Bemerkenswert

es steht geschrieben

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

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Was ich so schreibe… na, alles Mögliche! Eben Geschichten, Gedichte, es ist ein bunter Strauß, keiner muß alles lesen, keiner muß alles mögen, natürlich freue ich mich, wenn etwas dem geneigten Leser zusagt, doch sollen die Texte nicht vorrangig, nicht einfach nur gefällig sein, sondern gerne auch ein bißchen sperrig hier und da, manche auch zum Nachdenken anregend. Wenn mir dies immer mal wieder gelingt, tunlichst ohne dass der Aspekt Unterhaltung untergeht, dann bin ich froh. Wer zum Inhalt oder zur Form Nachfragen hat, auch kritische, aber gerne (wie gesagt errege ich auch gerne Gefallen und hör das auch mit Begeisterung, wer nicht!), ich freue mich auf fachliche, sachliche und sowieso freundliche, gar begeisterte Rückmeldungen, konstruktive Kritik jeder Form wenn’s denn sein muß weil jemand sehr genau liest, sehr genau Textauf- und überbauten betrachtet, aber auch klar, von vorneherein: wer bloß blöd rumnölen will kanns auch gleich lassen. Gelegentlich schreibe ich auch zwischendrin mal zum aktuellen Weltgeschehen, was aber eher nicht so mein Stil ist, denn die Geschehnisse müssen meistens erst mal verdaut, inwendig verarbeitet werden, dann erst, dann wird vermutlich eine Geschichte daraus, die womöglich ihren Anlaß gar nicht mehr erkennen läßt. Wie das halt mit Verdautem so ist, man erkennt selten das Eingangsprodukt. Und wie alles selbst verdaute: wie schon geschrieben. Copyright. Gell. Privat weitergeben – unter Autorenangabe – ja, gern, in irgendeiner Weise gewerblich: nicht ohne mich zu fragen! – ja doch, fragt mich!
Sodann wurde ich aufgefordert, einen Leseguide zu geben. Was diese Geschichtchen sollen, ob sie zusammenhängen. Nein, jede steht für sich, obwohl es natürlich inhaltliche Zusammenhänge geben mag, thematische. Falls sich eine Geschichte aus der anderen ergibt, so wird, kein Grund zu zweifeln oder verzweifeln, ein Hinweis gegeben werden. Wie schon geschrieben müssen diese ganzen Einträge also nicht mit Gewalt heruntergelesen werden, sondern je nach Lust und Laune – manche mögen zu einer kleinen Besinnung anregen,die Seele bequem baumelnd, nicht etwa aufgehängt, sich selbst suchen lassen, besinnlich sein, andere aufgrund ihrer temporeichen Ereignisse oder ihrer spitzen Bemerkungen wegen eher den Verstand ansprechen, aufwecken, den lieben Leser auch dazu auffordern, Stellung zu beziehen, selbst tätig zu werden gegen all das Ungute, das sich überall vermehrt, breitmacht, gestern und heute. Es ist eben ein Unterschied, ob ein Blatt betrachtend ein Haiku rezitiert wird oder sonstiges Poetisches, diesem poetischen Sinn im Seienden sinnlich nachgespürt wird, oder anders eine unerwartete Wendung, ein frecher Begriff aufregend ist, vielleicht sogar ärgerlich oder aber eher belustigend. Ist das Geschriebene ein autobiografisch Gekritzel? Eher nein, natürlich fließt mein Erfahrenes, Erlebtes ein, wird aber immer verformt, verarbeitet, bewußt und mindestens so oft unbewußt. Muß man, bei Fachbegriffen begonnen, so klug sein wie der Autor? He, wir leben in Zeiten des Internets! Das kann man nachschauen, was glaubt Ihr denn, was ich mache und nicht zuletzt gibt es auch Bücher, ja, die gibt es noch, Lexika, Fachbücher und so (na o.k.,andererseits,haltet mich ruhig für ein Genie)?! Muß immer, schier mit Gewalt, ein geheimnisvoll tieferer Sinn drinstecken? Nein, es darf auch auf Unterhaltungsmodus geschaltet werden. Am Ende muß ja immer der Rezipient, der Leser sich fragen, kann er, dieser Leser nämlich, da für sich etwas, irgend etwas, ein wenig, viel rausholen oder nicht. Wo nicht, na gut, schade um die so wieder gefundene, verlorene Zeit, wo schon, da freue ich mich mit!
Ja, o.k., eine Betriebsanleitung… na gut, ich habe erkannt, dass ich manchmal Erläuterungen, nicht Kommentierungen abgeben muß und vielleicht auch einen Hinweis, um was es geht, also mindestens in etwa ein Genre angeben. Dann will ich das mal tun. In Klammern. Also meinend: Du mußt das nicht so übernehmen, nicht so lesen, es ist nur ein Hinweis, eine Hilfestellung, aber bitte: das Lesen sei frei! Ach kommt: Leseguide! Wenn ich das schon höre, lese, liese, lase: ja lest doch selber oder, um es mit Heinz Erhard zu sagen: das Schwarze, das sind die Buchstaben!

Eine Piratengeschichte mit Irish Wolfhounds:

(wie man sieht ist das eigentlich eher eine Momentanbotschaft an die paar Menschenwesen, rot- oder anders haarig, die mich kennen)
Ach ja, das ist ja doch reversibel! Also geht auch was brandhochprozentigaktuelles: heut, hört zu ihr rothaarigen, hellhäutigen, grün- oder blauäugigen Keltischstämmigen, ist St. Patricks day! Beim Dagda!

Je nun, also: die überlieferte Erzählung geht so: St. Patrick wurde noch ganz unbekannt, also sozusagen ohne St, von Piraten entführt und im Laderaum einem Rudel damals noch richtiger, wilder Wolfhounds vorgeworfen. Die ihm, anständig christlich wie sie waren – huch? – nichts taten. Worauf auch die Piraten ganz schnell brav wurden und sich taufen ließen. Oder so.
Das könnte mit den Hunden der Morrigan nicht passieren… darauf ein Irish red Ale. Gemeinsam am liebsten mit einem Daredevil, ja, einem Irish Terrier – rotborstighaarig.
So, und im Moment arbeite ich an der eigentlichen Geschichte, die hier stehen soll, nämlich einer von Cu Culain, wie angeblich die Wolfsjäger im ersten Jahrhundert n. Chr. genannt wurden.

Das Tagebuch von Tarascon

(Erläuterungen am Ende. Aber was…? Legende? Einfach nur erfundene Geschichte, ist doch klar!)

Das soll mein letzter Eintrag in meinem Tagebuch sein, hier in Tarascon, wo wir uns nach langen Irrfahrten endgültig niedergelassen haben, wir, diese verschworene, verworrene Gruppe aus Auswanderern, Flüchtlingen – ich bin ja, wenn ich dies alles mir recht überlege, eine regelrechte Wandertaube, zuletzt das bei weitem kürzeste Stück über Avignon hierher nach Tarascon. Wäre es nach mir gegangen, wir hätten auch ins wilde Inntal ziehen können, nach Mühlau, Arzl, Rum, Thaur, Absam, eines dieser, nun, zu meiner Zeit nicht einmal Dörfer. Mein letzter und schwerster Eintrag in Tagebuch, der Aufschrieb den ich so lange aufschob, denn, liebe Schwester, ich habe ein schlimmes Geständnis abzulegen. Ich muss es gestehen, meinen inneren Widersacher, meinen inneren Drachen endlich besiegen. Und ich sage zu diesem inneren Drachen: steht auf und komm heraus! Um dann endlich wieder meine eigene Herrin zu sein, vollständig und ohne dunkle Ecken, in denen etwas anderes als ich selbst gebieten könnte. Auch wenn du, meine liebe, verleumdete Schwester dies nicht mehr lesen wirst. Vielleicht niemand dies je erfahren, lesen wird: ich muss es gestehen, vor mir selbst meine Verfehlung bekennen. Vielleicht halten mich die guten Leute glattweg für eine fehllose Heilige, ich bin ja auch meistens recht brav und pflichtbewusst, aber auch ich habe ziemlich üble Dinge gedacht, gewollt, getan.
Im Nachhinein denke ich freilich, ich hätte nicht so gemeine Sachen über meine Schwester erzählen dürfen. Im Nachhinein ist man ja immer klüger. Es war falsch, es war böse und ich kann mir auch nicht verzeihen, dass ich es getan habe. Ich hoffe nur, dass das, was ich damals herumerzählt habe, so schnell wie das meiste andere dumme Zeug vergessen wird. Ich kann es mir ja so schon nicht, aber ich könnte mir nochmal nicht verzeihen, würden die Menschen, völlig fremde Menschen die uns überhaupt nicht kennen, die nur dumme Geschichten über uns gehört haben, schlecht von meiner Schwester denken.
Damals war es eben so, ich hatte mich verliebt. In diesen so überaus beeindruckenden Mann. Da war ich nicht die Erste, nicht die Einzige und auch nicht die Einzige, die eifersüchtig wurde, eifersüchtig auf meine Schwester, denn das war schnell klar, sie war bald, sehr bald schon, seine Favoritin! Nicht, dass er deshalb zu uns anderen weniger nett gewesen wäre, vielleicht sogar gemein oder herablassend, das war er eigentlich nie, na gut, vielleicht dieses eine Mal, als er das zu mir gesagt hat, das habe ich ihm wirklich übelgenommen. Da hat das dann auch angefangen bei mir, ihm konnte ich nicht böse sein, obwohl er es doch gesagt hatte, wohl aber meiner Schwester! Es stimmt ja auch, ich war immer die, die sich um alles und um alle gekümmert hat. Mein kranker Bruder, der ja auch nachdem er wieder unter uns war noch ziemlich pflegebedürftig war, wer hat sich denn um ihn gekümmert? Ich! Und ich habe es ja gern getan, aber auch ihm konnte ich lange nicht wirklich verzeihen, dass er mir, so empfand ich das damals, in den Rücken fiel, zu meiner Schwester gehalten hat.
Nachdem es ja wirklich klar war, dass meine Schwester und er, den wir beide liebten, den wir alle liebten, zusammengehörten, hätte ich einsehen müssen, dass es so ist und mich um alles Mögliche andere kümmern sollen, mich anders orientieren sollen, alles das, das sehe ich ein, aber ich war eine junge Frau, wie hätte ich das einfach so können, ich war doch verliebt! Ich habe es einfach nicht fertiggebracht. Dass mir dann auch noch mein Bruder in den Rücken fiel, sagte, es sei so richtig, meine Schwester sei die Richtige, mein geliebter Bruder, für den ich doch so viel getan hatte, das verletzte mich dann noch mehr, stachelte mich noch mehr zu all dem Bösen an, das ich dann auch getan, na ja, besser: gesagt habe.
Ich gestehe, ich habe den guten Ruf, den Leumund meiner Schwester beschädigt, ja, zerstört. Und mir kam es damals, in meiner Verblendung, auch so vor, als wäre das so, als wäre da was dran! Denn was ist für eine Frau eine andere Frau, die mit dem von ihr Geliebten rummacht? Eben.
Und wie es so heißt, im Krieg und in der Liebe… was für ein Unsinn. Für beides müssten Regeln gelten, Genfer Regeln, beziehungsweise man müsste trotzdem alle lieben können, auch die Konkurrenz, und böse Dinge wie Krieg sowieso ganz lassen. Hat er uns denn nicht immer wieder erzählt, in guten Worten erklärt was unser eigentlicher Auftrag im Leben ist? Hat er nicht dir, mir, allen gesagt, dass wir alle letztlich Brüder und Schwestern sind, sein sollen? Uns folglich anständig und richtig den anderen gegenüber verhalten sollen, nicht eigensüchtig sein, obschon uns selbst auch was Gutes tun, halt ohne anderen zu schaden?
Ich hab’s nicht gekonnt. Nicht in dieser einen Sache. Ich habe erzählt, rumerzählt, dass meine Schwester, meine eigene Schwester nicht nur ein faules Luder sei, sondern vor allem Letzteres! Dass sie mir nicht hilft, im Haushalt nicht und nicht bei der Sorge um unseren Bruder, was, das gebe ich zu, so nicht stimmt. Es stimmte nur, dass sie, wie bekannt, wenn er da war für nichts mehr zu gebrauchen war, nur noch Augen und Ohren für ihn hatte! Sie war ja auch, mindestens ebenso sehr wie ich, in ihn verschossen! Gerade deshalb bat ich sie natürlich, mir zu helfen, gerade auch, wenn er da war. Um sie da weg zu bekommen, aber auch, um ihm zu zeigen, was ich für eine famose, fleißige Person war! War und bin, ich bin ja immer noch die rührige, fleißige, umtriebige die sich um alle kümmert.
Aber ich hatte genug Energie übrig, um über meine Schwester, meine eigene Schwester, mein eigen Fleisch und Blut zu lästern. Ich betonte ihre, in Wirklichkeit gar nicht gegebene, Faulheit und ließ, völlig aus der Luft gegriffen, denn wir waren ja nicht arm, anklingen, dass sie ihre angeblich so teuren Kleider, ihren Schmuck ja wohl nicht so einfach hätte bezahlen können, irgendwoher das Geld bekommen haben müsste.
Da war es dann ein kurzer Weg, bis die Nachbarinnen, diese liebenswürdigen Hausfrauen, lästerten, sie, meine Schwester, sei wohl ein unanständiges Ding, das es nicht nur mit allen möglichen Männern treibe, irgendwie müsste sie sich ja die verfaulenzte Zeit vertreiben, sondern, jawohl, womöglich gar gegen Bezahlung! Und ich steuerte nicht dagegen. Haltlose Gerüchte, und sich wirklich schick machen, so auf die tatsächlich angeberische und teure Art, tat sich meine Schwester äußerst selten, klar, wenn er kam, da donnerte sie sich auf, obwohl sie wusste, dass er darauf aber schon überhaupt keinen Wert legte.
Über meine ständigen Ermahnungen, mitzuhelfen, ärgerte sie sich schon, wurde aber nicht wirklich wütend, überließ es ganz ihm mich mit diesem einen Satz zurechtzuweisen, der mich mitten ins Herz stach, dass sie, die ihm zu Füßen saß und mit den Anderen zusammen zuhörte, statt mir zu helfen, letztlich klüger entschieden habe, besser gewählt habe, aber zum Streit zwischen uns Schwestern kam es über das Andere. Sie bekam natürlich mit, wie über sie gesprochen wurde und war entrüstet, entsetzt und wütend! Nein, sie hat nie herausgefunden, dass ich die Urheberin war, und ich habe früher nie gewagt, ihr das zu gestehen, aber sie verlangte von mir, dass ich sie in Schutz nehmen sollte gegenüber diesem Mob da draußen! Das wäre auch meine Aufgabe als Schwester gewesen, ganz selbstverständlich, es beschädigte ja nicht nur sie selbst, sondern auch die Ehre unserer Familie, wir waren eh nicht mehr so viel wert, mit dem kranken Bruder und diesen herumziehenden Leuten als häufige Gäste, auch wenn er selbst, der diese anderen ja mitbrachte, von allen, ja, von fast allen bewundert und verehrt wurde.
Aber ich war zu verletzt und wütend und brachte es nicht über mich. Vielmehr fertigte ich meine Schwester ab, dass sie sich gefälligst selbst um ihren Ruf kümmern sollte, dass es ja sicher nicht von ungefähr komme, wenn man so über sie rede!
Mannomann, so wütend hatte ich meine Schwester, meine geliebte Schwester noch nicht erlebt, noch gar nie vorher und auch nie wieder, aber da tobte sie und nannte mich auch allerlei Unschönes, eine dumme und widerliche Person, die alle möglichen Gerüchte glauben würde, eine Ungetreue, die nicht zu Familie und Schwester halte, womöglich auch feige, eben nur für die einfachsten Hausarbeiten und sonst nichts zu gebrauchen, weil ich ja auch nichts, Garnichts kapieren würde.
Das hätte mir den Kopf waschen sollen, aber ich war immer noch zu verblendet, zu vernarrt in ihn, zu böse auf sie, da sie ihn sich geangelt hatte. Es verletzte mich, wie sie von mir sprach und ich zog mich ganz zurück, bekam dann auch von den ja bald sich überschlagenden Ereignissen kaum mehr was mit. Erst als mir mein Bruder, der doch selbst so Schlimmes erlebt hatte, berichtete, warum meine Schwester nicht mehr nach Hause kam, was Furchtbares geschehen war, wachte ich auf. Und machte mich auf die Suche nach ihr. Um sie zu trösten, um uns zu trösten, um seine arme, unglückliche Mutter zu trösten.
Und sie waren alle in ihrem Unglück froh, als ich zu ihnen stieß, tröstete, obwohl ich doch selbst Trost gebraucht hätte, hatte auch ich ihn doch endgültig verloren, an den Tod verloren, ihnen natürlich, denn ich bin doch die eifrige, die immer an alles Notwendige denkt, zu Essen und zu Trinken brachte, sie hatten in ihrem Unglück ja wieder einmal alles vergessen, nur noch an ihn und seinen furchtbaren Tod gedacht. Nicht so wie ich, die immer praktische, rührige Marta.

Ach ja, wer weiß, vielleicht erinnert sich in späterer Zeit doch noch jemand an uns, schreibt etwas über mich, eine Oper vielleicht gar, oder ein Lied über meine wunderbare Schwester, ihren Namen, über uns, die wir auf die westliche Seite zogen.

(Anm. d. Übersetzers: das vorgefundene war zum Teil schwer leserlich, wies Lücken auf und war auf aramäisch verfasst, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass einzelne Wörter und Umschreibungen falsch verstanden wurden und somit letztendlich auch Sinnverfälschungen entstanden sein könnten.

Dem Autor, nicht dem Übersetzer, wurde wieder einmal geraten, Hinweise für den Leser zu geben. Einmal einen zoologischen, Ectopistes migratorius, die amerikanische Wandertaube, ausgerottet von den frömmlerischen christlichen Siedlern (wie auch der Elfenbeinspecht oder der Karolinasittich…), letztes Exemplar, benannt nach Frau Washington, Martha Washington, im Zoo von Cincinnati, + 1.9.14. Zweitens geografisch: Tarascon: Ort im weitgehend katholischen (Paris ist eine Messe wert) Frankreich, an dem einst ein Drache gehaust haben soll, den eine wichtige Heilige besiegte. Immer noch geografisch: die Inntaldörfer: sind die sogenannten Martha – Dörfer. Auch darauf vielleicht noch, dass es außer dem obigen Tagebuch keinen historischen Hinweis oder Nachweis auf etwaige Fehltritte, Promiskuität, Hurerei der in dem obigen Text gemeinten Schwester gibt, sich Marta also gar keine Gedanken und Sorgen in dieser Hinsicht hätte machen brauchen – was nicht ist, muß ja auch nicht vergessen werden. Aber das sollte bei erfundenen Geschichten, Personen, Verhältnissen ja eigentlich immer so sein.)

Auf den Tod eines Rollstuhlfahrers:

(aus gegebenem traurigem Anlaß, RIP, Prof! – it’s a hole, a black, deep hole)

Das rasche Verstreichen der Zeit
Das kurze Verweilen der Zeit
Doch was ist schon Zeit
Ständig verstreichend
Und selbst endlich.
Alles trifft sich
Im Endlosen
So weit
Und dann
Vielleicht, wer weiß
Jenseits von wie und wann
Beginnt es neuer und wieder
Ballt sich Materie, Zeit verstreicht
Und irgendwo regt sich so etwas wie Leben.

(augenblicklich noch so aktuell, ist er doch erst, viele Jahrzehnte später als die Ärzte erst meinten, verstorben, aber wenn irgendwer irgendwann nicht mehr weiß, um wen es geht, keine Wiederholungen der Simpsons oder von big bang theory mehr laufen und an ihn erinnern, lese er seine, „eine kurze Geschichte der Zeit“)

den poet frag konkret / dekonstruktion

(((ja gut, Hinweise zugesagt, also grob direkt konkret: avenidas, ihr wißt schon! oder: holt die Frauen von den Wänden (und steckt sie, hm, laßt uns überlegen, in Küchen und Kirchen vielleicht??). Halt doch mal wieder was Aktuelles…)))

ob das
ein poem
ist ist
nicht wichtig
nicht konkret
nicht entschieden
wenn aber ein
mann frau
sagt singt säuselt
schreibt folgt schrei
folgt aufschrei
korrekt
konkret
das sei
zuschreibung
beschreibung
beschneidung
sexistisch chauvinistisch
wortvergewaltigung
weg weg
muss das
von wänden
von händen
gewaschen
in unschuld
die zunge
mit seife
ruft alle
pfui pfui
ruft ihr
ihr alle
auf den alleen
in den rabatten
voller blumen
und bienen
so weiblich
so zart

Joan Maynard!

(Hinweis: manchmal kann ich nicht anders, als Varietäten der klassischen Kunst zu erstellen, ohne das Original, das so großartige selbstverständlich beleidigen zu wollen… o, fast vergessen: pay gap sagt man dazu heute, gelle! und, hej, die gute Joan wurde grad in einem E-Mail Kommentar gelobt, so was mag ich! Ehrlich, ich steh total auf Lob, immer nur Eigenlob bringts nicht!)

Joan Maynard?

———- „Wer war Joan Maynard?“

Joan Maynard war eine arme Frau,
zu Essen nichts, zum Trinken Tau.
Betteln ging sie und hungrig zu Bett
Verknöchert war sie und kein Gramm Fett,
ihre Kinder liefen in Lumpen herum
und es fragte sich kein Einziger warum:
Kaum war Johns Leichenschmaus gegessen
war sie in ganz Buffalo vergessen.
Die Schwabe zwo fliegt übern Eriesee,
John lobte man über den grünen Klee,
doch seine Kinder und seine Frau
um die, da kümmert sich keine Sau.

(und, ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, auch wenn sie ganz klar nach der Mauser mir gewachsen sind: noch während des Schreibens kam mir, dass diese Idee so ähnlich schon mal einer hatte, so’n oller Sachse, nein, nicht der Shatterhand, der Emil, nein, Erich Kästner (Der Handstand auf der Loreley))