Bemerkenswert

es steht geschrieben

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

Unterbrochen und gefolgt von einem langen Eingangssermon zunächst ein INHALTSVERZEICHNIS; folglich kann ein Jeglicher nach seinem Wunsche hier wie dort fortfahren und darf die angehängte Litanei gerne überspringen, ran an die Texte! Ich füge hinter dem Titel und einer kurzen Genreangabe einen Link ein, einfach anklicken und überraschen lassen.

Altervativ, denn nichts ist ohne Alternative, es gibt immer eine andere Möglichkeit, womit nicht gesagt ist, was die bessere Wahl ist, läßt sich oben etwas anklicken: Kontakt z.B., oder eben Kapitel. So müßte man, thematisch eingegrenzt, auf die Beiträge kommen, die gerade konvenieren. Ob man meiner leichthändigen Einteilung folgen will bleibt natürlich dem jeweiligen Leser überlassen, es gibt inhaltliche Unklarheiten, Überschneidungen, aber irgendwie und irgendwann mußte ich mich halt entscheiden!

Die (bisherigen) Kapitel sind:

Kapitel 1: Hunde und andere Lebewesen

Kapitel 2: Science Fiktion, historisierende Fiktion

Kapitel 3: Märchen, Fabeln, Fantasy, Legenden, Sagenhaftes

Kapitel 4: Kriminalgeschichten und Thriller (meist unter Verzicht auf all zu phantastische – siehe dafür andere Kapitel – Elemente)

Kapitel 5: Kurzgeschichten usw. aus der aktuellen Welt der mitmenschlichen Gesellschaft, mehr oder weniger realitätsnah anmutend

Kapitel 6: EVA. Das sind Geschichten rund um die gleichnamige Figur (Krimi, Fantasy…?)

Kapitel 7: Lyrik, bunt gemischt

Kapitel 8: Kinderlieder und -geschichten

Kapitel 9: Bredouille

Kapitel 10: Sheepology

Als denn, INHALTSVERZEICHNIS oder Kapitel oder: im Anfang war das Wort (aber der modernen Zeit entsprechend habe ich dann auch noch ein Bildnis von diesem oder jenem gewagt), beachte die Reihung, das erste (1.) ist also tatsächlich das ersteingestellte, scrollt man die ganzen Texte runter also das letzte Stück! Na typisch, den armen (mehr pflügenden als fliegenden?) Gaul von hinten her aufgezäumt! Beginnen wir mit dem Ältesten, dem Letzten, denn diese sollen die Ersten sein – womöglich war das auch schon innerhalb so eines bekannten, mehrfach übersetzten Blogs, den der damalige, noch der Antike verhaftete Erstverfasser nicht recht verstand (aber, wie gesagt, man kann sowohl im folgenden Verzeichnis wie unter Kapiteln nicht nur sich verirren, hin und her scrollen, sondern auch den Verweis anklicken und sollte dann bei der Geschichte, dem Text oder was auch immer landen):

1. Im Ungefähren verloren – Lyrik/Gedicht (Achtung, kann Hund enthalten!) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/im-ungefaehren-verloren/
2. Die einheitliche Feldtheorie – Science fiction    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/die-einheitliche-feldtheorie/
3. Nachrichten aus finsteren Folterzeiten – Lyrisches Gedicht https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/nachrichten-aus-finsteren-folterzeiten/
4. Parabel von Schwaben und Leuten – Parabel     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/parabel-von-schwaben-und-leuten/
5. Anser vulpes – Fabel. Oder halt Tiergeschichte    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/anser-vulpes/
6. Ich, Autor – Kurzgeschichte   https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/ich-autor/
7. Tiermagierin – Märchen (eine der ein klein wenig längeren Geschichtchen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/tiermagierin/
8. Bericht für den AAK – Science fiction    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/bericht-fuer-den-aak/
9. Bukowski, Charles – Lyrik/Gedicht    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/bukowski-charles/
10. The real horror of the heights (in Deutsch! – Fantasy/Science fiction, enthält wie es sich gehört Fluggeräte wie z.B. Nr. 24)     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/the-real-horror-of-the-heights/
11. Als er das Brot brach – Lyrik/Gedicht – +!     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/als-er-das-brot-brach/
12. Lehrer und Schüler im Zwiegespräch, Die Tante aus dem Jemen, Das gesamte Spektrum –  Dialoge      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/lehrer-und-schueler-im-zwiegespraech/
13. A Gsangl für’n Jandl – Lyrik/Gedicht      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/a-gsangl-fuern-jandl/
14. Aus dem Wörterbuch der Caniden – Spielerei, unvollendete, kann Hunde enthalten! https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/woerterbuch-der-caniden/
15. Schnodahüpferl – ja, eben das halt    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/schnodahuepferl/
16. Haiku 1 – Haiku     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/haiku-1/

17. Haiku 2 Glockenblume – Haiku    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/haiku-2-die-glockenblume/
18. Haiku. Benn. 2x. – Haiku? nun, auf der Haiku – Silbenzählung beruhende Gedichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/haiku-benn-2x/
19. Gebet – Lyrik/Gedicht, +!     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/das-gebet/
20. „Komm mit“ – Fabel     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/komm-mit/
21. Gemeinsame Interessenlage – Kurzgeschichte    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/gemeinsame-interessenlage/
22. Klassische Bahnfahrt – Fantasy     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/klassische-bahnfahrt/
23. lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit, geschweige denn den Viechern jeder Species! – Fabel, Text wie meist auf deutsch, und weder Mensch noch Haushund treten selbst auf      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/07/homo-homini-lupus-est-non-homo-quom-qualis-sit-non-novit-geschweige-denn-die-viecher/
24. Trudeln – Kurzgeschichte (enthält Fluggeräte ebenso wie z.B. Nr. 10) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/14/trudeln/
25. Joan Maynard! – Lyrik/Gedicht    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/14/joan-maynard/
26. den poet frag konkret/dekonstruktion – Lyrik/Kampfgedicht, direkte Aktion https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/24/den-poet-fragt-konkret/
27. Nächtliche Erscheinung – Haiku     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/27/naechtliche-erscheinung-haiku/
28. Wintersonnenstrahlen – Haiku     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/27/wintersonnenstrahlen-haiku/
29. Auf den Tod eines Rollstuhlfahrers: – Lyrik/Gedicht/Nachruf https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/03/16/auf-den-tod-eines-rollstuhlfahrers/
30. Das Tagebuch von Tarascon – Legende, also +; ein bißchen länger https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/03/16/das-tagebuch-von-tarascon/
31. Eine Piratengeschichte mit Irish Wolfhounds – unfertig, eigentlich nur eine Ankündigung      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/03/17/213/
32. Im Zeichen lesen – Kurzgeschichte ohne passendes passables Happy End https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/in-zeichen-lesen/
33. „Carpe diem“ oder „die Müh ist klein, der Spaß ist groß, du glaubst zu schieben und du wirst geschoben“ – Kurzgeschichte mit arg vielen Zitaten und gravierenden Ereignissen       https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/carpe-diem-oder-die-mueh-ist-klein-der-spass-ist-gross-du-glaubst-zu-schieben-und-du-wirst-geschoben/
34. Bushi, der Weg des Kriegers und das Handwerk – historisierende Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/bushi-der-weg-des-kriegers-und-das-handwerk/
35. Jenny Killerbee or if it snows, if it snows… – nicht unbekanntes Märchen (deutsch) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/jenny-killerbee-or-if-it-snows-if-it-snows/
36. Altsteinzeit – Dialog   https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/08/12/altsteinzeit/
37. Conus oder: Ferien am Meer – Lyrik/Gedicht    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/08/12/conus-oder-ferien-am-meer/
38. I’m the tiger! – Kurzgeschichte (deutsch. Ja doch, einschließlich fremdsprachiger Einwürfe)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/12/16/im-the-tiger/
39. Schutzrituale bei Vollmond – Fantasy – Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/02/10/schutzrituale-bei-vollmond/
40. Von Affen und noch anderen Affen. Dystopisches Märchen/Fabel https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/02/10/von-affen-und-noch-anderen-affen-ein-dystopisches-maerchen/
41. Harry und die Zwänge – Ein Sachbeitrag zur Diskussion Sonderbeschulung versus Inklusion oder halt eben nur eine Kurzgeschichte    https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/02/10/harry-und-die-zwaenge-ein-sachbeitrag-zur-diskussion-sonderbeschulung-versus-inklusion/
42. Der spinnt, der Junge – Kurzgeschichte     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/der-spinnt-der-junge/
43. Innovationsstau – Kurzgeschichte, wohl kaum mehr Science fiction, eher Dystopie jetzt          https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/innovationsstau/
44. Reinkarnation – Fantasy – Kurzgeschichte mit Fee, + nur für ganz Überempfindliche https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/reinkarnation/
45. Min Deern! Dat du min Leevsten büst! – Kurzgeschichte (deutsch, aber ja doch) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/min-deern-dat-du-min-leevsten-buest/
46. Wenn Gott eine Türe schließt, so öffnet er ein Fenster – Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/wenn-gott-eine-tuere-schliesst-so-oeffnet-er-ein-fenster/
47. Dinner for only one – Kurzgeschichte (deutsch)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/dinner-for-only-one/
48. Den Frauen von Augusta Vindelicum gewidmet, in Memoriam heilige Afra und Agnes Bernauerin – Gedicht mit volkstümlichen Anklängen Typ Schnodahüpferl https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/die-frauen-von-augusta-vindelicum-gewidmet-in-memoriam-heilige-afra-und-agnes-bernauerin/
49. Wieso das Füttern der Elefanten verboten ist und wie Eva und Max das herausfanden – Kriminalkurzgeschichte mit Eva        https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/wieso-das-fuettern-der-elefanten-verboten-ist/
50. Informationstafel – Lyrik/Gedicht/Betriebsanleitung https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/informationstafel/
51. Dichterlesung – Kurzgeschichte                                                            https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/dichterlesung/

52. El Cid –  einigermaßen fabelhafte Kurzgeschichte, aber nicht auf spanisch      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/14/el-cid/

Das INHALTSVERZEICHNIS geht unterhalb weiter. Nur eine kleine Einfügung und Erläuterung:

Ich habe manchmal Bilder eingefügt, zur Auflockerung und Erbauung sowie um den digitalen Apparat (gebrauchte Canon EOS 500D, vorher wollte ich nie eine C., da ich ja am allerwenigsten in Schluchten fotografiere, wenngleich Heine schon sagte: baue dein Fotostudio/deine Dunkelkammer im Tal und nicht auf dem Gipfel) auszuprobieren, denn ich war noch etwas aus der Zeit gefallen. Für Interessierte: nach der Agfa Clack, die auch das Eingangsbild lieferte, lang ist’s her, und die einen Ehrenplatz auf dem Regal hat kam als tatsächlich eigene – dazwischen schon wieder Leihgaben, darunter eine schöne Minolta und später eine halbkaputte Agfa Spiegelreflex – richtige Kamera gleich die Minolta Spiegelreflex (Dynax 5000i), und lange hab ich mich geweigert, so richtig zur digital – elektronischen Fraktion zu wechseln, die ersten kleinen Digicameras waren insbesondere objektiv gesehen ja nicht so das Wahre. Für Schnappschüsse zu langsam, für Bilder zu schlecht, der Zoom ein Graus, zum Mitnehmen, zugegeben, ganz praktisch. Ich bin immer noch ein Fan des belichteten Materials statt vieler Pixel, sehe aber selbstverständlich den praktischen Nutzwert – aberzehntausende Bilder, die man unschwer wieder löschen kann oder, nähme man sich die Zeit, könnte…, nie mehr wegen eines Motivs überlegen, lohnt sich das? Und, böse gesagt, nicht fotografieren sondern nachträglich bearbeiten (allerdings auch wieder: wenn man’s kann und die Zeit aufwendet) bis alles paßt.. na ja. Wie gesagt, schon praktisch. Und gelegentlich habe ich mich auch bei freilich stark begrenzter Befähigung zeichnerisch versucht. So, weiter mit dem INHALSVERZEICHNIS:

53. Bildnis aus einem angeblich hundefreundlichen Landstrich (Photodokumentation) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/05/09/421/

54. Phytagoras‘ Kiefer und Isaac reloaded (Photos für den Geometrie- und Physikunterricht) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/05/09/phytagoras-kiefer/

55. das Geheimnis des Waldbauern (photografisches Bildnis mit Hund) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/02/das-geheimnis-des-waldbauern/

56. das rindige Rind (Photo)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/02/das-rindige-rind/

57. die Wahrheit über die Liebe (mittels photografischer Abbildung erläutert) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/02/die-wahrheit-ueber-die-liebe/

58. hochauflösende Grafik (Kurztext in Form eines Kurzinterviews) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/10/hochaufloesende-grafik/

59. rötlich erblüht der Garten (2 photografische Blumenbilder) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/10/roetliche-erblueht-der-garten/

60. aber ein großer Schritt für die Menschheit (Bild)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/aber-ein-grosser-schritt-fuer-die-menschheit/

61.Vor Pygmalion (Bild)                                                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/vor-my-fair-lady/

62. Lamageister (Bild)                                                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/lamageister/

63. Löwenkindheit (Bild)                                                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/loewenkindheit/

64. Ernest oder: der Tod, der Tod – Versuch eines Essays mit notizhaft angedeuteter Rahmengeschichte, folglich etwas länger trotz fehlender Cocktailrezepte                                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/23/ernest-oder-der-tod-der-tod/

65. Gesprächsangebot an linkische Freunde oder: dem unaufrichtigen Kommunisten gewidmet – aufgeworfene Gedanken über ein neueres Buch, ach was, anhand eines solchen, nicht mal essayistisch    https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/gespraechsangebot-an-linkische-freunde-oder-dem-unaufrichtigen-kommunisten-gewidmet/

66. Das Tier im Käfig – lyrisch in Zeilen Gepresstes      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/das-tier-im-kaefig/

67. Meine Nächte sind heißer als deine Tage oder: aus Lilis frühen Erzählungen – Fantasy, +, Kurzgeschichte                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/meine-naechte-sind-heisser-als-deine-tage-oder-aus-lilis-fruehen-erzaehlungen/

68. Bin ich der Hüter meines Bruders? – sozusagen historisierende Fantasy, +, Kurzgeschichte                                                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/bin-ich-der-hueter-meines-bruders/

69. Zwei Segel, schon wieder (s.a. 77) – Lyrik, auch wenn das C.F. Meyer ungleich besser kann                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/zwei-segel-ich-denke-an-c-f-meyer/

70. Unerwartete Impression.  – Lyrischer Versuch aus den Liedern Aotearoa https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/16/unerwartete-impression/

71. Gesang in der Badewanne – durchaus musikalische Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/16/gesang-in-der-badewanne/

72. Ne Kuh – Lyrik mit philosophischem Anspruch      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/25/ne-kuh/

73. Des Menschen guter Kern – Kurzgeschichte, Thriller     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/25/des-menschen-guter-kern/

74. Naja Pallidas Tanz – Kurzgeschichte (Max erscheint erstmals als Nebenfigur, also Krimianklang)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/25/naja-pallidas-tanz/

75. Matratzentango – Kurzgeschichte, surreal     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/05/matratzentango/

76. die fehlenden betenden Hände – Bild    https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/05/die-fehlenden-betenden-haende/

77. Beim Lesen eines Gedichtes (C.F. Meyers zwei Segel) – zwei Gedichte (s. a. 69)                                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/11/beim-lesen-eines-gedichtes-c-f-meyers-zwei-segel/

78. Antanzen oder Ania, tanz – Kurzgeschichte aus ferner Zeit und fernem Land; photografisch unterstützt                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/11/tanz-ania/

79. ER  – sehr geraffte Kurzgeschichte (++) bzw. All Dialog Anfang  https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/12/25/79-er/

80. Einmal im Wald (denn ewig schweigt dieser) – längere Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/17/einmal-im-wald-denn-ewig-schweigt-dieser/

81. Horst und der letzte Bulle, zwei Nachrufe hallen aus dem letzten Jahr herüber –  nur als Nekrolog gedachte mahnende Erinnerungen an bestimmte Verstorbene https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/24/horst-und-der-letzte-bulle-zwei-nachrufe-hallen-aus-dem-letzten-jahr/

82. Helen spricht – kurze Rede einer längst Vergangenen https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/24/82-helen-spricht/

83. türen – ein paar kurz hintereinandergereihte Worte zu diesen Menschenklappen, meinetwegen als Lyrik zu betrachten      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/24/tueren/

84. Der Lund von Basketville – Detektivkurzgeschichte mit vorbildlichen Protagonisten https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/06/der-lund-von-korbdorf/

85. Himmelsflügel – ein Gedicht im alten Stile nach einer erlebten Himmelserscheinung am Morgen         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/06/himmelsfluegel/

86. moderne Kulturreisen – Kurzgeschichte aus gegebenem Anlaß, ob sie viral geht? https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/06/aktuelle-kulturreisen/

87. Canotili al dente – Kurzgeschichte, Fantasy     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/canotili-al-dente/

88. Optimal. – Kurzerzählung einer Optimierungssüchtigen https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/86-optimal/

89. Mantodea – fabelhafte Kurzgeschichte      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/89-mantodea/

90. beste Freundin für immer – Kurzgeschichte     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/89-beste-freundin-fuer-immer/

91. Vom bösen alten Wolf, bereinigtes Kindermärchen für das reifere Kind von heute, moralisch und belehrend – kurzes Märchen                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/29/vom-boesen-alten-wolf-bereinigtes-kindermaerchen-fuer-das-reifere-kind-von-heute-moralisch-und-belehrend/

92. O Tempora, o Mores! – Kurzgeschichte, Fantasy     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/29/92-o-tempora-o-mores-oder-wem-alles-die-stunde-schlaegt/

93.  Utopia, jetzt endlich da – statt Anarchie jetzt oder nie – eine für alle Fälle aktuell vorbereitete Festrede                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/29/93-utopia-jetzt-endlich-da-statt-anarchie-jetzt-oder-nie-festrede-zum-84-jahrestag-der-neuen-zukunftsgewandten-gesellschaftsneuordnung-mit-genehmigten-kritischen-anmerkungen-von-herrn-han/

94. Utilitarismus – Science fiction, Kurzgeschichte        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/utilitarismus/

95. Starterlaubnis für Cessna – Kurzgeschichte/Krimi         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/starterlaubnis-fuer-cessna/

96. Süße Rache – Kurzgeschichte/Krimi                                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/suesse-rache/

97. Eine Studienfahrt in Scharlachrot – kurzer Detektivkrimi                             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/97-eine-studienfahrt-in-scharlachrot/

98. In der Sonne – eine kurze Kindergeschichte mit leicht utopischem Einschlag   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/04/15/in-der-sonne/

99. Frühe Stunde – eine nicht wortgetreue Wiedergabe einstiger Geschehnisse   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/04/15/99-fruehe-stunde/

100. meine sehr willkommenen Gartengäste – Bilder fleißiger Bienchen           https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/02/meine-sehr-willkommenen-gartengaeste/

101. Phoenix aus der Soße – Bild                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/02/101-phoenix-aus-der-sosse/

102. Kryptozoologische Funde – Bilder                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/03/kryptozoologische-funde/

103. Wer hat die Bank geklaut? – Bild                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/03/wer-hat-die-bank-geklaut/

104. Die Wüste lebt – zum Glück – Bilder                                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/03/die-wueste-lebt-zum-glueck-ja-auch/

105. Allzeit Gesundheit und Kindersegen dazu – Bilder zum Muttertag             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/10/105-allzeit-gesundheit-und-kindersegen-dazu/

106. Loxodonta africana und Elephas maximus – 2 Bilder                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/10/loxodonta-africana-und-elephas-maximus/

107. Das moderne Märchen, …  – einige Vorschläge zur angelegentlichen Neufassung nach amerikanischer Maßgabe    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/das-moderne-marchen/

108. Wenn der Wind nicht weht -Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/108-wenn-der-wind-nicht-weht/

109. Monotyp – Introspektive Selbsterzählung eines Einzigartigen (+)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/109-monotyp/

110. über Helikoptereltern und ihre Wirkungen – Kurzgeschichte, Fantasy, https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/110-uber-helikoptereltern-und-ihre-wirkungen/

111. beziehungsreiche Jugenderlebnisse – Kurzgeschichten oder: Eva erzählt https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/111-beziehungsreiche-jugenderlebnisse/

112. Eine Insel – sehr kurze Geschichte, Gedankenmonolog   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/112-eine-insel/

113. Ein junger Soldat -sehr kurze Geschichte                                                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/112-ein-junger-soldat/

114. Pietà        (Bild +)                                                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/pieta/

115. Aus der kleinen Zauberschau (Bild)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/aus-der-kleinen-zauberschau/

116. Aus dem Alltag des Klapperstorchs (Bild) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/aus-dem-alltag-des-klapperstorchs/

117. Aus der Reihe: Sprichwörter und ihr Nutzwert im Alltag   (Bild)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/aus-der-reihe-sprichworter-und-ihr-nutzwert-im-alltag/

118. Koi und Haiku (Bild)                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/koi-und-haiku/

119. The origin of a dark knight  (Bild)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/the-origin-of-a-dark-knight/

120. Aus der Serie: Zukunft und Alltag. Die Küche von morgen (Bild)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/serie-zukunft-und-alltag-die-kuche-von-morgen/

121. Das (höhere) Management und das Aussterben (Bild) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/das-hohere-management-und-das-aussterben/

122. Der kriminalistische Spürsinn in Schigl (Kurzgeschichte, Krimi)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/der-kriminalistische-spursinn-in-schigl/

123. Der kriminalistische Spürsinn   (Kurzgeschichte, Krimi)                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/123-der-kriminalistische-spursinn/

124. Coworking (Bilder)                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/coworking/

125. Polizeiliche Maßnahme (Bild)                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/125-polizeiliche-masnahme/

126. Nonnennamensvorschläge (Bild – +++)               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/nonnennamensvorschlage/

127. Das ist der Bär… (Bild)                                                          https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/127-das-ist-der-bar/

128. Aus der Paläontologie (Bild)                                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/aus-der-palaontologie-der-kreide/

129.  Originalbild der ersten und bisher einzigen echten Miss – Universe – Wahl  (Bilder)                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/originalbild-der-ersten-und-bisher-einzigen-echten-miss-universe-wahl/

130. Schwarzgürtelhai (Bilder)                                                                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/schwarzgurtelhai/

131. Schulungsbilder (Bilder zur gegenwärtigen Seuchenproblematik)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/14/131-schulungsbilder-zur-covid19-vermeidung/

132. Die Totenmaske (Krimi, Kurzgeschichte)           https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/21/132-die-totenmaske/

133. Spieltrieb (Kurzgeschichte, Fantasy)             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/04/134-spieltrieb/

134. Einen Planeten kolonisieren (Kurzgeschichte, Fantasy) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/04/134-einen-planeten-kolonisieren/

135.   Eine Lanze für die Polizei aber auch für die Journaille (kritischer 2020 aktueller Artikel)                                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/04/eine-lanze-fur-die-polizei-aber-auch-fur-die-journaille/

136. Fake News      (noch ein in 2020 aktueller kritischer Artikel)                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/18/fake-news/

137. Herr Geppert (Fantasy, Kurzgeschichte)                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/18/137-herr-geppert/

138. Süße Kleine (eine fabelhafte Kurzgeschichte)                                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/26/suse-kleine/

139. Der voreilige Schuß am ersten Mai (Kurzgeschichte enthält Hund) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/der-voreilige-schuss-am-ersten-mai/

140. Noch eine unerzählte Geschichte vom amerikanischen Traum  (Kurzgeschichte)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/140-noch-eine-unerzahlte-geschichte-vom-amerikanischen-traum/

141. Allein. Oder: Unfall mit Folgen (kurze, dramatische Geschichte)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/141-monotyp/

142. Das Leben kann so schön sein (Kurzgeschichte mit Krimicharakter)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/142-das-leben-kann-so-schon-sein/

143. Megalosaurus Maxime (Kurzgeschichte mit neuen Erkenntnissen über das spurlose Verschwinden der Urzeitechsen)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/143-megalosaurus-maxime/

144. Die Wendeltreppe (Krimikurzgeschichte)                                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/144-die-wendeltreppe/

145. Eine Fabel betreffend Herrn Strauchmaier (kurze Erzählung mit mehr floralen Elementen)                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/10/145-eine-fabel-betreffend-herrn-strauchmaier/

146. Zwingende Gründe, den deutschen Weltraumbahnhof zentraler und auf stabilerem Grund zu errichten  (kurzes Statement aus architektonisch – technischer Sicht mit besonderer Berücksichtigung der Statik)                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/15/146-zwingende-grunde-den-deutschen-weltraumbahnhof-zentraler-und-auf-stabilerem-grund-zu-errichten/

147. derdiedas Wehr (fachkompetenter, sachlicher Gastbeitrag zu aktuellen militärpolitischen Grundsatzentscheidungen)                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/15/147-derdiedas-wehr/

148. Terror. Eine üble Horrorgeschichte aus einem Lande vor unserer Zeit (Versuch einer verständlichen, modernen Übersetzung altüberlieferter Erzählungen)          https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/26/terror-eine-geschichte-aus-einem-lande-vor-unserer-zeit/

149. Rassismus und Straßenbahn (Kurzerzählung) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/26/149-rassismus-und-strasenbahn/

150. Spannung auf dem Ponyhof (Krimi mit Kommissar Flüder)                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/spannung-auf-dem-ponyhof/

151. Deus ex machina (Kneipenkurzgeschichte mit Fantasy – Elementen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/151-deus-ex-machina/

152. Gespräch zweier beliebiger pubertärer Schuljungs im Schlafgemach des Internats (kurzer Dialog)                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/152-gesprach-zweier-beliebiger-pubertarer-schuljungs-im-schlafgemach-des-internats/

153. Der Weintrunk. (Ein Poem nach einer Vorlage von Kerner)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/153-der-weintrunk/

154. Testudo (Eine kurze, nicht zuletzt tierschutzrelevante maritime Geschichte in der Tradition Robinson Crusoes)                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/154-testudo/

155. Einzahn (Ebenfalls wie vor eine tierschutzrelevante, aber meerferne Geschichte)     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/155-einzahn/

156. Der Tierarzt (Sehr kurze, aber anders als die vorigen keineswegs tierschutzrelevante Geschichte)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/156-der-tierarzt/

157. Grundbedingungen des Überlebens… (Kurzgeschichte, die unter denen, die im hohen Gras leben, spielt)                                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/157-grundbedingungen-des-uberlebens-fur-acinonyx-jubatus-und-connochaetes-taurinus-albojubatus-unter-den-bedingungen-des-okosystems/

158. Windsbraut (eine stürmische, sehr kurze Geschichte aus den tiefsten Wäldern)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/windsbraut/

159. Louise, das Glück und das Schneeglöckchen (Poem. Aus gegenwärtigem Anlaß, zum Preise)                                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/10/17/159-louise-das-gluck-und-das-schneeglockchen/

160. Sachbeschädigung. Oder: ungerächt! Ungerecht. (ein Dialog) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/10/17/160-sachbeschadigung-oder-ungerecht-ungeracht/

161. Christl kommt mit der Post (Krimi, mal wieder mit dem Detektiv aus der Bäckereigilde)                                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/161-christl-kommt-mit-der-post/

162.  Natürlich muß es eine Öffnung geben, irgendwo muß eine Öffnung sein! (Phantasiegeschichte zwischen Flüssigkeiten und ein wenig Fauna)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/162-naturlich-muss-es-eine-offnung-geben-irgendwo-muss-die-offnung-sein/

163. En swaren Drom (Kurzgeschichte, aber keine Sorge, nicht auf platt)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/162-en-swaren-drom/

164. Umpf (eine Geschichte von früher, viel früher)                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/164-umpf/

165. Hannibal oder warum der Natursprung abgeschafft wurde (eine herbeigefabelte Geschichte voller Unwahrscheinlichkeiten und ebensolcher philosophischer und historischer Bezüge)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/26/164-hannibal-oder-weshalb-der-natursprung-abgeschafft-wurde/

166. Nebelfetzen (eine dramatische Geschichte vom Kampf mit der Natur, aber nicht nur)                                                                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/166-nebelfetzen/

167. Die Torte des Todes (Kriminalkurzgschichte mit mal wieder und passenderweise dem Bäckerdetektiv H.Schließscheu)            https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/167-die-torte-des-todes/

169. Nach Camelot (eine alte Rittersage. Oder ihr Nachsatz) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/169-nach-camelot-oder-bedwyr-fab-beddrawg/

170. Eispickel. (ein kurzer Thrill)                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/170-eispickel/

171. Hochstapler, japanische (Kriminalgeschichte mit dem Bäckermeister von Korbdorf)                                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/171-hochstapler-japanische/

172. Wir wollten niemals auseinandergehen (kurze Erzählung von der Liebe, dem Leben und dem Tod sowie dem notwendigen Essen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/wir-wollten-niemals-auseinandergehen/

173. Wir sollten niemals auseinandergeh’n ( aufregend, aber kurz und bündig)    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/173-wir-sollten-niemals-auseinandergehn/

174. Der Drache (eine, wie der Titel bereits sagt, völlig aus der phantastischen Luft gegriffene Geschichte wie man sie vielleicht früher mal geglaubt hätte)             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/174-der-drache/

175. Diebsgesindel (Poem)                                           https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/177-diebsgesindel/

176. Gestammel. Oder: Franz Werfel (unter Gedichte zu erfassen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/27/176-gestammel-oder-franz-werfel/

177. Trollheimen (ein ganz unüblich kurzer Ausflug in die Nordlandsaga)    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/11/28/178-trollheimen/

178. Kein Jahr der Graugans. Keine fromme Weihnachtslegende in diesem, keine erbauliche Osterlektüre für das nächste Jahr. (Fabel) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/24/178-kein-jahr-der-graugans/

179. Werfuchs. (Fantasy, Kurzgeschichte)                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/30/werfuchs/

180. Die Geldbörse. (Krimi)                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/30/180-die-verlorene-geldborse-oder-was-der-moderne-ulysses-kurzgeschichte-versprochen-schon-wieder-mal-an-nur-einem-einzigen-tag-durchlebt/

181. derdiedas Wirbelsäule & wie es wirklich war (Bilder, ja, so ne Zeichnungen halt!)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/31/2061/

182. der erfüllte amerikanische Traum (Bild, gezeichnet)    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/31/182-der-amerikanische-traum-endlich-erfullt/

183. Hart bis in den Tod (gezeichnetes Bild)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/12/31/183-hart-bis-in-den-tod/

184. Von den Vitalienbrüdern und ihren Freunden (nur Bilddokumentationen aus längst vergangenen, romantischen Freibeutertagen)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/02/von-den-vitalienbrudern-und-ihren-freunden/

185. Die Truhe (Kurzgeschichte mit märchenhaften Zügen für nicht zu kleine Kinder)                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/09/die-truhe/

186. Apnoetaucher (Kurzerzählung)                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/09/186-apnoetaucher/

187. Entführung (Kriminalkurzgeschichte)    https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/17/187-entfuhrung/

188. Das Problem mit der Kunst (kurze Erzählung, mehr betrachtend)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/188-das-problem-mit-der-kunst/

189. Der alte Trapper und sein Hund (Kurzerzählung)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/189-der-alte-trapper-und-sein-hund/

190. Amok (Kurzgeschichte nach einer weitaus berühmteren Vorauserzählung) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/190-amok/

191. Fred und das Parkhaus (Kurzgeschichte) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/191-fred-und-das-parkhaus/

192. Eindringling! oder: der Wächter des Waldes (Kurzgeschichte) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/19/192-eindringling-oder-der-wachter-des-waldes/

193. Mord aus Beschämung (kurzer Krimi aus Korbdorf/Basketville)          https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/23/189-mord-aus-beschamung/

194. Der Feuerteufel von der Latvia (Spannungs- und Seefahrtgeschichte)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/23/194-der-feuerteufel-von-der-latvia/

196. Der Höhepunkt der Schatzsuche (kurze, dramatische Erzählung aus heimischen Wäldern)                                           https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/23/196-der-hohepunkt-der-schatzsuche/

197. Am Ziel der Reise (eine belanglose, alltägliche Reisegeschichte)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/197-am-ziel-der-reise/

198. Der Tierschutz und das Problem mit den Spendern (eine unnötig reißerische Geschichte)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/der-tierschutz-und-das-problem-mit-den-spendern/

199. Balletteuse (weithergeholte Tanzphantasie)                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/199-balletteuse/

200. Volksliedgut. Ein Fachaufsatz mit sprachwissenschaftlichem Anspruch (ebendas, nichts sonst) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/199-volksliedgut-ein-fachaufsatz-mit-sprachwissenschaftlichem-anspruch/

201. Ersatz (ein Katz – und – Maus – Spiel)                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/201-ersatz/

202. Metamorph (von der Macht der Worte)                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/202-metamorph/

203. Scyllas Schwester, Charybdis‘ Bruder (Science Fiktion)            https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/203-scyllas-schwester-charybdis-bruder/

204. Radioteleskop (Science Fiktion)                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/204-radioteleskop/

205.  Eine kurze, romantische Erzählung, in der der Mann im Mond daherkommt, aber nicht nur er allein             https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/205-eine-kurze-romantische-erzahlung-in-der-der-ganz-marchenhaft-der-mann-im-mond-daherkommt-aber-nicht-nur-er-allein/

206. Bär & Grill (Story from the far, far West/deutsch)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/205-bar-grill/

207. In der einzelnen Wunde (surreale Ausformungen)           https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/01/24/207-in-der-einzelnen-wunde/

208. Assistenzsystem (eine ebenso moderne wie verruchte Angelegenheit)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/02/07/208-assistenzsystem/

209.  Eine irgendwie modern anmutende Indianergeschichte (nicht einzuordnende Phantastik)                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/02/07/209-eine-irgendwie-modern-anmutende-indianergeschichte-aus-dem-alten-und-blutigen-wilden-westen-so-dass-man-nicht-wissen-kann-wann-die-eigentlich-spielt/

210. Toilettenhygiene (Kurzgeschichte aus der Welt absolut alltäglicher Verrichtungen)                                                            https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/02/07/210-toilettenhygiene/

211.  Asche. Eine Traum von einem Essay.   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/02/asche-oder-aske-nach-dem-sundenfall/

212. Anna modern. Zeitlose Zukunftsphantasie https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/02/212-anna-modern-und-deshalb-sehr-kurz-und-plakativ/

213. Der Blitz. (Ein lehrhaftes Poem)                          https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/213-der-blitz/

214. Psittacosaurus. Oder die Leichenschändung (eine nicht wertfreie Lyrikform)                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/214-psittacosaurus-oder-die-leichenschandung/

215. Der palindromische Wanderfisch. Ein glitschiges gedichtetes Machwerk.    https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/215-der-weltweit-verbreitete-international-hinterfragte-palindromische-wanderfisch/

216. Hase. Phrase. Emphase. (Ein auch kanonisch vorzutragendes Sauflied, etwa beim ersten Milchfläschchen zu singen. Also ja, eher für Kinder, da zu komplex bei Zufuhr von Alkoholika)             https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/216-hase-phrase-emphase/

217. Das Geschäftsgebaren (Kurzgeschichte aus der Finanzwelt und von der Straße)                                                                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/04/217-das-geschaftsgebaren/

218. Reineke in Nöten (Fabel)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/12/218-reineke-in-noten-oder-renart-au-maske-de-fer/

219. Diese interessanten blassroten Flecken (Kurze Erzählung aus nicht all zu lange vergangenen Tagen)                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/13/219-diese-interessanten-blassroten-flecken/

220. Kampos. Eine Vampirgeschichte (exotisch anmutende Kurzgeschichte mit tiergeschichtentypischen Anklängen)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/13/220-kampos-eine-vampirgeschichte/

221. Dornröschenschlaf unter den Wellen (ein sehr kurzes, fabelhaftes Märchen oder eine märchenhafte Fabel)                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/13/221-dornroschenschlaf-unter-den-wellen/

222. Ein Interview (beispielhafte Kurzgeschichte, die erläutern soll, wie ein solche Handlung abläuft)                                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/13/222-ein-interview/

223. Leprechaun.  (kurze Phantasiereise in ein Land jenseits objektiver Nüchternheit)                                                                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/18/223-leprechaun/

224. Der Sozialarbeiter. (Eine Kurzgeschichte, erste einer losen Serie unter diesem Titel)                                                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/19/224-der-sozialarbeiter/

225. eigentlich unwahrscheinlich (kurze Erzählung vom Rande der Wirklichkeiten her gesehen)                             https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/20/225-eigentlich-unwahrscheinlich/

226. Ich atme (kurze Erzählung aus eigenem Erleben und täglicher Nachrichtenlektüre)                                                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/27/226-ich-atme/

227. Löwenherz  (eine prophetische Legende vom Propheten)                                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/27/227-lowenherz/

228. Bericht vom Obsttag (auslandskorrespondierender Bericht)                            https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/27/228-bericht-vom-obsttag/

229. Beim Gartenmeister (ein kurzes Gespräch über Gartengewächse)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/03/29/229-beim-gartenmeister/

230. Keine Osterrüberraschung ’21 (Bild)                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/04/03/230-keine-osteruberraschung-21/

231. Ganz allein sitzend in meiner Bredouille (und deshalb auch in diesem Kapitel. Eine Erklärung)                             https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/04/09/231-ganz-allein-sitzend-in-ihr-meiner-bredouille/

232. Weiche, Finsternis!   (ein kurzer Bericht, ans Licht strebend aus manchen Grüften)                                                                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/04/10/232-weiche-finsternis/

233. Aus ehrheischend freiem Willen dienernd… (Märchen aus verwirrenden Zeiten)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/04/10/233-aus-ehrheischend-freiem-willen-dienernd-in-diesem-oder-unserem-oder-auch-zu-lande-gewiss-wasserlassend-und-vielleicht-auch-in-die-luft-gehend/

234. Wir können ihn nicht mehr fragen          (Ein Jagdunfall. Mit krimineller Energie)                           https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/06/10/234-wir-konnen-ihn-nicht-mehr-fragen/

235. Passeriforme, imponierend (kurz und fabelhaft) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/06/18/235-passeriforme-imponierend/

236. Der Gorilla     (kurze Geschichte mit reichlich Primaten)             https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/06/23/236-der-gorilla/

237. In der Mitte der Manege  (kurze Reminiszenz an das Zirkusrund)        https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/06/24/237-in-der-mitte-der-manege/

238. Ufologische Anmerkungen eines alten Weltraumtrampers (Wiedergabe einer geheimnisvollen Niederschrift)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/06/25/238-ufologische-anmerkungen-eines-alten-weltraumtrampers/

239.  Q wie Propagandamaschine oder: der polnische Escortservice (ein kurzer Aufreger über ein Internetgeschreibsel)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/06/27/239q-wie-propagandamaschine-oder-der-polnische-escortservice/

240. Ausführliches Arztgespräch (kurze Geschichte eines mißglückten Anamnesegesprächs)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/06/27/240-ausfuhrliches-arztgesprach/

241. Die Struktur der Göttin (eine Art Roadmovie) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/07/19/241-die-struktur-der-gottin/

242. Im Lande Carot (Märchen? Fabel? Märchenhafte Fabel!) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/07/19/242-im-lande-carot/

243. Der Uralte (gleichnishafte Kurzbeschreibung zum Wiedererkennen)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/07/19/243-der-uralte/

244.  Der alte und wackelige Hochsitz (jagdlateinische Kurzgeschichte)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/07/19/244-der-alte-und-wackelige-hochsitz/

245.  Die Geschichte der J. (eine Erzählung aus der wilden Zeit der Kulturschaffenden)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/07/24/245-die-geschichte-der-j/

246. Die erste Strophe  (Kurze Fabel oder aber Abhandlung über die Gattungsübergreifende Problematik der Werbung)        https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/07/27/246-die-erste-strophe/

247. Das Märlein vom Goldesel, dem gedeckten Tisch und dem Knüppel ob dem Sack (Wie der Titel schon sagt, beziehungsreiches Kunstmärchen für Adulte, die normalerweise so ein Zeugs nicht mehr lesen)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/07/27/247-das-marchen-vom-goldesel-dem-gedeckten-tisch-und-dem-knuppel-ob-dem-sack/

248. Das Märlein vom Froschkönig (altüberliefertes Phantasiegebinde mit immer schon eigentümlich tiefenpsychologischem Einschlag)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/07/27/248-das-marlein-vom-froschkonig/

249. Neulich, im Kino  (kurze, aus dem Leben gegriffene Phantasiegeschichte von großer Wahrhaftigkeit)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/07/27/249-neulich-im-kino/

250. Verblüht (bekanntes Märchen und wie es endete)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/15/250-verbluht/

251. Querliegende Dackel (Warnung: tendentiell traurige Tiergeschichte) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/15/251-querliegende-dackel/

252. Übergriffig (kurz und fabulös, aber doch wieder irgendwie realistisch)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/15/252-ubergriffig/

253. Weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz (zeitloses Märchen ohne genretypisches Ende) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/21/253-weis-wie-schnee-schwarz-wie-ebenholz/

254. Des Jägers Schattenspiel (Krimi, der standesgemäß im Wald spielt)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/21/254-des-jagers-schattenspiel/

255.  Von der Tugend der Ehrlichkeit (… und von der Liebe. Könnte da stehen. Kurzgeschichte)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/21/255-von-der-tugend-der-ehrlichkeit/

256. Viva la Vita  (Kurzgeschichte aus der heißen Luft des Südens gegriffen)          https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/21/viva-la-vita/

257. Das unverbrüchliche Gesetz (Kurzgeschichte aus einem Land vor unserer Zeit, hoffe ich)                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/28/257-das-unverbruchliche-gesetz/

258. Schwüler Traum (kurze, fast wahre Erzählung)           https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/29/258-schwuler-traum/

259. Demmie (eine Erzählung von der Migration der Begriffe)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/29/259-demmie/

260. „Wir sind geliefert“ https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/29/260-was-wir-sind-geliefert-einst-in-den-guten-alten-tagen-christlicher-seefahrt-bedeuten-mochte-und-wie-die-sentenz-uberhaupt-entstand/

261. Greif  (sehr kurze Geschichte eines äußerst kurzen, eindrucksvollen Moments)            https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/08/29/261-greif/

262. Ich lese Hiromi Ito, Schnee (Gedankenreise in kurzen Zeilen)     https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/09/17/262-ich-lese-hiromi-ito-schnee/

263. Humus (Krimi aus der Serie vom kriminalistischen Spürsinn) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/09/17/263-humus/

264. Pablos Friedenstaube wird im Unterricht gerupft (Kurze Schülergeschichte)                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/09/17/264-pablos-friedenstaube-wird-im-unterricht-gerupft/

265. Tante Emmi kommt zu Besuch (oder: Arecibo, bitte melden! Eine Kurzgeschichte aus der Welt der Weltraumwissenschaft) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/10/18/256-tante-emmi-kommt-zu-besuch/

266. Fritz Perl (eine fantastische Geschichte mit Zeitsprüngen)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/10/18/266-fritz-perl/

267. Sturmerwartung (Abenteuerliche Erzählung vom Meeresstrand) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/10/19/267-sturmerwartung/

268. Die Pfütze (eine eindrückliche Kurzerzählung) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/10/19/268-die-pfutze-oder-morus-bassanus/

269. Als ich einmal Eier legte (eine surreale Erzählung aus diesen Lebenstagen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/10/20/269-als-ich-einmal-eier-legte/

270. Fangen im Getreide (Geschichte einer Nachtwanderung) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/10/20/270-fangen-im-getreide/

271. Culex. Eine anrührende Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang (kurz und blutrünstig) https://petrastextzeit.wordpress.com/2021/10/22/271-culex-eine-anruhrende-liebesgeschichte-mit-tragischem-ausgang/

Was ich so schreibe… na, alles Mögliche! Eben Geschichten, Gedichte, es ist ein bunter Strauß, keiner muß alles lesen  keiner muß alles mögen, natürlich freue ich mich, wenn etwas dem geneigten Leser zusagt, doch sollen die Texte nicht vorrangig, nicht einfach nur gefällig sein, sondern gerne auch ein bißchen sperrig hier und da, manche auch zum Nachdenken anregend. Wenn mir dies immer mal wieder gelingt (ja, genau, das mit dem Nachdenken), tunlichst ohne dass der Aspekt Unterhaltung untergeht, dann bin ich froh. Wer zum Inhalt oder zur Form Nachfragen hat, auch kritische, aber gerne (wie gesagt errege ich auch gerne Gefallen und hör das auch mit Begeisterung, wer nicht!), ich freue mich auf fachliche, sachliche und sowieso freundliche, gar begeisterte Rückmeldungen, konstruktive Kritik jeder Form wenn’s denn sein muß weil jemand sehr genau liest, sehr genau Textauf- und überbauten betrachtet, aber auch klar, von vorneherein: wer bloß blöd rumnölen will kanns auch gleich lassen. Gelegentlich schreibe ich auch zwischendrin mal zum aktuellen Weltgeschehen, was aber eher nicht so mein Stil ist, denn die Geschehnisse müssen meistens erst mal verdaut, inwendig verarbeitet werden, dann erst, dann wird vermutlich eine Geschichte daraus, die womöglich ihren Anlaß gar nicht mehr erkennen läßt. Wie das halt mit Verdautem so ist, man erkennt selten das Eingangsprodukt. Freilich, manchmal ist noch eine deutliche Färbung zu erkennen oder gar unverdaute Reste, grobe Körner etwa… Und wie alles selbst Angedaute: wie schon geschrieben. Copyright. Gell! Privat weitergeben – unter Autorenangabe – ja, gern, in irgendeiner Weise gewerblich: nicht ohne mich zu fragen! – ja doch, fragt mich!
Sodann wurde ich aufgefordert, einen Leseguide zu geben. Was diese Geschichtchen sollen, ob sie zusammenhängen. Nein, jede steht für sich, obwohl es natürlich inhaltliche Zusammenhänge geben mag, thematische. Falls sich eine Geschichte aus der anderen ergibt, so wird, kein Grund zu zweifeln oder verzweifeln, ein Hinweis gegeben werden. Wie schon geschrieben müssen diese ganzen Einträge also nicht mit Gewalt heruntergelesen werden, sondern je nach Lust und Laune – manche mögen zu einer kleinen Besinnung anregen, die Seele bequem baumelnd, nicht aber etwa aufgehängt, sich selbst suchen lassen, besinnlich sein, andere aufgrund ihrer temporeichen Ereignisse oder ihrer spitzen Bemerkungen wegen eher den Verstand ansprechen, aufwecken, den lieben Leser auch dazu auffordern, Stellung zu beziehen, selbst tätig zu werden gegen all das Ungute, das sich überall vermehrt, breitmacht, gestern und heute. Es ist eben ein Unterschied, ob ein Blatt betrachtend ein Haiku rezitiert wird oder sonstiges Poetisches, diesem poetischen Sinn im Seienden sinnlich nachgespürt wird, oder anders eine unerwartete Wendung, ein frecher Begriff aufregend ist, vielleicht sogar ärgerlich oder aber eher belustigend. Hier mag ergänzt sein, es wiederholt sich, es ist oft das Ernste im Unernsten und sein Zwilling, das Unernste im Ernsten, das sich mir aufdrängt und das ich weiterzugeben versuche. Ist das Geschriebene ein autobiografisch Gekritzel? Eher nein, natürlich fließt mein Erfahrenes, Erlebtes ein, wird aber immer verformt, verarbeitet, bewußt und mindestens so oft unbewußt. Muß man, bei Fachbegriffen begonnen, so klug sein wie der Autor? He, wir leben in Zeiten des Internets! Da kann man nachschauen, was glaubt Ihr denn, was ich mache und nicht zuletzt gibt es auch Bücher, ja, die gibt es noch, Lexika, Fachbücher und so (na schön, o.k., andererseits, haltet mich ruhig für ein Genie, einen Ausbund an Wissen)?! Muß immer, schier mit Gewalt, ein geheimnisvoll tieferer Sinn drinstecken? Nein, es darf auch auf Unterhaltungsmodus geschaltet werden. Am Ende muß ja immer der Rezipient, der Leser sich fragen, kann er, dieser Leser nämlich, da für sich etwas, irgend etwas, ein wenig, viel rausholen oder nicht. Wo nicht, na gut, schade um die so wieder gefundene, verlorene Zeit, wo schon, da freue ich mich mit! Wie schon gesagt, gerne auch Rückmeldung.
Ja, o.k., eine Betriebsanleitung… na gut, ich habe erkannt, dass ich manchmal Erläuterungen, nicht so sehr Kommentierungen abgeben muß und vielleicht auch einen Hinweis, um was es geht, also mindestens in etwa ein Genre angeben. Dann will ich das mal tun. In Klammern und/oder meist unten drangehängt. Also meinend: Du, der Du dies liest mußt das nicht so übernehmen, nicht so lesen, es ist nur ein Hinweis, eine Hilfestellung, aber bitte: das Lesen sei frei! Kein Leser um des (unvollständigen) Lesens willen verdammt! Ach kommt: Leseguide! Wenn ich das schon höre, lese, liese, lase: ja lest doch selber oder, um es mit Heinz Erhard zu sagen: das Schwarze, das sind die Buchstaben!

Die meisten Stücklein sind kurz. Also, wie schon gesagt: Was alles dabei erläuternd in Klammern oder im Anschluß steht kann weggelassen werden, das eigentliche Stücklein steht für sich, nur falls zusätzliche Erläuterungen gewünscht werden mag es sich empfehlen. Warnen will ich nur Diesen und Jenen vor den Teilen, die eventuell religiöse Gefühle (warum grad diese Schonung? weil die Leicht- und Strenggläubigen so leicht beleidigt sind! Ja und dann auch wegen einer gewissen Neigung, die auch mir innewohnt und die mir Respekt vor jenen Suchenden einflößt, die da nach der Wahrheit suchen oder nach der berühmten schwarzen Katze der Erkenntnis in einem verdunkelten Zimmer, die gar nicht da ist – das wäre die gute alte Wissenschaft -, die da aber nicht gleich rufen, sie hätten sie, obwohl sie wie gesagt gar nicht da ist, denn dies ist bekanntlich Theologie.) treffen und damit verletzten könnten, ich verseh sie mal mit einem + als Warnung. Weil das Lesen bei voreingenommenem Wahrheitsgewissen  ja nichts bewirkt außer leichtfertig erzielte negative Affektausbrüche, lest das nicht, lest eure heiligen Schriften und nichts Anderes! Aber mein Gott! – und alle die anderen Deines Schlages, die ich nicht neben Dir haben soll! – ja, ich weiß ja, dass das nichts nützen kann, frevelhafte Neubegierde wächst unter der frömmsten Scheuklappenhaube egal welcher Machart nach welcher Bekleidungsvorschrift welchen Ordens, welcher (vornehmlich alleinseligmachender Bekehrungs- und Verkündigungs-) Religion auch immer. Jene diesen Herumirrenden Gleichgestellten aber, die heilig – absolute, obwohl gottlose Schriften für sich in Anspruch nehmen, sei es das bedenkenswerte, aber alles andere als unkritisch zu lesende Kapital, sei es ein übles Machwerk wie sein Krampf oder dergleichen, denen gestehe ich auch diese vorgebliche Suche nach der Wahrheit nicht mehr zu, es sei denn, sie wären völlig verblödet, was aber nur die wenigsten sind, die meisten wollen sehr bewußt und oft sogar sehr intellektuell überbaut und untermauert genau das: eine einfache, menschenverachtende Glaubenslehre für eine überschaubar definierte In-Group mit möglichst vielen Grausamkeiten gegen die Anderen und gegenüber den Abweichlern und dabei maximierten persönlichen Gewinnmöglichkeiten – nicht umsonst hatten die damals wie heute keine Finanzsorgen, Vertreter des Großkapitals und all seiner Abarten (ja, was war denn angewandter Sozialismus anderes? Umverteilung nicht für und an die Massen, sondern an die Funktionäre. Das Spiel bleibt immer gleich, egal, wie es genannt wird) wissen, wie Mord und Totschlag zu fördern ging und geht. Nicht alle sagt ihr? Na schön, ich kenne die Leute eh nicht persönlich, dann halt viele. Sehr viele.

Aber die meisten Geschichten handeln eh nicht von diesen. Sondern von Menschen wie du und ich, die durch ein Leben stolpern und sich öfter einmal wundern. Über die ätzend langweilige Normalität ebenso wie über den Einbruch des unerwarteten, unvorhersehbaren Phantastischen, Abnormen, Aberwitzigen in den gerade noch so vorwitzfreien Alltag.

(271.) Culex. Eine anrührende Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang

„Welch Glück!“ „Ja, lieben und geliebt zu werden!“ „Laß uns, ganz nach unserer besonderen, eigenen Art, zu jenen Pflanzen dort schwirrend wandeln und uns an ihnen laben!“ „Ja, Nahrung für die hungrigen Leiber. Und dann wieder – Liebe! Kräftezehrend, doch so befriedigend für uns.“ „Wir sind so wunderbare Geschöpfe. Sanft und liebevoll. In dieser Welt sind wir die Guten, die Niemandem etwas zu Leide tun, die reine Zuneigung leben.“

„Ach ja, wir sind ein fröhlich fliegend Volk!“

„Großes, genussreiches Glück!“

„Ist das nicht schön, meine Liebe, mit dir hier zu sitzen? Nach der Liebe den Abendfrieden zu genießen, das sanfte Wasser hinter uns, die guten Pflanzen, deren aufsteigende Säfte uns nähren, und uns ganz unserer Zuneigung hinzugeben? Nektar und Liebe!“

„Liebe, Pustekuchen. Ja, Junge, du kannst mich mal, du schwachbrüstiges Kerlchen.“

„Was, Liebste, ist in dich gefahren? Wie sprichst du, Ärmste, wie siehst du aus? Dein Leib schwillt, ist dir nicht wohl, deine Augen – wie ein wildes Tier wirkst du, als wärest du blutrünstig!“

„Worauf du einen lassen kannst, du alberne, nichtsnutzige Pflaume! Ich hätte es wissen müssen, alles was ich davon habe, was ich von der sogenannten Liebe habe, ist das hier! Ja, schau nur, das, was in mir wächst!“

„In dir wächst? Aber – dann werden wir Eltern? Ach, wie wundervoll.“

„Dein lässiger Part, du stolzer Vater, ist getan. Du bist jetzt überflüssig. Ich, ich brauche jetzt Blut. Warmes, rotes Blut.“

„Bei meiner fromm schwebenden Seele! Du bist ein Monster!“

„Leb wohl, du nichtsnutziger kleiner Kopulierer, Schwafler, Friedensaktivist, Pflanzensauger. Ich, ich habe jetzt eine größere Aufgabe. Da ist keine Rücksicht zu nehmen, nicht auf dich, nicht auf die Anderen, nicht einmal auf mich und mein Leben kann ich noch achten. Wenn ich es schaffe, dann werde ich mir Blut verschaffen, viel Blut! Auf dass ich dick und rund werde, auf dass sie gedeihen, meine Kleinen!“

In jener Nacht habe ich kaum geschlafen, ich der ich euch diese Geschichte überliefere. Nein, es war kein irrer Alptraum. Ich hängte auch keine Knoblauchgirlanden oder Kruzifixe auf, malte keine seltsamen magischen Zeichen, nein, ich schlug wild um mich und fluchte über das surrende Geschöpf, das mich vampirgleich heimsuchte. Und das genug unheimliche Fähigkeiten besaß. Kaum einmal im Vorbeiflug zu sehen war, nur sein nervtötendes Sirren erklang unermüdlich. Und kaum hatte ich mich zurechtgebettet kam es näher und näher und ich fuchtelte mit den Armen, schlug zu, ein ums andere Mal, immer wieder vergebens. Schlug die Luft, die Wand, meine eigene Wange. Der bösartige Vampir war mir überlegen, er zapfte mich an, bohrte sich in mich, saugte mein frisches Blut unersättlich in sich hinein. Geschwächt, unausgeschlafen erwachte ich am anderen Morgen, die aufgekratzte Stelle an meinem Bein zeugte vom Überfall des üblen Blutsaugers. Was für eine furchtbare, was für eine schlaflose Nacht!

„Ah, das bist du ja wieder! Und dick bist du geworden!“

„Du! Immer noch der gleiche Nichtsnutz. Beinahe wäre ich gestorben. Ein riesiges Ungeheuer war hinter mir her, versuchte mich zu schlagen, zu töten, aber ich habe es geschafft, ich habe dem grässlichen Ding sein Blut abgezapft! Ich werde jetzt zu diesem stillen, friedlichen Teich fliegen und ein Schiffchen bauen, darauf meine Eier legen. Auf dass viele, viele kleine Culex pipiens ihnen entschlüpfen. Uns gleichen und unser Leben fortführen, wie es dem vielflügeligen Mückengott gefällig ist.“

Mein Glück, dass in dem Teiche der von mir wohlgefütterte alte Karpfenfisch, der stolze Carassius genannt, ein Giebel der goldenen Zuchtform wohnte. Er verschlang die wilde, blutgierende Mutter mitsamt ihrer fürchterlichen Brut! Jetzt, da dieses Ungeheuer getötet, gefressen, vernichtet ist, kann ich doch wieder ruhig schlafen. Gelassen, bei offenem Fenster, laue Nachtluft bewegt die Vorhänge, hoch am Himmel stehen die Sterne. Das wird eine erholsame Nacht.

(Culex pipiens Linnaeus, auch als gemeine Stechmücke bekannt; Carassius gibelio: Silberkarausche oder Giebel (wird bei alten Autoren wie Brehm, Bloch, Gesner mit der Karausche gleichgesetzt; gilt als Stammform des Goldfisches))

(270.) Fangen im Getreide

„Ich hab Angst,“ flüsterte die junge Frau und lehnte sich enger an ihn. Sie spazierten auf einem Weg zwischen zwei Feldern. Es war eine helle, von einem fast vollen Mond erleuchtete Nacht. „Wovor denn,“ lachte er, „ich dachte, du findest das romantisch!“ Sie schien zu nicken, drängte sich aber noch mehr an ihn.

Wieder zuckte sie zusammen: „Da ist doch etwas. Da, in dem Feld. Und vorhin, da hat sich auch etwas bewegt!“ „Was soll da schon sein? Irgendwelche Tiere, die dort nachts herumhuschen, Rehe vielleicht, Füchse und Hasen! Des Bauern Katze!“ „Füchse? Echt? Muss man vor denen Angst haben?“

Wieder lachte er: „Nein. Nein, man muss vor Füchsen keine Angst haben!“ „Aber das vorhin, das war größer. Aufgerichtet, wie ein Mensch.“ Er bog ab und führte sie einen anderen der sie verwirrenden Feldwege entlang. Dann wies er in ein Gemüsefeld, möglicherweise wurden dort Bohnen angebaut: „Da, schau! So etwas?“ Sie schauderte, sah die unheimliche, unbewegliche Gestalt inmitten des Pflanzenfeldes, deren Gewand von dem leichten Nachtwind bewegt flatterte. „Was ist das? Ich will hier weg! Laß uns gehen!“ „Aber nicht doch! Davor musst du gewiss keine Angst haben! Das sind Vogelscheuchen!“ „Vogelscheuchen? So wie in den Gruselgeschichten?“ „Ach, Gruselgeschichten kennt das Stadtkind! Aber nicht, was wirklich hier ist. Das ist ein Holzstecken mit einem Querstock, mit einer Jacke, einem Hut oben angetan, manchmal gibt sich jemand die Mühe und formt einen Strohkopf. Nein, davor braucht niemand Angst zu haben. Da sind nächtliche Stadtstraßen und verruchte Kneipen schon gefährlicher!“ „Puh. Ich find‘s unheimlich. Ich bin so froh, dass du da bist! Allein würde ich mich hier nicht herkommen trauen. Aber im Ernst, es gibt doch so Geschichten!“ „Mir fällt dazu „The catcher in the rye“ ein.“ „Cache, Pufferspeicher?“ „Informatikerin! Typisch! Nein, Catcher.“ „Was, Catcher, diese bunt angezogenen Ringer?“ „Nein, Catcher wie Fänger. Der Fänger im Roggen. Berühmter Roman. Salinger.“ „Brr, klingt auch gruselig.“ „Ist es, so gesehen, gar nicht. Aber ich gebe zu, der Titel…“ „Und das da, das ist Roggen?“ „Nein, Gerste, wie man an den langen Grannen sieht.“ „Und das soll mich beruhigen? Woher weiß ich, was der Fänger in der Gerste vorhat?“

Sie gingen weiter. Manchmal war eine Baumgruppe zu sehen, auch querten sie einen kleinen Fluss über eine kleine Bogenbrücke die mitten im Schilf erschien. Hier erschrak sie vor einem Plätschern. „Was war das?“ „Hm. Ein Fisch. Oder vielleicht eine Bisamratte, ein Biber sogar! Wäre doch geil, wenn wir den sehen könnten?“ „Wirklich nur ein harmloser Biber, ein großer Fisch?“ Sie drängte sich wieder an ihn. Es wurde still. Helle Flecken auf dem Wasser, vom Silberlicht des Mondes ausgeleuchtet, wechselten mit im Takt der Wellen sich kräuselnden Schatten der Weidenbäume. „Es ist wirklich romantisch,“ sagte sie aufatmend, „aber auch nur, weil du dabei bist.“ „Nun,“ erwiderte er nachdenklich, „vielleicht hat dieses romantisch ja immer damit zu tun. Dass etwas nicht so schön wäre, wäre man allein. Nicht vertrauenerweckend. Vielleicht sogar beängstigend.“ Dann sagte er plötzlich: „Ach was. Schwermütige Gedanken. Laß uns lieber etwas Lustiges machen!“

Verdutzt sah sie zu ihm auf: „Etwas – Lustiges? Wie kommst du denn darauf?“ „Nun, wie auch immer. Was auch immer. Wir könnten uns dort im Feld verstecken und uns gegenseitig suchen!“ „Was? Ja – und was, wenn wir uns finden?“ Er lächelte sie an: „Dem Sieger der Preis.“ Sie wich ein paar Schritte zurück. „Wie bist du denn auf so eine blöde Idee gekommen?“

„The catcher in the rye, und am Ende ohne Bett im Kornfeld“ sagte er, und seine Augen funkelten. „Witzbold! Nein, ich denke nicht, dass ich das will.“ Sie wandte sich ab und ging den Weg ein Stück weiter. Dann hörte sie seine Stimme: „Bist du sicher, dass du richtig gehst?“ Er war eindeutig nicht direkt bei ihr. Was hatte er jetzt wieder vor? Sie drehte sich wieder und sah ihn nicht. „Was machst du bloß, laß den Unsinn bitte! Ich will das nicht.“ Etwas raschelte im Getreide, entfernte sich von ihr. Noch einmal sagte sie laut und deutlich: „Bitte laß das. Sofort. Ich will das nicht, das ist wieder so unheimlich, und außerdem habe ich dir schon gesagt, das geht mir alles ein bisschen zu schnell, ich brauche mehr Zeit.“ Dann schrie sie kurz auf, da ein großer, sehr heller Nachtvogel lautlos an ihr vorüberglitt.

Da er nicht reagierte, es hatte nur noch einmal kurz im Getreide geraschelt und etwas wie ein Stöhnen mit dem er sie womöglich hatte ängstigen wollen war hörbar gewesen, wandte sie sich um: „Also gut, ich gehe. Ich werde den Weg schon finden! Immerhin sind wir ja mit meinem Auto gekommen, ich habe den Schlüssel! Und denke nicht, dass ich am Auto auf dich warte! Du kannst ja den ganzen Weg laufen! Ich warte nicht mehr, ich gehe jetzt! Da steht der Mond, wir hatten ihn im Rücken, als wir losliefen – ich muss also ungefähr da hin!“

Nachdem sie das betont laut gesagt hatte marschierte sie los. Diesmal fragte sie nicht mehr, ob sie wohl die richtige Richtung eingeschlagen habe. Es war eine für sie beängstigende und verwirrende Erfahrung. Sie meinte dann auch, dass die Vogelscheuche, die sie vorhin doch deutlich gesehen hatte, nicht mehr in ihrem Feld stand, sondern womöglich eben doch etwas ganz etwas anderes gewesen war und schauderte. Aber nach mehrfachem Irrlaufen erreichte sie endlich erschöpft ihr Auto. Eigentlich dachte sie, er würde dort schon längst auf sie warten und sie verspotten. Hätte sie ihn dann mitgenommen? Sie war sich keineswegs sicher. Sie war wütend.
Aber er war nicht da. Sie startete den Motor und fuhr los. Im Osten war bereits ein heller Schein zu sehen, der Tag brach wohl bald an.

Als sie mehrere Stunden nichts von ihm gehört hatte, rief sie ihn auf seinem Handy an. Er meldete sich nicht. Sollte er jetzt beleidigt sein? Na, das konnte er haben!

Als sie mehrere Tage nicht von ihm gehört hatte, rief sie zusätzlich bei Bekannten an. Auch bei seinen Eltern. Keiner hatte ihn seit der nächtlichen Feldertour gesehen.

Sie ging nochmals, selbstverständlich am hellen Tag, die Feldwege ab, die sie nachts so verstört hatten. Jedoch konnte sie die Stelle, an der er verschwunden war, nicht ausfindig machen. Die Vogelscheuchen machten mitsamt den Krähen, die sich respektlos auf diesen Schreckgespenstern niederließen jetzt, im Hellen, einen ganz friedlichen Eindruck. Immer wieder, auch mit Freunden, suchte sie ohne Erfolg die Umgebung ab.

Jetzt war sie doch sehr in Unruhe und ging zur Polizei. Die nach einigem Hin und Her tätig wurde, auch die Landwirte der Umgebung befragte. In dem Flüsschen, das sie in jener Nacht auf der Brücke überquert hatten, hatten sich große Nagetiere breitgemacht, die die bis nahe ans Ufer reichenden Felder gerne nutzten und manche Bauern wegen der Fraßschäden wütend machten. Auch hatten die Tiere bereits begonnen, einen Damm zu bauen und man befürchtete Überflutungen. Dabei war, so donnerten auf der Versammlung die zornigen Ansässigen, der Wasserlauf doch extra so ausgebaggert worden, dass das Wasser rasch ablief und die intensive Nutzung bis in den unmittelbaren Uferbereich möglich sein sollte!

Mancher hatte beschlossen, dem Übel mit traditionellen Methoden zu begegnen. Einer stellte die irgendwo in der Scheune noch gefundenen schweren Schwanenhälse oder in Amerika übliche Bärenfallen, Schlagfallen also, in seine Felder.

Irgendwann tappte ja doch so ein Vieh in die Falle und dann war’s vorbei. Diesmal freilich war es kein lästiger Biber gewesen. Sondern ein Mensch, der aus irgendeinem dummen Grund mitten durch das hüfthohe Getreide gekrochen war! Aufgrund seiner kriechenden Haltung war er tatsächlich kopfvoran in die verbotene Falle geraten. Hatte nicht mehr laut schreien können, das Gesicht auf den Boden gedrückt.

Mitten in einem Roggenfeld war er gefangen worden. War tagelang gelegen und endlich jämmerlich gestorben. Der Fallensteller leugnete zuerst, wurde schließlich überführt und streng bestraft. Man darf solche Fallen nicht einfach aufstellen, nicht, erst recht nicht, um geschützte Tiere zu fangen und schon gar nicht ohne die nötigen Sicherheitsmaßnahmen.

Die Frau ging nie wieder dort draußen, ging nie wieder zu nächtlicher Stunde spazieren. Sie erlebte ihre Abenteuer am Computer. Und auch das Buch Salingers las sie nie.

(269.) Als ich einmal Eier legte

„90.“ Ich bat sie, das noch einmal zu wiederholen. „Sie bekommen 90 Euro Krankengeld.“ „Am Tag? In der Woche?“ „Im Monat.“ Ich muss sehr blass geworden sein. Sie nickte: „Ja, das ist nicht viel. Aber für das, was sie brauchen… Es wird doch reichen, um ein Buch zu veröffentlichen? Das ist es doch, was sie umtreibt, nicht wahr? Auf alles andere können sie doch gut verzichten!“ Ich nickte betroffen. Ich war durchschaut und gleichzeitig verurteilt, verdammt.

Unser Sozialsystem funktioniert. Ich weiß das, ich hatte mein Leben lang damit zu tun. Ich war nur bisher immer auf der anderen und noch nie auf dieser Seite des Systems. Auf der man die ganze Härte erlebt.

Wie oft hatte ich spöttisch gesagt, wenn eine gewisse Partei die Macht hätte, würde sie dafür sorgen, dass sich selbst bescheidene Leistung wieder lohnt! Mindestlohn ein Euro, Sozialhilfe ein Euro, wer unbedingt mehr will und im hemmungslosen Luxus schwelgen will, muss halt etwas dazuverdienen. Wie auch immer, mit was auch immer. Erlaubt ist, was gefällt, man darf sich nur nicht erwischen lassen.

Jetzt war es fast so weit.

Sogar jetzt zweifelte ich, richtig gehört zu haben. Da musste doch etwas falsch sein. Aber ich war entlassen, durfte mit meinem schriftlichen Bescheid gehen.

Ich musste mir also etwas überlegen. Mag sein, es hat mit dem eigenwilligen Essen zu tun, das mir gute Freunde gestern spendierten, und das mir etwas schwer im Magen lag, das mich die ganze Zeit drückte. Soviel zu Essen bin ich nicht mehr gewohnt. Doch auch Magendrücken regt die Phantasie an. Nun hatte ich die Lösung. Es gibt ja sogar ein einst beliebtes Lied dazu, nein, nicht das mit dem Kaktus, der die Missliebigen sticht.

Ich begann, glücklich und dumm zugleich zu sein. Ich begann, Eier zu legen. Schöne, runde Eier. Und ich muss sagen, das ist gar nicht so leicht! Man unterschätzt die Leistung der Gefiederten in dieser Frage. Unter uns Säugetieren: Was wir, sofern weiblich, ein Ei nennen, das bringt so ein Huhn doch nicht zum Gackern. Nein, so ein dickes, kalkschaliges Trumm, das press mal raus! Gut, gut, ja, eine Geburt, wenn wir schon unter Säugern bleiben, das ist noch mal eine ganz andere Hausnummer. Aber wie oft treibt man das, also nicht das, was dazu führt, sondern das Austragen und Gebären? Wir sind ja keine Karnickel! Mit geteilter Gebärmutter und erneuter Befruchtung während des Tragens und so weiter.

Und richtige Eier, nun, Eier sind nützlich. Da braucht man jeden Tag ein paar. Einmal zum selbst Essen. Und dann natürlich, um sie auf dem Markt zu verkaufen. Aber was schreibt man da auf seinen improvisierten Stand? Von glücklichen Eierlegern? Wie käme eingebildetes Möchtegernhuhn ich dazu! Ich bin kein besonders guter Lügner, gehöre auch keiner diesbezüglich begabten politischen Partei an. Freilandhaltung? Aber das ist doch auch nicht so ganz richtig, es entbehrt der schützende soziale Käfig der Gitterstäbe, aber er existiert. Klar, jetzt bin ich auf dem Markt, im Freien. Aber nachher, wenn ich heimgehe. Mein Ei lege. Da bin ich doch wieder drinnen, im bergenden Raum! Ich weiß auch nicht, wie die Reaktionen wären, versuchte ich gleich hier auf dem vielbesuchten Markt die Eier zu legen.

Ich habe es mit der Bezeichnung Wildhuhnei probiert, aber das hat mir kaum einer geglaubt. Und die, die es mir geglaubt haben, haben meinen Stand demoliert! Ich sei eine gemeine Tierquälerin und würde den armen Geschöpfen nicht einmal ihre Küken lassen wollen!

Ich war so verzweifelt, dass ich es beinahe mit Milchgeben probiert hätte. Gerade rechtzeitig fiel mir ein, dass nicht nur der Milchpreis verfällt, sondern menschliche Milch eigentlich keinen rechten Marktwert hat, also nicht so, auf dem freien Markt, auf dem Wochenmarkt. Die Ammen von früher sind mit dem qua Guillotine schwindenden Ständewesen und noch mehr der künstlich erzeugten Babynahrung doch rapide weniger geworden. Und würde ich Milch verkaufen, so wollte ich sie nicht zu Milchpulver verarbeitet sehen.

Zuletzt hatte ich doch noch eine gute Idee. Beziehungsweise habe ich von einer gehört. Hühnerpaten! Das war die Lösung. Ich habe meinem Huhn einen Namen gegeben, der Ehrlichkeit halber meinen eigenen. Und bat die Menschen, diesem Huhn nicht nur die blanke Legeware abzukaufen, sondern auch Pate zu sein. Tatsächlich fanden sich einige, die das so reichlich spendende Huhn oder auch seine Eier so großartig fanden, dass sie es protegieren wollten.

Mit dieser Unterstützung habe ich nun tatsächlich endlich ein Buch herausgebracht. Wieder einmal von Ehrlichkeit geplagt nennt sich die Autorin Erika Huhn. Und der Titel? „Das Gelbe vom Ei,“ was sonst.

Das Buch wurde, man glaubt es kaum bei all den unverkäuflichen Machwerken im Selbstverlag, ein Riesenerfolg und ich könnte jetzt gut auf meine Paten verzichten. Gerne sogar, denn allmählich werden sie aufdringlich. Einige von ihnen bestehen darauf, das Huhn in der ganzen Pracht seines Federkleides endlich persönlich kennen zu lernen. Und mehrere, vor allem einer, so ein junger, studentisch aussehender Bursche, wollen das Hühnchen unbedingt anfassen und streicheln.

Im Moment weiß ich keinen Ausweg. Soll ich einen Imbiss aufmachen? Einen Grillwagen? Einmalige Aktion – heute Hühnchen? Mir wird schon ganz heiß bei der Vorstellung, ich wälze mich in Panik hin und her und –

ja, was dachtet ihr denn, ich bin aufgewacht. Menschen legen keine Eier, Krankengeld ist doch noch ein klein wenig höher und ich, ja, ich habe jetzt wirklich Angst. Kommt dieser eigentlich ganz schnuckelige Studentenbubi jetzt vorbei oder nicht? Steht er dann auf echte Hühner? Habe ich jetzt ein bestverkäufliches Buch geschrieben oder nicht?

Es bleiben so viele Fragen. Doch beantwortet werden sie gewiss nicht alle. Huhn oder Ei, falls du kommst, du kleiner sodomitischer Hühnerpate, nie sollst du mich befragen!

(268.) Die Pfütze. Oder: Morus bassanus

Einmal war ich, im Traum, im Traum nur, versteht sich, ein großer, ein stolzer weißer Vogel. Nein, keine sprichwörtlich dumme, noch weniger eine tatsächlich kluge Gans. Aber auch ein dem Wasser vermählter Vogel, mit sogar ausgeprägteren Schwimmfüßen, als sie den Anserinae eignen. Einen riesigen, mit einer gebogenen Spitze versehenen gelben Schnabel nannte ich mein. Hoch flog ich und tollkühn warf ich mich über meinen Flügel, kippte in Richtung Wasser, den Neid der Kunstflieger erweckend, und stürzte, stürzte gnadenlos.

Aufspritzend das Meer, das mich schließlich umschloss. Vom Schwung des Sturzes getrieben tauchte ich, unbändig wild, tauchte tief, wie ich hoch geflogen war, fing die kleinen Fische und ließ mich emportreiben, schwang mich wieder auf in die Lüfte und strich davon.

So stolz war ich. So großartig mein Leben. So ungeheuer mein Können. Schön, an Land watschelte ich schwerfällig. Die Menschen, diese erdgebundenen, selbst plumpen Wesen gaben mir despektierliche Namen, im Deutschen nannten sie mich Tölpel! Aber man kann nicht alles können, für meine Bedürfnisse genügt es, erreicht mich erst einmal in den Lüften, ereilt mich im Wasser!

Ja, ohne Hilfsmittel, versteht sich.

Gans und Geier mögen hochfliegen, doch wie ist es um ihre Tauchkünste bestellt? Der Pottwal und der Anglerfisch suchen die tiefsten Tiefen auf, doch wie hoch fliegen sie?

Ich aber kann beides!

Ich trat mit ungeeignetem Schuhwerk in eine flache, schmutzig braune Pfütze. Bespritzte die weiße Hose, die ich an diesem Tag trug, weiß wie das Gefieder eines suliformen Tölpels. Danach braun gesprenkelt, na toll. So ergeht es den Tagträumern und ich empfehle dringend, wer immer zu derlei Unsinn neigt, keine hellen Hosen zu tragen.

Doch bei der Pfütze, durch die kurz darauf noch ein Radler raste und die Trödelnde mit den Resten der Lache bespritzte, stehenbleibend fiel mir ein, weshalb ich vom Tölpel geträumt hatte. Einst war ich in einem der schönsten zoologisch – botanischen Gärten gestanden, hatte nahebei die Robben bewundert, die freilich nicht den unauslotbaren Raum des freien Meeres genossen, ersatzweise waren diese engen, betonierten Gewässer garantiert haifrei. Da sah ich daneben eine Pfütze, ja, so muss ich es nennen. Ein Becken, vielleicht an die 30cm tief, vielleicht zwei Meter im Durchmesser. Dort standen, untätig, denn was hätten sie beginnen sollen, ein paar weiße Vögel. Keine Gänse, wie man denken mag, sondern Tölpel. Sturztaucher der offenen See! Die aus freiem Flug, aus dreißig Meter Höhe, sich ins Meer stürzen, um dort pfeilschnell ihre Beute zu erjagen.

Ich war traurig. Mehr als eben noch bei den Robben, die keinen gelangweilten oder geknickten Eindruck hinterlassen hatten. Die Menschen klatschend fröhlich machten, Bälle fingen, durch Reifen sprangen – sicher nicht ihre natürliche Bewegung in ihrer natürlichen Umwelt. Aber doch sinnreich verfremdete Bewegung, vom Publikum freilich für Clownerei gehalten wie es vorgeführte Leibesertüchtigung, professioneller Sport ja immer ist. Die Tölpel standen, nun, tölpelhaft und ohne sich groß zu bewegen – wie hätten sie dies auch umsetzen sollen, hier neben ihrer lächerlichen, flachen Wasserpfütze.

Ich ging.

(Morus bassanus: Basstölpel, Suliforme: Tölpel (die zu den Ruderfüßern gehören). Anserinae: Gänse. Robben: Pinnipedia. Haie: Selachii.)

(267.) Sturmerwartung

Hoch überm Tief

Ich stehe hier auf hoher Düne und schaue auf, Möwen kreischen kreisend, ich sehe Dohlen, Limikolen, Ringelgänse auch unter wild vorbeigejagten Wolkenfetzen. Es kommt etwas Wind auf, sagen die Einheimischen und wir Binnenländer würden es Sturm nennen, die Küstenbewohner lächeln milde und sagen nein, der Wind frischt nur ein wenig auf – der Sturm, der kommt noch!

Ich stehe hier auf hoher Düne und neige mich gegen den frischen Wind. Der immer stärker wird. Ich repetiere, von Erinnerungslücken durchsetzt, frei durch die mein Gehirn durchpfeifenden Winde der Phantastik ergänzt, die Erzählung vom Schimmelreiter. Weniger empfindlich als der wetterentfremdet – wetterfühlige Mensch, der hier die steinerne Sicherheit seines aufgemauerten Einsiedlergehäuses vermisst, spielen die freien Vögel mit den Böen, suchen im Schlick die erwähnten Unermüdlichen, die ewig hungrigen Limikolen, Knutts, Regenpfeifer, Austernfischer nach nahrhaftem Gewürm, weiden und wiederkäuen das Deichgras die Schafe.

Ich stehe hier allein auf hoher Düne und überschreie die strengen Rufe der Möwen, weine gegen den Wind, der die Tränen dorthin verweht, wohin sie gehören. In den Orkus der Vergessenen, der Verflossenen, der Verlassenen.

Denn jetzt war es Sturm. Wildes Wetter. Menschen neigten sich gegeneinander und ließen Worte wie Winde fahren, hässliche, stinkende Worte, die verletzten. Vorgebeugt wie angriffslustige Schafböcke schrien, krakeelten, lächerlich in ihrer Rage für den unwilligen Beobachter, die einst tropischen Affen, rissen ihre nun eckzahnlosen Mäuler möchtegerndrohend auf, stemmten die haarlosen Schultern in die Höhe, als wenn sie dadurch argumentativ an Stärke gewönnen. Kalt wurde es nach dem hitzigen Streit, als der Sturm abflaute und einer bösen Stille Raum gab, die die Schäden des Hurrikans offenbarte. Zertrümmertes Porzellan, zertrümmertes Mobiliar, zertrümmertes Vertrauen lagen unwiederbringlich zerstört herum.

Also erklomm ich alleine die Düne, den Deich, stehe nun hier und dieser nördliche Meereswind durchbläst mir Nase und Lunge, durchdringt die Kleider und reinigt den seine Härchen aufrichtenden Leib. Soll auch die Seele er reinigen, Gefahr, dass er sie fortbläst, ist immer, soll sie verwehn, soll sie dorthin, zu ihm wehen, diese ungetreue Schattengefährtin, dieses dunkle Wetterfähnchen, das mit dem Winde wandern will, ich bleibe hier, bleibe standhaft stehen! Und sprüht die Gischt auch hoch, hoch bis zu mir, beleckt mich spöttisch, was gilt mir Wasserwelle und wütender Wind, Windsbraut bin ich heute!

Tief im Hoch

Das ist ja alles gar nicht wahr. Das bildet nicht diese Wirklichkeit ab. Die ich nicht für mich behalte, nicht vorenthalte. Diese Wirklichkeit, das ist die Sonne. Die an einem fast wolkenlosen Himmel steht und die sanften Wellen eines ruhigen Meeres zum Glitzern animiert. Auch über diesem Wasser gleiten die starken Vögel, bald geschickt segelnd, bald kurvend, rudernd, manövrierend mit den Flügeln schlagend. Hier und da lässt sich eines der kältefest eingefetteten Federtiere auf den Wassern nieder, treibt dort gemächlich. Einzelne Menschen wollen ihnen gleichen, krampfhaft krallen sich ihre Hände in die Schnüre ihrer Kites, Drachen, die die einen kindhaft am Strande fliegen lassen, die andere über das Wasser ziehen, gar aus den Wellen erheben.

Denn auch heute weht Wind. Ein stetiger, ein beinah sanfter Wind. Der einen in eine Richtung drängt, allmählich schiebt, immer diesen endlos scheinenden Sandstrand entlang, immer zueinander, miteinander. Deshalb, und um zu verhindern, dass einen der stete Wind nicht doch noch trennt, paarlaufen die Partner nahe beisammen, halten wir uns an den Händen, fest, bestimmt, doch nicht zu fest, nicht krampfhaft, als wäre es nötig, als müssten wir uns dem versichern, was doch felsenfest und windsicher gewiss ist.

Der standhafte Wind füllt die bunten Tücher der Wasserfahrzeuge oder auch nur die Windjacken der Spaziergänger und der Surfer und Segler. Die geblähten Segel gemahnen an Gedichte von Conrad Ferdinand Meyer. Eng gehen wir, es berühren sich die Seiten, die Schultern, Hüften, die aufgemunterten Wettermäntel beginnen sich zu umschlingen und zu verpaaren, eine rein physikalische Liebelei der unbelebten Dinge am Rande der Möglichkeiten, anders als unsere eigenen. Wir lassen uns nicht nur vor dem Winde treiben, wir schreiten vogelfrei einher, unserer Liebe gewiss! – Ach sieh nur, all die Paare, mit Kindern und ohne, junge und alte, manche verschlungen in den Leinen ihrer Hunde, manche verloren in die Ferne starrend, manche vergebens nach aufgewecktem Nachwuchs haschend, manche ganz versunken in sich. Sieh nur uns unter dieser Sonne, der Herrscherin, weil machtvolle Lebensspenderin in dieser Abteilung des endlosen Alls. Sind wir nicht glücklich zu heißen? Ist dies nicht der erwählte, nicht der naturgegebene, der hedonistische Urzustand, nach dem wir strebten? Ist er denn nicht erreicht?

Dein Blick sagt, es ist vollbracht, erreicht. Wir sind in eins gegeben. Mein Blick erwidert nicht, entgegnet nicht, sondern nimmt auf, verschlingt deinen Blick: laß dich in meine Augen sinken, tief, tiefer, ja, tauche ein. Sind nicht alle Liebenden begabte, begnadete Hypnotiseure? Freilich nur am gleichgestimmten, auserwählten Objekt.

Sage ich, dass er sinkt, dass er versinkt? Dass er in der Tiefe verschwindet, schwimmt, in der Feuchte meiner Augenliebe, in der meiner körperlichen, in der meiner seelentiefen Liebe auch? Nein, davon erzähle ich nicht, denn das gehört uns, den Liebenden, ganz allein. Für jeden, der von außen darauf schaut, hat die Liebe zweier Menschen etwas Anrührendes, etwas Schönes, aber immerzu auch etwas Lächerliches an sich. Dort, wo zwei sich zutiefst berühren, lacht ein Außenstehender: sieh nur, wie die beiden Turteltäubchen schnäbeln, wie die beiden Vögelchen ihr Lied zwitschern, wie verliebt sie tun, was sie für Albernheiten von sich geben, sie lachhaft sie sich dann erst bewegen, wenn sie vögeln!

Deshalb, nicht weil es so unanständig wäre, stößt Pornografie irgendwann ab. Weil sie nur den lächerlichen Teil wiedergibt, diese doch ewig gleiche Wiederholung des repetitiven Kopulierens. Deshalb stoßen aber auch pubertäre Liebesgedichte und ohrquälende Schlagergesänge ab, weil sie nur den Schwulst, den lächerlichen Teil der logikfernen Herzensergüsse wiederkäuen.

Deshalb gehört dieser Teil den Liebenden allein. Ihnen ist er nicht kitschig, nicht lächerlich, ihnen ist es frohgemut auflachender Ernst, heilig – selig lächelnder Schwur, gültig für alle Ewigkeiten, die sich Götter und Menschen nur ausdenken können.

So liegen wir uns in den Armen. In Gedanken und leiblich, am Strand hinter der ersten Düne, im festen Haus in knarzenden Betten und immerzu, immer wieder.

Der Strand erscheint endlos. Der Sonnenschein wirkt endlos. Die Liebe webt endlos.

Nur so können wir durch das Leben gehen. Um eine Supernova oder welche Todesart immer unserem Stern vorbehalten ist, ein tobendes Meer, das den Strand einfach hinwegspült, ein Ende von Leben und Liebe mögen wir wissen, wollen derlei befremdliche Einschnitte aber nicht wahrhaben, nicht unsere Leitschnur sein lassen.

Tide

Seine Stimme war spöttisch. „Tilde? Tilda? Thusnelda? Wieso glaubst du, ich hätte was mit einer anderen Frau?“ Ich wurde zornig: „Du bist blöd. Saublöd sogar. Hör mir einfach zu und glaub mir auch mal, wenn du etwas nicht besser weißt. Ich rede vom Meer, von seinen Schwankungen. Es ist gefährlich, jetzt da raus zu schwimmen, sogar rauszufahren mit einem Boot.“ „Ich will doch nur spazieren gehen!“ „Ja. Das nennt man Wattwanderung und macht man mit einem einheimischen Führer, der sich auskennt. Und du bist so ein Ignorant! – Behalt den abfälligen Kommentar für dich und sei lieber still! Sicher sind die hier geschäftstüchtig bis geldgierig, alles alte Strandpiraten, aber das, das hat seinen Grund! Weil nämlich das Meer tückisch ist. Ebbe und Flut, schon mal gehört? Die Tide?“ „Ja, und es dauert Stunden…“ „Das ist doch dummes Gewäsch! Du weißt doch nicht, auf welchen Wegen das Meer kommt, welche Priele zuerst volllaufen und dich ersäufen!“ „Triele? Du hast zu mir gesagt, das sind Vögel! Triele, Tide, alles Wörter ohne größere Bedeutung für mich!“ „Priele. Ich sagte Priele. Ein Triel ist tatsächlich ein Vogel, der bestimmt nicht so begriffsstutzig wie du wäre, egal, wie lang er reglos auf einen Fleck starren kann!“

Da ich mich so in Rage geredet hatte, er entsprechend herausgab, war es klar, dass er ging. Wegging. Sein Ding machte. So sind sie, die Männer. Ihr Ding, das muss durchgezogen werden, gleichgültig durch was und solange es geht, koste es, was es wolle. Das ist halt so mit so einem fragilen Ding und so einem daran hängenden fragilen Selbstbewusstsein. Arme Kerle. Da sind wir – ich musste allerdings lachen – doch ganz anders.

Mein Lachen ging in Weinen über. Ich trank inzwischen diesen scheußlichen Whisky, den er immer trank, dieses rauchige Zeug, ich kann es nicht ausstehen, es brennt grässlich. Warum hatten wir gestritten? Warum nur? Weil er so blöd war und nicht auf mich hören wollte, deshalb!

Ich hatte recht, und wie ich recht hatte. Hätte ich nur nicht recht gehabt. Ich trank. Es schmeckte ekelhaft, mein Mund, mein Hals taten mir leid, ich tat mir leid, aber mir fiel nichts Besseres ein. Nichts Geistloseres, als dieses sogenannte geistige Getränk mir zuzuführen, also nichts Dümmeres. Ich war wütend, traurig, ängstlich.

Allmählich wirkte das Gift. Ich fiel in eine Art Halbdämmer. Beim Erwachen war ein Glas zerschlagen, es musste mir irgendwann hinuntergefallen sein. Mein Kopf fühlte sich an wie schmerzende Watte, eine außergewöhnliche Erfahrung, die nur der Trinker kennt und zu würdigen weiß – wer sonst könnte sich vorstellen, dass Watte schmerzen kann, Watte der eigentliche Inhalt des Kopfes ist, und Watte zu denken versucht, wenn auch nicht sehr stringent! Wilhelm Busch verlagert dieses Empfinden weiter nach außen, spricht bei ähnlichen Symptomen von „vulgo Haarweh.“

Ich rappelte mich auf, trat in ein paar Scherben, die durch die Söckchen, die ich trug, drangen, hatte nun mit diesen Eindringlingen und der durch die so bedingte Öffnung mehrerer meiner kleineren Fußsohlenadern beginnenden Färbung des Fußbodens zu tun. Nach notdürftiger Entfernung, Reinigung, Verschließung sah ich mich um. Die Whiskyflasche entbehrte des Inhalts und war doch noch fast voll gewesen, oder täuschte ich mich da? Mein Kopf und mein Leib entgegneten deutlich: doch, doch, das sei schon so gewesen. Die Wohnung entbehrte des belebten Inhalts, das heißt, ich war das einzige größere Lebewesen hier. Ich sah mich genauer um und fand meine Sorge bestätigt: er war immer noch nicht zurück. Ich sah auf die Uhr.

Es schüttelte mich. Viele Stunden waren vergangen. Er war verunglückt, ertrunken, es konnte gar nicht anders sein. Ich musste ihn suchen, nein, halt, vorher noch vermisst melden, die Profis hätten, wenn überhaupt jemand, eine Chance!

Ich telefonierte. Ich zog mich an. Ich wusch mich nachlässig und erbrach mich. Alles in etwa gleichzeitig.

Und ich brach auf. Unterwegs erinnerte ich verschiedene Lieder und Texte, nicht nur den vielzitierten Schimmelreiter. „Een Boot is noch buten“ von Arno Holz ging mir beständig durch den Kopf. Verzweiflung stieg in mir auf, gleichwohl war mein schummrig – nebliger Kopf klar genug zu realisieren, dass ich mich gefälligst binnenbords des Deichs und abseits der Meerwelt zu halten hätte. Ich lief durch mehrere Straßen, ziellos – wieso hätte ich ihn gerade da finden sollen? – dann zum Strand, der bei dem inzwischen aufgezogenen Sturmwetter, dem Brausen und Sausen, ganz anders aussah. Deich und Düne waren mein Ziel. Von hoher Warte aus schaute ich hinaus in das Toben, wie einst die zurückgelassenen Fischerweiber nach jenem Boot Ausschau gehalten hatten.

Ich war das nun verlassene Fischerweib. Einsam, von der Welt verstoßen – wer kümmert sich um die arme Witwe? Dann fiel mir wieder ein, dass mein nomineller Status ein anderer war und dass er mich nicht aus Notwendigkeit, zwecks Versorgung der Seinen, alleine gelassen hatte, sondern aus dummer Tollkühnheit, aus Respektlosigkeit mir und den übrigen Naturgewalten gegenüber.

In mir erwachte die uralte Erdgöttin, die naturverbundene, lebendige Weiblichkeit – und ich schleuderte meine zornigen Blitze gegen die des Himmels! Sie verhallten, verblichen wirkungslos. Ich stand, ich erzählte bereits davon, auf der hohen Düne und schrie und weinte.

Ich hatte verloren. Hatte ihn verloren. Was war ich, allein?

Doch ist nicht jeder Mensch allein, am Ende ganz verlassen, allein? Nie wieder können wir, einmal in diese Welt geworfen, wieder zurück in die Geborgenheit. Wir sind keine Kinder, Säuglinge, Embryos, wir sind Geworfene, entwachsene Erwachsene. Verlassene.

Einen Moment schwanke ich, will die Düne verlassen, hinabsteigen – dorthin, wo die Elemente toben, wettstreiten, ungewisses Sandland und wogende See, Wolkenblitz und Wellenwirrwarr, Gischtgeister und Grunderschütterer, wo Vulkanus und Neptun wetteifern, wo Faustens Dämme brechen und er den Augenblick verweilen heißt, wo dem Schimmelreiter der Untergang droht.

Doch der Nebel, der wattierte, ist nicht so stark. Das Brausen zieht mich nicht endgültig in sein verderbliches Toben. Ich wende mich und steige binnenwärts ab. Getrieben vom Sturm, so dass ich beinahe laufe. Meine Kleidung umflattert meine Beine, will mich schier fangen, stolpern lassen. Erinnert das Material seine jüngst verübte Paarung mit der Gewandung des Anderen?

Jedenfalls falle ich beinahe, denn ich sehe den Weg vor mir kaum, so tränenreich ist er. Wohin soll ich mich wenden? Ich beschließe, nicht heimzugehen. Trotz meines wenig vorteilhaften Aufzuges, ich habe angezogen, was mir gerade in die Finger geriet, betrete ich die Kneipe, die wir schon mehrfach besucht hatten. Damals, in besseren Tagen. Damals, zwischen den Momenten der ausgeübten Liebe. Einst, so nenne ich diese Zeiten ab jetzt.

Denn jetzt bin ich allein.

Ich betrete den Schankraum, verharre, denn ich sehe nichts in der halben Düsternis dieses Hauses, in der Düsternis meiner Gedanken. Ein lautes Hallo aus vielen Kehlen schallt mir entgegen, man lacht. Gewiss lacht man mich aus ob meiner Erscheinung.

Aber einer kommt aus dem Nebel dieser eigentümlichen Gegenwart auf mich zu und nimmt mich tollkühn und kräftig in die Arme. Was soll das, Fremder! Nein. Es ist kein Fremder. Er ist es.
„Was tust du denn hier?“ „Das könnte ich dich auch fragen! Aber was mich betrifft – natürlich habe auf dich gehört. Du hattest ja recht. Es wäre viel zu dumm, viel zu gefährlich gewesen. Aber gleich zurück konnte ich auch nicht, ich war doch auch zornig. Und dann bin ich hier versackt, hier, bei unseren Freunden!“

Ich bin so wütend. Ich bin so glücklich. Ich will ihn umarmen, will kosen, will Liebe lispeln. Ich will davonstürmen, will ihn schlagen, Böses brüllen. Ich werde an der Hand genommen und in die engbesetzte Sitzreihe geschoben. Ein warmes Getränk, offenbar mit reichlich Alkohol versehen, wird vor mich, die ich zittere, hingestellt.

„Aber. Aber wir müssen noch telefonieren. Mit der Polizei, mit der Seerettung – die suchen dich doch!“ Wieder brandet Lärm, Gelächter auf, aber der Wirt zückt sein Telefon. Ja, der Gesuchte sei gar nicht vom wässrigen Meere verschlungen, sondern nur in einer alkoholdünstenden Wirtschaft versackt, ja, so sei das. Aber die Befürchtung, ja, die sei schon real gewesen. Wie das halt so ist.

So in etwa erinnere ich das Geschehen. Genau weiß ich es nicht mehr. Nach dem ersten Grog kam der zweite. Der dritte und mehr weiß ich nicht mehr, auch nicht, wie ich nach Hause in mein Bett kam. In dem ich ja nicht mehr allein bin. Ich greife zur Seite – fühle niemanden. Ich schrecke auf, bin hellwach. Was ist da los?

Da höre ich Pfeifen aus der Küche. Jemand bereitet wohl ein Frühstück. Das ich, glaube ich, noch gar nicht vertrage. Kopf und Körper erteilen jedweder Einverleibung eine Abfuhr. Aber trotzdem bin ich glücklich und sinke in die Kissen zurück.

(PS: Spenden an DLRG und DGzRS werden dort immer gern genommen. Auch wenn die in der Geschichte kaum erwähnt werden. (Ansonsten habe ich nur ein Verwirrspiel mit den gefühlten Zeiten begonnen und frage mich selbst nach mehrfacher Nachschau, ob ich mich wieder aus diesem Fischernetz befreien konnte und ob ich die jeweilige Zeit richtig berechnet habe, was eine meiner großen Schwächen ist und dabei an jenen Küsten doch so wichtig!))

(266.) Fritz Perl

traf ich, wie die meisten meiner Gesprächspartner, in jener Eckkneipe, in der sich neben manchem pöbelnden Rumpelstilzchen Hinz, Kunz, Krethi, Plethi, aber selten Bürger oder gar selbsternannte Geldpatrizier sehen ließen, ihr wisst schon, so ein schummrig, klebrig – unsauberes Ding, das bei entsprechender Witterung der einen oder anderen Schwalbe, jener bei guter Witterung sehr tief die Bordsteine entlang bebeutelte Beute jagenden Art, und ihren ehrenwerten Begleitern Unterschlupf bot, zu jeder Stunde aber verkrachten Existenzen, die etwa aus ihrer verdienstlichen Teilhabe am Recyclinggeschehen endlich wieder ein Bier und ein Korn auf dem Tresen vor sich nicht nur sahen, sondern sogar bezahlen konnten, ein weiteres Exemplar dann gleich anschreiben ließen.

Also dort, wo man die interessantesten Geschichten hört. Die spannendsten Schicksale erzählt bekommt. Wenn man geduldig ist, denn nicht immer werden diese Geschichten stringent erzählt. Flüssig, am Stück, inhaltlich kohärent, nein, das wäre zu viel verlangt. Erst einmal tastet der Sprecher sein Gegenüber ab. Und dann muss er sich vergewissern, dass dieses Gegenüber auch vertrauenswürdig ist und mindestens eine Lage springen lässt!

Und natürlich darf man auch nicht davon ausgehen, dass diese Erzählungen ein getreuliches Abbild der Wirklichkeit, noch nicht einmal eines der erlebten, selbst geglaubten, subjektiven Wirklichkeit des Erzählers wiedergeben. Orientalische Märchenerzähler, Marketingfachleute und Geschäftsführer aus staatstragender Wirtschaft und Politik könnten hier noch etwas lernen! Ja, natürlich bis auf die Schlüssigkeit und Flüssigkeit der Erzählung, die, wie bereits erwähnt, unter anderem stark von der maßvollen Flüssigkeitszufuhr des Sprechers abhängt, jedes Zuviel oder Zuwenig kann hier für den Fluss und überhaupt den Verlauf der Geschichte fatale Auswirkungen haben. Aber was die phantastischen Ausschmückungen angeht, weshalb diese Freistellung zwingend nötig wird, wozu jene Steuererhöhung dient und warum der Heldentod so erstrebenswert ist, wie der Dämon in die Geschichte kam und wieso denn bloß dieses Produkt so viel besser, erstrebenswerter und also teurer als jenes sein muss.

Fritz Perl schien nicht zu diesen schnorrenden Erzählern zu gehören. Er war ordentlich gekleidet und saß ruhig, lange und geduldig vor seinem Bier. Genau das machte mich neugierig. Ich setzte mich, höflich fragend, zu ihm. Er schaute nur kurz auf, nickte. Dann starrte er wieder auf einen Punkt auf dem Tisch, den vermutlich nur er wahrnahm, etwa einen Dezimeter von seinem Glase entfernt.

Dann sah ich es auch. Der Punkt war eine Aufhellung der Tischplatte von eigentümlicher Form. Ich nahm mein eigenes Glas zur Hand, trank und sagte: „Das sieht aus wie ein Tier, ein Schaf oder besser noch, ein Esel!“ Er sah überrascht auf, starrte mich an. Er atmete schwer, beruhigte sich erst allmählich. Lächelte schließlich: „Ach, sie haben es auch gesehen? Niemand hier sieht es. Sieht so etwas.“ Ich sah mich genötigt, ihn zu beruhigen: „Verzeihung, ich wollte sie nicht aufregen. Es war nur so, sie haben so lange auf diesen einen Punkt geschaut… mehr nicht, wie gesagt, bitte entschuldigen sie!“ „Ach, schon gut. Ich dachte nur, für einen Moment, sie hätten mich gefunden, eingeholt!“ Im Moment, da er dies sagte, schlug er sich die Hand vor den Mund: „Das, das haben sie nicht gehört! Das hätte ich nicht sagen dürfen, sollen!“ Ich schüttelte den Kopf: „Schon gut. Ich habe nichts gehört und noch weniger verstanden. Ist ihre Sache. Reden wir über das Eselchen! Oder etwas anderes Harmloses. Oder, wenn es ihnen hier unangenehm ist, gehen wir draußen ein Stück?“ Sein Lächeln war schief, als er erwiderte: „Sie sind ja gar nicht neugierig, nicht wahr?“ „Ich, Verzeihung, dilettiere als Autor. Und dazu sammle ich in der Tat Geschichten. Die Geschichten, die das Leben so schreibt, also die aberwitzigsten und phantastischsten, die sich niemand ausdenken kann.“ Er nickte: „Das ist wohl so. Also gut!“

Und in der Folge, unterbrochen von Bierzufuhr und anderen notwendigen Unterbrechungen, erzählte er mir die folgende, absolut irrwitzig anmutende Geschichte.

Vor langer, sehr, sehr langer Zeit war er – ich sah ihn zweifelnd an, denn so alt erschien er mir gar nicht – zum Diener einer großen und bekannten Königin ernannt worden. Die hohe Frau hatte bestimmte Anforderungen an die Dienste ihrer Untergebenen, soweit diese dazu in der Lage waren. Und bestimmte ihn, der ein schmucker Jüngling gewesen war, zu ihrem ganz persönlichen Dienst in ihrem Bade, denn sie legte sehr viel Wert auf Körperpflege. Dabei hatte sie ganz ungewöhnliche Vorstellungen.

„Komm, mein Eselchen,“ pflegte sie zu ihm zu sagen, „gib Milch!“ Und er hatte zu tun, was sie verlangte. Immer wieder. Da half es auch wenig, dass er sich, um gleich den männlichen Fischen mehr von dieser Bademilch geben zu können, in den Armen einer hübschen, jungen Dienerin namens Essig erst einmal entspannen und lösen sollte. Irgendwann versiegte die Quelle.

Natürlich war die Hauptmasse des weißen Bades der Königin echte, ganz gewöhnliche Eselsmilch. Was glaubt ihr denn, der arme Junge! Aber die hohe, edle Frau bestand nun einmal auf ihrer exquisiten Mischung. Und zunehmend versagte ihm trotz der ihn umgebenden entblößten Reize der eigene Quell. Essig konnte sich noch so sehr bemühen, auch die Königin selbst bemühte sich sehr und verstand sich auf allerlei hinterlistige Tricks und Spezialgriffe, es wurde weniger und weniger.

Es gab keinen Zweifel, was mit ihm oder besser gesagt mit gewissen Körperteilen geschehen würde, wenn dieser Quell ganz versiegte. An Erholung war nicht zu denken.

In seine Zeit im Palast hatte Perl einige Bekanntschaften geschlossen, unter anderem mit einer Priesterin, die sich ebenfalls das eine oder andere Mal an dem freilich ihr verbotenen Quell gütlich getan hatte. Und diese weihte ihn in eines der großen Geheimnisse ein: „Selbstverständlich, mein Junge. Keines Menschen Hand hat diese gewaltigen Bauwerke errichtet, wir wüssten doch gar nicht wie! Diese Israeliten da? Ach, die lungern nur so auf der Baustelle herum. Ich weiß eigentlich auch nicht, wozu, man sollte sie wieder ziehen lassen, aber das ist nur meine Meinung. Irgendwie ist das so eine Mode, alle paar Jahrhunderte ein paar von denen zu versklaven, aber warum, das habe ich auch nie begriffen. Muss irgend so ein unfassbarer Ratschlag eines ebenso unauslotbaren* Gottes sein. Aber zurück: selbstverständlich haben diese Steine höhere Wesen aufgeschichtet. Und in den inneren Kammern allerlei Geheimnisse verborgen. Nützliche, geheime Apparaturen. Mit denen man sehr, sehr weit wegkommen kann. Wenn du mit mir fliehen möchtest…?“ Das war ein verlockendes Angebot.

Mit Fackeln zogen sie durch die finsteren, teilweise engen Gänge der großen Pyramide. Schließlich erreichten sie die Gerätschaft, die wie ein äußerst verspielter Karren aussah, mit allerlei Knöpfen und Verzierungen daran. Ihm war das Ding vollkommen unverständlich, er ergänzte, dass er heut sagen würde, hier habe jemand ein Auto gebaut, der noch nie eines gesehen hatte, nur vage davon gehört.

Piktogramme, Männchen, die ihren Kopf unnatürlich und schmerzhaft zur Seite gedreht hatten, erläuterten, was zu tun war. Bestimmte Hebel musste gezogen werden, bestimmte Knöpfe gedrückt. Es war immer nur ein zweifellos männlicher Handelnder abgebildet, etwas, das sie bei ihrem hastigen Aufbruch nicht genügend beachteten. Er zog und drückte und mit einem Mal leuchteten überall kleine Lämpchen auf, obschon niemand weitere Laternen entzündet hatte. Auch ein Luftzug wie aus dem Nichts, wie aus einem unsichtbaren, geöffneten Tor entstand, der ihre mitgebrachte Fackel verlöschte. An den Steintafeln der Wände glommen Zahlen, und nachdem 5760 oder eine andere Nummer aufgeleuchtet hatte war mit einem Mal alles dunkel, aber sie schienen sich zu bewegen, das Gefährt nahm Fahrt auf, eine rasende Fahrt durch vollkommene Dunkelheit!

„Ja, und jetzt sitze ich hier. In dieser Kneipe und versuche zum einen, zu vergessen. Zum anderen habe ich Angst. Dass es mehr als eine solche Zeitmaschine gibt, dass ägyptische Priester oder kabbalistische Zauberer oder nubische Beschwörer oder wer oder was auch immer einen Weg finden, wie die Soldaten der Königin mich aufspüren – und dann. Nun, womöglich werde ich auch den heiligen Krokodilen vorgeworfen!“

Ich musste schlucken. Herr Perl war, seiner Erzählung zufolge, mehrere tausend Jahre alt. Ein Diener der Kleopatra oder einer anderen, ähnlich verwöhnten ägyptischen Königin gewesen. Hatte in den geheimnisvollen Pyramiden eine Zeitmaschine gefunden und war vor den Ansprüchen der Pharaonin geflohen, ganz offensichtlich hatte er dazu außerirdische Technik gebraucht.

Wenn auch nur ein Bruchteil dieser wahnwitzigen Geschichte wahr war…

„Aber – ihre Begleiterin, die Priesterin?“ Ich wollte jetzt mehr wissen. Er nickte: „Das ist traurig, ja. Aber schön – kommen sie mit, ich zeige ihnen, was passiert ist!“

Ich folgte ihm zu seiner Wohnung, einem Unterschlupf der primitivsten Art. Dort stand ein seltsames Gefährt, verziert mit allerlei Lichtern und Knöpfen, das mich an Etwas gemahnte, das ich bereits gesehen hatte. Hatte nicht Orson Welles…? Wells Fargo? Nein, nein, das war ein anderer Wells gewesen, der irgendwie bei menschenfressenden Morlocks gelandet war! War ein Wells – Aggregat in Verbindung mit irgendwelchen Wurmlöchern oder Quanten oder was auch immer also tatsächlich möglich? Welchen Kontakt hatte der denn zu den alten Ägyptern gehabt? Oder aber zu den selbstverständlich vorauszusetzenden Außerirdischen, die bekanntlich unsere gesamte Kultur und Technologie einfach so mitgebracht haben ohne jemals einen vernünftigen Grund dafür anzugeben.

Aber ich konnte nicht weiter nachdenken oder auch nur nachfragen. Aus einer Ecke des Raumes erklang eine leise, mit einer katzenhaft miauenden, kaum hörbar schwachen Stimme hervorgebrachte Frage: „Wen hast du mir mitgebracht?“ „Ein junges Blut. Es wird dir helfen.“ Mich schauderte, ich wandte mich um und fragte: „Was… was ist das? Was soll das?“ „Nun, während der Fahrt durch die Zeit war ich geschützt. Nicht aber sie, meine Begleitung. Sie alterte und ist jetzt tausende von Jahren alt. Lebt aber noch.“ Ich nickte. Ich verstand, wenigstens zum Teil. Ich war in Gefahr. Wieder wandte ich mich, meine Augen waren an das Halbdunkel gewöhnt und ich sah eine verschrumpelte, mumienhafte Gestalt in der Ecke kauern. Beinahe hätte mich der Schauder überwältigt, aufgehalten, aber ich nahm mich zusammen, sprang ich in die Maschine, drückte aufs geradewohl auf Knöpfen herum und wurde in die Zeit geschleudert. Im letzten Augenblick sah ich noch, wie der uralte Perl mit einem steinernen Opfermesser auf mich zukam. Dann waren die Beiden in ihrer armseligen Kammer verschwunden.

Ich sitze hier, wir schreiben 2011 und nicht mehr 2000 nach hiesiger Zeitrechnung. Ich fürchte mich freilich ein wenig davor, dass es noch weitere Zeitmaschinen oder aber andere Möglichkeiten geben könnte, mich zu finden.

Nachrichten über antike Funde, insbesondere das alte Ägypten betreffend – wie erst jüngst diese Stadt mit ihren Wellformmauern – verfolge ich immer mit besonderem Interesse. Aber schließlich habe ich hier neben mir eine phantastische Maschine stehen, könnte auch wieder fliehen, während ich dieses hier aufschreibe. Seltsam, während ich mich umsehe, wo ist sie denn, diese doch recht große Apparatur, ich kann sie nicht sehen? Was ist geschehen?

*ich denke, ich schreib hier mal kommentarlos und ohne Wertung, was das Rechtschreibprogramm vorgeschlagen hat (das ist ja immer wieder ganz lustig mitanzusehen, wie es sich plagt): unausrottbar. Echt jetzt, ja, und ich begehre, nicht schuld daran zu sein! Es ist ja nur eine Maschine, bedenkt das bitte (auch für den Fall, ich hätte unaufmerksam der Korrektur stattgegeben).

Ebenso verzichte ich mangels ausreichender fachlicher Kenntnisse auf weitere Ausführungen betreffend der Außerirdischen und ihres Equipments. Man wende sich an anerkannte Ufologen oder wie immer die heißen.

(265.) Tante Emmi kommt zu Besuch

Oder: Arecibo, bitte melden!

Ein Knistern, ein Rauschen. Es hörte sich an, wie die Sendersuche auf einem alten Kofferradio. Nur Schlimmer. Greller, lauter, ein mehrstimmiger oder eben mehrwelliger Lärm. Aber schließlich drang, bereinigt durch allerlei hochmoderne und teure Geräte, durch: „Heute Mittag kommt Tante Emmi zu Besuch!“ Wieder Knistern, dann ein anderes Signal: „O nein! Konntest du das nicht absagen? Wir wollten doch…“ „Genau, wir wollten! Also sag bloß nicht, du hast keine Zeit, du musst länger arbeiten oder so!“ Längeres Geknister, aber kein klares Signal, dann plötzlich: „Du hast das von langer Hand vorbereitet. Du wolltest gar nicht mit mir…! Du hast nur eine Gelegenheit geschaffen!“ „Was? Was denkst du von mir! Ich, ich kümmere mich hier um alles und muss mir dann so etwas anhören! Und im Übrigen, hab dich nicht so, das ist schließlich deine Tante! Und, vergiss nicht, womöglich Erbtante!“ „Ja, schon gut. Ich komme ja.“ „Bring gefälligst Blumen mit! Sie liebt Sandrosen, du solltest das wissen!“

Es war hochinteressant. So etwas hatten wir noch nie gehört. Und würden wir auch nicht mehr hören.

Wir bekamen nämlich kein Geld mehr. Für derlei Unsinn würde die Politik keine Steuergelder mehr verbraten, da ist doch jeder zusammenphantasierte Science – Fiktion – Actionfilm mit Krachbumm und Krieg viel spannender! Ja, das mussten wir uns anhören, wortwörtlich.

In der Folge brach dann ja auch richtig das Arecibo – Radioteleskop zusammen. Wir werden also nie wieder so etwas empfangen, da unsere Ausrüstung nicht mehr finanziert wird. Obwohl wir zur Sprache brachten, dass es sich ja vielleicht auch um einen Code gehandelt haben könnte, um eigenwillig verschlüsselte Absprachen zu machtstrategischen Zwecken. Schließlich hätten wir es mit einer extraterrestrischen Intelligenz zu tun, womöglich einer Hyperintelligenz, die verständlicherweise ganz anders agiert und denkt wie die Menschheit. Die beteiligten Geheimdienstleute fingen an zu lachen und ihr Chef sagte zum Präsidenten: „Also, Mister Präsident, für diesen Unsinn dieser sogenannten Wissenschaftler habe ich jetzt keine Zeit mehr. Ich muss nach Hause, meine Frau wartet, wir bekommen noch Besuch. Und sie wissen ja, wie streng die Frauen da sein können!“ Verständnisvoll nickte der Präsident, uns winkte er zu gehen. Wir hörten noch etwas wie: „Das ist doch alles wie Kraut und Rüben, Seti und Pleti, wobei das Letztere hier wohl für Pleite steht. So ein Reinfall!“
Ehrlich gesagt war die Aussage, dass es ein geheimnisvoller Code, eine womöglich bedrohliche Nachricht sein könnte, deren Entschlüsselung, also die weitere Finanzierung unserer Arbeit, unserer kostspieligen Technik als eine Aufgabe von nationaler Bedeutung anzusehen sei, auch weit hergeholt, eine Erfindung, fast schon eine Notlüge unsererseits. Hätten wir gesagt, es sei Grundlagenforschung und eine Menschheitsaufgabe, so hätten wir wohlwollendes Nicken geerntet, aber keinen einzigen Nickel, das ist doch jedes einzelne, enttäuschende Mal so! Verwertbare Ergebnisse werden verlangt, die in Geldverdienst oder noch besser unmittelbaren, militärisch – technischen Machtgewinn umsetzbar sind. Und deshalb erzählten wir etwas von einem bedrohlichen Szenario, aber das glaubten wir natürlich selbst nicht.

Und ich will ehrlich sein. Auch unser eigenes Bestreben war der reinen Wissenschaft nicht würdig. Wir wollten nach diesem ungeheuerlichen Durchbruch, diesem Anfangserfolg einfach unsere abgefahrene Daily Space Soap weiterhören!

Was, so fragen wir uns seither, was geschah bei dem Besuch von Tante Emmi? Ergatterte der Gatte die geforderten Sandrosen? Was geschah, was geschieht als Nächstes?

(264.) Pablos Friedenstaube wird im Unterricht gerupft

„Die Taube, besonders von der Darstellung Pablo Picassos abgeleitet, ist heute das gängige Symbol für den Frieden!“

Etwas Unruhe, bedingt durch Verständnisschwierigkeiten in einem Land, das sich wie gewöhnlich und in stolzer Tradition gepflegt in irgendwelchen Ländern in irgendwelchen Kriegen befindet, bricht unter den Schülern aus, sie diskutieren.

„Eine Daube? Die benutzt man doch zum Dichten! Sonst läuft doch alles aus dem Fass! Und das hat der gemalt? Eine Fassdaube, mit der man undichte Löcher stopft, das ist der Friede?“

„Excuse-moi, Daube de Boeuf, das ist gut, aber was machst du damit Seltsames?“

Der Lehrer fragt nach. „Was habt ihr denn wieder falsch verstanden? Selbst unser Gastschüler hier. Ich spreche von…“

„Ah, pardon. Sourd?“

„No, Francoise. Colombe! Colombe de la paix!“

„Ah, qui. Jes suis comprende!“

„Na, wenigstens einer!“

„Aber ich nicht. Habt ihr vom Boulespiel gesprochen, Boccia, ihr wisst schon?“

„Wie kommst du denn darauf?“

„Na, das spielen doch die Franzosen gern. Und ihr habt französisch palavert. Und ein Stück Holz wie eine Daube – das ist doch das Ziel. Auf das man stößt oder wirft. So ein Holzstück, ein Holzklotz. Das ist doch wie beim Eisstockschießen!“

„Da sieht man mal wieder. Ich rede vom Friedenssymbol – und er kommt mir mit Zielen! Auf die man wirft!“

„Eben.“

Für sich murmelt der Gastschüler: „Daube de colombe?“

(Das hier steht nicht unter Kindergeschichten. Anders als 12, denn es sind ja Kinder-, besser Schülergeschichten)

(263) Humus

  1. Hummus

Der Mann war schlau gewesen, aber irgendwann hatten sie ihn erwischt. Eine Zeitlang war er weg vom Fenster gewesen, vielmehr war das neue Fenster, das man ihm zwangsweise angeboten hatte, eines jener mit unerquicklicher, käfigartiger Aussicht gewesen. Nun gut, inzwischen war das Vergangenheit, weitgehend vergessen, er war frei, ein, je, nach Betrachtungswinkel, geläuterter oder unbescholtener oder halt ganz normaler Bürger. Und, da er schlau gewesen war, hatten sie nicht alle seine Verstecke und Vorräte entdeckt. Er vertickte die Überreste seiner Ware von einst, nahm seine hart verdienten Bitcoins und Geldscheine und transferierte alles auf harmlose Konten, harmlose Namen.

Der Mann war schlau. Immer öfter hatte er, seit er wieder in der Öffentlichkeit unterwegs war, gesehen, dass die Menschen diese Gläser im Supermarkt kauften, seit sie zu haben waren. Und das war noch nicht lange her, so lange war er doch gar nicht weg gewesen!

Er hatte die Aufschrift auf den Gläsern gelesen: „Hummus.“ Und hatte gelacht: „Humus? Fressen die Dummköpfe hier aus Armut inzwischen Erde?“ Dann aber hatte die Neugier überwogen. „Ah, Kichererbsen! Besser als Erde, aber wieso kichert die Erbse?“ Schließlich hatte er sich erkundigt. Sich im Internet und aus einschlägigen Büchern schlau gemacht, mit Köchen und insbesondere mit den Betreibern der oft nur für kurze Zeit bestehenden Garküchen und kleinen Ladengeschäfte gesprochen, die derlei Waren bevorzugt in ihrem Sortiment führten. Offenbar waren diese Nahrungsmittel gut an den Mann oder noch öfter die Frau zu bringen. Wer modern sein wollte, aß so etwas. Das war hip, weltoffen und angeblich gut für die Umwelt, gerade wenn es kleine Gläser oder andere dieser Einwegverpackungen waren, die dann rasch und wo man eben gerade war entsorgt werden mussten. Das Leben fand unterwegs statt, auf der Straße, bei Freunden und auf dem Weg zu ihnen, und seine Überbleibsel halt auch. Das waren die Menschen ja schon gewohnt gewesen, da sie die raschen Mitnahmeessen auch schon aus anderen Zusammenhängen gewohnt waren. Einige Zeit waren Hähnchen und Würstchen en vogue gewesen, dann zusammengepresstes Hackfleisch. Immerhin, da mochte diese Kichererbse sogar ganz objektiv gesünder sein. Vor allem aber konnte man damit Geld verdienen!

Bald schon verkaufte er seine eigenen Kichererbsenaufstriche. Mit allerlei Beimengungen. Früher, im Drogenhandel, hatte man von Strecken gesprochen. Hier war es plötzlich phantasievolle Küche. Das war nicht alles gesund oder bester Qualität, was er da beimengte. Aber schließlich machte er das doch bloß, um als ehrenwerter Kaufmann sein Geld zu verdienen, nicht, um irgendjemanden von irgendetwas Eingebildetem zu kurieren!

Ärgerlich war der Streit am Anfang. Es kamen doch tatsächlich so ein paar aktivistische Weiber daher, die ihn blöd anmachten. Plakate vor seiner kleinen Fabrik aufpflanzten! Von kulinarischer Aneignung sprachen sie, was immer sie mit derlei sinnlosem Geschwafel sagen wollten! Von ungenügender Würdigung der Kultur, die diese Gerichte hervorgebracht hatte. Seine Helfer, darunter Angehörige jener Kultur, die auf solche Art verteidigt werden sollte, jagten sie fort. Er hatte sich ernstlich gewünscht, diese ihm lästigen Damen mit guten, einheimischen Würstchen bewerfen zu können, wie er selbst sie bevorzugte und regelmäßig im Supermarkt für seinen Eigenbedarf kaufte. Das hätte diesen, wie er vermutete, Vegetarierinnen nicht gefallen.

Sein Laden lief. Er hatte sich einen schönen Namen ausgedacht, Maghrebs Diner, da kamen nahegelegener und trotzdem bloß vorgestellter Orient und äußerster und ebenso mit abwegigen Phantasieeigenschaften belegter Okzident so einvernehmlich zusammen, da konnten die mit ihrer kulinarisch – kulturellen Aneignung ihn mal, und zwar auf jede denkbare Weise! Wollten diese Weltverbesserer etwa Patente aufs Essen vergeben wie irgend so ein mieser Großkonzern, der dem ehrlichen Mittelstand wie ihm das produktive Leben schwermachte?

Seit langem war er nicht mehr so deutlich im Plus gewesen. Auf dem Konto, in seinem Leben! Und das ganz, ohne irgendetwas Illegales zu tun. Er kannte sich selbst nicht mehr.

Dann kam jener Tag, an dem diese zwei Männer in seinen Laden kamen. Diese kamen ihm gleich seltsam vor. Und bedrohlich. Er wollte schon in sein Büro gehen und seine Knarre holen, die dort immer noch in der Schublade bereit lag, ein Überbleibsel und eine Erinnerung an die guten, alten Zeiten. Doch es war zu spät.

Waren das rachsüchtige Typen aus seinem früheren Leben? Aber er erkannte keinen der Beiden. Waren das Killer, die ihm irgendein betrogener Dealer von einst auf den Hals gehetzt hatte? Aber das waren keine Profis, so wie die mit ihren Pistolen herumballerten, seine Leute abknallten. „Dreckiges Ausländerpack, ihr sollt verrecken,“ brüllten die Beiden. Ach, daher wehte der Wind!

Seit längerem schon gab es Schießereien, Mordanschläge auf Kleinunternehmer der Stadt. Die Polizei hatte genauestens geprüft, welche Verbindungen zum organisierten Verbrechen die Opfer, diese kleinen Geschäftsleute haben mochten oder ob nicht irgendwelche befremdlichen Blutracheschwüre abzuarbeiten waren. Bisher war keine Verbindung zwischen den Taten ersichtlich gewesen. Außer, dass jeder dieser eifrigen Geschäftsleute offensichtlich einmal aus einem anderen Land gekommen war.

Er schrie die Eindringlinge an: „Ihr Idioten, ich bin doch kein Ausländer, ich bin Deutscher! Deutscher Bürger, geborener Deutscher, deutsche Vorfahren!“ „Ja, klar, und ich bin dann auch grad so ein dreckiger Kanake! Wie du,“ lachte einer der Beiden und schoss ihn in den Bauch. Er sackte zusammen. Der nächste Schuss traf ihn in die Schulter, dann einer in die Lunge. Er fiel zu Boden und zog ein Tablett mit Gläsern mit sich. Die zerbrachen, die Kichererbsenmasse ergoss sich über ihn, und er keuchte: „Hummus, verdammte Scheiße. Klingt wie Humus, Erde. Jetzt fresse ich auch Erde. Jeder frisst am Ende Erde.“ Dann sagte er nichts mehr. Seine Finger zuckten noch. Die Mordschützen gingen.

Vergeblich hatte die Polizei nach den Drahtziehern der Morde im ausländischen, im türkischen, italienischen, griechischen, maghrebinischen Milieu gesucht. Doch jetzt hatte sich die Situation grundlegend geändert. Ein Deutscher war ermordet worden. Die Morde mussten eine andere Ursache haben. Man bildete eine Sonderkommission. Fast alle Opfer hatten mit Lebensmitteln zu tun gehabt, in der Gastronomie, im Verkauf oder, wie hier, in der Produktion. Offenbar war hier die Ursache der Mordserie zu suchen. Wollte etwa eine mafiöse Vereinigung, aus welchem Land auch immer, hier ihren Einfluss ausbauen?

Dübendorf, dem vom Staatsanwalt persönlich die Leitung der neugebildeten SoKo GastroEnterExotis. übertragen worden war, hatte seinen nach eigenem Selbstverständnis besten Mann nach seiner eigenen Person geschickt. Flüder betrachtete das Sammelsurium an Beweisstücken, an Fotos die die Kollegen der verschiedenen Dienststellen bereits gesammelt hatten. „Sagt mal, habt ihr das Bild noch in größer?“ „Was, das von dem Mus, mit dem der arme Kerl schier bedeckt ist?“ „Ja, genau. Und zwar das hier,“ Flüder zeigte auf die Hand des Mannes und die mit Blut vermengte Masse, in der diese noch bis zur endgültigen Erstarrung herumgerührt hatte.

Wie schon öfter zweifelten die Polizisten am Verstand des Kommissars. Was sie vom Leiter der Kommission, die aufzuklären hatte, welche exotische Organisation die heimische gastronomische Landschaft zu entern und übernehmen gedachte, zu halten hatten, das wussten sie. Aber offenbar war auch der Kommissar nicht frei von Hirngespinsten.

Man vergrößerte den Ausschnitt, so gut es ging. Flüder schüttelte den Kopf: „Verflixt unscharf. Aber das sieht doch aus, als habe der etwas zu malen, zu schreiben versucht? Oder bin ich auf dem Holzweg?“  Gerne hätten die anderen diese Frage bejaht, aber es sah wirklich so aus. Und es war doch etwas peinlich, einen möglichen Hinweis übersehen zu haben.

Stundenlang experimentierten die Techniker. Die Schrift wollte nicht deutlicher werden. Letztlich lasen alle, die sich daran versuchten: „Jage Kanak.“ Was sollte das bedeuten? „Ich weiß nicht, warum, aber offensichtlich dachte der Mann zuletzt an die Hygiene,“ schloss Dübendorf, als man ihm die Aufnahme ebenfalls vorlegte, „es ist doch offensichtlich, er wollte den Kammerjäger kommen lassen, Kakerlaken jagen oder so.“ Flüder stützte den Kopf auf. Heute Abend würde er sich wieder besaufen müssen, das spürte er jetzt schon. Vorsichtig wandte er ein: „Da steht nicht Kakerlake. Sondern Kanake. Denke ich. Jagt Kanaken oder so. Das könnte ein Hinweis sein.“ „Flüder, was sie wieder denken! Ich frage mich, wie sie bisher ihre Fälle gelöst haben, mit Glück!“ „Das mit Sicherheit auch. Ich frage mich, ob nicht einfach ein paar Irre, von denen haben wir hier ja genug, auf alle Ausländer Jagd machen.“ „Aber der war doch kein…?“ „Ja, ich weiß. Aber er hat so komisches Zeug hergestellt. Hummus heißt das, glaube ich.“ „Was, Humus? Erde? Zum Essen?“ „Nein, das heißt so. Mit zwei M.“ „Bonbons für Kinder?“ „Nein. Irgendwas mit Erbsen, glaube ich. Ich hab’s noch nie probiert.“  „Erbsen? Was haben Erbsen mit Ausländern zu tun?“ „Na, dieses Hummus. Das ist irgend so ein Rezept aus dem nahen Osten oder so, ich weiß auch nicht genau.“ „Und deswegen gleich jemanden erschießen?“ „Ja, nicht wegen dem Zeug. Sondern weil die dachten, das ist ein Ausländer!“ „Hm. Ja. Kann sein. Aber ich glaube immer noch…“ „Ach ja, ihre gelbe Gefahr.“ „Das ist ihre Formulierung! Ich habe diesen Typen noch nie getraut! Und sie sehen ja: egal, wer geschossen hat, lauter Ausländer – bis auf den Kompostproduzenten oder was immer der jetzt war. Bloß kein Schlitzauge mit undurchdringlichem Gesichtsausdruck drunter!“ „Hm, das dürfen sie dann aber nicht so in ihre Pressemitteilung geben.“ „Wieso?“ „Na, einmal, weil wir zum einen keine Hinweise in die Richtung haben. Und dann, weil man das nicht so sagen darf!“ „Was, dass diese Chinaleute gefährlich sind?“ „Nein, das mit den Augen.“ „Mein Gott, Mann, Flüder! Man darf ja gar nichts mehr sagen! Die haben doch Augen! Wie wir normalen Menschen auch, das ist doch nicht gelogen!“ „Na, zumindest besser nicht so formuliert in die Pressemitteilung geben! Wir Langnasen sollten so etwas nicht groß rausposaunen!“ „Langnase sagen ausgerechnet sie? Sie mit ihrer Rübennase?“ „Na, so sagen doch diese Ostasiaten zu uns. Weil sie unsere Riesengurken so seltsam und auch nicht besonders hübsch finden!“ „Na, die haben ja vielleicht eine Einbildung! Das sind mir vielleicht Rassisten!“ „Da gibt es sogar eine lustige Geschichte dazu, nämlich, dass die Menschen in Indonesien die einheimischen Nasenaffen Holländer nannten, nachdem sie diese Leute kennengelernt hatten!“ „Indonesier? Mit abgerichteten Affen? Die hatten wir jetzt noch gar nicht auf dem Plan, wie sind sie denn auf die gekommen! Sind auf diesen Inseln nicht so Malaien mit vergifteten Messern, die dann nach Blut dürsten und herumlaufen, na, wie heißt das noch…“ „Nein, nein! Kein Amok!“ „Was, ein Amokläufer? Aber der zeitliche Abstand…“  „Das hat nichts damit zu tun! Ich hab nur eine Geschichte erzählt, mein Fehler, das hat gar nichts mit unserem Fall zu tun!“ „Flüder, Flüder, sie verlaufen sich. Das waren diese Chinesen, wenn ich es ihnen sage. Die mit den Kampfhähnen.“ „Kampfhähne?“ Zu spät fiel es Flüder ein, er hätte nicht fragen sollen, und er wusste, er würde sich betrinken müssen.

Dübendorf lehnte sich zurück: „Sie wissen doch, diese gefiederten Kampfhähne, die immer so im Kreis rumtanzen, trommeln und immer so „wuh, wuh“ machen. Die überall Ärger machen. Sogar in Amerika. Deren Präsident hat doch gesagt, die sollen endlich zurück, wo sie ursprünglich herkommen und Amerika den echten, den richtigen Amerikanern wie ihm überlassen. Also zurückgehen dahin. Wo die gezüchtet werden. Er sagt, das sei doch Absicht, dass die diesen gemeingefährlichen Wuhahn loslassen.“  Flüder stand auf: „Ich sollte dann mal weitermachen, nicht wahr. Und ich würde doch gern diesem Hinweis nachgehen: ob es sich nicht vielleicht um ein paar Irre handelt, die einfach Ausländer ermorden.“ Dübendorf hätte gerne noch mehr von seinem Wissen über gefährliches chinesisches Kampfgeflügel preisgegeben. Aber er nickte einsichtig: „Machen sie das. Aber vergessen sie nicht: meiner Meinung nach erfahren sie die Wahrheit am ehesten in einer Pekingsuppe mit Haifischflossen und Glasnudeln drin!“

In einem gewissen Sinne hatte Dübendorf recht. Insofern das nächste Opfer zwar kein Chinese, aber doch der Betreiber eines Lokals, das vietnamesische Spezialitäten anzubieten versprach, wenn auch Reisratte nicht auf der Menükarte stand, war. Dübendorf, der sich weigerte, zwischen derart fernliegenden Ländern auch noch Unterschiede zu machen, seufzte. Flüder wandte zwar ein, dass es insofern immer noch ein Chinese hätte sein können, ein Mongole, Koreaner oder Japaner, wenn er dies auch nicht für wahrscheinlich hielt. Doch Dübendorf wischte derlei Einwände vom Tisch: „Die sehen doch alle gleich aus! Wie hätte der das denn unterscheiden sollen, der wird doch nicht die eigenen Leute abknallen?“ Einen Moment lang überlegte Flüder, ob er etwas sagen sollte, dann nickte er. Dieser ohnehin fragwürdigen Annahme würde er nicht mehr nachgehen müssen, und wenn er nicht unnötig Salz in diese Suppe der Unwissenheit streute, dann konnte er in Ruhe seine Arbeit machen. Allerdings machte er sich nach diesem Gedanken Sorgen über seine eigene Verfassung, denn Suppe der Unwissenheit, so etwas dachte ein geistig gesunder Mensch doch gewiss nicht.

Aus den Kontakten, die die Polizei zum Kleinkriminellenmilieu unterhielt, auch in Zeiten von teilweise legaler Gesichtserkennungssoftware und Handydatenauswertung immer noch die Hauptquelle verwertbarer Hinweise, hatte er erfahren können, dass in letzter Zeit eine größere Menge Munition gehandelt worden war. Pistolenmunition wie sie auch für die Morde genutzt worden war.

Das war zwar, da es sich um ein überaus gängiges Kaliber handelte, kein sehr deutlicher, aber doch ein interessanter Tipp. Und Flüder setzte seine Leute darauf an. Recht bald wusste die Polizei, in welchen Kreisen sie nach den aus einschlägigen Depots entwendeten und gehorteten Patronen suchen musste. Es waren, wie Flüder von vorneherein vermutet hatte, die gleichen Leute, die mit ermüdender Regelmäßigkeit Brandanschläge auf Wohnheime für Asylbewerber verübten, ausländisch aussehende Menschen in der Stadt anpöbelten oder verprügelten und am Wochenende dunkelhäutige Fußballspieler beleidigten und Brandfackeln auf das Spielfeld warfen.

Dübendorf pfiff ihn zurück. Es lägen keine Beweise vor. Flüder nickte: „Ich versteh schon. Wie bei den letzten Straftaten dieser Hohlköpfe. Entweder wir erwischen einen in flagranti, dann ist es ein armer Irregeleiteter, der niemals nicht Kontakt zu Niemandem hatte, oder die Ermittlungen verlaufen im Sand, es gibt Alibis und keine Beweise und die Anschuldigungen sind frei erfunden. Also keine Durchsuchungen?“ „Für unbescholtene Bürger und die hiesige, einheimische Gastronomie? Die schummrigen Kneipen, in denen ein ehrlich arbeitender Deutscher noch unbelästigt abends sein Bier trinken kann und man noch sagen darf, was nun einmal gesagt werden muss? Nein, bestimmt nicht. Damit brauche ich dem Staatsanwalt gar nicht zu kommen! Und überhaupt: der will mit uns reden!“

Umständlich breitete Dübendorf die von ihm selbst aufbereiteten Erkenntnisse aus. Gewisse Aspekte ließ Dübendorf erst einmal weg, da er Flüders Auffassung nicht teilte, vor allem aber davon ausging, dass der Staatsanwalt an derart dubiosen und haltlosen Verdächtigungen ebenfalls Zweifel anmelden würde. Flüder saß stumm dabei und nickte manchmal.

Schließlich zuckte Dübendorf die Schultern: „Sie sehen, Herr Staatsanwalt. Die Chinesenmafia, diese Jakuten oder wie die heißen…“ „Yakuza, japanische Mafia,“ warf Flüder hilfreich und etwas voreilig ein, und Dübendorf fuhr fort: „Also, sag ich doch, diese Jakuzzisten aus China können es nicht gewesen sein. Hat doch eben ihre eigenen Leute erwischt!“ Der Staatsanwalt warf ein: „Triaden. Die chinesischen Verbrechervereinigungen nennt man bei uns üblicherweise Triaden.“ Dübendorf machte große Augen. Nicht umsonst hatte dieser Mann lange und hart studiert, wie man auch an seinen Schmissen sah, der wusste einfach alles! „Trichomonaden, klar, das habe ich auch schon mal gehört. Sehr verbreitet, überall zu Hause! Natürlich, so heißen die,“ erklärte er bedeutsam.

Der Staatsanwalt war in Versuchung, noch etwas dazu sagen, verstand aber den beiläufigen Wink Flüders. Es war müßig, das Thema zu vertiefen. Er lächelte schlau und sagte: „Nun, Dübendorf. Erste Erkenntnisse. Schön. Immerhin, es waren noch keine aus dem südlicheren Afrika dabei, kein Schwarzafrikaner, haben sie daran schon gedacht?“ Das hatte Dübendorf nicht und seine Augen leuchteten: „Ein sehr guter Hinweis von ihrer Seite, Herr Staatsanwalt, danke, das müssen wir unbedingt, ja, berücksichtigen, dem nachgehen, Flüder, hören sie!“ Flüder nickte müde: „Das stimmt nicht ganz. In diesem einen Überfall, da, wo der Inhaber ein deutscher Geschäftsmann war, nebenbei kein ganz unbeschriebenes Blatt, da arbeiteten auch zwei Westafrikaner.“ „Ja,“ stimmte Dübendorf zu, „das mag schon sein, aber das waren doch nur dem seine N…“ Schnell unterbrach Flüder: „Sicher. Aber hätte man die nicht verschont?“ „Nicht unbedingt,“ gab der Staatsanwalt zu bedenken, „wer weiß, vielleicht haben sie beim falschen Arbeitgeber angeheuert?“ Flüder nickte. Müde, wie er war, versuchte er gar nicht mehr zu widersprechen. Immerhin, der letzte Gedanke war nicht vollkommen abwegig. Seine Gedanken gingen freilich nach wie vor in eine andere Richtung.

Und er sollte seinen Hinweis bekommen. Der in die Richtung wies, in die auch er dachte. Zuvor, denn noch saßen sie in der wenig ergiebigen Besprechung, erläuterte Dübendorf, wie er sich das weitere Vorgehen vorstellte: „Wir überprüfen alle Schwarzen in der Gegend. Also, ich meine damit so richtig Schwarze, also…“ Der Staatsanwalt, der am selben Abend noch zu einem Treffen seiner alten Studentenverbindung wollte, unterbrach: „Das haben wir schon richtig verstanden, nicht wahr, Flüder?“ Der nickte müde. Dübendorf fuhr fort: „Bevorzugt dann die, die irgendetwas mit Gastronomie zu tun haben. Mit Nahrungsmitteln. Wäre doch gelacht, wenn wir da nicht auf irgendwelche Hinweise stoßen würden! Oder zumindest auf ein paar illegale Beschäftigungen, so dass wir welche von denen ausweisen können.“ „Damit ist zwar noch kein Mord aufgeklärt, inzwischen ein Mord an einem Deutschen, wohlgemerkt,“ ergänzte der Staatsanwalt, „doch natürlich haben sie recht, kleine Erfolge am Rande sind auch nicht zu verachten!“

Flüder schlurfte aus der Besprechung davon. Er war erschöpft. Er ließ seine Schultern hängen. Er würde den Computer herunterfahren, seine Tasche nehmen und dieses Gebäude verlassen. Und er wollte sich jeden Gedanken an diese Räume, diese Unterredungen, an seinen Beruf verbieten. Streng verbieten.

2. Humus

Zwei Männer auf dem Friedhof. Am Grab des jüngst ermordeten Unternehmers, der diese Gläser voller Kichererbsenpampe hergestellt hatte. Nachts. Die Jugendlichen waren sehr erschrocken, dass sie nicht alleine zwischen den Gräbern waren. Für einen kurzen Moment fühlten sie sich ertappt. Löschten ihre Kerzen und Taschenlampen. Sie wollten ihre nächtliche Feier im verbotenen Rahmen, doch was wollten diese beiden Typen?

Die zwei Männer standen nicht allzu lange da. Ernst schauten sie auf das Grab, dann schauten sie sich an. Das Licht der nahen Straßenlaternen, das in diesen Winkel des Friedhofs schien, war eben hell genug, um ihre Gesichtszüge zu erkennen. Die Jugendlichen bewegten sich nicht, saßen stumm hinter Büschen und Grabsteinen. Undeutlich und leise murmelte der eine der beiden, es klang wie: „Scheiße. Blöd gelaufen. Aber er ist doch auch selbst schuld! Mit seinem blöden fremdländischen Essen! Und jetzt liegt er hier in der Erde.“ Der andere sagte ebenfalls nicht laut, aber deutlicher: „Im Humus.“ Der erste fauchte: „Kannst du nicht deutsch reden?“ Der zweite lachte kurz auf, sagte: „Das ist Latein. Für Erde. Und den Witz daran verstehst du nicht. Erklär ich dir bei einem Bier, wenn du willst. Aber das hier, ja, das ist schiefgelaufen. Ein richtiger, ein echter Deutscher! Vielleicht nicht der beste Mann, aber trotzdem. Und wir haben ihn abgeknallt wie das andere Ungeziefer. Wie viele von dem Pack wiegt wohl ein solches deutsches Leben auf?“ Die beiden Männer nickten sich zu, drehten sich um und gingen. Ihre Schritte knirschten auf dem Kies, verklangen. Noch immer hielten die erschrockenen Versteckten die Luft an. Auf einmal sagte einer der Jugendlichen: „Was war das denn?“ „Keine Ahnung! Geht uns auch nichts an.“ „Die werden den wohl gekannt haben?“ „Und kommen dann nachts? Komisch war das schon.“ „Ja, seltsam. Ich meine, ich habe die zwei schon mal gesehen. Ihr wisst doch, in dieser Kneipe, in der wir schon mal Alk bestellen können!“ „Ja, jetzt wo du es sagst.“

Irgendwie war für diese Nacht die Luft raus, war den zuvor so mutig Feierlustigen die Laune dazu vergangen. Bald trennte man sich und ging nach Hause. Einige Tage später besannen sich ein paar der jungen Leute auf ihr eigentliches Hobby, dem sie mit viel Begeisterung und Liebe zum Detail nachgingen.

3. Prank

„Hm. Ihr solltet den Unsinn lassen. Das Ding ausmachen, weglegen. Hört mal, so was kann ganz schnell ausarten!“

Das war nicht die Reaktion, die die beiden Verkleideten erwartet hatten. Mit gruseligen Clownsmasken angetan standen sie mit scheppernd rotierenden Kettensägen vor dem Mann in seinem unmodischen Trenchcoat. Doch der schrie nicht vor Angst, der rannte nicht davon, sondern stand ruhig da, wirkte fast gelassen, wenn auch gespannt und handlungsbereit.

Es war dunkel und der Mond beleuchtete den Platz nur schwach. Die Straßenbeleuchtung war hier ein Stück entfernt. Sie hatten sich den Platz für ihre Attacke sorgsam ausgesucht! Mit Gebrüll waren sie aus ihrem Versteck gesprungen, hatten die Maschinen angeworfen. Und jetzt das, diese unbefriedigende Reaktion. Der eine hielt es nicht mehr aus, prellte vor und hob die Kettensäge!

Eine rasche Wendung des gegenüberstehenden Mannes, dem sie das gar nicht zugetraut hätten, ein Tritt, der Kettensägenschwinger fiel zu Boden, die Maschine ein Stück weiter, der Mann sprang dorthin, hob das Gerät hoch und lachte: „Ah, ohne Kette! Ihr wolltet auf Nummer sicher gehen, nur Leute erschrecken? Hört mal, das kann trotzdem ganz schnell schiefgehen! Geht nach Hause. Und lasst solchen Unsinn!“

Ohne weiter auf die Beiden zu achten ging Kommissar Flüder über den Platz, wollte in eine Seitenstraße abbiegen und unauffällig verschwinden. Er wollte endlich nach Hause, der Tag war lang genug gewesen.

Da hörte er rasche Schritte hinter sich. Der Verfolger kam leichtfüßig daher, war vermutlich keiner der beiden recht großgewachsenen Spaßvögel von eben. Flüder drehte sich um. Eine junge Frau mit im Wind ihres raschen Laufes wehendem Blondhaar kam auf ihn zu. „Was wird denn das? Schlimmer kann’s eigentlich nicht mehr werden,“ meinte schulterzuckend der Kommissar. Die Eilende rief ihm zu: „Warten sie, warten sie doch! Ich… wir… also, sie sind doch Polizist, richtig?“ „Ja. Und?“ „Ich bin Eileen Huberesch. Ähm, ja, so heiße ich, so haben mich meine Eltern genannt,“ sagte die schwer Atmende, als sie den etwas ungläubigen Blick des Kommissars sah, „und wir, also, die beiden da von eben und ich – ich habe die Szene gefilmt!“ „Bitte nicht! Wenn man sieht, dass ich euch einfach so laufen lasse!“ „Nein, nein, keine Angst. Ich bin doch keine Erpresserin! Das lösche ich natürlich, wäre für uns doch auch eher peinlich! Nein, ich will etwas ganz anderes: Wir haben da neulich etwas gesehen. Das könnte sie interessieren.“ Inzwischen waren die beiden anderen mit abgenommenen Masken etwas unwillig ebenfalls herbeigekommen. Flüder musste es einfach tun, er wies die drei nochmals auf die mit derlei Aktionen verbundenen Gefahren hin, man nickte verständig, dann aber sagte die Sprecherin: „Jetzt sagt ihr doch auch mal was. Erzählt dem Herrn Polizisten von neulich, vom Friedhof!“ „Du meinst echt, wir sollen dem Bull… äh, wir sollen das sagen?“ „Ja! Es kam uns allen doch seltsam vor!“

Und schließlich, wenn auch mit vielen Unterbrechungen, erzählten die drei von der Friedhofsszene. „Ihr würdet die beiden wiedererkennen,“ fragte Flüder. „Ja, schon,“ erwiderte unwillig einer aus der Gruppe, dann zu seiner Begleitung gewandt: „Das haben wir jetzt davon!“ Flüder forderte: „Hört mal, das kann wichtig sein. Ihr kommt bitte morgen ins Kommissariat und beschreibt die Burschen. Für ein Phantombild. Ich will wissen, wer das war! – So, und jetzt gehe ich mein Feierabendbier trinken. Aber ihr habt mir eben einen Tipp gegeben, wo. Ich weiß gar nicht, ob ich in der Kneipe schon mal war!“ „Passen sie auf sich auf,“ murmelte Eileen.

Dann trennte man sich endgültig. Im Weggehen hörte Flüder noch, wie in der kleinen Gruppe ein Streit begann. Eileen packte ihre Ausrüstung zusammen und ging nach Hause. Sie war echt wütend auf ihre Freunde, die zwar Streiche spielen konnten, aber kneifen wollten, wenn es um etwas Wichtiges ging.

4. Extrakt

Flüder fiel in der Kneipe auf. Gespräche verstummten, wurden später leiser in irgendeiner Ecke wieder aufgenommen. Sein Bier bekam er aber vorgesetzt. Bedankte sich sehr, betonte, dass er hier neu und noch nie in dieser gastlichen Stätte gewesen sei. Diese Tarnung genügte auch für die ersten drei Biere. Viel mitbekommen hatte er bis dahin nicht. Aber mit großem Interesse die einschlägigen Tätowierungen der hier verkehrenden Schlägertypen betrachtet. Etwas später trat dann ein alter Bekannter ein, dem Flüder schon mehrfach, wenn auch nicht in Restaurationen, gegenübergesessen war. Der erschrak, überlegte offenkundig, ob er gleich wieder gehen sollte, hatte dann angelegentlich mit dem Wirt zu flüstern. Flüder lächelte. Es war Zeit, zu gehen. Ihm war klar, dass ein enttarnter Polizist hier Ärger bekommen könnte. Er stand auf, ging zur Theke, legte einen Schein dorthin: „Stimmt so!“ Dann sprach er seinen Bekannten an: „Komm, bevor du Unsinn erzählst. Machen wir zwei doch einen Spaziergang durch die Nacht, ganz unverbindlich, versteht sich. Na, was meinst du?“ Der Kleinkriminelle zuckte die Achseln und kam mit. In der Kneipe setzte nun ein großes Geraune ein. Ein Ziviler, was wollte der wohl?

„Zigarette?“ Flüder wollte schließlich freundlich zu dem Mann sein. Der grinste: „Seit wann rauchen sie denn? Oder ist das der maximale Köder, für was auch immer?“ Nun war es an Flüder zu lächeln: „Ach was, nicht so misstrauisch. Ich ermittle nicht wegen irgendwelchem Kleinkram. Und nicht gegen dich, verstehst du? Aber Munition, viel Munition wurde gehandelt…“ „Oh, verdammt! Ich sag kein Wort!“ „Das heißt, du hast was mitbekommen. Oder besser: es ist dieses Thema in bestimmten Kreisen, über das sehr laut geschwiegen wird, richtig?“ „Genau. Schweigen. Ist besser, gesünder!“ „Hör mal: wahrscheinlich ist es besser, du erzählst wirklich nichts. Aber pass auf: wir suchen Mörder. Und da sind wir zäh. Da bleiben wir dran. Und da könnten wir, so beiläufig, auf allerlei stoßen. Die Geschäfte, du verstehst? All eure kleinen Geschäfte, sie könnten darunter leiden. Also: wenn mir jemand einen Tipp geben möchte – du weißt, wo du mich findest!“

Flüder ließ einen nachdenklichen Ganoven zurück. Und ging nun endlich nach Hause. Der Zurückgelassene beschloss, für einige Zeit von der Bildfläche zu verschwinden. Er wusste, wie die Jungs reagieren würden, wenn sie dachten, er hätte etwas ausgeplaudert.

Mitten in der Nacht klingelte sein Telefon. Flüder wurde zu einem Mord gerufen. Er dachte: „Verdammt! Ich hätte ihn nicht auffordern dürfen, mitzukommen!“ Aber es war nicht, wie er zunächst gedacht hatte, der altvertraute Kriminelle. Sondern es waren zwei junge Männer mit Clownsmasken.

Am nächsten Tag ging Eileen zur Polizei. Und wunderte sich kaum, dass sie alleine war. Flüder ließ sich von ihr die Männer auf dem Friedhof genau beschreiben. Er nickte. Sie waren gestern Abend ebenfalls in der Kneipe gewesen. Dann fragte er Eileen nach ihren beiden Freunden. „Nun ja, Freunde. Ich würde eher sagen, Kollegen! Und gestern haben wir uns ohnehin verkracht. Das sind doch zwei Clowns!“ „Ja, als solche maskiert waren sie. Stimmt.“ „Schon, aber ich meine: die haben doch gar nicht begriffen, wenn etwas ernst wurde!“ Flüder nickte. Eileen fuhr fort: „Das merkt man doch schon daran, dass sie heute gar nicht gekommen sind!“ Flüder schüttelte den Kopf. Er kniff die Lippen zusammen. „Daran lag es nicht,“ sagte er dann, „hör mal, Eileen. Ich habe sehr, sehr schlimme Neuigkeiten. Wirklich schlimm. Und, nun, du wirst dir das ansehen müssen!“ Eileen riss die Augen auf. Sie war ja nicht dumm, und wenn einem die Polizei so etwas sagt, weiß man, dass es ernst ist.

Kurze Zeit später saß sie wieder in Flüders Büro. Diesmal in Tränen aufgelöst. „Soll ich jemand anrufen,“ fragte der besorgte Kommissar. Sie schüttelte nur den Kopf. Wer sollte ihr jetzt zuhören? Geschweige denn helfen? Sie hatte die Leichen eindeutig identifiziert.

„Sie wollten nicht aufhören. Weiter Leute erschrecken. Und ich bin nach Hause, mir reichte es,“ erklärte Eileen. „Und dabei müssen sie an den Falschen geraten sein,“ ergänzte Flüder, „sie wurden erschossen. Und jetzt wird es spannend: mit genau der gleichen Munition, wie diese ganzen Morde, die wir eben untersuchen!“ Wieder wurden Eileens Augen groß: „sie meinen, die waren hinter uns her?“ „Nein. Zumindest gibt es keinen Hinweis. Aber die Möglichkeit besteht. Hat euch jemand beobachtet? Auf dem Friedhof gesehen? Oder als ihr mit mir gesprochen habt? – Aber eigentlich glaube ich, dass es ein Zufall ist. Bekanntlich verantwortlich für fast jedes Schlamassel, aber auch der beste Kommissar.“

Trotzdem ging er mit seiner Zeugin zu Dübendorf: „Wir brauchen Polizeischutz für das Mädchen. Es ist eine wichtige Zeugin!“ Dübendorf wollte zunächst nur wissen, wie weit Flüder mit der Überprüfung gekommen war, der bedeutete ihm, dass er das delegiert habe. Und dass hier eine andere Spur zu verfolgen sei. Eileen sagte: „Wo ist das alles denn passiert? Denn wenn die beiden einen Prank starten…“ „Was haben Bärentatzen damit zu tun,“ fragte Dübendorf verständnislos. Eileen fuhr fort: „Einen Streich. Das sagt man so, ist englisch!“ „Unglaublich. Wie Handy, hm?“ Eileen tappte in die Falle und erläuterte, dass Handy eigentlich ein deutsches Kunstwort ist, Flüder holte so lange Kaffee für alle und hörte, als er zurückkam, seinen Chef noch sagen: „Aber es klingt doch so englisch! Und dabei dachte ich die ganze Zeit, es müsste etwas mit Chinesen zu tun haben. Wo doch sogar der amerikanische Präsident so denkt!“

Endlich konnte Eileen erklären, was sie eigentlich loswerden wollte: „Wenn die so einen Streich spielen, dann machen die auch eine Aufnahme! Fürs Internet, weil sonst ist das ja umsonst!“ Flüder reagierte sofort und rief bei der Spurensicherung an: „Da muss irgendwo eine Kamera sein! Handy, irgendein anderer Apparat, keine Ahnung, aber da muss was aufgebaut gewesen sein!“

Und tatsächlich fand sich schließlich im Gebüsch ein getarntes Stativ mit darauf montiertem Aufnahmegerät. Es war überdeutlich zu sehen, wie die Horrorclowns auf zwei Männer zuliefen. Diese ihre Waffen zogen und schossen. Und dabei waren sie deutlich zu sehen und zu erkennen.

Jetzt war es nur noch eine kleine Polizeiaktion, die Täter festzunehmen. Sie plädierten auf Notwehr. Wurden damit konfrontiert, dass die anderen Morde mit denselben Waffen begangen worden waren. Behaupteten, die Waffen damals noch nicht gehabt zu haben. Konnten sich nicht erinnern, wann und wie sie in den Besitz der Pistolen gekommen waren.

In der Hauptverhandlung verzichteten die jugendlichen Teilnehmer der Friedhofsparty sämtlich auf eine Aussage, bekannte Bürger der Stadt hätten sie und ihre Familien noch einmal angesprochen, glaubhaft vermittelt, dass es weitaus gesünder sei, in bestimmten Situationen den Mund zu halten. Das verdächtige Gespräch auf dem Friedhof blieb unerwähnt, die einzige gesprächige Zeugin, Eileen, wurde als unzuverlässig dargestellt. Allein schon dieses kindisch – blöde Hobby! Die Vorbesitzer der Waffe und damit die mutmaßlichen Mörder waren folgerichtig unbekannt und unbeschrieben, die Notwehrsituation gegenüber den Kettensägen ohne Kette unbestritten, so dass die beiden Todesschützen auf Antrag der Staatsanwaltschaft mit einer Bewährungsstrafe davonkamen.

Flüder und Dübendorf betranken sich an diesem Abend gemeinsam mit weiteren Kollegen. Eileen und ihre Familie zogen bald darauf weg, da das Mädchen immer wieder Drohungen erhalten hatte, gegen die die Polizei nichts machen konnte. Das waren Briefe mit Pistolenpatronen darinnen, E-Mails, unterzeichnet mit „Dein Nazi von Nebenan, Opus 3.0.“ Die beiden Mordschützen stolzierten durchs Dorf, wurden von fast Jedermann achtungsvoll gegrüßt und verschwanden kurz darauf, auf Nachfrage wollte niemand sie gekannt haben, „so typische Einzelgänger halt,“ wie der Wirt der verrufenen Kneipe achselzuckend sagte.

(der dem ganzen zugrundeliegende schluffig – lehmige Kalauer ist auf meinem eigenen Witzboden entstanden, bisher fand ihn noch kein Zuhörer besonders unterhaltsam (vielleicht störte meine Opfer auch der etwas erdige Geschmack). Spätestens bei der gedanklichen Verbindung zu Terry Pratchetts wohlorganisierten Scheibenwelt – Mördern und ihrer Tätigkeit, dort Inhumieren (als Gegenstück zum beliebten Exhumieren der Pathologen) genannt, und der darauf aufbauenden Idee, dass man bei Kriminalgeschichten, wenn man nur lange genug sucht, immer ein britischstämmiges Vorbild auffinden wird, entstand allmählich diese vollkommen absurde Geschichte (wie auch die meisten anderen meiner Krimis (während z.B. 84, der Lund von Basketville, ja ganz andere Milieus bedient und andere handelnde Personen vorweist, wird hier an 123, der kriminalistische Spürsinn, angeknüpft, ohne eine fixe Reihung vorzugeben), derart weit hergeholt, dass zum Glück keinerlei Berührungspunkte mit der tristen und ereignisarmen Realität möglich sind. Da braucht sich kein, sagen wir mal einfach so aufs Geradewohl und ohne Hintergedanken, hessischer Polizist, sächsischer Jurist oder gut neureichsdeutscher Normalitätsbarbareiwähler auf irgendein braunes Hühnerauge getreten fühlen. – Ach, wäre der Schoß, aus dem derlei Ideen kriechen, doch humid und nicht so furchtbar fruchtbar noch!)

(262) Ich lese Hiromi Ito, Schnee.

(und meine Gedanken verwirren sich, wandern ab, weit weg von Menschen, die Schreiben, jedoch angeregt von der weißen Pracht tiefer und tiefer in den die Sicht verhindernden Schnee)

Traumäugig sehe ich Schwarzfelliges

Schnell größer werden, Schnee stiebt.

Mein Hund hält einen Hasen

Sanft im Nacken, trägt ihn

Zu mir. Der Hase will nicht,

Wehrt, bewegt sich, da

Schüttelt der Hund ganz kurz.

Der Hase ist nun Hasenbraten

Nachdem ich ihn zubereitet

Und meinen Hund gelobt

Habe. Denn er ist gut,

mein Hund und tut,

was erforderlich ist.

Da ihr ungläubig schaut:

Dieser Hund brachte

Nicht nur Hasen, Enten.

Sondern auch das

zahme Meerschweinchen

meiner weinenden Tochter

lebend zurück. Rührt

euch nicht, lebt! Lautet

zahnscharf das Urteil!

Möchte ich denn Wildhase schnell

oder möchte ich mein Hund sein

und mein Mund hielte einen Hasen?

Der Hund, der auch den Fuchs bringt

Am Nackenfell, gebeutelt.

Oder einsam hier stehen

Wehrlos, quasi

Zahnlos?

Zahnlos wie diese Welpen,

sie werden rauhaarig, denn

sie haben Haare zwischen

den winzigen Ballen

der Pfoten so klein.

Einmal wie ihre Mutter

Werden sie bringen

Fuchs, Ente und Has.

Aber ich, ich nicht.

Schwach mein Zahn,

schwach mein Nacken,

schwer meine Glieder

im Lauf, träge

meine Aktion

tauge ich nicht

als Jagdhund.

Tauge ich

als Beute?

Aber mein Pfiff, scharf,

holt den Hund, der

holt den Hasen,

so bin auch ich,

schwachbrüstig,

auf einmal

auf der Seite

der Scharfzahnigen!

Dort ist es leichter

Zu überleben.

Dort ist

Gut ruhen.

Weiches Fell.

Harter Zahn.

Sicherheit.