiner Bredouille (und deshalb auch in diesem Kapitel. Eine Erklärung)                             https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/04/09/231-ganz-allein-sitzend-in-ihr-meiner-bredouille/

232. Weiche, Finsternis!   (ein kurzer Bericht, ans Licht strebend aus manchen Grüften)                                                                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/04/10/232-weiche-finsternis/

233. Aus ehrheischend freiem Willen dienernd… (Märchen aus verwirrenden Zeiten)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/04/10/233-aus-ehrheischend-freiem-willen-dienernd-in-diesem-oder-unserem-oder-auch-zu-lande-gewiss-wasserlassend-und-vielleicht-auch-in-die-luft-gehend/

Was ich so schreibe… na, alles Mögliche! Eben Geschichten, Gedichte, es ist ein bunter Strauß, keiner muß alles lesen  keiner muß alles mögen, natürlich freue ich mich, wenn etwas dem geneigten Leser zusagt, doch sollen die Texte nicht vorrangig, nicht einfach nur gefällig sein, sondern gerne auch ein bißchen sperrig hier und da, manche auch zum Nachdenken anregend. Wenn mir dies immer mal wieder gelingt (ja, genau, das mit dem Nachdenken), tunlichst ohne dass der Aspekt Unterhaltung untergeht, dann bin ich froh. Wer zum Inhalt oder zur Form Nachfragen hat, auch kritische, aber gerne (wie gesagt errege ich auch gerne Gefallen und hör das auch mit Begeisterung, wer nicht!), ich freue mich auf fachliche, sachliche und sowieso freundliche, gar begeisterte Rückmeldungen, konstruktive Kritik jeder Form wenn’s denn sein muß weil jemand sehr genau liest, sehr genau Textauf- und überbauten betrachtet, aber auch klar, von vorneherein: wer bloß blöd rumnölen will kanns auch gleich lassen. Gelegentlich schreibe ich auch zwischendrin mal zum aktuellen Weltgeschehen, was aber eher nicht so mein Stil ist, denn die Geschehnisse müssen meistens erst mal verdaut, inwendig verarbeitet werden, dann erst, dann wird vermutlich eine Geschichte daraus, die womöglich ihren Anlaß gar nicht mehr erkennen läßt. Wie das halt mit Verdautem so ist, man erkennt selten das Eingangsprodukt. Freilich, manchmal ist noch eine deutliche Färbung zu erkennen oder gar unverdaute Reste, grobe Körner etwa… Und wie alles selbst Angedaute: wie schon geschrieben. Copyright. Gell! Privat weitergeben – unter Autorenangabe – ja, gern, in irgendeiner Weise gewerblich: nicht ohne mich zu fragen! – ja doch, fragt mich!
Sodann wurde ich aufgefordert, einen Leseguide zu geben. Was diese Geschichtchen sollen, ob sie zusammenhängen. Nein, jede steht für sich, obwohl es natürlich inhaltliche Zusammenhänge geben mag, thematische. Falls sich eine Geschichte aus der anderen ergibt, so wird, kein Grund zu zweifeln oder verzweifeln, ein Hinweis gegeben werden. Wie schon geschrieben müssen diese ganzen Einträge also nicht mit Gewalt heruntergelesen werden, sondern je nach Lust und Laune – manche mögen zu einer kleinen Besinnung anregen, die Seele bequem baumelnd, nicht aber etwa aufgehängt, sich selbst suchen lassen, besinnlich sein, andere aufgrund ihrer temporeichen Ereignisse oder ihrer spitzen Bemerkungen wegen eher den Verstand ansprechen, aufwecken, den lieben Leser auch dazu auffordern, Stellung zu beziehen, selbst tätig zu werden gegen all das Ungute, das sich überall vermehrt, breitmacht, gestern und heute. Es ist eben ein Unterschied, ob ein Blatt betrachtend ein Haiku rezitiert wird oder sonstiges Poetisches, diesem poetischen Sinn im Seienden sinnlich nachgespürt wird, oder anders eine unerwartete Wendung, ein frecher Begriff aufregend ist, vielleicht sogar ärgerlich oder aber eher belustigend. Hier mag ergänzt sein, es wiederholt sich, es ist oft das Ernste im Unernsten und sein Zwilling, das Unernste im Ernsten, das sich mir aufdrängt und das ich weiterzugeben versuche. Ist das Geschriebene ein autobiografisch Gekritzel? Eher nein, natürlich fließt mein Erfahrenes, Erlebtes ein, wird aber immer verformt, verarbeitet, bewußt und mindestens so oft unbewußt. Muß man, bei Fachbegriffen begonnen, so klug sein wie der Autor? He, wir leben in Zeiten des Internets! Da kann man nachschauen, was glaubt Ihr denn, was ich mache und nicht zuletzt gibt es auch Bücher, ja, die gibt es noch, Lexika, Fachbücher und so (na schön, o.k., andererseits, haltet mich ruhig für ein Genie, einen Ausbund an Wissen)?! Muß immer, schier mit Gewalt, ein geheimnisvoll tieferer Sinn drinstecken? Nein, es darf auch auf Unterhaltungsmodus geschaltet werden. Am Ende muß ja immer der Rezipient, der Leser sich fragen, kann er, dieser Leser nämlich, da für sich etwas, irgend etwas, ein wenig, viel rausholen oder nicht. Wo nicht, na gut, schade um die so wieder gefundene, verlorene Zeit, wo schon, da freue ich mich mit! Wie schon gesagt, gerne auch Rückmeldung.
Ja, o.k., eine Betriebsanleitung… na gut, ich habe erkannt, dass ich manchmal Erläuterungen, nicht so sehr Kommentierungen abgeben muß und vielleicht auch einen Hinweis, um was es geht, also mindestens in etwa ein Genre angeben. Dann will ich das mal tun. In Klammern und/oder meist unten drangehängt. Also meinend: Du, der Du dies liest mußt das nicht so übernehmen, nicht so lesen, es ist nur ein Hinweis, eine Hilfestellung, aber bitte: das Lesen sei frei! Kein Leser um des (unvollständigen) Lesens willen verdammt! Ach kommt: Leseguide! Wenn ich das schon höre, lese, liese, lase: ja lest doch selber oder, um es mit Heinz Erhard zu sagen: das Schwarze, das sind die Buchstaben!

Die meisten Stücklein sind kurz. Also, wie schon gesagt: Was alles dabei erläuternd in Klammern oder im Anschluß steht kann weggelassen werden, das eigentliche Stücklein steht für sich, nur falls zusätzliche Erläuterungen gewünscht werden mag es sich empfehlen. Warnen will ich nur Diesen und Jenen vor den Teilen, die eventuell religiöse Gefühle (warum grad diese Schonung? weil die Leicht- und Strenggläubigen so leicht beleidigt sind! Ja und dann auch wegen einer gewissen Neigung, die auch mir innewohnt und die mir Respekt vor jenen Suchenden einflößt, die da nach der Wahrheit suchen oder nach der berühmten schwarzen Katze der Erkenntnis in einem verdunkelten Zimmer, die gar nicht da ist – das wäre die gute alte Wissenschaft -, die da aber nicht gleich rufen, sie hätten sie, obwohl sie wie gesagt gar nicht da ist, denn dies ist bekanntlich Theologie.) treffen und damit verletzten könnten, ich verseh sie mal mit einem + als Warnung. Weil das Lesen bei voreingenommenem Wahrheitsgewissen  ja nichts bewirkt außer leichtfertig erzielte negative Affektausbrüche, lest das nicht, lest eure heiligen Schriften und nichts Anderes! Aber mein Gott! – und alle die anderen Deines Schlages, die ich nicht neben Dir haben soll! – ja, ich weiß ja, dass das nichts nützen kann, frevelhafte Neubegierde wächst unter der frömmsten Scheuklappenhaube egal welcher Machart nach welcher Bekleidungsvorschrift welchen Ordens, welcher (vornehmlich alleinseligmachender Bekehrungs- und Verkündigungs-) Religion auch immer. Jene diesen Herumirrenden Gleichgestellten aber, die heilig – absolute, obwohl gottlose Schriften für sich in Anspruch nehmen, sei es das bedenkenswerte, aber alles andere als unkritisch zu lesende Kapital, sei es ein übles Machwerk wie sein Krampf oder dergleichen, denen gestehe ich auch diese vorgebliche Suche nach der Wahrheit nicht mehr zu, es sei denn, sie wären völlig verblödet, was aber nur die wenigsten sind, die meisten wollen sehr bewußt und oft sogar sehr intellektuell überbaut und untermauert genau das: eine einfache, menschenverachtende Glaubenslehre für eine überschaubar definierte In-Group mit möglichst vielen Grausamkeiten gegen die Anderen und gegenüber den Abweichlern und dabei maximierten persönlichen Gewinnmöglichkeiten – nicht umsonst hatten die damals wie heute keine Finanzsorgen, Vertreter des Großkapitals und all seiner Abarten (ja, was war denn angewandter Sozialismus anderes? Umverteilung nicht für und an die Massen, sondern an die Funktionäre. Das Spiel bleibt immer gleich, egal, wie es genannt wird) wissen, wie Mord und Totschlag zu fördern ging und geht. Nicht alle sagt ihr? Na schön, ich kenne die Leute eh nicht persönlich, dann halt viele. Sehr viele.

Aber die meisten Geschichten handeln eh nicht von diesen. Sondern von Menschen wie du und ich, die durch ein Leben stolpern und sich öfter einmal wundern. Über die ätzend langweilige Normalität ebenso wie über den Einbruch des unerwarteten, unvorhersehbaren Phantastischen, Abnormen, Aberwitzigen in den gerade noch so vorwitzfreien Alltag.

(233) Aus ehrheischend freiem Willen dienernd in diesem oder unserem oder auch zu Lande, gewiss wasserlassend und vielleicht auch in die Luft gehend

Oder: ein Märchen aus uralten Zeiten.

Es war einmal. Steht für sehr viel früher, ziemlich viel Zeit vergangen seither, irgendwie schon leicht surreal geworden, erinnerungsverklärt. Das ist so lange her, dass es märchenhafte, unwirkliche Züge angenommen hat. Nicht mehr in dem Sinne wahr. Es mag diese frühkindlich – magische Zeit gewesen sein, als das Wünschen noch geholfen hat. Und man alle Pläne so gemacht hat, dass man Hindernisse, Teuerungen, technisches und menschliches Versagen, halt alle denkbaren Probleme völlig ausgeblendet hat und sich die Sache nach dieser mathematisch durchaus zulässigen Methode schön gerechnet hat. Den Auftrag dann schulterzuckend dem billigsten, unseriösestem Anbieter gegeben hat. Und dann ganz erstaunt getan hat, wenn es mal länger gedauert hat oder teurer geworden ist oder zusätzlich einfach Murks war. Um sich wiederum schulterzuckend abgewandt, aber nicht zurückgetreten den wirklich wichtigen Dingen zuzuwenden, dem geruhsamen Pöstchen für danach in der ach so agilen Großindustrie oder einfach nur dem nebenbei rieselnden Geldregen – wie, sie haben noch keine Maske? Also, ich will ja keine Namen nennen, aber wenn man sich an die richtigen Leute mit den richtigen Beziehungen wendet müsste da schon was gehen. Von Maskerade versteht man da was!

In der Zeit also, der längst vergangenen. Das ist jetzt vielleicht noch nicht so lang her, wie die Lebens- und Wachstumsphase der Ediacara – Fauna des Proterozoikums – nun, über diese Zeit* müsste man sich vielleicht ja ein andermal extra unterhalten. Jeder despektierliche Vergleich mit ausgestorbenen Arten verbietet sich also hier. Wobei die handelnden Lebensformen ein in vielfacher Hinsicht erstaunliches historisches Bewusstsein entwickeln.

Vor Zeiten und, das muss man hinzufügen, fast allüberall in der weiten Welt war es übliche Praxis, Streitkräfte auch im Inneren einzusetzen. Warum sollen die bloß immer auf gelegentlich vorbeikommende äußere Feinde warten, um mal schießen zu dürfen? Oder gar mühsam diese böswillig Fernbleibenden aufsuchen? Es ist eine große und nach übereinstimmender Meinung aller Machthaber bescheuerte Ausnahme, wenn sich eine Staatsmacht den Luxus leistet und behauptet, so eine Streitmacht sei nur zur Verteidigung respektive Vorneverteidigung nach außen da. Weshalb es auch sogenannte konservative Kräfte gibt, die, revisionistisch gesinnt, den üblichen, alten Zustand, die guten Sitten und überkommenen Traditionen wieder herstellen wollen. Nach Außen, wer hat denn eigentlich diese ulkigen Grenzen akzeptiert und nie wieder Krieg gesagt und dass man diese unsere schönen, alten Kolonien nicht wieder heimsuchen und -holen darf, und im Inneren und sowieso mit aller Macht.

Und wenn sie dazu einen allerliebsten niedlichen kleinen Freiwilligendienst aufbauen müssen und dem aus propagandistischen Gründen hübsche Namen geben. Also nur mal so, als Brainstorming: Irgendwas mit Heimat kommt immer gut. Waldtarngrün und mit Ehre beleckt, denn eine zivile Alternative gibt’s nicht, wäre doch ehrlos, wertlos, sinnlos, kampflos sich ins soziale Elend ergebend. Nein, wir brauchen es immer traulich und gemütlich bei Fackelschein marschierend, hyggelig würde der Flachlanddäne sagen, bis dass die Hacken zusammenknallen. Na, wo ist das Ärmchen? Das mit dem Grüßen müssen wir noch mal üben. Harmlos qua Definition, wehe jemand sagt was anderes, das wenigstens wird man doch noch sagen dürfen. Schützenswert, ist doch wahr! Und dann diese Schutztruppe mit Sandsäcken und Schaufeln zum heldischen Kampf gegen invasive Überschwemmungen antreten, in Zeiten der Infektionskrankheiten mit einer mit ein wenig Irgendetwas** gefüllten Spritze und Namenslisten ein humanes, friedensicherndes Gemetzel unter den böswilligen Eindringlingen und Erregern anrichten lassen.

Namenslisten sind ja schon mal gut. Ja, und damit sie das Erwähnte alles richtig gut können lernen die Kursteilnehmer erst mal, wo bei so einem Schießedings vorne und hinten ist und „zu Befehl“ zu brüllen. Die Freiwilligen kommen ja auch in Scharen. Deswegen. Weil das nämlich so spaßig ist und man das uniforme Gebrüll ja so vermisst hat. Angetreten zum einzig wahren, weil einigermaßen entlohnten freien und willigen Ehrenamt! Man kann das recht gut auch hinterher in der Freizeit mit seinen braven Kumpeln gebrauchen, denn es stellt sich immerhin die Frage, wer will denn so einen Crashkurs im Rumballern. Wenn man da auf einem Privatgrundstück, das gemäß selbstgebasteltem Schild am Tor nicht zur sogenannten Bundesrepublik Deutschland gehört, sondern ein eigener souveräner Staat ist, beispielsweise das Königreich Neuschießmichtot, weiterhin das herumknallen mit geklauter Munition übt. Oder etwa mit Hilfe dieser höheren Zwecken zugeführten Munition ganz privatwirtschaftlich Einzelhändlerkassen leert, gesellschaftspolitisch missliebige Politiker und andere Nestbeschmutzer endlich zum Schweigen bringt.

Oder auch im Dienst. Denn manchmal reichen halt Schaufel und Spritze nicht. Manchmal muss man doch auch mal richtig schön scharf schießen dürfen! Für was ist man Mitglied einer halbausgebildeten Soldateska? Da gab es doch erst so ein Reklameschild von einem zugelassenen Handwerksverband, irgendwas Beziehungsreiches mit so vielseitig nützlichem Gas und Wasser, auf dessen Wellen reichsdeutsche Zukunft rumschwabbelt? Egal. Dafür sind Soldaten schließlich da! Wie hatte einst so ein preußischer Militär so schön gesagt: „Gegen Demokraten helfen nur Soldaten!“ Und damit hat er nicht nur badische Freizeitrevoluzzer gemeint.

Ach, aber das ist doch schon so lange her! Das war ja noch, bevor diese olle Fregatte ins südchinesische Meer geschickt werden sollte, um den Chinesen mal so richtig Angst einzujagen! Also, ich meine jetzt diese etwas neuere Fregatte. Es war auch noch lang vor der vor der Entsendung dieser lachhaften Einzelfregatte gehaltenen Hunnenrede – 27. Juli 1900, Bremerhaven, schon vergessen, was? – und den daraufhin nach China entsandten Soldaten, aber es war genau in dieser Tradition. Was heißt denn da schon Tradition, das weiß doch hierzulande längst keiner mehr! Ja, stimmt. Aber in China, da erinnert man sich. Die sind nicht so Geschichtsvergessen. Die wissen noch, dass sie vom fernen Westen, aber auch von den benachbarten und eingemeindeten Steppenvölkern nie etwas Gutes zu erwarten hatten und gehen je nach passender Gelegenheit konsequent gegen derartige Usurpationen vor. Die haben das herrenmenschliche Gehabe der Europäer und Amerikaner nicht vergessen, nicht den deutschen Anteil. Ob sie daraus etwas gelernt haben? Hm, ich fürchte, die wussten, die konnten das vorher schon, denn auch das imperiale China gründete sich nicht in erster Linie auf fleißige, jedoch friedliche Reisbauern.

Aber diesmal ist es doch nur eine einzige Fregatte! Genau, was soll denn der provokante Blödsinn? Die bewährte Politik der Nadelstiche, apropos, kommt Akupunktur nicht sogar aus China? Steter Piks höhlt jeden Stein, oder war das jetzt wieder die chinesische Wasserfolter? Diese bewährte importierte Technik, die anscheinend bei der Einführung der Bundeswehreinsätze im Inneren zum Erfolg führt, da dieses hiesige Volk ja geschichtsvergessen scheint – oder sich nach einer Neuauflage seiner jüngeren Vergangenheit sehnt, wie manch ein in die Erweckungspolitik wechselnder Geschichtslehrer? Oder die Leitartikler jeder stramm rechten, also im Wortgebrauch konservativen Zeitung?

*Tja, das war die Zeit von Edi und Adi und den anderen Mitspielern. Sind fast alle schon tot, kann man also auch vergessen. Oder vielleicht doch nicht. Denn irgendwie haben zwar den Namenspatron jener Phase, der auf die strengen Verhaltensnormen des britischen Königshauses verzichtete, weil ihm seine unstandesgemäße Schauspielerin lieber war, schon alle weitestgehend vergessen – damals fanden das alle äußerst ungewöhnlich und bemerkenswert, als wenn Königs nicht immer schon Schauspieler hätten sein müssen und heute fast nur noch dies sind, gutbezahlte Schauspieler möchte man anmerken. Doch den anderen und seine Spießgesellen haben besonders seine wenigen verbliebenen und so furchtbar zahlreichen neuen Fans nicht vergessen. Mordgesellen bleiben in Erinnerung, sind fast schon automatisch Volkshelden. Schon damals freute sich das waffennärrische Volk seiner erneuerten Verwendbarkeit, schwor ewige und vor allem bedingungslose Treue, phantasierte davon, dass diese 1000 Jahre andauern solle, wie ja auch schon der im Zusammenhang mit der christlichen Seefahrt oben erwähnte hunnische Redner, der sich vermutlich hier in der Nachfolge Etzels sah, von 1000jähriger Angst bramarbasiert hatte.

**Es ist unstatthaft, solange mich die Pharmaindustrie nicht dafür bezahlt, hier Markennamen oder gar noch Bewertungen abzugeben, gar ziemlich lachhafte Risikoabwägung zu betreiben. Leider habe ich noch kein lukratives Angebot, nicht einmal aus dem mehr oder weniger entfreundeten Ausland, erhalten. Und einen offiziellen Regierungsauftrag, Impfpropaganda – die müssten mich nicht mal dazu auffordern, dazu wäre ich ehrenamtlich bereit, nur mal her mit dem Zeug! – zu machen, gibt’s erst recht nicht, teils aus Mangel aus Impfstoff, teils, weil sich meine Texte insgesamt vielleicht zu wenig den Regularien für politische Bildung anpassen, also keine Ähnlichkeit mit leicht verständlichen positiven Werbebotschaften haben. Ja, damals, siehe oben, die wussten noch, wie man mit diesen ewigen Meckerern und Abweichlern (weshalb man auch auf so Untugenden wie föderalistisches Kleinklein verzichtet hat und lieber ordentlich geklotzt hat, schade es, wem und so viel es wolle) umgeht, dafür gibt’s doch den Einsatz im Inneren! Und der fatale Teufelskreis schließt sich endlich.

(Wer jetzt denkt: „ach ja! Anno 147, 148 und gewiß auch noch an anderer Stelle hat sie schon genau so gekeift.“ Nun, der täuscht sich wirklich nicht.)

(232) Weiche, Finsternis!

„Vade retro, schwarzer Erdteufel,“ rief ich. Bis ins Mark hatte mich der Schreck erschüttert, ich zitterte. Seine plötzliche, eiskalte Berührung hatte ich am nackten Bein gespürt, dabei auch, dass von seiner ganzen leiblichen Erscheinung eine unsägliche, eine höllische Hitze ausstrahlte, die den engen Raum füllte – nur da, wo mich seine Absicht berührt, besitzgierig betastet hatte war dieser eisfeuchte Punkt.

Die Stelle gefror nicht, denn blitzschnell zog ich meine Beine an, krümmte mich schützend zusammen und schrie noch einmal, er solle abhauen, sich verflüchtigen, mich in Ruhe lassen, meinen Zufluchtsort, für seinesgleichen verboten, verlassen.

Ich kannte das schon, andere Wesenheiten, die ihm glichen, hatten mich in der Vergangenheit immer wieder heimgesucht, hatten in ähnlicher Weise sich bei mir eingeschlichen und zuletzt noch versucht, meinen letzten Zufluchtsort, geschützt durch meine bannenden Sprüche, durch mein striktes Gebot, durch eingeübte Worte der Macht, zu erobern. Mich zu überwältigen.

Und ich hatte obsiegt, immer und immer wieder. Ich hatte die Erscheinungen verjagt, sie waren geflohen. Anders diesmal, anders er. Langsam hob sich sein Haupt, frei sah er mich an, furchtlos. Aus der Tiefe seines bisherigen Versteckes drangen ekelhaft die Schwaden der Fäulnis, des Verderbens. Ich erschauderte. Ich hatte mich mit einer zu großen Macht eingelassen.

Schnell knipste ich das Licht an. Ja, wollen sie etwa im Dunkeln mit einem unheimlichen Wesen, einem ungebetenen Gast in ihrem Bett sein? Nein, wenn einen schon der Schrecken heimsucht, dann muss man ihm offen entgegentreten. Da hatte ich gerade den schrecklichen Tag mit all seinen unbeherrschbaren Ereignissen hinter mir gelassen, wollte die letzte gewisse Zuflucht, mein Bett aufsuchen, streckte die Füße unter die Decke – und nun das!

Im Licht übersah ich erst die ganze Verwüstung. Überreste eines toten Opfertieres lagen darin, an frühzeitliche Dämonenbeschwörungen erinnernd, an Filme über organisiertes Verbrechen womöglich auch, und überall waren wie unheimliche Zeichen seine Spuren, Spuren seiner unterirdischen Tätigkeit, der Schmutz der Tiefe.

„Verdammt, Dackel. Jeder hat das noch kapiert, jeder richtige Hund, jede Katze sogar: nicht in meinem Bett! Das ist nicht dein Platz und ganz bestimmt nicht der Platz für deinen alten, vor Monaten verbuddelten Knochen!“ Schwanzwedelnd wandte sich, meine Rufe missachtend, das Unwesen um und vergrub sich nach der angestammten Art der Erdwühler wieder unter der einst bunten, nun mehr und mehr von erdbraunen Tappen verzierten Zudecke.

Ich brauche einen Exorzisten.

(231) Ganz allein sitzend in ihr, meiner Bredouille

Ideen, phantastische Ideen, ich entwickle Ideen. Nein, das ist falsch. Ein Entwickler, das kennt ja in der digitalmodernisierten Welt des Unechten, der Klicks, des Copy – und – Paste – Doktorandentums keiner mehr, der steht in einem Laboratorium voller chemischer Dämpfe, steht in einer Dunkelkammer und schüttet vorsichtig Flüssigkeiten in Schalen wie weiland eine Pythia oder doch die ihr zugeordneten Helfer heiliger Handlung. Ein Opferguss an die gemeinten Götter gerichtet, das niedertropfende an die Erdgeister, aufsteigende Dämpfe an die Himmlischen. Legt dann die Negative in diese Schalen und wartet, bis die Eieruhr klingelt. Klipst die immer noch unfertigen Bilder an die Wäscheleine, um das Ergebnis ihrer nachgeburtlichen Trocknung abzuwarten. Und schreit verzweifelt auf, wenn einer vorzeitig die Türe öffnet, somit das grässliche Tageslicht vernichtend auf die Gehängten einströmen lässt.

Das ist ein Entwickler!

Einer, der das analoge Bild heilighält, hochhält, das Bild wichtiger nimmt, als das Objekt, das es zeigt, das Symbol für das echte Ding nimmt. Ein Abbildungsfetischist alter Schule, der noch an die Wahrhaftigkeit des seelenraubenden spiegelverkehrten Objektivierens glaubt, nicht aber an die höhere Wahrheit des absoluten, computerbearbeiteten Photoshop – Scheins, dem sich eine unfertig geschminkte härene Wirklichkeit anzupassen hat. Ob ich etwas von ihm habe? Das ist schwer zu sagen. Ein geringes, ein gewisses Etwas vielleicht, etwas von dieser abergläubischen letzten Eigenart, von diesem fromm kindlichen Bilderglauben. Der die dröhnenden Kanzelworte bestaunt, aber leer findet ohne dazu passendes Götzenbild.

Meine Ideen entwickle ich nicht am Reißbrett, nicht in kontrollierten chemischen Abläufen, nicht nach naturwissenschaftlich konnotiertem Reglement. Meine Ideen wabern ungesegnet von gesichertem Wissen wie aus den Dämpfen aufsteigend, aus den Schalen, mit Säuren oder Laugen gefüllt, aus dem endlos tiefen Felsspalt, darunter die Mächte Vulkanus‘ brodelnd. Sie steigen aus dunkler Tiefe, aus dem Seelendunkel und wogen sinnverwirrend vor und hinter meinen Augen umher. Tiefer verborgen als freudsches Es, archaischer als jungsche Archetypen, eigenständiger als individualpsychologischer Adlerflug waren ihre Verstecke, Nistplätze, Lauerorte. Formlos bis eindeutig, alptraumhaft und beherrschend kommen sie hervor aus der Dunkelkammer des Nachtschlafs, aus dem sommerhellen Tagtraum ebenso, aus dem Alltag, dem Leben da draußen, der Zeitung des Tages springen sie mich in wirren, fangnetzartigen Spontanverbindungen an – ein Grund, warum ich überwältigende Musik, insbesondere eindrückliche Symphonien, und bildgewaltige Filme nur selten ertrage. Diese meine Ungeheuer verfolgen mich, gebären junge Bestien, die mich anfallen, und schlage ich dieser Hydra mit meinem Stifte, stärker als jedes Kampfmesser in meiner Hand, einen Kopf ab, kehre mich um, hin zur Nüchternheit, so wachsen ihr zwei, drei, die mich von hinten her anfallen.

Ich bin ihnen ausgeliefert. Oh, nicht kampflos! Manchmal schon gedachte ich sie zu packen, zu fesseln, zu binden, in Form und Struktur zu zwingen. Doch wer hier der Stärkere ist, haben sie mir oft genug bewiesen, immerhin sind sie ja auch in der Überzahl. Und habe ich einen und biege und forme ich ihn, so zappeln und krabbeln all die anderen los, kriechen mir unter den Röcken die Beine hoch, erklimmen mein Haupt, meine Haare zu Schlangenzöpfen verdrehend, zwicken mich in Hüfte und Brust, bohren sich ihre Gänge in und unter der Haut, tiefer als Krätze. Und hüpfen und tanzen mir auf der Nase herum, bis mir die überstarke Brille von derselben fällt.

Früher war das ganz anders. Ich spüre dieses Früher wieder, wenn ich nachts aus unruhigem Traumschlaf erwache, die Gespenster des inneren Tiefenmonologs mich hektisch nach Luft schnappen lassen und unklare Ängste mir mit Eisfingern den Rücken emporstaken, die kleinen Härchen sich aufrichten lassen. Mag mein sich den erholsamen Schlaf aus den Augen reibendes Wachbewusstsein noch so ruhig sagen: „Leg dich wieder schlafen, wir brauchen ihn! Es gibt keinen Grund – na, vielleicht sollten wir kurz aufs Klo – aufzuwachen, es gibt keinen Grund, Angst zu haben, es ist alles ruhig!“ Da antwortet sogleich jene Stimme aus der schwarzen Tiefe: „Eben. Alles ruhig. Zu ruhig. Gespenster, richtige Gespenster nämlich, machen keinen Krach. Wir haben es ja nicht mit einem primitiven Schloßkettenrassler und Geisthundsheuler zu tun. Dort in der dunklen Ecke – was siehst du da? Nichts? Eben!“ Und während jene Stimmen streiten, gehe ich schon mal zur Toilette. Je nach dem, welche Stimme überhand hat, mit oder ohne grellblendendes Licht auf dem vielbegangenen Pfad.

Damals, als Kind, war das anders. War das Licht das Wichtigste. Denn in der unsichtigen Ecke, wie meist in der Welt nicht finsterschwarz sondern eher nachtgrau, saß sie. Die Graue. Das Grauen. Die Hexe. Und verhinderte mit unhörbarem Kichern meinen Griff zum rettenden Lichtschalter, zum ebensolchen Türgriff.

Sie und ihre Brüder des Schreckens, Schwestern der Furcht erscheinen immer wieder. Sind nie ganz weg. Oh, ich habe mit ihren Erscheinungen gerungen! Und ich habe die Furcht vor dem Nichtseienden, vor dem Nichtsein mehr als einmal überwunden! Habe ich nicht eben gesagt, frech behauptet, ich fände den Weg durch mein vertrautes Haus, in mein Bad auch im Dunkeln, ohne gleich kindergleich nach dem Lichtschalter zu greifen? Aber die Angst des Kindes von damals ist ja nicht weg. Sitzt mir im Nacken. Ja doch, sie sitzt immer hinten. Nie vorn, wo Hände tastend voran greifen, klamm nach Türgriffen fühlen und mich auch schützen können, beispielsweise vor den Rammstößen unnötigerweise offen gelassener Türen.

Aus dieser Nacht steigen diese Ideen empor, zeigen sich im Tageslicht oft recht wenig eindrucksvoll und schmucklos, wie ein entfärbter, formloser Tiefseebewohner, den man an die quasi drucklose Oberwelt gezerrt hat. Doch ihre Zahl, wie die der delphischen Weissagungen, ist unbegrenzt, die Köpfe der Hydra, sie wachsen immer nach, quellen und pressen sich immer neu hervor. Sie umschwirren mich auch nach dem Erwachen, während ein erwachsenes Ich aufsteht und mit der Fliegenklatsche wedelt, sie abwehren will: „Verschwindet, die Nacht ist vorbei, die unruhige Nacht, eure Nacht! Wir brauchen euch nicht, ungebetenes Volk, seelensaugende Moskitos!“ Aber, aber! Sie sind doch keine Fremdgeburten, sie sind doch eigene Ausgeburten, unsere Kinder! Und schon nehme ich die verängstigt umherschwirrenden Kleinen an die Brust, wiege sie, hege sie, bastle ihnen aus Wortgeklaube schöne Puppenwiegen und nenne diese Geschichten, meine Geschichten.

Im schlimmsten Falle die Geschichten aus der Bredouille, in der ich mit ihnen sitze, aus der ich nicht entkomme, da ich sie umhege, nährend abstille, auf dass sie aufwachsen und gedeihen, sie mich derweil umgeistern, wir uns gegenseitig in einer phantastischen Welt gefangenhalten. Alice bin ich dann hinter den Spiegeln, fühle mein unklares Dasein in Zwischenwelten, Dämonensphären. Und finde keinen Ausweg, das Kaninchenloch ist verschüttet, die Zugänge mit schweren magischen Worten verriegelt.

Da sitze ich also, wie schon gesagt, in ihr. In meiner Bredouille, meiner kindischen, denn sie begleitet mich seit Kindertagen, nennt sich nüchtern Lebensmisere. Aus der ich mich auf keinen Fall befreien will, aus der ihr mich auf keinen Fall befreien sollt, denn sie sind doch hier, alle, sie, meine Kleinen, meine Kinder, meine Geburten, Missgeburten, Fehlgeburten mitgerechnet, ach, die vielen kleinen Lieblinge, ob sie Adonis gleichen oder hinken wie der geschickte Hephaistos, ob sie glatte Schönlinge sind oder missgestaltet und ohne meine Pflege gar nicht lebensfähig, ob sie alle ihre gesunden Gliedmaßen aufweisen, Tatzen, Tarsen, Tentakeln und Hände und Greifscheren und was es noch an griffigen Auswuchsbegriffen geben mag, oder ob sie verkrüppelt sind, ungriffig, unbegreifbar und ungreifbar, sie sind doch alle mein, mein Leib, mein Geist, meine wirren Gedankenwindungen!

Und deshalb, so oft wir uns auch wünschen, die lieben Kleinen würden Ruhe geben, uns eine Pause gönnen, uns die Freiheit lassen, uns zu konzentrieren, auf das, was die große Welt da draußen in ihrer absolutistischen Manier von uns verlangt, sitze ich weiter mit ihnen in meiner sanft köchelnden Bredouille. Ein paar Körner Malaise, untergehobenes Schlammassel, ein Blatt von der Kalamität, nur eine Prise Dilemma. Es ist eine vielwürzige Bouillon, in der ich hier sitze, schön warm, ein wenig an den Kannibalentopf der Karikaturisten erinnernd.

(ja, ganz recht – das ist keine Erzählung, keine Geschichte. Sondern eine Art Erklärung, was dieses Kapitel (eben, 9, die Bredouille) soll, bedeutet, warum es über die überschießende Phantastik der Märchenwelt (das wäre das große Kapitel 3) noch hinausschießt ins All und Alles, wenig treffsicher. Ich dachte halt, das muß mal ganz ehrlich gesagt sein)

(229) Beim Gartenmeister

Hinter der hohen Hecke liegt der große Garten, den der Meister noch selbst bewirtschaftet. Schon lange wollte ich einen Blick wagen, doch das Gebüsch war zu hoch, war zu dicht. Allein die Düfte lockten – ich konnte nicht widerstehen. Und gewandt wie eine Maus schlüpfte ich hinein. Der Meister in der grünen Schürze bewillkommnete mich herzlich. Schon so lange hatte er keinen Besuch mehr erfahren, denn sein Garten, hinter hohen Heckenpflanzen geborgen, ist versteckt und weit, weit weg von all dem weltläufigen Trubel. Seltsam kam es mich an, in jenem großen Garten zu stehen, kein einziges Pflänzlein wusste ich zu erkennen, zu benennen, ganz wie ein unbedarfter Scholar stand ich da. Und ich fragte.

Was, Gärtner, ist das für ein Kräutlein im hellen Sonnenschein, Blümlein hübsch mit all den leuchtend bunten Blüten? Dies wuchernd Kräutlein, sich mehrend, duftend, blätterreich?

Das ist das Kräutlein Leben!

Und was, Gärtner, ist das für ein Kräutlein dort im Schatteneck, dies einsame, dunkle, mit den geschlossnen, finstren Blüten? Dies Kräutlein wunderlich, das stinkt so widerlich?

Das ist das Kräutlein Tod!

So also, Gärtner, ziehst du deine Kräutlein, würzt du deine Süpplein?

Ja, und sie geraten. Und munden dem, dem sie zukommen!

Was aber, Gärtner, ist das für ein hoher Baum, der trägt die prunkenden Äpfel liebesrot, der trägt die Früchte sehnsuchtduftend?

Wie schmeckt wohl diese süßeste Frucht, die mich so tief verlockt, welches Geheimnis birgt wohl diese Schale? Was, Gärtner, hat die Frucht zu sagen, weiß sie denn mehr als Menschen zu denken wagen?

Freund, du weißt längst, was diese Frucht dir nicht zu sagen hat. Und lockt sie dich noch immer, so folgt nur eines: raus. Aus meinem Garten, noch mal tausend, ja tausend mal tausend Jahre, raus!

Ein bisher von der strahlenden Mittagssonne verdeckter Gärtnerlehrling erhob sich, spreizte weit seine güldenen, leuchtenden Flügel und drohte mir mit seinem frischgeschliffenen Spaten, der glitzerte im Sonnenlicht wie eine blendende Klinge aus eitel Feuer. Angstvoll wich ich zur Seite, ich fiel, erwachte, auf kaltem, hartem Boden sitzend.

Was war das für ein wunderlicher Traum!

(228) Bericht vom Obsttag

„Wir wehren uns ganz entschieden gegen die Missachtung der Orangen! Das Orangentum ist eine der bedeutendsten Zitrusfruchtkulturen überhaupt! Was natürlich ab sofort Orangenkultur heißen muss!“ So riefen auf der letzten Obstbauvollversammlung die Orangen.

Die Zitrone lächelte säuerlich.

Der ernste Apfel, der Winterapfel, erhob seine Stimme und sprach bedächtig, wobei er seine Haut in Falten zog: „Daran zweifelt ja niemand. Ich möchte den Spruch unserer Orangen sogar noch um eine bedeutsame Nuance angehoben wissen: hat man nicht die Orange sogar mit uns Äpfeln verglichen? Erweist man ihr nicht große Ehre, wenn sie neben Datteln und Bratäpfeln das bevorzugte Weihnachtsobst darstellen darf? Ist sie nicht geschmackvoll und gesund? Nein, die Orange ist eine gute und wohlangesehene Frucht. Aber gerade darum frage ich sie, weshalb sie denn so sehr darauf hinweisen muss. Fühlt sie sich nicht genug beachtet? Berochen? Befühlt? Ich warne sie, davon kriegt man Druckstellen! Ja, man stelle sich vor, ich, der alleineinzige Apfel, würde ebenso laut meine Vorzüge preisen, ich müsste vor Scham schorffleckig und faulig werden!“

Die Zitrone lächelte säuerlich.

Aber die Zwetschge lief vor Zorn blau an: „Verdammt noch mal, ich habe etwas gegen diese Apfelei! Apfel hier, Apfel da, Apfel überall, sogar in der Orange! Das ist doch überreif! Ich beantrage die deutliche Einschränkung des Apfelhochmuts! Der Apfelitis, der Selbstbelobhudelei dieses pausbäckigen, eingebildeten Nichtsnutzes, dieses Geschmacksschwächlings, dieses, dieses … Apfelmus!“

Konsterniertes Aussehen in allen Obststeigen und Rufe: „hört, hört!“ und: „muss ein Apfel sich so anpflaumen lassen?“ Junge, noch ganz unberührte und schamhafte Früchte erröteten.

Die Zitrone lächelte zweimal säuerlich, einmal über die Zwetschge, und einmal, weil der Antrag abgelehnt wurde. Gegen die Stimmen der Birne und der Zwetschge, bei einer Enthaltung, der der Zitrone.

Worauf die Zitrone vom Obsttag ausgeschlossen wurde. Nicht ausdrücklich wegen säuerlichen Lächelns, sondern wegen mangelnder Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zur Beilegung aller Meinungsverschiedenheiten, ein Obst, einiges Obst.

Die Zitrone lächelte dazu säuerlich.

Sie hat einfach den Ernst der politischen Lage noch nicht begriffen.

(227) Löwenherz

Eine prophetische Legende. Also Legende vom Propheten.

Löwenherz

1. Die Jugendjahre des Adalbert Schaf

Einst, als die Schafe noch ohne Hirten lebten und die Selbstverwaltung pflegten, begab es sich, dass eines dieser gutmütigen weißen Tiere ein kleines braunes Bündel auf seinem Weidewege fand, das gar zu kläglich Hungers schrie und gar zu goldig anzuschauen – weil, das gehört nun mal dazu! – war, um nicht herzerhebendes, wonniges Mitgefühl zu erregen.

„Bäh,“ sagte das Schaf, „das Kleine hat wohl seine Mutter verloren. Ich will sie ihm ersetzen!“

Und sie nahm das Baby mit, und sie zog es auf mit ihrer Milch der frommen Denkungsart und war allzeit gut, mild und hilfsbereit.

In diesem heiligen Sinne wurde auch das Kind aufgezogen. Ernst sprach die Mutter zu ihrem Adoptivkinde: „Befleißige dich, mein Kind, stets des rechten Weges, den dir der Schafsverstand schon weisen wird.“

Oh, sie hatte manchen Grund zu klagen! Ihr Kind, das mit seinen breiten Pfoten selbst die jungen Widder im Spiel so mir nichts, dir nichts zu Boden werfen konnte, obgleich diese Tatzen sehr viel weicher als ein Schafshuf waren, machte ihr Sorgen, denn es war wild und ungestüm. Ja, es konnte richtig heftig werden vor Zorn und dann schlug es fürchterlich drein, so sanft es sonst spielen konnte.

Wahrhaftig, einmal geschah es sogar auf der Weide, dass eine unschuldige kleine Maus, die aus ihrem Loch ohne ein Arges zu ahnen hervorlugte, von ihm ganz versehentlich verschlungen wurde! Ein gewaltiges Verbrechen, und spätestens nun sprachen selbst die liberalsten Schafe: „Es erweist sich doch als richtig und wahr, Kinder fremder Rasse können selbst durch die wohlmeinendste Erziehung nicht in einer Generation in einer für sie ganz fremden, ihrem neuen Volke und Umgebung jedoch allein gemäßen Kultur ganz heimisch werden!“

Dann jedoch sahen sie wieder, wie der junge Adalbert, so wurde er von seiner auf ihn stolzen Adoptivmutter gerufen, über die Wiesen trabte, in einer für sie fremden, in seiner Exotik aber bezaubernden Anmut und Eleganz. Da sprachen sie dann wieder: „wir müssen geduldig sein und hoffen. Wenn wir ihn zu einem guten, mündigen Schafskopf erziehen können, so kann er zu einem wertvollen Mitglied unseres Volkes werden, ja, zu einer Bereicherung!“

Ebenfalls dieser Meinung war, auch wenn sie es anders und einfacher ausdrückte, Annelies S., das S steht für Schöpsendottir. Sie verliebte sich in den außergewöhnlichen Widder. Aber ihre Freundinnen lachten sie aus, sie riefen, dass ihr Freund ja nicht mal einen respektablen eigenen Schafsnachnamen habe, kein attraktives Gehörn habe, gewundene Schnecken waren zu jener Zeit sehr in Mode, verbunden mit allerlei hinterlistigen Vorschlägen, was sie tun könne, damit vielleicht doch noch ein rechter Widder aus ihm werde. Aber die Verliebte vermochte das nicht, sie konnte ihrem Adalbert doch keine Hörner aufsetzen, wenn ihm von selbst keine wuchsen!

So kam sie in schwere Zweifel, als ein junger, stolzer Widder aus bester unbescholtener Schafsfamilie um sie warb. Offenbar in ernsthafter Absicht.

Denn er sprach höchst vernünftig von Familie gründen, von eigenem Weidezaun und Lebensversicherung, von Wollerwerb, Anschaffungen, der ethischen Verpflichtung, zu lammen und anderem, alles in der Schafsschule erlernt und brav wiedergeblökt.

Adalbert dagegen sang ihr Liebeslieder vor, und er hatte eine schöne, tönende und vor allem sehr hallende, weittragende Stimme. Außerdem setzte er sich engagiert und öffentlich für Minderheiten, wie Fleischschafe, Bergschafe, schwarze Schafe etc. ein, da er ja selbst eine solche darstellte, sogar die überhaupt kleinste und außergewöhnlichste.

Einem seit alters her tradierten Gesetz gemäß wurden Unstimmigkeiten im Liebesleben der Schafe durch einen bewaffneten, jedoch ritualisiert unblutigen Zweikampf der betreffenden Widder gelöst. Zuerst sagten die jungen Widder, Adalbert sei ja gar kein richtiger solcher, deshalb würde er ja auch nicht für ein Duell in Frage kommen. Auf Intervention des Altschafsrates mussten sie von dieser Ansicht abrücken, doch waren sie immer noch voller Hoffnung auf einen Ausgang nach ihrem Wunsch, die daher rührte, dass es für einen solchen Kampf um der Schafe Gunst bestimmte Regeln gab, die streng eingehalten werden musste. Es war, um Verletzungen vorzubeugen, nur eine Variante von vielen denkbaren erlaubt. Mit den Stirnwaffen, über die jeder rechte Widder in ausreichendem, ja manchmal prunkvollem Maß verfügte, frontal gegeneinander anzurennen.

Eines schönen Tages fand der denkwürdige Kampf statt. Der junge Widder stürmte gegen den armen Adalbert an und rammte ihm sein mächtig ausgebildetes, hartes Gehörn gegen die Stirn. Adalbert hatte, wenn auch hornlos, selbstverständlich die Regeln ebenfalls eingehalten. Adalbert fiel.

Als er wieder erwachte, sollte er der Verlierer sein. Er protestierte jedoch heftig. „Wir haben nach dieses jungen Bockes Weise gekämpft, nun fordere ich billigerweise, es möge noch ein Gang nach meiner Kampfweise stattfindet, um jeder Einseitigkeit und Diskriminierung vorzubeugen! Gleichheit für Minderheiten wie Schafsmuttern, Vierhornschafe, und hornlose Schafe!“

Trotz dieser eloquenten, bedauerlicherweise aber auch arg revoluzzerhaften Rede, die ihn unter anderem zum Begründer des Feminismus ex ovis machte, wurde sein Antrag von den wohlgehörnten, ausschließlich männlichen Schafsschiedsrichtern einstimmig abgelehnt. Nun geriert Adalbert in Rage, und als der siegreiche Widder stolz auf seine Braut zuging, um sie zu küssen, lief Adalbert hinzu und versetzte diesem seinem Widersacher eine Ohrfeige. Vor lauter Wut aber hatte er zum ersten Mal in seinem Leben als Schaf seine hier so unüblichen langen Krallen ausgefahren und seine ganze, fürchterliche Kraft in den Hieb gelegt. So zermalmte er des Widders Genick und zerstörte ein hoffnungsvolles Schafsleben.

Natürlich zog ein solches Verhalten die schärfsten Konsequenzen nach sich, derer die Schafsgesellschaft überhaupt fähig war. In Adalberts Fall aber traten diese nicht ein, denn es geschah etwas anders.

Während die Widderkämpfe stattfanden, schlichen sich nebelgraue Unwesen über die Grenze, die empfindsamen Nasen am Boden. Lautlos und unbemerkt näherten sie sich gegen den Wind den Schafen.

Und plötzlich war das Geblöke groß! Tötend und zerfleischend fielen die gefürchteten, grau – grausamen Monstren über die Lämmer und Schafe her.

Die Widder wandten sich, manche entflohen in panischer Furcht, doch Adalberts Stimme erklang: „Folgt mir! Rettet die Schafe!“ Und die meisten Hornträger folgten seinem Ruf, wie sie immer gern einem Führer von Stärke und Charisma gehorcht hatten, und stürmten auf die grausen Räuber ein. Hier und da prallten donnernde Gehörne auf weiches Wolfsfell, anders wieder packten scharfe Zähne zu und zerbrachen Schafsfuß oder –genick.

Inmitten des grausamen Gemetzels aber sprang blökend ein großes, braunes Tier einher, hier und dort einen Wolf mit Prankenhieben durch die Luft davonschleudernd, so dass dieser hochfliegend mehrere Saltos schlug. Die klugen Hunde erkannten sogleich, mit welchem Gegner sie es zu tun hatten und heulten laut: „flieht, o flieht ihr Wölfe! Rettet euch!“ und „ein brüllender Löwe geht umher, er will euch fressen!“

Und als die verwundeten und entsetzten Schafe so aufblickten gegen den Adalbert, den sie doch kannten, da sahen sie einen mächtigen Rachen mit starken, spitzen Zähnen, eine gewaltige Mähne und Pranken von furchtbarer Stärke, und erkannten die wahre Art und Rasse ihres Schafsbruders Adalbert.

Und, anstatt ihm zu danken, flohen sie allesamt voller Furcht und Entsetzen in haltloser Panik.

2. Lehr- und Wanderjahre

Traurig wandte sich Adalbert ab. Der Mord an dem jungen Widder lag ihm schwer auf dem bisher so jungfräulichen Gewissen, noch mehr aber plagte ihn das Bild, das ihn verfolgte: das Entsetzen, die Todesangst seiner geliebten Schafsbrüder und –schwestern, als sie vor ihm zurückwichen.

Ohne noch irgendetwas zu verstehen lief Adalbert davon, querte den Fluss, die Landesgrenze, und legte sich dort in ein Gebüsch. Lange lag er wach und weinte und klagte, doch endlich, sicherlich schäfchenzählend, schlummerte er ein.

Kurz nach Sonnenaufgang, er erwachte erschöpft, ging er zur Tränke. Fast schon wieder fröhlich klang sein „mäh“ und „bäh“, mit dem er fromm, wie von der Mutter gelernt, den Morgen begrüßte.

Das Krokodil, das diesen Fluss bewohnte, hörte die Rufe. Das klang ihm vertraut und süß, der liebliche Schafsruf, ein „mäh“ und ein „bäh“. Eilig ließ es sich ins Wasser gleiten, tauchte unter und schwamm auf die Stelle zu, von der her der zarte Ruf über die Flut geklungen war, um den Rufer überraschend zu begrüßen. Es liebte diese Überraschungen, ja, es lebte geradezu für diese.

Blitzartig tauchte es auf, öffnete den ungeheuren zahnbewehrten Rachen – und schloss ihn schnell wieder. „Guten Morgen, Herr Löwe“, klapperte es dabei höflich, „wohl geruht? Ich habe noch gar nicht ausgeschlafen, ihr seht, ich muss noch gähnen.“

Adalbert kam zunächst mit dem Schrecken davon.

Jedoch hatten ihm die letzten Erlebnisse ein Rätsel aufgegeben. Alle hatten sie hinter ihm hergerufen – bis auf das Krokodil, das war von vorn, dafür aus unergründlicher Tiefe gekommen -, er sei ein wildes Tier, ein reißender Räuber, ein Löwe. Wie das? War er etwa kein Schaf?

„Nein,“, lachte das erschreckend schöne, große, braune Mädchen, das sein Selbstgespräch, denn er hatte über diese Probleme laut nachgedacht, belauscht hatte. „Nein, ein Schaf scheinst du mir nicht zu sein, du großer, goldfarbener Mähnenträger!“ Sie konnte sich kaum mehr halten vor Lachen, doch trotz ihrer Fröhlichkeit empfand Adalbert Angst. „Bist… bist du ein Löwe?“ Fragte er zaghaft. „Na, du bist aber wirklich dumm wie ein Schaf! Siehst du das etwa nicht? Nein, ich bin gewiss kein Löwe! Ich bin so gut eine Löwin, wie du ein Löwe! Und wenn du das nicht kapierst, kleb ich dir eine!“ Ja, unter den Löwen herrschen raue Sitten. Adalbert glaubte der Löwein also lieber. Folglich, so schloss er bei sich, scheine ich tatsächlich ein Löwe zu sein. Und, da er nichts halb zu machen pflegte, folgte er der Löwin, die auch gar nichts dagegen hatte, und ließ sich von ihr in der Kunst des Löwenlebens unterweisen. Bald schon war er ein gefürchteter Jäger. Auch fiel es ihm nicht schwer, aufs Gras zu verzichten und Fleisch zu verschlingen, ja, es schmeckte ihm sogar recht gut und seine argen Verdauungsprobleme, die ihn seit frühester Jugend geplagt hatten, gehörten endlich der Vergangenheit an. Die Erregung der Jagd bot ihm genug Befriedigung, so dass er sein altes Schafsleben schnell vergaß. Nur manchmal plagten ihn Erinnerungen, doch die neue Gefährtin überzeugte ihn rasch und stets vom Löwenhaften. Würde er nun für immer ein Löwe sein?

Löwenschmerz

Eines Nachts überschritten die räuberischen Löwen den Fluss, um ausgiebig zu jagen. Es war diesmal ein reiner Männerverein, denn, das galt auch für Adalberts Angetraute, die meisten Löwinnen erwarteten weitere goldige kleine Pelzknäuel und verbaten sich blutige, anstrengende Jagdausflüge, sosehr sie sonst diese genossen und ihr Recht darauf so vehement verteidigten, dass dann zumeist das Mannsvolk resigniert zurückblieb. Fröhlich brüllend durchzog die losgelassene Schar der Löwenmänner das Land, die Flaschen kreisten und grölend genossen die Herrscher der Tierwelt ihre kurzfristig wiedergewonnene Freiheit.

Allmählich wurde das Gebrüll leiser, denn die Schar war schon gehörig angetrunken, sie beschlossen den herrlichen Tag, besser gesagt, die herrliche Nacht zum Weltlöwenmännertag zu erklären. Eine gewisse weinerliche Wehmut lag in dieser betont aggressiv vorgetragenen Forderung, da zum einen niemand außer ihnen da war, diese zu hören, zum anderen den meisten ohnehin klar war, dass sie am nächsten Tage ordentlich die Leviten gelesen bekommen würden. Besonders, wenn sie weiterhin ohne nennenswerte Beute blieben!

Da eräugten ihre Katzenaugen die weißen Schafe! Eine wilde Hatz auf die aus tiefem Schafschlaf aufgeschreckten Wolligen begann, links und rechts wurden mutgehörnte Widder niedergeworfen, die sich den Löwen in den Weg stellten, und einfach verprügelt. Dann warf sich die wildgewordene Bande auf die Schafe, jeder Löwe packte sich ein wolkenweich flauschiges Schäfchen. Entsetzt brachen diese zusammen und starben unter dem drangvollen Gewicht der aufgereizten Löwen dahin. Auch Adalbert hatte sich wie im Rausch, seine gute Schafserziehung gänzlich vergessend, eine weißwollige Maid gegriffen, vernahm jedoch plötzlich ein ihm so vertrautes „mäh, bäh“, worauf er, alles andere hinter sich liegenlassend, sich suchend umwandte und unter einem rüden Löwen seine vertraute Annelies erkannte. Wütend und mit neu erwachter Rechtschaffenheit überwältigte der werdende Löwenvater seinen Räuberkumpan, befreite das arme Schaf, das jedoch an Wunden und Schrecken schwer verletzt vor seinen Augen sein Schafsleben aushauchte. Wohl flüsterte sie ihm noch mit brechenden Augen Verzeihung zu, doch dann schlossen sich ihre lieblichen Schafsäugelein auf ewig. Ein von Reue gepeinigter, von Schafen geflohener, von Löwen gehetzter Adalbert zog eilends der grauen Wüste zu, verlassend Schafleichnam, Katzenweib und nie gesehene Löwenkinder. Von Wahnbildern, Durst und Hunger geplagt, ging er dort brüllend umher, bis er zuletzt doch einen erquickenden Quell und eine verlassene Höhle fand. Hier ließ er sich nieder, um seiner Klage und Qual zu leben und leiden.

Reisende, Karawanen, welche die Wüste durchqueren, oft am Rande des Todes, erzählen sich in Karawansereien und nach langer Reise in den Basaren, sie seien von einem einsamen Prediger in der Wüste getränkt worden, der ihnen von der Liebe geredet habe. Es sei ein heruntergekommener, überaus bärtiger und haariger, wüst aussehender Kerl gewesen, mit wahnsinnig weit aufgerissenen, riesigen, goldenen Augen, der aber allen ohne Ausnahme nur Gutes erwiesen habe. Keiner wisse um sein Woher und Wohin, noch sein Weshalb, nur dass er sich karg von dem spärlichen Wuchs der Wüstenoase und machen Datteln ernähre, mit jedem herzlich gerne teile und alles Leben achte, allen aber erkläre, dass Hass und Gier, Trunk und Tollheit, Fleischeslust und Völlerei in den Untergang führen, ebenso wie Neid, Selbstgerechtigkeit und darauf beruhende, lieblose Moralisiererei. Alle Reisenden bis zum heutigen Tag hören ihn wohl an, nicken getreulich zu seinen weisen Worten, solange auch die Predigten dauern, denn sie sind ihm dankbar für den oft lebensrettenden Trank quellfrischen Wassers. Dann aber ziehen sie weiter. Aus der Wüste hinaus, wieder dem gewohnten, üblichen Leben entgegen.

Der Prediger in der Wüste aber bleibt zurück.

(226) Ich atme

Ich atme. Ich atme tief. Kennen wir das, kennen sie das? Ich fühle mich tief, so tief, also weniger wie verinnerlicht in unbekannte, womöglich nur Psycho – Freud bekannte Urtiefen vertieft, sondern wie tief abgetaucht. Nicht wie der Weise, der über uralten, absichtsvoll verdreht wortreich tiefgründigen Texten sitzt, in diese bis zur Verwirrtheit vertieft, nicht wie der Yogi, der meditierend ins Nirwana sinkt.  Nicht wie der Übeltäter, der sich vor polizeilichen Zugriff verbirgt. Sondern schlicht atemlos. Nicht mehr wie der Schnorchler, sondern der Taucher, der Gerätetaucher oder noch besser, wie der schwere Eisenmann in seinem Helmtauchgerät, der in seinem Ungetüm von Taucheranzug auf dem Boden der Gewässer steht und nur mehr durch einen langen Schlauch mit der luftig hellen Welt da oben verbunden ist. Durch diese künstliche Nabelschnur, die ihn mit Leben versorgt, die ihn atmen lässt, einatmen, ausatmen auch. Gedrängt atmet der Mann der Tiefe, zwanghaft, er fühlt den Druck der Wassermassen auf sich lasten. Freilich ist er für den Moment durch seinen massiven Helm geschützt, aber er weiß es, er ahnt und es lässt ihm den Atem stocken, was mit ihm geschieht, sobald er seinem Schutz, seinem Lebensschlauch entkommt. Diese zermalmende, Lunge und Luft wegdrückende Gegengeburt, dieser zweite unfreiwillige Verlust von Geborgenheit, Schutz und nährender Verbindung brächte ihm auf grausame Art den Tod.

Ich atme ein, ich atme aus. Der Lebensodem strömt. Wie seit so vielen Jahren und gewohnheitsmäßig, doch etwas fühlt sich anders an. Wie ein spätmittelalterlicher Blechdosenkämpfer fühle ich mich, in eine Plattenrüstung eingezwängt, der Harnisch umschließt die Brust, das Visier fest geschlossen, unerkannt, mir selbst unvertraut, da ohne erkennende Wiederspiegelung meines Gesichtes, sei es durch Glas, Wasser oder in freundlichen Augen. Wie soll man hier Luft holen, wie soll man hier einatmen können? Wie haben die das gemacht, die alten Rittersleut, deren vielfältige andere Probleme schon Valentin besang?

Wie eine schwer auf mir lastende Decke eines Schwerkranken, der sich frei strampeln möchte, wenn er das nur noch, wenn er das endlich wieder könnte, den das Federgewicht niederdrückt, so drückt, einzwängt, wie ein aufsitzender Alp ihm die Luft nimmt, ja, gerade so.

Also wie im Alptraum gefangen, die Furcht vor und hinter mir, in mir nimmt sie Gestalt an, gewinnt Kontur und schnürt mir zusätzlich die Luftröhre zu. Nein, ich meditiere hier nicht in luxuriösem pseudoärmlichem Ambiente, ich nehme nicht bei geschlossenen Augen bewusst und achtsam das Ein- und Ausströmen meines Atems wahr und vermeide es dabei tunlichst, die übrige Welt in ihrer Drangsal wahrzunehmen, sondern schnaufe schwer wie ein alter, kaputtgeschufteter Karrengaul, der sein Lebenspensum längst getragen, seine Lasten längst gezogen hat, und dem immer noch zu viel aufgeladen wird.

Endlich bleibe ich keuchend auf einer einsamen Bank am Wegesrand sitzen. Was habe ich, bin ich etwa plötzlich alt und schwach geworden, bin ich zu schnell gerannt, bin ich gar krank? Nein, nur diese unsäglich lästige Maske vor Mund und Nase, da habe ich doch wieder einmal vergessen, sie hier im Freien abzunehmen! Schnell weg damit. Puh. Was für eine Erleichterung. Freieres Atmen.

Da wird man rasch an jene erinnert, die es erwischt hat. Deren Lunge nicht mehr blähwillig tun kann, was ihre Bestimmung ist, die keuchen und nach Luft schnappen wie der sprichwörtliche Fisch, die leiden und auch sterben, während sie doch nur eines wollen, Luft, Atemluft! Die Ärmsten. O ja, die Maske, so lästig sie ist, hat wohl ihren Sinn, wie ja auch beim Ritter, Bankräuber, Taucher. Auch Zorro und die geheimnisvolle, vielfältig gefährliche Schöne vom venezianischen Karnevalsball wissen gewiss, was sie tun.

Auch an jene denkt man, die tagein, tagaus mit solchen Masken arbeiten müssen. Noch mehr Respekt vor den Leistungen des Teams im Operationssaal, alleine schon die Masken wären ein hinreichender Hinderungsgrund, zumal für Brillenträger, und dann die verlangte Fingerfertigkeit! Mir bliebe der Atem stehen. Vermute ich zumindest mal. Erinnere mich nur zu gut, wie ich damals schon bei meinem ersten Versuch, unter dem üblichen Stress im rumpelnden Rettungswagen einem Kranken den nicht nennenswerten Puls zu fühlen, kläglich versagte.

Und da hatten wir noch nicht mal Masken auf! Nur des Liegenden Gesicht war unter dem Ambu – Beutel verborgen.

Churchill hätte wohl, ebenfalls billigen Applaus für die Gesundheitsfront fordernd, von den very few gesprochen, die Piloten, die Ärzte gemeint und wie damals auch das Bodenpersonal vergessen.

Nein, ich lobe mir schon die fast vergessenen Zeiten, Gelegenheiten und Berufe, bei denen man seinem Gegenüber frei ins Gesicht sehen konnte. Sind wir etwa Krieger mit verborgenen Gesichtern, sauerstoffgedopte Jetpiloten, die ihre tödliche Fracht unerkannt abzuladen pflegen? Astronauten, die fern der übrigen Menschheit ebenso unerkannt, ungesehen ihre Kreise über uns ziehen? Kämpfen wir lieber mit offenem Visier und sagen frei heraus, dass die Alltagsmaske wie manch andere Beschwernis überaus lästig ist – aber ihre mutwilligen Verweigerer sowohl dumm als auch böse. Eigenwillig dumm und befremdlich böse, wollen die ernsthaft, dass ich krank werde? Du krank wirst? Lieber selbst krank sein, als einmal einen kleinen Pieks oder eine andere Unannehmlichkeit ohne lautes, durch eine Maske gedämpftes unsinniges Geschrei auf sich nehmen?

Mag auch jemand mit diesem eigentümlichen Maskenball Geld verdienen. Ein Fabrikant, vermutlich irgendwo in Fernost, der zahlreiche willige, kleine Hände andauernd zu beschäftigen hat, ein Importeur, ein kühner Händler, der mutig Handlungsspielräume und Preisaufschläge kalkuliert, ein am gemeinen Wohl interessierter Volksvertreter, dessen heimische Tresore die Gelder nicht mehr bergen können, so dass er wie die anderen Erwähnten ganz recht widerwillig unbekannt hohe Summen in fernen Ländern, luxuriösen und lichten steinernen Bankenburgen oder auf winzigen Eilanden, lagern muss. Und da hat er, im Vestibül eines internationalen Flughafens weilend, doch Sorge, dass so ein skandalfreudiger, luchsäugiger Journalist wie ein gieriger Cayman nach den Transferrouten schnappt. O wie schön ist es in, na, wie heißt das Land in dieser Bildergeschichte mit der Bananenkiste nochmal, ist ja auch egal. Was soll’s, von irgendetwas muss der arme Mann, fast vereinsamt in seiner first – class Vielfliegerlobby über den einst vielbevölkerten Touristenmassen thronend, doch auch leben! Und er hat ja nichts Böses getan. Hat diesmal gerade keine auswärtigen Diktatoren politpreislich opportun unterstützt, allenfalls und dankenswerterweise über den höheren Preis der an sich fast wertlosen, doch lebensrettenden Maske etwas mehr Wertschätzung vermittelt.            

(225) eigentlich unwahrscheinlich

Mal überlegen. Auf den letzten Metern meines Heimweges, was könnte mir schon widerfahren? Klar, ich könnte von einem Fahrzeug touchiert, bei der Überquerung der letzten Straße von einem Auto überfahren werden. Bei aller Vorsicht war diese Möglichkeit nicht auszuschließen. Oder hier auf dem frühmorgens noch eisglatten Gehweg ausrutschen und mir, sagen wir mal, das Schlüsselbein brechen. Alles andere ist doch recht unwahrscheinlich!

Freilich, um ganz unwahrscheinliche Varianten zu erwägen, ich könnte von einem bösen Menschen, der dort hinter dem Busch hervorspringt, überfallen werden. Und tatsächlich, in diesem Moment springt ein Maskierter unversehens auf mich zu! Er trägt eine schwarze Haube über dem Kopf, ich wundere mich noch, wie er etwas sehen kann, hat einen langen Mantel an, der aber vorne offen ist und sein trotz der Kälte erigiertes Glied zeigt. Nun, so wirkt sich Erregung, gleich welcher abwegigen Art, eben aus. Und schon geschieht das Nächste. Er rutscht auf dem Eis aus, fällt, sein Penis versucht jetzt einigermaßen lächerlich steil himmelwärts zu zeigen, was ihm nur mangelhaft mit reichlich Schräglage gelingt, während der Mantel um ihn, den ganzen Kerl, herumflatternd in Wogen zu Boden gleitet. Der Fallende schießt mit seiner völlig nackten Pistole, die er offenbar ebenfalls bei sich trug und die ich erst jetzt bemerke, in die Luft, ich erschrecke fürchterlich, mache einen Schritt zurück, gerate ebenfalls aus dem Gleichgewicht, taumle, da erfasst mich, noch eines der doch eher seltenen Ereignisse, der Traktorstrahl!

Eine fremde, der gewohnten Gravitation entgegenwirkende Kraft zieht mich rasch, doch mühelos empor. Es ist ein an sich erfreuliches Schweben, etwa vergleichbar dem Auftauchen im Wasser oder dem Aufsteigen in dem sicheren Weidenkörbchen eines Heißluftballons. Allerdings ohne diesen und das vertraute Wasser, ich schwebe folgerichtig in freier Luft, und so schön die weite und immer weitere Aussicht auch sein mag, kann ich sie doch nicht ohne Vorbehalte genießen, als ich höher als die Bäume, höher als die Häuser aufsteige, denn was wäre ich hier, wie lange wäre ich hier ohne jene geheimnisvolle Hubkraft?

In Gedanken kehre ich unwillkürlich immer wieder zu den Aussagen des großen Detektivs zurück, obschon ich mich dagegen wehre, da ich die Konsequenzen fürchte. Wie hatte er noch gesagt? So in etwa erinnere ich mich: „Wenn wir das Unmögliche ausschließen, bleibt das Unwahrscheinliche als einzige Möglichkeit zurück.“ Dieses Zurückbleiben dränge ich mitsamt allen mir einfallenden Wahrscheinlichkeiten, größer als 0, aus meinem Bewusstsein, da ich den Aufschlag in einer unnachgiebigen Wirklichkeit fürchtete.

Meinem Blick entschwinden allmählich kleinere Details, verschwimmen, die einzelnen Grashalme und Blätter, der Kies, Wegplatten, Mantelknöpfe, der Penis, die Pistole, ebenso die Hand, die Gestalt die sie hält. Immer höher geht es empor, wolkenhoch, einmal beschreibe ich eine abrupte Kurve, die mich sehr erschreckt, da ein Düsenflugzeug meinen Kurs kreuzt. Ich kann nicht weiterverfolgen, was mit diesem geschieht, denn nun werde ich in das Innere eines gigantischen silbernen Zylinders gesaugt. „Na, das ist aber keine Untertasse,“ murmele ich noch.

Grüne Männchen mit einer Rüsselnase, spitzen Ohren am viel zu großen Kopf, ansonsten kaum halb so groß wie ich, aber gut ausgestattet, wenn sie verstehen, kommen auf mich zu. Seltsam genug, sie tragen sonst keine Kleidung, haben aber ähnlich wie der eben von mir Verlassene vorn offene Mäntel, in diesem Fall Laborkittel, um die Schultern gehängt. In den Händen halten sie seltsame Instrumente, die teils an modernste elektronische Messgeräte erinnern, teils an mittelalterliches Chirurgen- oder, kein Unterschied, Folterbesteck.

Einer beantwortet mit piepsiger Stimme meine nicht eben laut gestellten Fragen: „Nein, mit Untertassen fliegen wir nicht, da innerhalb der Atmosphären sich darauf immer Flüssigkeiten ansammeln. Und was den Aufstieg angeht: Es handelt sich um so etwas wie umgekehrten Elektromagnetismus.“ „Ah,“ mache ich, „so eine Art Magnetschienenbahn oder meinetwegen auch Railgun!“ „Wenn du so willst.“ „Aber – wieso sollte ich plötzlich magnetisch sein, also auf so etwas reagieren? Und jetzt, was habt ihr mit mir vor? Wollt ihr,“ ich zeige auf die Instrumente, „mir, wie das so üblich ist, irgendwelche Sachen in sämtliche Öffnungen stecken? Und das als wissenschaftliche Untersuchung tarnen?“ Entsetzt quiekt der Angesprochene: „Iiih, für was hältst du uns? Das ist ja eklig!“ Ich nicke einigermaßen erleichtert: „Ach, weißt du. Man hört so seltsame Sachen. Aber gut, das freut mich schon mal. Ich find das ja auch eklig! Übrigens noch, vielen Dank. Ihr habt mich ja eben gerettet.“ „Ja, du wärst beinahe hingefallen!“ Aha, offenbar haben mich die Kerlchen beobachtet. Aber den Überfall gar nicht bemerkt? Nun, der eigenartige exhibitionistische Räuber verdient vielleicht auch keine Erwähnung. Noch weiß ich nicht, was man hier mit mir vorhat und will auch niemanden auf dumme Ideen bringen, alleine schon in Anbetracht der ungewohnten Mode hier an Bord!

Ein freundliches grünes Männchen, beklagenswert unzureichend gekleidet, bringt mir etwas zu Essen und zu Trinken. Es sind fremdartig aus, wer weiß, was darinnen ist? Andererseits, habe ich eine Wahl? Ich weiß nicht, wie lange ich bleiben muss, was man mit mir tun wird. Insofern wäre eine übervorsichtige Nahrungsverweigerung keine besonders durchdachte Option. Wenn sie mir eine fragwürdige Substanz einflößen wollen, dann können sie das auch tun, und sei es mit Gewalt. Oder, wie mir der kleine grüne Kerl gerade anbietet, auch ohne gewalttätig meinen Willen zu brechen, er zeigt mir einen Ruheraum und bietet mir an, wenn ich mich einsam fühlen würde, jederzeit zur Verfügung zu stehen. Er lässt keinen Zweifel daran, wie er das mit dem überbetonten Stehen meint.

Schau mal an, langsam verstehe ich, warum die Bürschchen nicht vollständiger angezogen sind. Allzeit bereit scheint ihr Wahlspruch zu sein. Da wäre ein geschlossener Kittel nur hinderlich. Mir fällt jetzt auch auf, dass sie recht stark an die weniger fantastischen, als vielmehr so nahebeiwohnenden Science – Fiktion (wobei ich vermute, dass der bekannte Skribent dieses letzte Wort im gewählten Zusammenhang anders geschrieben, anders gewählt hätte) – Wesen eines gehörlosen französischen Zeichenlehrers und Comiczeichners erinnern, die, sagen wir mal, nach ihrem Sujet eher nicht im L‘Osservatore Romano noch in der Emma je erscheinen werden. Nicht die einzige Gemeinsamkeit beider Publikationen, auch wenn über die Randbemerkung vermutlich beide Redaktionen erbost sein werden.

Aber vorerst ist mir nicht nach Nachtisch, nach derartigen Freizeitaktivitäten. Auch ahne ich nicht, auf was man hierbei achten müsste. Es wird doch so etwas wie einen kleinen Unterschied auch zwischen den Welten geben!

Ich lagere mich vorsichtshalber vollständig angezogen auf die Liegestatt. Ich muss nachdenken! Das waren überraschend viele seltsame, eigentlich unglaubwürdige Wendungen an einem Morgen. Hat das völlig unerwartet angefangen? Wurde kurzerhand das erste kosmologische Prinzip außer Kraft gesetzt? Und wenn, dann durch welche Katastrophe, die ganze Welt, das ganze Universum womöglich oder nur für mich betreffend?

Wenn ich nachher oder in zehn Jahren nach Hause komme und gefragt werde, wo die Frühstücksbrötchen denn so lange abgeblieben sind, was werde ich antworten können? Denn ich bin doch nur schnell los, den lieben Mitbewohnern einen Gefallen zu tun, vor allem aber dieser Ansammlung von schlafmützigen Eulenvögeln als tirilierende Lerche nicht auf den Wecker zu fallen, besser, diesen zu ersetzen!

Aber hier und jetzt muss ich sein und folgerichtig scharf überlegen. Was ist geschehen? Was weiß ich eigentlich, über welche Anhaltspunkte verfüge ich? Und habe ich etwas, um mir das, was mir einfällt, aufzuschreiben? Ah ja, da, in meiner Jackentasche – klug von mir, nie ohne Notizbüchlein und Stift aus dem Haus zu gehen! Immerhin, vielleicht kann ich sogar einen Brief nach Hause schreiben, wenn telefonieren erwartungsgemäß nicht geht, und wenn es nur ein Abschiedsbrief ist.

Ich brauche ein scharfes Rasiermesser. Nein, nein, keines von irgendeinem gewinnsüchtigen Markenhersteller, der darauf besteht, dass Frauenbeine unnatürlich haarlos erscheinen müssen wie, sagen wir mal, die Haut eines ungeheuer fetten Wals. Ich will mir damit doch nichts antun, wieso denn!

Nein, ich suche Rackhams Rasiermesser. Ach nein, so hieß der Bursche nicht, den Namen muss ich mir merken für eine Geschichte über Malerei. Oder eine über Piraten. Aber Ham, Ham, also wie in einem bayrischen Ortsnamen oder englisch für Pork from the leg, ja, englisch schon, Ockham hieß der Mann! Sein wissenschaftsdienliches Rasiermesser brauche ich jetzt.

Was ist die Simpelste sich anbietende Erklärung? Ich bin in einer völlig blödsinnigen Fernsehshow gelandet und werde erst wieder freigelassen, wenn ich angemessene Begeisterung für die ach so netten Späßchen und deprimierenden Kindereien zeige. Andererseits fühlte sich das alles so echt an, es war nirgendwo zu erkennen, dass da halbgare Tricks dahinterstecken könnten. Ich bin das Versuchsobjekt einer Testreihe einer staatlichen Einrichtung, womöglich einer Großmacht, in der neuartige Militärtechnik verwendet wird. Na ja, aber welcher sein Gewissen durch intensive Drogeninhalation beruhigende Geheimdienstmitarbeiter hat die Verkleidung als kleine grüne Männchen angeordnet? Übrigens muss ich den dann noch wegen sexuellen Missbrauchs verklagen, nicht vergessen! Wenn da die Amis dahinterstecken, bin ich hinterher reich! Oder tot.

Ach ja, halt! Simpelste Erklärung! Ich träume weiterhin, das kommt von den blöden Filmen, die meine Mitbewohner immer auswählen, so wie erst gestern. Oder ich bin, womöglich aus demselben Grund, vollkommen durchgedreht, wahnsinnig geworden, und lebe in einer Scheinrealität, die niemand außer mir wahrzunehmen vermag! Ehrlich gesagt sind diese beiden Varianten die naheliegenden Erklärungen. Aber wieso wache ich, wenn ich denke, ich träume, nicht auf? Und wieso nehme ich nicht einen Ausschnitt der dahinterliegenden wirklichen Wirklichkeit wahr, wenn ich doch schon erkenne, dass ich verrückt geworden bin?

Oder ist das eben ein ebenfalls verzerrtes Bild der Wirklichkeit, die mich verwirrt? Gerade kommt eines dieser gerade an entscheidender Stelle nackten Männchen mit seinem weißen Mantel um die Schultern herein, der ein Stethoskop umhängen hat, das ihm bis auf Hüfthöhe baumelt. Iiih, damit will er mich untersuchen? Und überhaupt, jetzt geht es doch los mit den fragwürdigen pseudomedizinischen Fingerspielen!

Doch der eben eingetretene Arzt, womöglich in der von mir getrennten, nicht mehr wahrnehmbaren Realität ein Psychiater, den ich demnach nur aus mir nicht plausiblen tiefenpsychologisch tiefgründenden Ursachen so unvorteilhaft imaginiere, fragt nur nach meinem Befinden. Ich sei offenbar eingeschlafen und hätte unruhig geträumt. „Oh, mir geht es gut,“ sage ich schnell, denn ich fürchte immer noch eingehendere und vor allem eindringlichere Tests, „cogito ergo sum und so weiter. Aber nach dem, was ich heute schon Ungewöhnliches erlebt habe, dürfte eine gewisse Unruhe erklärlich sein, meinen sie nicht, Herr Doktor?“ „Das freut mich, wenn es uns gut geht,“ ach und herrje, diese übergriffige und vor allem völlig verkehrte Einvernahme, dieses altoberschwesterliche Personalpronomen scheint wohl eine intergalaktische Unsitte zu sein, „wir haben uns einfach Sorgen um sie gemacht. Es ist bei uns auch nicht üblich, schöne Frauen alleine schlafen zu lassen!“ „Oh, danke für die Blumen, wenn es welche waren,“ erwidere ich, „aber nach den Abenteuern und Schrecken des Morgens brauche ich einfach ein klein wenig Ruhe!“ Spontan zieht der Arzt hinter seinem Rücken einen Fliederstrauß hervor und hält ihn mir auf kurze Entfernung direkt unter die Nase. Ich bekomme einen Niesanfall. Etwas enttäuscht zieht der Blumenkavalier seine Hand zurück: „Ich dachte, sie hätten nach Blumen verlangt?“ „Ah, hatschi, Entschulditschi, ja, nein, die sind ja schön, aber riechen so stark – nein, das war ein Sprichwort! Wenn man ein Kompliment bekommt, sagt man oft: danke für die Blumen! Aber trotztschi danke, sehr nettschi, bloß muss ich halt niehihitschsen, das ist oft bei mir, wenn etwas stark riecht oder staubt.“ „Ah, handelt es sich da um eine anaphylaktische Reaktion?“ „Kann man sicher so sagen, wobei ich noch nicht von einer Allergie sprechen würde, ich bin halt einfach in mancher Hinsicht etwas überempfindlich!“ „Ja,“ murmelt nun wieder mein so sehr an meinem Wohlbefinden interessierter Gesprächspartner, „das kann man so sagen. Das haben wir bereits festgestellt.“ Ich funkele ihn an, denn derlei Aussagen kenne ich von dort drunten, von der guten alten Erde: „Sie sagen mir ins Gesicht etwas von schönen Frauen – also, ich bin nicht doof oder blind, das weiß ich besser! Sie entführen mich einfach so, ungefragt, auch wenn mir das, zugegeben, in dem Moment recht gelegen kam. Ich habe keine Ahnung, was mit mir weiter geschieht, und sie sagen, ich sei überempfindlich?“ Erschrocken prallt das Männchen zurück, lässt die Fliederstängel fallen: „Aber – sie haben doch gesagt?“ „Was ich über mich sage und was andere über mich sagen dürfen, das sind zweierlei Dinge. Wenn ich vor dem Spiegel stehe und mich mit einem mehr oder weniger fröhlichen „da sind wir wieder, alte Hexe“ begrüße, dann darf ich das. Etwaigen Kommentatoren, die sich ähnlich äußern, werfe ich den ersten greifbaren harten Gegenstand an den Kopf!“ Ich bin immer noch wütend, vielleicht hatte mein ganzer Organismus nur auf den Trigger, den passenden Anlass gewartet. Der kleine Arzt weicht zur Türe zurück und erklärt leise: „Wissen sie, das mit der Empfindsamkeit: wir haben sie ja schon länger beobachtet. Also nicht nur sie, auch einige andere ausgewählte Menschen! Und genau dafür interessieren wir uns. Sie nehmen die Dinge im Vordergrund oft nicht so schnell und gründlich auf, wie andere, denn sie sehen gerne noch dahinter, denken gleichzeitig darüber nach und beobachten ihre eigenen Gedanken bei ihren Verwicklungen – diese unökonomische Art, ein Gehirn zu nutzen, war uns bisher unbekannt, fasziniert uns.“

Ich atme tief ein: „Ok. Ich bin also tatsächlich in der Psychiatrie.“ Das Männchen lacht: „Wenn sie so wollen, ja, ich habe einen Herumdoktoreititel in Seelenklempnerei, Seelenkumpanei, Seelenwanderung und Seelenbäckerei*. Aber keinen irdischen, wenngleich ich auch bei Paracelsus, Hippokrates, Faust und Eisenbart gehört habe, aber promodoroviert und primaveradüpiert über die Geschichte der andromedaischen Pestilenz habe ich doch woanders, also vergessen sie Wilhelm von Ockhams Rasiermesser…“ „Moment mal,“ unterbreche ich, und meine Wut kehrt wieder, „sie lesen meine Gedanken? Sie beobachten mich, ich weiß nicht wie, schon lange, womöglich in den intimsten Momenten?“ „Hehe,“ macht verlegen der immer mehr schrumpfende kleine Mann. Er wird tatsächlich kleiner und kleiner, da ich das unmöglich für real halten kann, ist es wohl eine weitere Vorspiegelung meiner Entführer oder eine Wahnvorstellung meinerseits. Ich stehe auf. „Ich möchte jetzt nach Hause. Jetzt. Ich bestehe darauf. Und ich will nicht mehr ausspioniert werden!“

Bedächtig wiegt der nun schon winzige Doktor der Seelenklempnerei den Kopf: „Ihre Wünsche in Ehren, aber sie erinnern sich nicht mehr an letzte Nacht? An das Grauen, das sie mit Alkoholika betäubten, bevor sie einschliefen?“ Ich setze mich: „Hm. Vage. Die haben wieder so scheußliche Gruselfilme angesehen!“ „Ja. Und davor den ganzen Nachmittag Musik gemacht.“ Genau, grässliche Pseudolieder, bei denen zu einem monotonen, stampfenden Automatenrhythmus eine sogenannte Sängerin versucht, stöhnend das Mikrofon einzuspeicheln und ganz im Sinne von Oralsex, den sie in den dazugehörigen Videos auch vorspielt, zu missbrauchen. Das sind die Nachmittage, an denen ich Kopfhörer aufsetze und, obwohl mir sonst die Stille lieber ist, Bach, Backofen** oder Beethoven höre und mich in ein einsames Lebkuchenhaus im stillen Walde wünsche.

Nach einem langen, elektroverstärkt durchstöhnten Nachmittag beschloss die Clique wieder einmal, die weiblichen Stimmen zählten anscheinend mal wieder nicht oder maximal die minderwertigere Hälfte, außerdem gab es Überläuferinnen, unrealistische Actionfilme und noch absurdere Horrorfilme anzusehen. Das konnte eine lange, unruhige und laute Nacht werden! Ich öffnete schon mal eine Flasche Rotwein nur für mich. Es wurde, wie vorhersehbar. Alberne Wendungen, die Schreckmomente erzeugten, aufgrund und während derer die anwesende Weiblichkeit kreischend in die Arme der breitbeinig dasitzend Schutz gewährenden coolen Männerwelt floh – daher auch die Überläuferinnen! Und vielleicht ja überhaupt der allseits ausgeprägte Wunsch nach derartiger Unterhaltung und Anregung. Ich hielt mich derweil an meiner Flasche fest, durchaus gewärtig, den hierfür besonders ungeeigneten roten Wein bei einem besonders bedrohlichen und plötzlichen Bildwechsel zu verschütten.

Spät in der Nacht ging ich in die dunkle Küche, denn es war an der Zeit, die zweite Flasche zu öffnen. Diese markerschütternden und gehirnfressenden, nervenstrapazierenden Machwerke kann man anders nicht ertragen. In den Schatten bewegte sich etwas. Ich zuckte zusammen. Aber es war nur Mark, der auflachte, als er meinen Schreck bemerkte: „Na siehst du. Die Filme sind ja doch für etwas gut. Du mit deinem Essen, Beten, Lieben oder gar Während du schliefst – das sind doch echte Horrortitel!“ „Die ich nie vorgeschlagen habe, Mark! Ich hatte Before Sunrise oder wenigstens Die wunderbare Welt der Amélie gesagt! Art House! Du willst mich wieder nur ärgern!“ „Ja, ja, das macht aber auch jedes Mal Spaß. Mich ärgert dagegen, dass kein Bier mehr heroben ist. Ich geh welches holen!“

Und Mark ging in den Keller. Entgegen jeder Lehre, die wir aus Horrorfilmen ziehen können, ging der dumme Kerl in den Keller. Es knisterte, der Strom fiel aus, etwas Gekreische kam aus dem Wohnzimmer, das aber schnell leiser wurde, offenbar war das ein noch besserer Grund, sich eng und enger anzunähern. Aus dem nun völlig dunklen Keller kam ein Schrei des Entsetzens, nur einer. Ich hörte noch, wie etwas über den Boden rollte, war das ein vielleicht schon toter Körper? Ein irgendwie zischendes Geräusch erklang dazu, es klang wie gemurmelte Verfluchungen, kann ich mir aber auch eingebildet haben. Meine neue Flasche als einzig adäquater Verteidigung umklammernd floh ich in mein Zimmer, schloss die Türe ab, verbarrikadierte sie und kroch weinend ins Bett. Am nächsten Morgen bei Tagesanbruch kroch ich vorsichtig wieder aus meinem kindlich schlecht gewählten Versteck. Das Wohnzimmer, wobei die roten Flecke hoffentlich von meinem Wein kamen, sah aus wie ein Schlachtfeld. Die Küche nicht viel besser. Die Kellertüre stand offen.

Ich war noch nicht bereit, mich all dem zu stellen und ging zum Bäcker. Erst mit vollem Magen und vor allem ausreichend Koffein bin ich bereit, mich mit der tückischen Welt auseinanderzusetzen. Das gilt für die Dinge von jenseits der Welt erst recht.

Aber jetzt sitze ich hier im Raumschiff, jenseits der Welt und ohne die Brötchen, die ich bei dem Überfall fallen gelassen habe! Ich falle nun meinerseits zurück auf das Bett und beginne zu weinen. „Es ist ihnen wieder eingefallen. Die ganze, schreckliche Nacht, nicht wahr,“ sagt mitleidsvoll mein Besucher. Ich schluchze: „Ja, etwas Entsetzliches passierte und jetzt bekomme ich Kopfweh. Verfluchter Ethylalkohol! Und ich habe zwar, danke, etwas von eurer Nahrung bekommen. Aber ich vermisse mein richtiges Frühstück! Meinen Kaffee! Eine ganze Kanne voll richtig schwarzen Kaffees!“

„Ich verstehe,“ murmelt der behandelnde Arzt, „da will ich doch einmal sehen, was sich machen lässt. Wobei – eigentlich hätte ich ja eher gedacht, sie würde die Sorge um die anderen umtreiben!“ Ich antworte nicht, drehe mich um, vergrabe mein Gesicht in dem Kissen. Was verlangt der von mir, Empathie? Wer ist hier von Aliens entführt worden?

Tatsächlich vollbringen die Männlein wahre Wunder, zaubern, wie auch immer, duftende Backwaren mit allem, was dazugehört und vor allem Kaffee herbei! Ich stürze mich auf meine Seelen-, Körper- und Gehirnnahrung. Unhöflich will ich nicht sein, frage: „Wollt ihr auch was abhaben? Das ist echt lecker, danke!“ Aber man winkt ab: „Oh nein. Wir haben das schon getestet. Weißmehl, darauf noch ein Fettbelag und farbige Zuckerpampe, dazu flüssige Drogen, nein, nein.“ „Aha, ihr seid auf dem Gesundheitstrip?“ „Wir wollen keine Vorschriften machen, aber das schadet…“ „Und ob! Das würde mir sehr schaden. Oh, würde mir der Verzicht darauf schaden! Ohne ausreichend Koffein müsste ich früh und ohne Alkohol ins Bett. Ohne Alkohol könnte ich meine Mitbewohner, ach was, die Welt nicht ertragen. Und das muss ich doch. Achso, ja, ist ja auch wieder wahr…“ Schlagartig fällt mir ein, dass ich die Welt verlassen habe, in einem Raumschiff frei und völlig schwerelos durch den Raum schwebe. Also das Schwebeschiff im freien Raum und ich halt da drinnen. Ich selbst dagegen fühle mich weder schwerelos noch, ganz offensichtlich, wirklich frei. Aber wozu, die Frage war bei alledem unbeantwortet geblieben. Ich lehne mich zurück: „Also nochmal und in medias res. Was soll ich hier, was habt ihr mit mir vor? Ist das eine Entführung oder was ist das Ende vom Lied? Kehre ich zurück?“

„Das, Frau, hängt ganz von dir ab. Willst du zurück in das, was du als Horrorhaus erlebt hast, zu diesen unreifen Studenten, willst du erneut als verkrachte Existenz Gedichte schreiben, die keiner lesen oder hören will und beim Poetry Slam stets den Preis erzielen, der da heißt: sehr interessant, danke für die Teilnahme? Oder willst du in eine andere, höhere Sphäre aufsteigen?“ „Höhere Sphäre klingt gut. Aber da ist doch bestimmt ein übler Pferdefuß dabei?“ Die Männchen sehen sich an. „Oh, Entschuldigung,“ sage ich, „das war wieder so eine Redewendung, unverständlich für den Außenstehenden. Soll einfach heißen, dass es etwas Nachteiliges daran gibt.“

„Das gibt es immer. Es wäre die Sphäre der Dichter und Denker. Du wolltest immer dorthin. Aber wie die teilweise recht hochnäsigen und überaus wichtigen Leutchen dort mit dir umgehen, ob sie dich akzeptieren, das können wir dir nicht sagen!“ „Hm. Und meine Sachen? Mein Geschriebenes? Muss ich dort ganz von vorn anfangen – was ehrlicherweise gar nicht so blöd wäre?“ „Nein, natürlich kannst du alles abholen.“ „Aber ich habe Angst! Der Horror!“ „Vor der Zukunft?“ „Nein, vor dem Horrorhaus. Was ist da bloß passiert? Ich will da nicht hin, will nichts und niemanden sehen.“ „Keine Sorge, wir sind ja da!“

Nun, sie hatten mich schon einmal gerettet. Wir landen also, ich raffe meine Sachen zusammen. Man hilft mir tragen, Papierstapel um Papierstapel, eng mit unleserlichen Krakeln beschmiert. Mark kommt aus seinem Zimmer, er ist noch schlimmer verkatert als ich es etwas früher am Tag noch war. „Wo willst du denn hin? Und wo sind die Brötchen? Und was sind das für lustige Kumpel, die du da mitgebracht hast? Sollen die zu deinem Aussehen heute Morgen passen?“

Jetzt bin ich fest entschlossen, diesen Ort zu verlassen. Doch ich muss fragen: „Du lebst? Was ist passiert?“ „Ach, du meinst heut Nacht, bevor du dich eingeschlossen hast, als wenn einer was von dir wollen würde, ausgerechnet von dir? Als das Licht ausging, fielen mir die Flaschen aus der Hand, eine Riesensauerei! Die paar, die noch ganz waren rollten in alle Richtungen davon, was habe ich geflucht!“

Wie gesagt, ich bin finster entschlossen. Hier ist meines Bleibens nicht. Und als Mark bemerkt, dass ich gehen will, sagt er natürlich noch einen entscheidenden Satz: „Du willst fort? Und die Miete?“ Ich bin so froh, hier wegzukommen, von diesen Idioten wegzukommen, von diesem widerwärtigen Typen!

Wir fliegen aufwärts, einer höheren Ebene entgegen! Ich fühle mich so frei, so zu allem fähig, bin meinen grünen Kurieren so dankbar, dass ich nun für alles offen bin!

Und ja, ich bin endlich und hoffentlich endgültig in der höheren Sphäre angekommen. Alles wirkt sehr ätherisch und ästhetisch. Ich stehe dumm da und mache: „Äh. Schön. Und jetzt?“ Aber die kleinen Grünen zucken die Achseln, fliegen ohne mich einfach ab. Und dabei hatte ich mich jetzt doch gerade an sie gewöhnt! Sie waren das Letzte und zuletzt Vertraute, das mich an die alte Welt der hingenommenen Realitäten band. Ich vermisse sie jetzt schon. Meine Tasche umklammernd – weitere ausgeladene Papierstapel türmen sich hinter mir – mache ich auf Wolkenwatteboden die ersten Schritte.

Ein würdiger, blinder Herr in einer altmodischen Tunika, der hier offenkundig jeden Schritt kennt und in diesem Kostümfest ganz zu Hause ist, kommt auf mich zu: „Ah, sehr schön, da sind sie ja endlich. Wir haben sie erwartet. Haben sie ausreichend Papier dabei?“ „Bereits Beschriebenes, o ja.“ „Das dürfte in ihrem Fall vollkommen gleichgültig sein. Ich zeige ihnen ihren neuen Ort, ihre neuen Aufgaben.“ Als wir das Ziel diesseits von Arkadien erreichen, protestiere ich vehement, aber vergeblich. „Das ist adäquat. Ihren Talenten angemessen,“ sagt mein Führer ruhig und verlässt mich.

Man hat mich erwartet, nachdem die vorzunehmende Arbeit einer anderen, sehr netten Dame, die sich mit stark schlesischem Dialekt vorstellte, ich glaube, als Schwan*** oder irgendeinem anderen großen weißen Vogel, ganz alleine zu viel geworden war. Nun darf ich hier in der höheren Sphäre als Klofrau arbeiten.

Nichts gegen diesen unverzichtbaren Beruf, doch wieso meinen Talenten angemessen? Das meinten demnach die Männchen mit eingebildet! Ignorante Bande! Ich will zurück, sofort, will nicht hier sein und in den Hinterlassenschaften der vermaledeiten Klugscheißer wühlen! Wieder steigt in mir Wut auf, wieso soll ich nur gut genug sein, die elysischen Felder mit dem nötigen Dung zu versorgen?

Ich springe auf. Irgendetwas ist heute besonders, irgendetwas ist zu erledigen, was habe ich vergessen? Warum habe ich mich so sinnlos besoffen, habe ich das wirklich getan oder war das in einem anderen, in einem früheren Leben? Warum ist der komische Boden so weich, so wolkig? Wie wenn ich in ungezählten Rollen von Höllenkatzen abgewickelten Klopapiers stehen würde. Ich stehe jedoch auf einem Haufen weißen Tülls. Ah, noch nicht wach und ich bin schon in mein Hochzeitskleid getreten? Genau. Ich soll heute heiraten. O weh, schnell, schnell ins Bad! Was ist nur mit mir los? Vor lauter Aufregung muss ich mich übergeben. Von draußen höre ich eine besorgte Stimme: „Schatz? Was ist mit dir los? Ist dir nicht wohl?“ „Das,“ stöhne ich, „ist bei Schwangeren nun mal so! Bleibt draußen, du darfst nicht herein, das Geheimnis muss gewahrt bleiben, das weißt du doch!“

Zahlreichen ebenfalls unerhört aufgeregten Helferinnen gelingt es, mich in wieder Fasson zu bringen. Die sonst so lässigen, flippigen Mitbewohnerinnen haben Tränen in den Augen, sehen als Brautjungfern, sehen in ihren sehr speziellen Garderoben irgendwie unecht aus, frisch verkleideten Anziehpuppen ähnlicher als den echten Frauen, die sie doch darunter sind. Und denken gewiss von mir dasselbe.

Ich schreite, ich bin eine stolze Braut. Neben mir in ebenfalls ganz ungewohntem Outfit Mark. Er sieht gut aus. Und das sage ich ihm. Und er sagt das auch zu mir. „Im Ernst? Du hast mich doch immer nur aufgezogen!“ „Na ja. Du hast dich ja auch immer extra seltsam angezogen, dich schräg gegeben. Du hast es einem echt schwer gemacht. In vieler Hinsicht!“ „Aber jetzt wird alles gut,“ schließe ich und sinke ihm entgegen, überwältigt vom süßlich – romantischen Kitsch, der unsere Herzen überwältigt. Die Brautjungfern wehren energisch, aber lachend meine Übergriffe ab: „Halt, halt, erst wird geheiratet! Dann könnt ihr wieder loslegen!“

Nur wenige Monate später halte ich meine Babys in den Armen. Das eine ist mein erstes, eigenes Buch. Das hat natürlich Mark zustande gebracht! Mir fehlte immer der entschlossene Mut, aber er sprach unermüdlich mit den Verlagen, fand zuletzt einen, der sich etwas unwillig schließlich zermürbt zeigte, breitschlagen ließ.

Und mein ganzes Glück, meine höhere Sphäre, mein lebendiges Kind. Es scheint gesund zu sein, hat nicht einmal die bekannte Gelbsucht, die die neuen Weltbürger so gerne bekommen, muss also auch nicht unter der speziellen Lampe liegen und dann wie bläulich erscheinen, und ich bin glücklich, könnte vollkommen glücklich sein, doch ich muss rasch die Hebamme fragen: „Bitte, können sie mir sagen, warum mein Kind, mein so kleines, ja, winzig kleines Kind mit der eigenwilligen Rüsselnase ganz grün ist? Völlig grün?“

(Ich muß einfach darauf hinweisen: Alkohol in der Schwangerschaft – es wird ja auch nicht klar, ob unsere Protagonistin so unverantwortlich saublöd war, das hab ich noch nachkorrigiert – geht gar nicht. Obwohl dieses Kind eher nicht unter einer offensichtlichen Alkoholembryopathie leidet, zumindest keinen Wasserkopf und keine Stupsnase aufzuweisen scheint.

*dieses Studienfach hat der überirdische Arzt mit absoluter Sicherheit im Schwabenland belegt, egal in welcher außerweltlichen Dimension die übrigen besuchten Fakultäten gelegen haben mögen

**den Komponisten gibt’s! Das hat jetzt nichts mit der wiederholten Erwähnung von Backwaren zu tun. Der Autor gesteht hier, dass er zumindest wissentlich vorher noch nie etwas von diesem gehört hat, weder eine Komposition, noch von der Existenz einer so benamsten künstlerischen Existenz in Persona.

***der schlesische Schwan, Friederike Kempner, die mutige, ja, geradezu tollkühne Reimkünstlerin ist gewiss ein Begriff, oder? Da aber nicht klar ist, ob es sich um einen Schwan handelt, ist das auch gleichgültig, es könnte auch Heinz Erhards bekannter weißer Vogel sein oder sonst ein Gefiederter, eigentlich alles, außer Ledas Schwan.)

(224) Der Sozialarbeiter

(eine Geschichte in losen Fortsetzungen, Kapitel 1)

  1. Die Erzählung

„Sie haben das so lange mit sich geschleppt. Warum kommen sie erst jetzt?“

„Weil – ich nicht wusste, wohin ich damit kann. Ehrlich, ich weiß es jetzt noch nicht. Und wenn sie gerade so mit mir sprechen, dann weiß ich das erst recht nicht mehr!“

„Entschuldigung. Das war nicht meine Intention. Es war mehr der Schreck, dass sie das all die Jahre mit sich herumtragen, ganz allein tragen mussten. – Aber gut. Sie wussten nicht, wohin. Ich frage einfach: Eltern? Arzt? Polizei?“

„Nein, nein, das fühlt sich alles falsch an. Das war auch noch eine andere Zeit. Also Polizei – nein. Arzt, da geht man hin, wenn man krank ist. Ich weiß schon, aber so hat sich das ja nicht angefühlt! Nicht wie Grippe oder ein gebrochenes Bein! Eltern – das wäre schon mal gar nicht gegangen. Deshalb bin ich ja erst dorthin!“

„Also noch mal der Reihe nach. Sie brauchten damals eine Vertrauensperson, weil etwas vorgefallen war, was sie dem Lehrer, den Eltern nicht erzählen konnten, nicht erzählen mochten. Auch keine Hilfe erwarteten.“

„Genau. Ich… Ich sehe schon, ich muss es alles genau erzählen. Aber ich kann doch nicht!“

„Das verstehe ich. Sogar gut. Aber, hm, wie wäre es mit aufschreiben?“

„Oh. Das könnte gehen. Ich weiß bloß auch da manchmal nicht… die Worte… ich kann doch nicht…“

„Doch. Sie können, aber wenn ihnen ein Wort fehlt, umschreiben sie’s, und wenn ihnen das nicht gelingen will: zeichnen sie’s, vermerken sie ein Auslassungszeichen für das Unaussprechliche. Tragen sie ein Symbol ein, ein X ein, wie in einer Formel, für das Unerkannte! Es muss nicht alles und jedes Detail ausgesprochen werden, das ist für unsere Zwecke überhaupt nicht nötig. Und wenn ich am Ende etwas nicht verstehe, was wirklich wichtig gewesen wäre, dann bin ich so frei und frage!“

Und sie schrieb. Sich ihr Leben und Leiden von der Seele.

Gut, sie schrieb nicht wortwörtlich mit Blut. Aber es war gleichermaßen seelenaufreibend es zu lesen.

Das Folgende hat sie geschrieben:

Ich bekenne, dass ich gesündigt habe. Manches davon habe ich leichtfertig geschehen lassen, manches wollte ich aber wirklich nicht, geschah gegen meinen Willen! Ich weiß nicht, womit ich eine solche Strafe verdient habe, eine solche Schande. Oft schon, vor allem aber in der ersten Zeit, dachte ich, ich müsste mich töten. Und ich hätte es getan, wenn es nicht gleich wieder eine so große Sünde gewesen wäre!

Was war geschehen? Ich ließ mich von einem Schulfreund überreden, mit ihm einen Spaziergang zu machen. Er wollte mir im Wald gute Beerenplätze zeigen, erzählte stolz, wie gut er sich dort auskenne. Dabei weiß ich derlei Plätze doch selbst und mir war klar, dass es nicht nur darum gehen konnte. Ja, ich war sicher, dass es zu unkeuschen Handlungen kommen würde. Er würde mich anfassen, mich an der Hand nehmen, mich wohl gar küssen. Und ich gestehe weiter, dass mich diese Vorstellung erregte, dass ich sie nicht weit von mir wies, wie es der Anstand verlangt hätte, sondern zuließ.

Ich weiß, dass das viele lächerlich finden, aber ich betone nochmals, es war eine andere Zeit. Die Mädchen hatten keusch zu sein, und ich versuchte die guten Gebote zu leben. Aber es reizte mich halt doch. Und so bin ich auch selbst schuld an all dem, was danach kam.

Meine Kindheit, die Zeit davor? Ich erinnere sie als schön. Als natürlich, geborgen im Kreis der Familie, ich hatte mich immer sicher gefühlt, in Gottes Hand und an der Hand von Vater oder Mutter, die freilich streng auf mein Handeln achteten, mich wohl auch für manche Dummheit bestraften, aber immer mit der unverbrüchlichen Liebe der Eltern. Ja, ich musste im Haushalt helfen, aber darüber hinaus hatte ich doch auch die Freiheit zu spielen, zu lesen – keinen Schund natürlich, Gott bewahre! Selbst die Frauenzeitschriften, die meine Mutter so las, verbarg sie sorgsam vor mir, verbat sich unschickliche Neugier.

Ja, erste Aufklärung fand damals im Wesentlichen auf dem Schulhof oder in irgendeinem schattigen Hinterhof statt. Sicher, ein Mädchen wurde von der Mutter informiert, auf was alles sie jetzt zu achten hätte, nachdem eine erste Monatsblutung eingetreten war. Aber nicht mehr. Alles, was darüber hinausging, war ja schließlich verboten, untersagt, hatte bis zu jenem ominösen Tag zu warten, da man in einem verdientermaßen weißen Kleide aus der Kirche schritt und nach allen altehrwürdigen Regeln einem Manne beigesellt war.

Freilich bekam man auch mit, dass das in der Praxis nicht immer genau so funktionierte. Und auf diesen unguten, unausgegorenen Informationsfetzen beruhte denn auch die erwähnte Schulhofaufklärung. Das meiste davon mehr als nur unvollständig, sondern unrichtig, schlicht falsch.

Wie gesagt, ich ließ mich ein. Auf ein Abenteuer, das mich ganz offensichtlich überforderte. Und tatsächlich fasste mich der verwegene Knabe an. Und küsste mich. Dann aber wanderten seine Finger weiter, und ich wehrte mich. Vergeblich, er griff mir unter Rock und Bluse, packte grob meine Brüste, zog mir die Strumpfhose herunter und vergrub seine Finger gegen meinen Willen in mich!

Es schüttelte mich. Vor Ekel, ganz sicher, aber auch noch von etwas anderem, nennen sie es ruhig beim Namen, ich wusste es nicht zu benennen, aber es war natürlich eine sexuelle Erregung dabei. Ich hätte nie gedacht, dass man, sowieso der Mann, der männliche Widerpart da überhaupt so hinfassen, hineinfassen kann. Geschweige denn, dass irgendwer das dürfte – derlei war so weit weg von meinen keuschen Vorstellungen, dass ich ganz erschüttert war. So erstarrte ich vor Schreck, als ich fühlte, wie vorwitzige Finger sich tief in mich gruben. Da ich mich gewehrt hatte und da er ja ebenfalls keine Ahnung hatte, war der Bursche grob. Er war auch sehr mit sich beschäftigt, hatte seine Hose geöffnet und war nun mit der anderen, offenbar recht flinken Hand an etwas tätig, das da herausragte. Irgendwann ergoss sich etwas klebrig – feuchtes, ich bekam etliche Spritzer ab, sie befleckten meine Kleider und meine Haut. Kaum war dies geschehen, ließ der junge Narr von mir ab, zog sich die Hose an und zog von dannen. Nicht ohne noch etwas über eine frigide Kuh zu äußern mit der er seine Zeit in einem Waldstück verschwendet habe.

Ich hatte keine Ahnung, was da geschehen war, was mit dem ganzen Geschehen gemeint sein konnte. Nur, dass es eindeutig in den Bereich des absolut Verbotenen fiel, das war mir klar. Ich lag auf dem Waldboden, auch von diesem beschmutzt, Tannennadeln in der Unterwäsche, und weinte. Irgendwann raffte ich mich auf und ging. Erstmal zu einem Bach, an dem ich mich grob säuberte. Dann nach Hause, wo ich mich rasch in mein Zimmer schlich und umkleidete.

Es war mir unmöglich, derlei Fehlleistungen meinen gestrengen Eltern zu erklären. Noch dazu, dass ich gar nicht wusste, was ich hätte sagen, benennen müssen! Aber ich hatte auch noch nie so viel Angst vor ihnen, ihrer Reaktion. Womöglich würde mich mein Vater verdreschen, ja, das wäre so schlimm nicht gewesen, sondern meiner Empfindung nach nur folgerichtig, aber womöglich würden sie mich als missratenes Gör ja verstoßen, in Schande fortjagen!

Die Schule? Der Arzt? Nein, das kam alles nicht in Frage, obwohl ich an den Arzt schon die eine oder andere Frage gehabt hätte. Aber selbstverständlich niemals hätte stellen können!

Es gab nur eine einzige Institution, die für mich in Frage kam. Die für mich zuständig war. Für die arme Sünderin. Das war diejenige Einrichtung, die ohnehin für die Sünden, ihre Einteilung und ihre Bestrafung ihren umfangreichen und detaillierten Katalog erstellt. Musste ich nicht bei jeder Beichte erklären, ob ich etwa gar unkeusche Gedanken gehabt hätte? Was mir bisher leicht gefallen war. Im Brustton der Überzeugung hatte ich dies von mir gewiesen! Und überhaupt nicht recht gewusst, was das etwa sein mochte.

Jetzt war das anders. Ich war in meinen eigenen Augen Maria Magdalena vor der Austreibung der sieben Dämonen, die zu steinigende Ehebrecherin, die babylonische Hure, eine Verworfene jedenfalls. Ohne noch exakt benennen zu können, was ich mit diesen armen Frauen verband, aber doch jetzt mit mehr als einer vagen Ahnung.

Es war tatsächlich so, dass ich mir gewünscht hätte, einer würfe den ersten Stein, man würde mich nach altem Gesetz steinigen. Dann, so stellte ich mir vor, wäre das Ganze doch rasch vorbei und ich wäre der Gerechtigkeit zugeführt, hätte meine Strafe schon bekommen und müsste nicht, was ich jetzt tat, das Höllenfeuer fürchten! Wenn dieser dumme Junge schon solche Sachen mit mir vornahm, auf welche ausgefallenen Ideen mochten erst die gehörnten Bocksfüßigen der Tiefe kommen! Sie würden mich quälen, wiederum auf die einschlägigen Körperstellen zurückkommen und mich völlig nackt den Blicken der anderen Verdammten preisgeben!

Sie merken es: ich schämte mich in Grund und Boden, verspürte aber gleichzeitig dieses eigenartige Gefühl, es wäre zu billig, es sexuelle Erregung zu nennen, aber es war doch das Erwachen der dazugehörigen Organe. Ich spürte deutlich, dass die unnennbare Vertiefung zwischen meinen Beinen für mehr da war, als zum Wasserlassen. Und meine Brustwarzen wollten sich befreien, durch den dünnen, sie bedeckenden Stoff stoßen. Und ja, ich bemerkte auch das und schämte mich noch mehr der verbotenen Reaktionen, der seltsamen, befremdlichen Gefühle. Nein, so etwas Schamloses wie mich hatte es noch nie gegeben, keine Frau, die je über dieses Erdenrund gewandelt war, hatte so empfunden, das konnte gar nicht sein!

Es gab nur eine Möglichkeit. Der Priester musste mich lossprechen. Von meinen jüngst begangenen Sünden. Ich müsste sie ihm beichten. Und er sollte mir eine passende Buße auferlegen. Eine strenge Buße! Das wollte ich. Mir schwebte etwa ein Jahr in einer Zelle in einem Nonnenkloster vor, in der ich bei Wasser und Brot und beständigem, inbrünstigem Gebet Erlösung und Erleuchtung fände und dann natürlich gar nicht mehr zurückwollen würde. Oder etwas dergleichen.

Es kam anders.

Hochwürden war überrascht über meinen Wunsch, außer der Reihe zu beichten. Aber er erkannte schnell, wie verstört ich war, wie ich da vor ihm stand, etwas nachlässig, weil überaus rasch gekleidet, über und über mit Schamröte übergossen, bebend. Sein Blick wanderte über mich hin, verharrte an verräterischen Details. Ich hätte die Anzeichen deuten können. Der aus meiner kindlichen Sicht schon alte, in Weisheit abgeklärte Mann, so alt war er gar nicht, stand auf, leckte sich die Mundwinkel, als wäre auch er über irgendetwas aufgeregt, und bat mich in die düstere Kirche, in den dunklen Beichtstuhl.

Ich betete. Er fragte. Ich antwortete. Stockend, immer wieder verstummend. Er aber betonte, dass er genau wissen müsste, was geschehen war. Wo genau er, der andere mich angefasst, was ich dabei empfunden hatte. Wie tief war sein Finger eingedrungen? Was hatten die anderen Finger mit meinen Brustwarzen gemacht? Was der Knabe aus seiner Hose geholt hatte interessierte den Kirchenmann indes weniger.

Ich stotterte, suchte nach Worten, weinte vor mich hin. Der Priester atmete schwer, so sehr mussten ihn meine Sünden plagen. Schließlich merkte er, dass er so nicht weiterkam und beruhigte mich: „Höre, Tochter, dies ist nicht alltäglich. Du hast dich gewehrt, hast dich gegen die Versuchung gestemmt, wenn auch vergeblich. Die Absolution kann ich dir so aber nicht geben. Ich denke, wir müssen das noch einmal im ganz vertraulichen Gespräch erörtern, ich muss auch sehen, dass du standhaft bleibst und wieder als eine allzeit gehorsame Tochter in den Schoß der Mutter Kirche zurückkehrst!“ „Das will ich doch,“ flüsterte ich verzweifelt. Und war für diesen Tag entlassen. Ich kniete noch weinend vor dem Altar der Mutter Gottes, jammerte ihr mein Leid vor. Der Priester selbst saß noch lange im Beichtstuhl, ich hörte ihn, womöglich sogar er, seufzte zumindest gut vernehmlich und zum Erbarmen, er war wohl zutiefst erschüttert über die Verderbnis in seiner sonst so braven Gemeinde.

Irgendwann kam er dann heraus, sah mich immer noch da auf den steinernen Treppen knieen, trat herzu und fasste mich ganz sanft bei den Schultern. „Geh nach Hause, Tochter. Es wird alles gut werden, sich zum Guten wenden. Sei nur ganz die sittsame und folgsame Tochter der Mutter Kirche, die du immer warst. Komm am nächsten Sonntag nach dem Gottesdienst zu mir ins Pfarrhaus.“

Warum der Priester seiner Pfarrhaushälterin an diesem Sonntag, sonst legte er doch höchsten Wert auf einen wohlverdienten, leckeren Sonntagsbraten in seiner dekadent nackten Üppigkeit, freigegeben hatte war mir nicht erklärlich, ich war aber froh und dankbar, keine zusätzlichen Ohren um mich zu wissen. Es war mir doch schon arg genug!

In der Studierstube des Herrn Pfarrers war herrschte Düsternis, er saß in seinem großen Lehnstuhl. Ich blieb vor ihm stehen, wie es sich für ein Schulmädchen gehört. Er befragte mich wieder: „und da hat er dich angefasst?“ Dabei berührte er meine Brust. Ich zuckte zusammen, wusste nicht, was tun, wie reagieren. Er beruhigte mich. Es sei schließlich nötig, dass er sich ein genaues Bild mache. Dies hier sei schließlich etwas ganz anderes, diesmal gehe es darum, die begangene Sünde ungeschehen zu machen – freilich sei dazu, so schlimm es für mich auch sei, notwendig, die ganze, schreckliche Prozedur wieder gegenwärtig zu machen, sozusagen, wie die Kriminologen sagen, eine Tatortbegehung vorzunehmen.

Ich war eine gehorsame Tochter der Kirche. Er fasste meine Brust wieder an, sprach beruhigend auf mich ein, knöpfte die Bluse auf und holte das zarte, noch bei weitem nicht voll erblühte Gewächs heraus. Ich zitterte am ganzen Leib, wäre am liebsten entflohen, sah das Ganze als Teil der notwendigen Strafe.

Die dicken, fleischigen Hände des Pfarrers waren unendlich viel zarter als die des groben, ungehobelten Neulings. Meine Brustwarzen erbebten mit mir, richteten sich auf, immer noch praller und größer, ich dacht, sie würden zerspringen. Ganz vorsichtig berührte sie der würdige Herr, es war wie ein Hauch, er strich darüber, dann umfasste und zwirbelte er sie kurz. Ich hatte aufgeschrien. Es hatte mich durchzuckt. Er aber nahm sacht mein Gesicht in die Hände, spürte meine tränennassen Wangen und streichelte meine Backen liebkosend: „Schsch, ganz ruhig. Es ist alles richtig so, alles wird gut. Wir werden der Sache auf den Grund gehen! Auf den tiefsten Grund, gewiss.“

Und das taten wir. Er schickte mich nach Hause mit klaren Aufgaben: ich sollte beten. Genau um eine festgelegte Uhrzeit. Nicht ohne dabei meinen Körper zu bestrafen: zunächst einmal sollte ich meine bloßen Brüste schlagen. Nicht zu fest, aber doch so, dass es unangenehm wäre. Denn diese hätten gesündigt. Dann wollte er das nächste Mal nachsehen, ob sich etwas gebessert habe.

Ich schlug auf meine nackten Brüste. So fest ich mich traute. Und betete dabei. Was mochte wohl gerade der Pfarrer um diese festgelegte Stunde in seiner erhabenen Einsamkeit beginnen?

Beim nächsten Mal in gleicher Situation holte er ohne viel Umschweife meine Brüste aus ihren Behältnissen und befragte mich, ob ich getan, wie er mir geheißen. Dabei strich er über beide Brüste, um sie zu kontrollieren, zu prüfen, wie er mir erläuterte.

„Das hast du gut gemacht,“ sagte er schließlich. Es kam ihn aber schwer an, meine Sündhaftigkeit plagte ihn so, dass er schwer atmete und schier die Worte nicht herausbrachte. „Nun wollen wir weitersehen,“ schloss er seine Rede und bat mich, mich auf einen Hocker zu setzen. Noch während ich mich auf den Holzschemel niederlassen wollte hob er meinen Rock. Unwillkürlich fuhren meine Hände herab, um diesen herunterzuziehen, in eine anständige Position zu streichen. Aber er verwehrte es mir, sagte, dass es doch notwendig sei, wenn das Böse nun einmal auch dort Einlass gefunden hätte. So saß ich also auf dem Schemel und er kniete tatsächlich vor mir, zog mir meine Unterhose herab, bis ein Büschel schütteres, gerade erst wachsendes Schamhaar hervorlugte. Dort hinab fuhr denn auch sein Finger. Ich zitterte wie noch nie.

Sicher, ich fragte mich auch damals schon, ob das in Ordnung war, in Ordnung sein konnte. Aber versteht man mich? Ich gehorchte doch der höchsten Autorität, die in meinem Umfeld überhaupt verfügbar war! Es musste an mir liegen, wenn all das, was nicht in Ordnung schien, mir falsch erschien, doch offenbar in einem höheren, mir nicht erschließlichen Sinn in Ordnung war. Ich war das seltsame, das verdorbene Ding. Meine seltsamen Empfindungen hätte so kein normales Kind, kein normales Mädchen gehabt. Und kein Erwachsener verstanden.

Ich presste die Beine zusammen. Er lächelte sanft und verstehend: „lasse nur. Ich verstehe ja. Aber wir müssen beide da hindurch! Für mich ist die Qual gewiss nicht geringer als für dich. Lasse nur locker.“ Ich entspannte mich ein wenig, so, wie man das beim Zahnarzt macht, wo man auch nicht wirklich lockerlassen kann. Und sein Finger fuhr weiter. Ertastete meine Schamlippen. Erkundete diese. Öffnete sie, erspürte den Kitzler. Ich erschauerte, ich bebte. Das konnte nicht sein, so durfte ich nicht empfinden! Das war so schrecklich, so furchtbar und doch auch noch etwas eigenartig Anderes, neu und befremdlich.

Verstehen sie mich recht, bisher war mir dieses winzig hervorragende, vorwitzige Teil an mir vollkommen entgangen. War in einem eher unzugänglichen, vor allem aber verbotenen Tal verborgen. Ich wusste überhaupt nicht, was das war, warum die Empfindung so stark war. Und die dicken Finger waren ruhig und zart. Nicht grob und ungestüm. Das Beben erfasste mich ganz, ich gab wohl auch seltsame Geräusche von mir, fühlte mich, wie von irgendwelchen Dämonen erfasst. Irgendwann zuckte ich vor, packte ihn an der Schulter. Jetzt sah auch er mich erschrocken an und ich murmelte: „Ich glaube, ich glaube, ich bin besessen!“ Er nickte, wie wenn ich einen Verdacht seinerseits bestätigt hätte, wirkte irgendwie sogar beruhigt. Schließlich sagte er: „Ich denke, wir haben den Kern freigelegt. Wir werden das Böse, das von dir Besitz ergriffen hat, besiegen! Mit Gottes Hilfe schon nächsten Sonntag!“

Und der nächste Sonntag kam. Der Tag des Herrn. Der Tag, an dem jede andere Arbeit, jeder andere Gedanke ruhen soll.
Bald saß ich wieder auf dem bekannten Holzschemel. Aber diesmal mit nacktem Hintern, er hatte mich beredet, meine Unterhose auszuziehen. Wer war ich, mich seiner Anordnung zu widersetzen? Wieder begann er, das gehöre nun einmal dazu, die Reihenfolge sei festgelegt erläuterte er, indem er über die Brüste strich. Dann aufwärts über meine nackten Schenkel. Endlich erreichten die so gründlichen und so sanften Hände meine Scham. Er verharrte kurz, wobei seine Daumen einen leichten Druck auf die fraglichen Lippen ausübten. Sagte dann: „Wir wollen den fürchterlichen Geist des Bösen, der von dir Besitz ergriffen hat, heute vertreiben. Nicht wahr?“ Ich nickte eifrig, wenngleich angstvoll und bereits am ganzen Leibe zitternd. Wieder bewegten sich seine Finger. Fühlten sich hindurch, ertasteten die Spalte, die Tiefe. Drangen ein. Aber so langsam, so zart, so anders. Zudem verharrte die andere Hand, verharrte ein anderer Finger weiter oben. Bewegte sich kaum auf meinem Kitzler. Ich zitterte, ich keuchte, ich gab unwillkürliche, ganz unstatthafte Geräusche von mir, aber er redete mir, wobei er selbst auch dabei schwer atmete, gut zu. Wir müssten durchhalten. Endlich entlud sich meine Anspannung, die unerträglich geworden war, in einer Reihe von Schreien.

Er lächelte, ließ los, strich noch einmal über meine jetzt feuchten Schenkel: „Du hast es fast geschafft! Er ist entfleucht, aber wir müssen noch verhindern, dass er wiederkommt! Das ist auch noch eine schwere Aufgabe für uns, aber für diesmal…“ Ich saß weinend, am ganzen Leibe zitternd auf dem harten Schemel.

Ich wusste nun, dass das, was mein späteres Ich einen Orgasmus nennen würde, eine entweichender Dämon war. Es dauerte einige Zeit, etliche Jahre, um genau zu sein, bis ich so weit war und selbständig diesen gefährlichen, nun, ich wusste nicht einmal, mit was ich es dabei zu tun hatte, Sukkubus oder Incubus oder wie man diesen seltsamen, flüchtigen Vogel nennen will, immer wieder zu vertreiben imstande war. Vorerst war ich von jeder Neugier in diese Richtung geheilt. Aber noch sollte mein aktuelles Leiden nicht enden.

Ich musste wieder dorthin. Erwartete die gleiche Prozedur wie beim letzten Mal. Aber ich sollte mich getäuscht haben. Ja, es begann ähnlich. Der Pfarrer forderte mich auf, mich zu entkleiden. Als ich an mir herumnestelte meinte er mit gepresster Stimme: „Ganz. Du musst dich ganz entkleiden. Es wird ein Ritual. Das für dich ähnlich bedeutungsvoll sein wird, wie eine Taufe. Wie eine Art Erwachsenentaufe für einen Bekehrten! Ich muss dich,“ er schluckte, „mit heiligen Flüssigkeiten tränken. Zu deinem Schutz salben.“ Ich entkleidete mich, und nun tat er an mir wie gewohnt. Strich über meine Brüste, meinen Bauch hinab zu den Schenkeln. Zögerte und meinte dann: „Es muss sein. Wir gehen in das Badezimmer, dort ist alles vorbereitet.“ Tatsächlich – dort brannten Kerzen, es war insgesamt nicht heller als im Studierzimmer, das bisher der Ort unserer Exerzitien gewesen war. In der Badewanne war warmes Wasser eingelassen: „Du wirst dich waschen wollen. Das ist auch in Ordnung. Nun, sündige Maid, drehe dich um!“ Ich tat wie geheißen, hatte mich niederzubeugen und am Wannenrand festzuhalten. Er strich sanft über meinen Rücken, über mein Hinterteil, wanderte dann wieder zwischen meine Schenkel. Diesmal verweilte seine Finger lange in mir, stießen tiefer und tiefer vor, holten die mir selbst ekle Feuchtigkeit dort heraus, ich wurde ganz glitschig und schämte mich dessen. Dann hieß es, ich solle mich gut festhalten. Die Finger verschwanden kurz, dann stieß wieder etwas gegen meine Schamlippen, etwas Großes. Viel größer als die Finger. Es begehrte Einlass und ich erschrak, wimmerte. „Es wird alles gut,“ keuchte schwer eine mir fremd erscheinende Stimme hinter mir. Dann erfüllte mich Schmerz, das große Etwas war in mich gestoßen, hatte mich verletzt, aufgespießt wie eine Stoßwaffe.

Es tat weh und ich blutete. Ich wollte weg, aber kräftige Männerhände umklammerten meine Hüften. Das Ding stieß in mich, nicht einmal, sondern immer und immer wieder. Bis es plötzlich aufhörte und der Priester mit einem Keuchen in sich zusammensank, auf mich sank, meinen Rücken mit seinen Lippen berührte und zu küssen schien, was mir reichlich seltsam vorkam. Dann hörte ich ihn flüstern: „Es ist vollbracht!“ Und nach einiger Zeit, er musste erst einmal zu Atem kommen, so sehr hatte ihn meine Sündhaftigkeit geplagt und solche Kräfte hatte ihm die Vertreibung der Dämonen abverlangt: „Gehe hin in Frieden! – Ach ja, wasche dich vorher. Dann aber kleide dich an. Du bist deiner Sünden ledig!“

Ich vermochte kaum, in die Badewanne zu klettern. Das Wasser färbte sich rot. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie der Priester seine Kleidung richtete, die wohl bei seiner schweren, pflichtbewussten Verrichtung durcheinandergeraten war. Er verließ das Bad. Im warmen Wasser und in meinem eigenen Blut saß ich, weinte wieder oder immer noch, wusste nicht, wie mir geschehen war, war aber unendlich erleichtert, dass die grausame Prozedur erfolgreich beendet war. Ich war frei und müsste derlei grausige Akte nie wieder begehen!

Und hier schließe ich vorläufig mit der Frage, wie so etwas sein kann, sein darf. Ich war ein Mädchen, jetzt bin ich eine Frau und weiß, was man mir angetan hat. Was hat diese Bösewichte geritten, außer dass sie mich reiten wollten? Was trieb den dummen Buben zu solchem Vorgehen, dem ich Grobheit vorwerfe, aber eigene Unerfahrenheit zugutehalte. Er wusste nicht, was er tat, freilich in etwa, was er wollte. Hatte keinerlei Vorstellung, dass so etwas auch ganz anders gehen könnte. Anders freilich der erwachsene Mann, die Vertrauensperson, die mich auf das Schändlichste hintergangen hatte

2. Die Wirkmächtigkeit

Er stand auf und ging zur Theke, noch zwei Getränke holen, da der Wirt nicht auf uns geachtet hatte. Zwei hatten intensiv miteinander zu reden, das sind nicht die besten Kunden, die in kurzer Zeit eine ansehnliche Rechnung produzieren und dann wieder Platz machen. Waren am Tisch gesessen, hatten ihre Köpfe zusammengesteckt. Da macht so ein Wirt, was sonst zu tun ist. Oder achtet auf die anderen Gäste.

Ich saß nun allein am Tisch mit der grausamen Geschichte, die mir der einst beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt Gewesene gerade erzählt hatte. Saß ganz ruhig, dabei innerlich wie betäubt. Schließlich kam er mit den Gläsern wieder. Ich dachte kurz an unsere gemeinsame Zeit, er war etwas älter als ich gewesen und stets ein guter und freundlicher Kollege, der mir bei meinen Aufgaben manchen guten Rat erteilt hatte. Dass er selbst mit Manchem überfordert sein könnte kam mir damals nicht in den Sinn.

„Sag mal, das konntest du doch nicht so stehen lassen,“ begrüßte ich ihn am Tisch. Er schüttelte den Kopf: „Natürlich nicht. Dabei hätte ich genau das sollen. Aus solchen Geschichten, aus dem Aufwärmen der altabgelagerten, verdrängten Schreckenserinnerungen entsteht nichts Gutes, für Niemanden. Zudem war ich damals jung, unerfahren, Berufsanfänger. Ich habe dir die Geschichte eigentlich nur erzählt, weil ich dir nahebringen wollte, warum ich heut nicht mehr bei diesem Arbeitgeber – also meinem ersten, nicht dem, bei dem wir später zusammenarbeiteten – von damals bin.“ „Bei diesem kirchlichen Arbeitgeber, sag es ruhig. Und warum du überhaupt nicht mehr arbeitest, das heißt, regelmäßig, so, wie halt die meisten.“ „Sozusagen. Aber da gehört noch mehr dazu, also, zu meiner Lebensgeschichte meine ich, da passierte schon noch mehr. Das war nur der Anfang. Von meiner Berufslaufbahn. Diese Frau. Diese Geschichte. Dieser wie du ja selbst spürst absolut betäubende Hammer.“ Wir tranken und schwiegen.

„Was… was ist aus den Beteiligten geworden? Willst du was dazu sagen?“ „Schnell erzählt. Das lag ja alles schon etwas zurück, als es mir erzählt wurde. Der im schlechtesten Sinn normale, aber belanglose Junge vom Anfang wurde nie wieder erwähnt. Für den damals schon Pensionsempfänger, die eine Hauptperson, den Antagonisten änderte sich erwartungsgemäß nichts Wesentliches mehr. Für die Frau – nun, es war nun einmal alles aufgewühlt, ihr übriges Leben kam natürlich auch noch zur Sprache. Es gibt ein solches Leben, freilich und in anderem Zusammenhang bin ich gerne bereit, davon zu erzählen. Zumindest jemandem wie dir. Der, wenn nötig, auch mal die Klappe halten kann. Es gibt also, wollte ich sagen, noch eine Fortsetzung. Und ein Ende dieser Fortsetzung. Laß uns einfach sagen: die Protagonistin der Geschichte ist nicht mehr. Sie – nein, nein, das ist wirklich eine andere Geschichte, lassen wir es stehen. Ich habe damals jedenfalls versucht, Staub aufzuwirbeln und wurde dafür mit Schlamm bedeckt, wie du dir denken kannst. Ich und die Ärmste, die natürlich gleich mit. Das hat sie dann auch nicht ausgehalten. Und mir wurde nahegelegt, zu gehen. Was ich bei der ersten sich bietenden guten Gelegenheit auch tat, mit fliegenden Fahnen, wie man so sagt! So kamen wir beide zusammen.“ „Dir ist bewusst, dass zurzeit viele in dieses Horn stoßen, also zur Jagd auf die sündige Kirche blasen? Als wären die einschlägigen Konkurrenzvereine, Sportvereine, sonstige betreute Jugendgeselligkeiten, Schulen keine Frischfleischlagerstätten für die einschlägig Interessierten.“ „Ja. Ich beriet damals aber nun mal keinen ehemaligen Chorknaben oder verhinderten Fußballprofi, keine einst hoffnungsvolle Kunstturnelevin oder Teilnehmerin eines aus dem Ruder gelaufenen Schullandheimaufenthalts. Außerdem – das geht mich alles nichts mehr an. Aus diesen Aktivistenjahren bin ich heraus, glaube nicht mehr, die Gesellschaft und Welt retten zu können. Und auch das Andenken dieser Frau nicht. Wirklich nicht. Ich schweige, wir schweigen. Nur dir, denn du wirst und kannst etwas für dich behalten, habe ich etwas gesagt. Nur dir. Ansonsten ruht das in mir, wie es in einem recht verstandenen, rechtschaffenen Beichtvater ruhen sollte. Wie manches andere.“ „Wie manches andere. Ja. Man hört dies und das. Und der Mensch, der dies erlebte, sitzt einem Menschen gegenüber. Und man hat in aller Regel niemanden, dem man sagen kann, wie es einem gerade geht. Den einen darf man nichts sagen, den meisten will man gar nicht, manchmal kann man auch gar nicht. Berufsschicksal.“ „Deshalb habe ich auch aufgehört.“ „Was aber, trotzdem, als wenn das nicht genügte, eine andere Geschichte ist. Das habe ich wohl verstanden.“

Wir schwiegen. Und der Wirt kam noch auf seine Kosten.