Bemerkenswert

es steht geschrieben

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

Gefolgt von einem langen Eingangssermon zunächst ein INHALTSVERZEICHNIS; folglich kann ein Jeglicher nach seinem Wunsche hier wie dort fortfahren und darf die angehängte Litanei gerne überspringen, ran an die Texte! Ich füge hinter dem Titel und ggf. einer kurzen Genreangabe einen Link ein, einfach anklicken und überraschen lassen. Als denn, INHALTSVERZEICHNIS oder: im Anfang war das Wort (aber der modernen Zeit entsprechend habe ich dann auch noch ein Bildnis von diesem oder jenem gewagt), beachte die umgekehrte Reihung, das erste (1.) ist also tatsächlich das ersteingestellte, scrollt man den ganzen Inhalt runter also das letzte Stück! Na typisch, den armen (mehr pflügenden als fliegenden?) Gaul von hinten her aufgezäumt! Als denn, beginnen wir mit dem Ältesten, dem Letzten, denn diese sollen die Ersten sein – womöglich war das auch schon innerhalb so eines Blogs verfaßt, den der damalige, noch der Antike verhaftete Verfasser nicht recht verstand:

1. Im Ungefähren verloren – Lyrik/Gedicht (Achtung, kann Hund enthalten!) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/im-ungefaehren-verloren/
2. Die einheitliche Feldtheorie – Science fiction    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/die-einheitliche-feldtheorie/
3. Nachrichten aus finsteren Folterzeiten – Lyrisches Gedicht https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/nachrichten-aus-finsteren-folterzeiten/
4. Parabel von Schwaben und Leuten – Parabel     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/parabel-von-schwaben-und-leuten/
5. Anser vulpes – Fabel. Oder halt Tiergeschichte    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/anser-vulpes/
6. Ich, Autor – Kurzgeschichte   https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/ich-autor/
7. Tiermagierin – Märchen (eine der ein klein wenig längeren Geschichtchen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/tiermagierin/
8. Bericht für den AAK – Science fiction    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/27/bericht-fuer-den-aak/
9. Bukowski, Charles – Lyrik/Gedicht    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/bukowski-charles/
10. The real horror of the heights (in Deutsch! – Fantasy/Science fiction, enthält wie es sich gehört Fluggeräte wie z.B. Nr. 24)     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/the-real-horror-of-the-heights/
11. Als er das Brot brach – Lyrik/Gedicht – +!     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/als-er-das-brot-brach/
12. Lehrer und Schüler im Zwiegespräch und Die Tante aus dem Jemen – 2 Dialoge      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/lehrer-und-schueler-im-zwiegespraech/
13. A Gsangl für’n Jandl – Lyrik/Gedicht      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/a-gsangl-fuern-jandl/
14. Aus dem Wörterbuch der Caniden – Spielerei, unvollendete, kann Hunde enthalten! https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/01/28/woerterbuch-der-caniden/
15. Schnodahüpferl – ja, eben das halt    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/schnodahuepferl/
16. Haiku 1 – Haiku     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/haiku-1/

17. Haiku 2 Glockenblume – Haiku    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/haiku-2-die-glockenblume/
18. Haiku. Benn. 2x. – Haiku? nun, auf der Haiku – Silbenzählung beruhende Gedichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/04/haiku-benn-2x/
19. Gebet – Lyrik/Gedicht, +!     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/das-gebet/
20. „Komm mit“ – Fabel     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/komm-mit/
21. Gemeinsame Interessenlage – Kurzgeschichte    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/gemeinsame-interessenlage/
22. Klassische Bahnfahrt – Fantasy     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/05/klassische-bahnfahrt/
23. lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit, geschweige denn den Viechern jeder Species! – Fabel, Text wie meist auf deutsch, und weder Mensch noch Haushund treten selbst auf      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/07/homo-homini-lupus-est-non-homo-quom-qualis-sit-non-novit-geschweige-denn-die-viecher/
24. Trudeln – Kurzgeschichte (enthält Fluggeräte ebenso wie z.B. Nr. 10) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/14/trudeln/
25. Joan Maynard! – Lyrik/Gedicht    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/14/joan-maynard/
26. den poet frag konkret/dekonstruktion – Lyrik/Kampfgedicht, direkte Aktion https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/24/den-poet-fragt-konkret/
27. Nächtliche Erscheinung – Haiku     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/27/naechtliche-erscheinung-haiku/
28. Wintersonnenstrahlen – Haiku     https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/02/27/wintersonnenstrahlen-haiku/
29. Auf den Tod eines Rollstuhlfahrers: – Lyrik/Gedicht/Nachruf https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/03/16/auf-den-tod-eines-rollstuhlfahrers/
30. Das Tagebuch von Tarascon – Legende, also +; ein bißchen länger https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/03/16/das-tagebuch-von-tarascon/
31. Eine Piratengeschichte mit Irish Wolfhounds – unfertig, eigentlich nur eine Ankündigung      https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/03/17/213/
32. Im Zeichen lesen – Kurzgeschichte ohne passendes passables Happy End https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/in-zeichen-lesen/
33. „Carpe diem“ oder „die Müh ist klein, der Spaß ist groß, du glaubst zu schieben und du wirst geschoben“ – Kurzgeschichte mit arg vielen Zitaten und gravierenden Ereignissen       https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/carpe-diem-oder-die-mueh-ist-klein-der-spass-ist-gross-du-glaubst-zu-schieben-und-du-wirst-geschoben/
34. Bushi, der Weg des Kriegers und das Handwerk – historisierende Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/bushi-der-weg-des-kriegers-und-das-handwerk/
35. Jenny Killerbee or if it snows, if it snows… – nicht unbekanntes Märchen (deutsch) https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/07/04/jenny-killerbee-or-if-it-snows-if-it-snows/
36. Altsteinzeit – Dialog   https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/08/12/altsteinzeit/
37. Conus oder: Ferien am Meer – Lyrik/Gedicht    https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/08/12/conus-oder-ferien-am-meer/
38. I’m the tiger! – Kurzgeschichte (deutsch. Ja doch, einschließlich fremdsprachiger Einwürfe)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2018/12/16/im-the-tiger/
39. Schutzrituale bei Vollmond – Fantasy – Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/02/10/schutzrituale-bei-vollmond/
40. Von Affen und noch anderen Affen. Dystopisches Märchen/Fabel https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/02/10/von-affen-und-noch-anderen-affen-ein-dystopisches-maerchen/
41. Harry und die Zwänge – Ein Sachbeitrag zur Diskussion Sonderbeschulung versus Inklusion/Kurzgeschichte    https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/02/10/harry-und-die-zwaenge-ein-sachbeitrag-zur-diskussion-sonderbeschulung-versus-inklusion/
42. Der spinnt, der Junge – Kurzgeschichte     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/der-spinnt-der-junge/
43. Innovationsstau – Kurzgeschichte, wohl kaum mehr Science fiction, eher Dystopie jetzt          https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/innovationsstau/
44. Reinkarnation – Fantasy – Kurzgeschichte mit Fee, + nur für ganz Überempfindliche https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/reinkarnation/
45. Min Deern! Dat du min Leevsten büst! – Kurzgeschichte (deutsch, aber ja doch) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/min-deern-dat-du-min-leevsten-buest/
46. Wenn Gott eine Türe schließt, so öffnet er ein Fenster – Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/wenn-gott-eine-tuere-schliesst-so-oeffnet-er-ein-fenster/
47. Dinner for only one – Kurzgeschichte (deutsch)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/dinner-for-only-one/
48. Den Frauen von Augusta Vindelicum gewidmet, in Memoriam heilige Afra und Agnes Bernauerin – Gedicht mit volkstümlichen Anklängen Typ Schnodahüpferl https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/die-frauen-von-augusta-vindelicum-gewidmet-in-memoriam-heilige-afra-und-agnes-bernauerin/
49. Wieso das Füttern der Elefanten verboten ist und wie Eva und Max das herausfanden – Kriminalkurzgeschichte mit Eva        https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/wieso-das-fuettern-der-elefanten-verboten-ist/
50. Informationstafel – Lyrik/Gedicht/Betriebsanleitung https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/informationstafel/
51. Dichterlesung – Kurzgeschichte                                                            https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/13/dichterlesung/

52. El Cid –  einigermaßen fabelhafte Kurzgeschichte, aber nicht auf spanisch      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/03/14/el-cid/

Das INHALTSVERZEICHNIS geht unterhalb weiter. Nur eine kleine Erläuterung:

Ich habe manchmal Bilder eingefügt, zur Auflockerung und Erbauung sowie um den digitalen Apparat (geliehene Canon EOS 500D, vorher wollte ich nie eine C., da ich ja am allerwenigsten in Schluchten fotografiere, wenngleich Heine schon sagte: baue dein Fotostudio im Tal und nicht auf dem Gipfel) auszuprobieren, denn ich war noch etwas aus der Zeit gefallen. Für Interessierte: nach der Agfa Clack, die auch das Eingangsbild lieferte, lang ist’s her, und die einen Ehrenplatz auf dem Regal hat kam als tatsächlich eigene – dazwischen schon wieder Leihgaben, darunter eine schöne Minolta und später eine halbkaputte Agfa Spiegelreflex – richtige Kamera gleich die Minolta Spiegelreflex (Dynax 5000i), und lange hab ich mich geweigert, so richtig zur digital – elektronischen Fraktion zu wechseln, die ersten kleinen Digicameras waren insbesondere objektiv ja nicht so das Wahre. Für Schnappschüsse zu langsam, für Bilder zu schlecht, der Zoom ein Graus, zum Mitnehmen, zugegeben, ganz praktisch. Ich bin immer noch ein Fan des belichteten Materials statt vieler Pixel, sehe aber selbstverständlich den praktischen Nutzwert – aberzehntausende Bilder, die man unschwer wieder löschen kann oder könnte…, nie mehr wegen eines Motivs überlegen, lohnt sich das? Und, böse gesagt, nicht fotografieren sondern nachträglich bearbeiten bis alles paßt.. na ja. Wie gesagt, schon praktisch. Und gelegentlich habe ich mich auch bei begrenzter Befähigung zeichnerisch versucht. So, weiter mit dem INHALSVERZEICHNIS:

53. Bildnis aus einem angeblich hundefreundlichen Landstrich (Photodokumentation) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/05/09/421/

54. Phytagoras‘ Kiefer und Isaac reloaded (Photos für den Geometrie- und Physikunterricht) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/05/09/phytagoras-kiefer/

55. das Geheimnis des Waldbauern (photografisches Bildnis mit Hund) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/02/das-geheimnis-des-waldbauern/

56. das rindige Rind (Photo)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/02/das-rindige-rind/

57. die Wahrheit über die Liebe (mittels photografischer Abbildung erläutert) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/02/die-wahrheit-ueber-die-liebe/

58. hochauflösende Grafik (Kurztext in Form eines Kurzinterviews) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/10/hochaufloesende-grafik/

59. rötlich erblüht der Garten (2 photografische Blumenbilder) https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/10/roetliche-erblueht-der-garten/

60. aber ein großer Schritt für die Menschheit (Bild)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/aber-ein-grosser-schritt-fuer-die-menschheit/

61.Vor Pygmalion (Bild)                                                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/vor-my-fair-lady/

62. Lamageister (Bild)                                                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/lamageister/

63. Löwenkindheit (Bild)                                                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/15/loewenkindheit/

64. Ernest oder: der Tod, der Tod – Versuch eines Essays mit notizhaft angedeuteter Rahmengeschichte, folglich etwas länger trotz fehlender Cocktailrezepte                                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/06/23/ernest-oder-der-tod-der-tod/

65. Gesprächsangebot an linkische Freunde oder: dem unaufrichtigen Kommunisten gewidmet – aufgeworfene Gedanken über ein neueres Buch, ach was, anhand eines solchen, nicht mal essayistisch    https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/gespraechsangebot-an-linkische-freunde-oder-dem-unaufrichtigen-kommunisten-gewidmet/

66. Das Tier im Käfig – lyrisch in Zeilen Gepresstes      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/das-tier-im-kaefig/

67. Meine Nächte sind heißer als deine Tage oder: aus Lilis frühen Erzählungen – Fantasy, +, Kurzgeschichte                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/meine-naechte-sind-heisser-als-deine-tage-oder-aus-lilis-fruehen-erzaehlungen/

68. Bin ich der Hüter meines Bruders? – sozusagen historisierende Fantasy, +, Kurzgeschichte                                                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/bin-ich-der-hueter-meines-bruders/

69. Zwei Segel, schon wieder (s.a. 77) – Lyrik, auch wenn das C.F. Meyer ungleich besser kann                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/04/zwei-segel-ich-denke-an-c-f-meyer/

70. Unerwartete Impression.  – Lyrischer Versuch aus den Liedern Aotearoa https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/16/unerwartete-impression/

71. Gesang in der Badewanne – durchaus musikalische Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/16/gesang-in-der-badewanne/

72. Ne Kuh – Lyrik mit philosophischem Anspruch      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/25/ne-kuh/

73. Des Menschen guter Kern – Kurzgeschichte, Thriller     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/25/des-menschen-guter-kern/

74. Naja Pallidas Tanz – Kurzgeschichte (Max erscheint erstmals als Nebenfigur, also Krimianklang)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/08/25/naja-pallidas-tanz/

75. Matratzentango – Kurzgeschichte, surreal     https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/05/matratzentango/

76. die fehlenden betenden Hände – Bild    https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/05/die-fehlenden-betenden-haende/

77. Beim Lesen eines Gedichtes (C.F. Meyers zwei Segel) – zwei Gedichte (s. a. 69)                                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/11/beim-lesen-eines-gedichtes-c-f-meyers-zwei-segel/

78. Antanzen oder Ania, tanz – Kurzgeschichte aus ferner Zeit und fernem Land; photografisch unterstützt                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/10/11/tanz-ania/

79. ER  – sehr geraffte Kurzgeschichte (++) bzw. All Dialog Anfang  https://petrastextzeit.wordpress.com/2019/12/25/79-er/

80. Einmal im Wald (denn ewig schweigt dieser) – längere Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/17/einmal-im-wald-denn-ewig-schweigt-dieser/

81. Horst und der letzte Bulle, zwei Nachrufe hallen aus dem letzten Jahr herüber –  nur als Nekrolog gedachte mahnende Erinnerungen an bestimmte Verstorbene https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/24/horst-und-der-letzte-bulle-zwei-nachrufe-hallen-aus-dem-letzten-jahr/

82. Helen spricht – kurze Rede einer längst Vergangenen https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/24/82-helen-spricht/

83. türen – ein paar kurz hintereinandergereihte Worte zu diesen Menschenklappen, meinetwegen als Lyrik zu betrachten      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/02/24/tueren/

84. Der Lund von Basketville – Detektivkurzgeschichte mit vorbildlichen Protagonisten https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/06/der-lund-von-korbdorf/

85. Himmelsflügel – ein Gedicht im alten Stile nach einer erlebten Himmelserscheinung am Morgen         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/06/himmelsfluegel/

86. moderne Kulturreisen – Kurzgeschichte aus gegebenem Anlaß, ob sie viral geht? https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/06/aktuelle-kulturreisen/

87. Canotili al dente – Kurzgeschichte, Fantasy     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/canotili-al-dente/

88. Optimal. – Kurzerzählung einer Optimierungssüchtigen https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/86-optimal/

89. Mantodea – fabelhafte Kurzgeschichte      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/89-mantodea/

90. beste Freundin für immer – Kurzgeschichte     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/15/89-beste-freundin-fuer-immer/

91. Vom bösen alten Wolf, bereinigtes Kindermärchen für das reifere Kind von heute, moralisch und belehrend – kurzes Märchen                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/29/vom-boesen-alten-wolf-bereinigtes-kindermaerchen-fuer-das-reifere-kind-von-heute-moralisch-und-belehrend/

92. O Tempora, o Mores! – Kurzgeschichte, Fantasy     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/29/92-o-tempora-o-mores-oder-wem-alles-die-stunde-schlaegt/

93.  Utopia, jetzt endlich da – statt Anarchie jetzt oder nie – eine für alle Fälle aktuell vorbereitete Festrede                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/29/93-utopia-jetzt-endlich-da-statt-anarchie-jetzt-oder-nie-festrede-zum-84-jahrestag-der-neuen-zukunftsgewandten-gesellschaftsneuordnung-mit-genehmigten-kritischen-anmerkungen-von-herrn-han/

94. Utilitarismus – Science fiction, Kurzgeschichte        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/utilitarismus/

95. Starterlaubnis für Cessna – Kurzgeschichte/Krimi         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/starterlaubnis-fuer-cessna/

96. Süße Rache – Kurzgeschichte/Krimi                                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/suesse-rache/

97. Eine Studienfahrt in Scharlachrot – kurzer Detektivkrimi                             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/03/30/97-eine-studienfahrt-in-scharlachrot/

98. In der Sonne – eine kurze Kindergeschichte mit leicht utopischem Einschlag   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/04/15/in-der-sonne/

99. Frühe Stunde – eine nicht wortgetreue Wiedergabe einstiger Geschehnisse   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/04/15/99-fruehe-stunde/

100. meine sehr willkommenen Gartengäste – Bilder fleißiger Bienchen           https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/02/meine-sehr-willkommenen-gartengaeste/

101. Phoenix aus der Soße – Bild                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/02/101-phoenix-aus-der-sosse/

102. Kryptozoologische Funde – Bilder                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/03/kryptozoologische-funde/

103. Wer hat die Bank geklaut? – Bild                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/03/wer-hat-die-bank-geklaut/

104. Die Wüste lebt – zum Glück – Bilder                                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/03/die-wueste-lebt-zum-glueck-ja-auch/

105. Allzeit Gesundheit und Kindersegen dazu – Bild zum Muttertag             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/10/105-allzeit-gesundheit-und-kindersegen-dazu/

106. Loxodonta africana und Elephas maximus – 2 Bilder                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/10/loxodonta-africana-und-elephas-maximus/

107. Das moderne Märchen, …  – einige Vorschläge zur angelegentlichen Neufassung nach amerikanischer Maßgabe    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/das-moderne-marchen/

108. Wenn der Wind nicht weht -Kurzgeschichte https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/108-wenn-der-wind-nicht-weht/

109. Monotyp – Introspektive Selbsterzählung eines Einzigartigen (+)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/109-monotyp/

110. über Helikoptereltern und ihre Wirkungen – Kurzgeschichte, Fantasy, https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/110-uber-helikoptereltern-und-ihre-wirkungen/

111. beziehungsreiche Jugenderlebnisse – Kurzgeschichten oder: Eva erzählt https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/111-beziehungsreiche-jugenderlebnisse/

112. Eine Insel – sehr kurze Geschichte, Gedankenmonolog   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/112-eine-insel/

113. Ein junger Soldat -sehr kurze Geschichte                                                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/05/24/112-ein-junger-soldat/

114. Pietà        (Bild +)                                                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/pieta/

115. Aus der kleinen Zauberschau (Bild)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/aus-der-kleinen-zauberschau/

116. Aus dem Alltag des Klapperstorchs (Bild) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/aus-dem-alltag-des-klapperstorchs/

117. Aus der Reihe: Sprichwörter und ihr Nutzwert im Alltag   (Bild)   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/aus-der-reihe-sprichworter-und-ihr-nutzwert-im-alltag/

118. Koi und Haiku (Bild)                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/koi-und-haiku/

119. The origin of a dark knight  (Bild)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/the-origin-of-a-dark-knight/

120. Aus der Serie: Zukunft und Alltag. Die Küche von morgen (Bild)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/serie-zukunft-und-alltag-die-kuche-von-morgen/

121. Das (höhere) Management und das Aussterben (Bild) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/07/das-hohere-management-und-das-aussterben/

122. Der kriminalistische Spürsinn in Schigl (Kurzgeschichte, Krimi)      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/der-kriminalistische-spursinn-in-schigl/

123. Der kriminalistische Spürsinn   (Kurzgeschichte, Krimi)                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/123-der-kriminalistische-spursinn/

124. Coworking (Bild)                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/coworking/

125. Polizeiliche Maßnahme (Bild)                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/12/125-polizeiliche-masnahme/

126. Nonnennamensvorschläge (Bild – +++)               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/nonnennamensvorschlage/

127. Das ist der Bär… (Bild)                                                          https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/127-das-ist-der-bar/

128. Aus der Paläontologie (Bild)                                                                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/aus-der-palaontologie-der-kreide/

129.  Originalbild der ersten und bisher einzigen echten Miss – Universe – Wahl  (Bild)                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/originalbild-der-ersten-und-bisher-einzigen-echten-miss-universe-wahl/

130. Schwarzgürtelhai (Bild)                                                                                      https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/13/schwarzgurtelhai/

131. Schulungsbilder (Bilder zur gegenwärtigen Seuchenproblematik)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/14/131-schulungsbilder-zur-covid19-vermeidung/

132. Die Totenmaske (Krimi, Kurzgeschichte, ein klein bißchen länger)           https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/06/21/132-die-totenmaske/

133. Spieltrieb (Kurzgeschichte, Fantasy)             https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/04/134-spieltrieb/

134. Einen Planeten kolonisieren (Kurzgeschichte, Fantasy) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/04/134-einen-planeten-kolonisieren/

135.   Eine Lanze für die Polizei aber auch für die Journaille (kritischer 2020 aktueller Artikel)                                  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/04/eine-lanze-fur-die-polizei-aber-auch-fur-die-journaille/

136. Fake News      (noch ein in 2020 aktueller kritischer Artikel)                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/18/fake-news/

137. Herr Geppert (Fantasy, Kurzgeschichte)                               https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/18/137-herr-geppert/

138. Süße Kleine (eine fabelhafte Kurzgeschichte)                                   https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/07/26/suse-kleine/

139. Der voreilige Schuß am ersten Mai (Kurzgeschichte enthält Hund) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/der-voreilige-schuss-am-ersten-mai/

140. Noch eine unerzählte Geschichte vom amerikanischen Traum  (Kurzgeschichte)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/140-noch-eine-unerzahlte-geschichte-vom-amerikanischen-traum/

141. Allein. Oder: Unfall mit Folgen (kurze, dramatische Geschichte)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/141-monotyp/

142. Das Leben kann so schön sein (Kurzgeschichte mit Krimicharakter)  https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/142-das-leben-kann-so-schon-sein/

143. Megalosaurus Maxime (Kurzgeschichte mit neuen Erkenntnissen über das spurlose Verschwinden der Urzeitechsen)       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/143-megalosaurus-maxime/

144. Die Wendeltreppe (Krimikurzgeschichte)                                    https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/09/144-die-wendeltreppe/

145. Eine Fabel betreffend Herrn Strauchmaier (kurze Erzählung mit mehr floralen Elementen)                                 https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/08/10/145-eine-fabel-betreffend-herrn-strauchmaier/

146. Zwingende Gründe, den deutschen Weltraumbahnhof zentraler und auf stabilerem Grund zu errichten  (kurzes Statement aus architektonisch – technischer Sicht mit besonderer Berücksichtigung der Statik)                     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/15/146-zwingende-grunde-den-deutschen-weltraumbahnhof-zentraler-und-auf-stabilerem-grund-zu-errichten/

147. derdiedas Wehr (fachkompetenter, sachlicher Gastbeitrag zu aktuellen militärpolitischen Grundsatzentscheidungen)                                https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/15/147-derdiedas-wehr/

148. Terror. Eine üble Horrorgeschichte aus einem Lande vor unserer Zeit (Versuch einer verständlichen, modernen Übersetzung altüberlieferter Erzählungen)          https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/26/terror-eine-geschichte-aus-einem-lande-vor-unserer-zeit/

149. Rassismus und Straßenbahn (Kurzerzählung) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/26/149-rassismus-und-strasenbahn/

150. Spannung auf dem Ponyhof (Krimi mit Kommissar Flüder)                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/spannung-auf-dem-ponyhof/

151. Deus ex machina (Kneipenkurzgeschichte mit Fantasy – Elementen) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/151-deus-ex-machina/

152. Gespräch zweier beliebiger pubertärer Schuljungs im Schlafgemach des Internats (kurzer Dialog)                                        https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/152-gesprach-zweier-beliebiger-pubertarer-schuljungs-im-schlafgemach-des-internats/

153. Der Weintrunk. (Ein Poem nach einer Vorlage von Kerner)         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/153-der-weintrunk/

154. Testudo (Eine kurze, nicht zuletzt tierschutzrelevante maritime Geschichte in der Tradition Robinson Crusoes)                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/154-testudo/

155. Einzahn (Ebenfalls wie vor eine tierschutzrelevante, aber meerferne Geschichte)     https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/155-einzahn/

156. Der Tierarzt (Sehr kurze, aber anders als die vorigen keineswegs tierschutzrelevante Geschichte)                         https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/156-der-tierarzt/

157. Grundbedingungen des Überlebens… (Kurzgeschichte, die unter denen, die im hohen Gras leben, spielt)                                                                              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/157-grundbedingungen-des-uberlebens-fur-acinonyx-jubatus-und-connochaetes-taurinus-albojubatus-unter-den-bedingungen-des-okosystems/

158. Windsbraut (eine stürmische, sehr kurze Geschichte aus den tiefsten Wäldern)              https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/09/27/windsbraut/

159. Louise, das Glück und das Schneeglöckchen (Poem. Aus gegenwärtigem Anlaß, zum Preise)                                       https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/10/17/159-louise-das-gluck-und-das-schneeglockchen/

160. Sachbeschädigung. Oder: ungerächt! Ungerecht. (ein Dialog) https://petrastextzeit.wordpress.com/2020/10/17/160-sachbeschadigung-oder-ungerecht-ungeracht/

Was ich so schreibe… na, alles Mögliche! Eben Geschichten, Gedichte, es ist ein bunter Strauß, keiner muß alles lesen  keiner muß alles mögen, natürlich freue ich mich, wenn etwas dem geneigten Leser zusagt, doch sollen die Texte nicht vorrangig, nicht einfach nur gefällig sein, sondern gerne auch ein bißchen sperrig hier und da, manche auch zum Nachdenken anregend. Wenn mir dies immer mal wieder gelingt (ja, genau, das mit dem Nachdenken), tunlichst ohne dass der Aspekt Unterhaltung untergeht, dann bin ich froh. Wer zum Inhalt oder zur Form Nachfragen hat, auch kritische, aber gerne (wie gesagt errege ich auch gerne Gefallen und hör das auch mit Begeisterung, wer nicht!), ich freue mich auf fachliche, sachliche und sowieso freundliche, gar begeisterte Rückmeldungen, konstruktive Kritik jeder Form wenn’s denn sein muß weil jemand sehr genau liest, sehr genau Textauf- und überbauten betrachtet, aber auch klar, von vorneherein: wer bloß blöd rumnölen will kanns auch gleich lassen. Gelegentlich schreibe ich auch zwischendrin mal zum aktuellen Weltgeschehen, was aber eher nicht so mein Stil ist, denn die Geschehnisse müssen meistens erst mal verdaut, inwendig verarbeitet werden, dann erst, dann wird vermutlich eine Geschichte daraus, die womöglich ihren Anlaß gar nicht mehr erkennen läßt. Wie das halt mit Verdautem so ist, man erkennt selten das Eingangsprodukt. Freilich, manchmal ist noch eine deutliche Färbung zu erkennen oder gar unverdaute Reste, grobe Körner etwa… Und wie alles selbst verdaute: wie schon geschrieben. Copyright. Gell. Privat weitergeben – unter Autorenangabe – ja, gern, in irgendeiner Weise gewerblich: nicht ohne mich zu fragen! – ja doch, fragt mich!
Sodann wurde ich aufgefordert, einen Leseguide zu geben. Was diese Geschichtchen sollen, ob sie zusammenhängen. Nein, jede steht für sich, obwohl es natürlich inhaltliche Zusammenhänge geben mag, thematische. Falls sich eine Geschichte aus der anderen ergibt, so wird, kein Grund zu zweifeln oder verzweifeln, ein Hinweis gegeben werden. Wie schon geschrieben müssen diese ganzen Einträge also nicht mit Gewalt heruntergelesen werden, sondern je nach Lust und Laune – manche mögen zu einer kleinen Besinnung anregen, die Seele bequem baumelnd, nicht aber etwa aufgehängt, sich selbst suchen lassen, besinnlich sein, andere aufgrund ihrer temporeichen Ereignisse oder ihrer spitzen Bemerkungen wegen eher den Verstand ansprechen, aufwecken, den lieben Leser auch dazu auffordern, Stellung zu beziehen, selbst tätig zu werden gegen all das Ungute, das sich überall vermehrt, breitmacht, gestern und heute. Es ist eben ein Unterschied, ob ein Blatt betrachtend ein Haiku rezitiert wird oder sonstiges Poetisches, diesem poetischen Sinn im Seienden sinnlich nachgespürt wird, oder anders eine unerwartete Wendung, ein frecher Begriff aufregend ist, vielleicht sogar ärgerlich oder aber eher belustigend. Hier mag ergänzt sein, es wiederholt sich, es ist oft das Ernste im Unernsten und sein Zwilling, das Unernste im Ernsten, das sich mir aufdrängt und das ich weiterzugeben versuche. Ist das Geschriebene ein autobiografisch Gekritzel? Eher nein, natürlich fließt mein Erfahrenes, Erlebtes ein, wird aber immer verformt, verarbeitet, bewußt und mindestens so oft unbewußt. Muß man, bei Fachbegriffen begonnen, so klug sein wie der Autor? He, wir leben in Zeiten des Internets! Da kann man nachschauen, was glaubt Ihr denn, was ich mache und nicht zuletzt gibt es auch Bücher, ja, die gibt es noch, Lexika, Fachbücher und so (na o.k., andererseits, haltet mich ruhig für ein Genie, einen Ausbund an Wissen)?! Muß immer, schier mit Gewalt, ein geheimnisvoll tieferer Sinn drinstecken? Nein, es darf auch auf Unterhaltungsmodus geschaltet werden. Am Ende muß ja immer der Rezipient, der Leser sich fragen, kann er, dieser Leser nämlich, da für sich etwas, irgend etwas, ein wenig, viel rausholen oder nicht. Wo nicht, na gut, schade um die so wieder gefundene, verlorene Zeit, wo schon, da freue ich mich mit!
Ja, o.k., eine Betriebsanleitung… na gut, ich habe erkannt, dass ich manchmal Erläuterungen, nicht so sehr Kommentierungen abgeben muß und vielleicht auch einen Hinweis, um was es geht, also mindestens in etwa ein Genre angeben. Dann will ich das mal tun. In Klammern. Also meinend: Du, der Du dies liest mußt das nicht so übernehmen, nicht so lesen, es ist nur ein Hinweis, eine Hilfestellung, aber bitte: das Lesen sei frei! Kein Leser verdammt! Ach kommt: Leseguide! Wenn ich das schon höre, lese, liese, lase: ja lest doch selber oder, um es mit Heinz Erhard zu sagen: das Schwarze, das sind die Buchstaben!

Die meisten Stücklein sind kurz. Was alles dabei erläuternd in Klammern oder im Anschluß steht kann weggelassen werden, das eigentliche Stücklein steht für sich, nur falls zusätzliche Erläuterungen gewünscht werden mag es sich empfehlen. Warnen will ich nur Diesen und Jenen vor den Teilen, die eventuell religiöse Gefühle (warum grad diese Schonung? weil die Leicht- und Strenggläubigen so leicht beleidigt sind! Ja und dann auch wegen einer gewissen Neigung, die auch mir innewohnt und die mir Respekt vor jenen Suchenden einflößt, die da nach der Wahrheit suchen oder nach der berühmten schwarzen Katze der Erkenntnis in einem verdunkelten Zimmer, die gar nicht da ist – das wäre die gute alte Wissenschaft -, die da aber nicht gleich rufen, sie hätten sie, obwohl sie wie gesagt gar nicht da ist, denn dies ist bekanntlich Theologie.) treffen und damit verletzten könnten, ich verseh sie mal mit einem + als Warnung. Also, weil es sonst ja nichts bewirkt außer leichtfertig erzielte negative Affektausbrüche, lest das nicht, lest eure heiligen Schriften und nichts Anderes! Aber mein Gott! – und alle die anderen Deines Schlages, die ich nicht neben Dir haben soll! – ja, ich weiß ja, dass das nichts nützen kann, frevelhafte Neubegierde wächst unter der frömmsten Scheuklappenhaube egal welcher Machart nach welcher Bekleidungsvorschrift welchen Ordens, welcher (vornehmlich alleinseligmachender Bekehrungs- und Verkündigungs-) Religion auch immer. Jene diesen Herumirrenden Gleichgestellten aber, die heilig – absolute, obwohl gottlose Schriften für sich in Anspruch nehmen, sei es das bedenkenswerte, aber alles andere als unkritisch zu lesende Kapital, sei es ein übles Machwerk wie sein Krampf oder dergleichen, denen gestehe ich auch diese vorgebliche Suche nach der Wahrheit nicht mehr zu, es sei denn, sie wären völlig verblödet, was aber nur die wenigsten sind, die meisten wollen sehr bewußt und oft sogar sehr intellektuell überbaut und untermauert genau das: eine einfache, menschenverachtende Glaubenslehre für eine überschaubar definierte In-Group mit möglichst vielen Grausamkeiten gegen die Anderen und gegenüber den Abweichlern und dabei maximierten persönlichen Gewinnmöglichkeiten – nicht umsonst hatten die damals wie heute keine Finanzsorgen, Vertreter des Großkapitals wissen, wie Mord und Totschlag zu fördern ging und geht. Nicht alle sagt ihr? Na schön, ich kenne die Leute eh nicht persönlich, dann halt viele. Sehr viele.

(160) Sachbeschädigung oder: Ungerecht! Ungerächt*

„Sie haben also die ihnen persönlich nicht näher bekannte Dame erschlagen?“

„Ja. Ich musste es tun. Sie wollte nicht loslassen.“

„Wen loslassen? Sie? Die alte Dame hat sie angegriffen, wollen sie sagen? Also einen kräftigen, deutlich jüngeren Mann?“

„Ja, sozusagen. Also… sie hat geschrien, sie wollte die Polizei rufen.“

„Ja, aber warum denn?“

„Woher soll ich das wissen! Was im Gehirn verwirrter alter Weiber vorgeht!“

„Hat sie denn nichts Konkreteres gesagt? Hat sie gedacht, sie hätten ihr was getan?“

„Na ja, sie hat irgendwas von ihrem Schnuffi, dem blöden Köter…“

„Was? Was hat sie von ihrem blöden Schnuffi gesagt? Was war mit dem?“

„Ich hätte ihren Schnuffi getötet. Und das würde ich noch bereuen.“

„Und? Haben sie? Ein Schnuffi getötet?“

„Natürlich. Diese blöde Töle.“

„Erklären sie mir das.“

„Ich denke, wir reden über die Alte?“

„Ja. Und ich verstehe noch nicht, wie das zusammenhängt. Deshalb, bitte: was war mit dem Hund?“

„Na, ein Hund eben! Eines von diesen bissigen, kläffenden Mistviechern.“

„In Ordnung. Aber was haben sie denn getan?“

„Na, ihm eine Wurst in den winzigen Rachen gestopft. Der wollte sie doch tatsächlich nicht freiwillig fressen!“

„Hm. Erst schimpfen sie, dann füttern sie – warum wr denn die alte Dame so sauer?“

„Na ja, das Vieh hat gequiekt wie ein Schwein, das zum Schlachter kommt. Und geblutet.“

„Geblutet?“

„Ja. Wegen der Rasierklinge doch!“

„Welche Rasierklinge? Eben war noch von einer Wurst die Rede!“

„Oh Mann, das ist doch klar! Die war in der Wurst! Hunde fressen keine Rasierklingen. Die müssen schon in Wurst verpackt werden.“

„Ah, ich glaube, ich verstehe allmählich. Sie wollten den Hund umbringen. Mit einer präparierten Wurst.“

„Selbstverständlich. Sie sind aber auch mal schwer von Begriff.“

„Tut mir leid, dass sie in mir so einen begriffsstutzigen Gesprächspartner gefunden haben. Ehrlich gesagt, habe ich bisher nur verstanden, was sie getan haben. Aber nicht, warum! Warum haben sie denn den Hund töten wollen?“

„Ernsthaft jetzt, das muss man begründen? Weil diese kackenden Mistviecher da sind! Die gehören weg!“

„Und die alten Damen.“

„Das ist unfair! Ich wollte sie ja nicht… bloß wegen des blöden Köters. Alte Rentenkassenplünderer mit ihren miesen Tölen. Doch ja, so gesehen, sie haben ja Recht, die gehören auch weg. Das ist doch einfach unnatürlich, geradezu pervers, wie die immer mit ihren ekligen Kröten herummachen.“

„Bevor wir auf die Rentner zurückkommen – sie hassen Hunde, stimmt’s?“

„Wie jeder normale Mensch.“

„Hm. Ich weiß nicht. Es gibt Menschen, sehr viele, die mögen Hunde.“

„Die sind doch nicht ganz normal!“

„Und es gibt welche, die haben Angst vor Hunden, hassen sie aber nicht.“

„Die sind bloß feige!“

„Und es gibt ganz, nun ja, für unsere Begriffe, neutrale Positionen. Völker, bei denen Hunde ihre Arbeit machen, und wenn sie nicht gebraucht werden, landen sie im Kochtopf.“

„Hähä, Kochtopf, das ist gut.“

„Also bei ihnen steht einfach die Abneigung im Vordergrund, und die leben sie aus, indem sie den armen Schnuffi getötet haben, richtig?“

„Armer Schnuffi! Ein widerwärtiger Schuhabstreifer war das. Und wollte nicht mal seine Wurst fressen! Alle anderen haben sich noch gefreut, die blöden Viecher!“

„Ich verstehe. Sie machen das also schon länger.“

„Ja. Schon immer. So oft ich Gelegenheit habe.“

„Sagen sie, haben sie selbst eine Ahnung, woher dieser Hass auf diese Vierbeiner kommt?“

„Sie tun immer so, als wäre das nicht normal! Hassen sie Hund etwa nicht?“

„Lassen sie es mich so sagen: es gibt ja verschiedene Grade der Ablehnung. Bei ihnen ist es blanker Hass, der sich darin äußert, dass sie Hunde, die ihnen gar nicht gehören, töten. Das ist tatsächlich nicht üblich, ja, das ist so nicht normal.“

„Oh. Sie halten mich für gestört.“

„Sagen wir mal, in diesem einen Punkt kann ich ihnen nicht folgen. Wie kommen sie dazu, die Hunde oder anderen Tiere anderer Leute umzubringen? Ungefragt.“

„Die müssen weg, die Hunde! Nicht andere Tiere, denen tu ich nichts. Nur diese Kläffer.“

„Ja. Warum die?“

„Weil sie gemeingefährlich sind! Die beißen. Und bellen die ganze Zeit.“

„Wurden sie von Hunden gebissen?“

„Ja. Schon immer. Wiederholt.“

„Oh. Tut mir leid. Schlimm?“

„Unterschiedlich. Also als Kind, ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen – Verzeihung! Es war wirklich traumatisch. Ich beginne immer noch zu zittern, wenn ich daran denke!“

„Schon in Ordnung. Offenbar kommen wir der eigentlichen Sache näher. Dafür sitzen wir hier.“

„Also, schon damals. Ich war noch ziemlich klein. Ich war bei meiner Tante, auch so eine übriggebliebene alte Schachtel. Die hielt ihren Mittagsschlaf, da schlich ich mich in ihre Küche und kletterte auf die Anrichte…“

„Ja. Warum?“

„Na, um mir von den Bonbons zu nehmen, von denen sie mir immer nur eines gönnte!“

„Ja, da sind sie jetzt nicht allein. Ein Kind, das Bonbons stibitzt. So weit kann ich ganz gut folgen. Weiter!“

„Na, und da kommt doch dieser verfettete alte Mops – haben alte Weiber, die keine rechten Möpse mehr haben, dann immer so ein glupschäugiges Monster? – in die Küche gewackelt und beginnt zu jaulen. Ich dachte, der dumme Köter, dem ich immer einen Tritt gegeben habe, wenn keiner hinsah, will einfach Schweigegeld. Gab ihm ein Bonbon. Mit Papier, der soll das selbst auswickeln!“

„Ja, weiter?“

„Na, das blöde Vieh mit seinen kaputten Zähnen im stinkenden Maul – es schnappt zu. Packt meine Finger, die ihm doch nur das Bonbon geben wollen. Ich habe geschrien!“

„Und die Tante wacht auf?“

„Oh ja! Das gab ein Donnerwetter! Meine Mutter musste mich abholen. Die haben gestritten! Meine Mutter hat schon ihre Meinung zu dem gemeingefährlichen Vieh gesagt!“

„Was war denn mit den gebissenen Fingern?“

„Hm. Ja. Hat halt weh getan. Aber eigentlich mehr, als mir die Tante für meinen angeblichen Diebstahl mit dem Kochlöffel noch mal draufschlug.“

„Auf die gebissenen, verletzten Finger?“

„Ja. Die blöde Kuh.“

„Die Finger? Haben die denn nicht geblutet?“

„Das weiß ich nicht mehr. Ich glaube nicht. Wieso?“

„Na, weil da doch ein Hund reingebissen hat?“

„Keine Ahnung. Schon zu lange her, die Geschichte. Aber es kann schon sein, es war mehr der Schreck. Was fällt dem Mistvieh auch ein!“

„Schön. Das Kind ist erschrocken. Aber eigentlich war doch mehr die Tante mit ihrem Kochlöffel…?“

„Sicher. Das war auch noch unentschieden. Was ich tun würde.“

„Sie wollten sich rächen? An dem albernen Mops und der gestrengen Tante?“

„Klar, Mann!“

„Und, jetzt mal ganz unverblümt gefragt, deswegen, wegen der, nun ja, Kleinigkeit, hassen sie heute noch Hunde?“

„Also, sie nehmen so Kindheitstraumata einfach nicht ernst! Mit Empathie und so haben sie’s gar nicht, stimmts? Das merk ich schon die ganze Zeit! Aber bloß mal so: das war es tatsächlich nicht. Es ging ja weiter!“

„Mit dem Mops?“

„Ach was, der hat die nächste Woche nicht überlebt. Die Tante hat nie herausgefunden, was passiert war. Nein, es war mehr der Schäferhund unseres Hausmeisters.“

„Ah! Ich darf folgern: sie haben sich an dem Mops gerächt. Aber sie hatten eine weitere unschöne Begegnung mit einem Hund, diesmal mit einer etwas größeren Art?“

„Kann man sagen! Ich war noch nicht viel älter. Wir haben damals in so einer Mietskaserne gewohnt. Meine Leute hatten nie viel Geld, meine Freunde konnten sich immer mehr leisten, ich wollte natürlich dazugehören.“

„Ja. Das geht vielen so. Manche fangen dann an, irgendwas zu arbeiten, Blättchen auszutragen. Rasen zu mähen. So Sachen.“

„Ja. Die Pflaumen. So kommt man zu nichts.“

„Sondern?“

„Sondern! Das ist doch klar, man muss da hin, wo das Geld ist. Banken, reiche Leute – aber für ein Kind nicht erreichbar. Das war mir damals schon klar.“

„Also?“

„Na ja! Ich bin dann halt mal durch ein offenes Fenster eingestiegen. Hab im Küchenschrank oder im Schlafzimmer nach der Kohle gesucht.“

„Oha. Als Kind schon. Erwischt worden?“

„Erst mal nicht. War mal bei unserer direkten Nachbarin. Die quatschte so lange mit meiner Mutter, ha! Dumme Kuh, das.“

„Erfolgreich?“

„Geht so. Die hatte gerade ihre Rente abgehoben. Na, die war futsch! Und diese Minitöle, die die hatte, fiepste bloß, dachte, ich will den streicheln! Na, der war schnell bekehrt. Ein gezielter Tritt ins Kreuz, fertig.“

„Schon gemein, oder?“

„Was? Dass die ihre Rente auf einmal abhebt, tatsächlich so blöd ist? Oder dass ich kein Taschengeld bekam?“

„Na gut, ein wesentliches Moment ist offenkundig, dass sie sich von der Welt ungerecht behandelt gefühlt haben. Und noch fühlen, wenn mich nicht alles täuscht! Aber wir wollten zu dem Schäferhund…“

„Das Ungeheuer, ja! Allerdings ist die Welt ungerecht. Ich hätte einen Orden verdient, allein schon weil ich dafür sorge, dass die Mistviecher weniger werden! Stattdessen sitz ich hier. Aber gut, der Schäferhund. Puh das war hart. Ein Trauma, würden sie sagen, ist mir geblieben.“

„Die Erinnerung nimmt sie mit?“

„Allerdings! Was für ein Vieh! Sie müssen sich das vorstellen, so ein Kind – und dann dieser Hund, riesig, mit solchen Zähnen!“

„Ja, aber was hatten sie mit ihm zu tun?“

„Es war wahrscheinlich ein Fehler. Ich hab nicht nachgedacht. Die Hausmeisterin, die uns schon mal mit ihrem Teppichklopfer eins mitgab, war gerade dabei. Ihre Teppiche zu klopfen, hingen draußen an der Stange, an der zu turnen streng verboten war. Ja, und das Fenster war offen…“

„Und sie sind eingestiegen. Wollten stehlen, Geld nehme ich an.“

„Schon. Aber auch irgendwas kaputtmachen oder was wegnehmen, das denen wichtig war. Mich rächen. An diesen fiesen Typen. Bloß hab ich nicht nachgedacht. Man soll eben kühlen Kopf bewahren, das hab ich damals gelernt.“

„Nicht nachgedacht heißt, nicht etwa über den Einbruch als solchen. Sondern über die mögliche Anwesenheit eines Bewohners?“

„Ha! Ja, so kann man das sagen. Genau. Ein Bewohner. Dieses Monstrum. Ja, hinter der Tür wartete ganz leise, statt zu bellen, dieser Wolf. Ich mache also die Tür auf und aus dem Nichts, aus dem dunklen Flur stürzt sich etwas auf mich. Groß, schwer und das einzig helle daran sind die weißen Zähne! Ich stürze, falle hart auf den Boden, über mir dieser Raubtierrachen, ich denke, mein letztes Stündlein hat geschlagen! Jetzt schnappt die Falle, schnappt das Maul zu und ich bin weg!“

„Puh. Das war jetzt schon eine andere Nummer als der Mops, das gebe ich gerne zu. Schon bei der Schilderung wird einem anders. Aber was ist denn dann tatsächlich passiert?“

„Na, das war geradenwegs noch schrecklicher! Der riesige Hund bleibt auf mir liegen. Wenn ich mich bewege, knurrt er, zeigt seine Zähne! Und so liege ich da, bis der Hausmeister in seine Wohnung kommt, um, während seine Frau noch Teppiche klopft, heimlich ein Schlückchen Schnaps zu trinken. Da wedelt der Hund und fiepst. Der Hausmeister wundert sich, warum der Hund nicht zu ihm kommt, schaut nach und findet – mich! Zu dem ganzen Schreck auch noch eine Tracht Prügel und die blöde Frage, was ich hier will!“

„Und?“

„Ich hab meinen Ball gesucht. Den ich in das offene Fenster der Hausmeisterwohnung hatte fliegen sehen. Ja, und ich war clever! Ich hatte einen Ball dabeigehabt, für den Fall, dass ich erwischt werde!“

„Oh. Was kam dann? Hat sich wer entschuldigt bei dem armen, unschuldigen Kinde, das zu sein sie vorgaben?“

„Sparen sie sich ihre Ironie! Nichts da, ausgeschimpft wurde ich, hätte ja was kaputtmachen können! Meiner Mutter wurde gesagt, es wäre besser, sie würde sich eine andere Wohnung suchen. So etwas Unerzogenes wie mich, das im Hof Ballspielen würde, können man in einem gesitteten Haus nicht brauchen!“

„Puh. Starker Tobak. Wenn man nicht wüsste, dass es den kleinen Einbrecher erwischt hat, würde man jetzt Mitleid bekommen.“

„Wie schon gesagt, sparen sie sich das. Sie erkennen ja gar nicht, welche Mission ich habe!“

„Hm. Ich bekomme eine Ahnung. Was wurde aus dem Schäferhund?“

„Kam nicht aus der brennenden Wohnung raus. Das Hausmeisterehepaar nur mit Brandwunden, dann fiel ihnen erst der Hund ein, der auf seinem Platz im anderen Zimmer schlief. Zu spät!“

„Oh. Nun ja. Das entsprach dann ja wohl ihrer Absicht?“

„Der Hund, ja, aber dass die Alten da rauskamen, pah! Ich hatte noch zu üben.“

„Üben? Wie darf ich mir das vorstellen?“

„Ich experimentierte mit verschiedenen Mischungen. Ja, auch Brandbeschleuniger, aber das mache ich eher selten. Besser das andere, direkt den Hund angehen: Nägel oder Klingen? Welches Gift? Welches leckere Zeug drumherum? Vergiftete hier und da mal einen dieser dummen Köter.“

„Das gelang. Unschwer, nehme ich an!“

„Na ja. Manchmal war da auch eine Katze dabei oder etwas anderes. Das, was man bei den richtigen Profis halt so Kollateralschaden nennt. Und die Leute passten auf. Ich musste immer größere Runden drehen, um noch an unvorsichtige Hundehalter und ihre Mistviecher ranzukommen!“

„Ganz schön aufwendig. Haben sie nie überlegt, das einfach zu lassen?“

„So kann nur jemand daherreden, der nicht weiß, wofür er auf der Welt ist. Bestimmt ist. Nein, ich hatte eine Aufgabe! Und ich wurde immer besser. Letztens habe ich mehrere Köder an einer Stelle verteilt, an der die Leute ihr Augenmerk erst in zweiter Linie auf die Hunde richten. Und wo sie auch gar nicht sein sollen!“

„Ich bin gespannt.“

„Er hat’s noch nicht gespannt, ha! Sie sind wirklich ein bisschen schwer von Begriff. Es stand erst in der Zeitung!“

„Sie meinen – den Spielplatz?“

„Klar, Mann! Das war richtig gut. Die Mamis, die mit Köter kamen, achteten auf die Kinder, derweil fraß der Hund die Leckerli – und kurz darauf war da überall Blut und Geschrei, es war eine Wonne!“

„Aber damit war es ja noch nicht genug!“

„Nein, nachdem man herausgefunden hatte, dass die Hunde sich selbst die Kläffkehle aufgeschlitzt hatten, machte ich andere, klügere Leckereien.“

„Ja. Für die Kinder.“

„Ach, so würde ich das nicht sagen. Das war doch nur die Tarnung!“

„Aber die Kinder haben sie gegessen!“

„Nicht alle. Nur von den Mamis, die lieber an ihrem Telefon rumspielten oder hinter den Büschen mit einem jungen Mann, statt auf ihre Bälger aufzupassen, also, die sind schon selber schuld. Und von den Blagen gibt es eh zu viel! Allein schon der Krach und Dreck, den sie machen! Und wenn ich mal ganz vorsichtig wo einsteige und total leise bin, wer wacht auf, wenn kein Hund im Haus ist? So ein Drecksbalg! Und schreit wie am Spieß! Nein, um die ist es auch nicht schad.“

„Also schön, ich halte fest: tote und kranke Kinder sind o.k., aber nicht das Ziel. Sondern?“

„Na, die Köter. Die Mistviecher. Wenn da so Bonbons rumliegen, dann nimmt sich ein Kind eines – ist eine normale Mutter in der Nähe, bekommt das Kind eins auf die Finger, lässt das Bonbon fallen und der nächstbeste Hund frisst es auf! – Bingo!“

„Es war also nicht ihre Absicht, die Kinder zu vergiften? Und jetzt die alte Frau zu erwürgen?“

„Nein. Schön, es ist nicht schade um das Kroppzeug, die plärrenden Bälger, die alten Weiber, aber damit kann ich mich nicht aufhalten. Das überlasse ich wie schon mal erwähnt den richtigen Profis. Ich kann ja keine Kriege führen! Aber die Hunde, ja, die mach ich alle! Alle! Krepieren müssen sie, die Mistviecher, die Kläffer, die einem jeden Bruch vermiesen wollen, ja, verrecken sollen sie!“

Er schrie jetzt. Und außerdem war die Stunde vorbei. Der Therapeut hatte einiges gelernt, ob der Proband irgendetwas aus der Sitzung mitnehmen hatte können ist fraglich. Aber der Therapeut würde doch noch dafür sorgen. Es gibt verschiedene therapeutische Ansätze. Er stand auf und ging um seinen Schreibtisch herum, sagte leise: „Max, komm.“

Max war wie immer ruhig dagelegen und sprang jetzt auf. Wie immer war er ruhig unter dem Tisch gelegen, der Situation so völlig gewachsen, wie einst der Chow – Chow Freuds. Freilich war Max ein völlig anderer Typ und überragte den Schreibtisch beträchtlich.

Der Mann auf dem anderen Stuhl war jetzt ebenfalls aufgesprungen. Er schrie jetzt unartikuliert, war seiner Gefühle nicht mehr Herr. Zum einen war da Wut, unsägliche Wut, da er sich hintergangen fühlte, zum anderen aber starrte er gerade in die Augen eines gewaltigen Mastiffs und fühlte sich zurückversetzt, fühlte die Angst wie einst, als der Schäferhund des Hausmeisters ihn überrascht hatte. Und so ging sein Schreien in ein angstvolles, erstickt klingendes Gurgelgeräusch über.

Der Therapeut richtete in aller Seelenruhe seine Pfeife, er würde jetzt einen Spaziergang machen, hatte sich vom zitternd dastehenden Probanden halb abgewandt und meinte: „Sie sollten jetzt gehen, die Stunde ist vorbei. Der freundliche Herr vom Vollzugsdienst wird sie zurück in ihre Zelle – die neue Zelle in Trakt 3, das habe ich mit dem Direktor besprochen – bringen. Ach ja, er hält übrigens einen kleinen Spaniel – der Vollzugsbeamte, nicht der Direktor, der hat daheim einen Dackel!“ Immer noch zitternd bewegte sich der Proband rückwärts zur Tür, den Blick weiter auf den riesigen Hund gerichtet, der langsam um den Tisch herumging und ihn seinerseits keiner Aufmerksamkeit würdigte.

„Was ich noch sagen wollte. Unsere nächste Stunde, das können sie sich aussuchen, ob und wann sie die wollen. Trakt 3, das sind Leute, die ebenfalls recht viel von Einbruch und anderen illegalen Aktivitäten verstehen. Klar, sonst wären sie ja nicht hier! Und, wie sie, von Hunden.“ Der Therapeut hatte leise, wie für sich, gesprochen und der Rückwärtsgehende hatte kaum auf ihn geachtet. „Ja, die waren auch wenig nett zu ihren Hunden, und doch – anders als sie – mochten sie diese. Da ist ein Kampfhundezüchter dabei, ein Zuhälter, der seinen Hund zur Disziplinierung seiner Damen nutzte, ein professioneller Rennstallbetreiber, der die Wetten auf seine Windhunde durch entsprechende Medikamentengabe in seinem Sinne beeinflusste. Na ja, lassen wir das. Es braucht sie nicht weiter zu interessieren. Ich dachte nur, ich sag’s ihnen mal.“

Jetzt sah der Proband doch auf, sah mit offenem Mund zu ihm hin. Wollte etwas sagen, brachte aber nichts heraus. Hätte er etwas gesagt, hätte er vermutlich angedeutet, dass die Todesstrafe abgeschafft ist. Oder dass es unangemessene Grausamkeit gibt. So aber schaute er wie ein erstaunter Fisch, den Mund öffnend und schließend. Die Tür tat sich auf und der Justizvollzugsbeamte sah herein: „Wo bleiben sie denn? Kommen sie!“

(Mein – mit leichter Verspätung erbrachter – diesjähriger Beitrag zum Tag des Hundes. Auch hier bei uns, wie nicht unüblich, liegt immer mal wieder präparierte Wurst rum. Wenn, was bekannt und erwiesen ist, wer Bücher verbrennt dies auch mit Menschen tut – das muß nicht mehr diskutiert werden, der Beweis wurde immer wieder angetreten -, dann wird, wer Hunde und andere Tiere quält und vergiftet ebenfalls nicht vor Artgenossen zurückschrecken. )

(159) Louise, das Glück und das Schneeglöckchen*

Das wie ein jeder Frühblüher uns giftige Schneeglöckchen

Schaut ernst und unschuldsweiß aus der weißen Pracht

Eines späten Wintertages, der ja doch vergeht

Wie es den Eiszeiten beschieden ist bis zu

Dem Tag, den wir Ende nennen

Und zu kennen glauben. –

Ach ja, aus Schmerz

Können wir immer etwas machen

Und seien es Geburten,

neues Leben, das die Welt verzehrt.

*(– oder: der Preis ist nobel: ich habe gezögert und bin jetzt etwas spät dran. Aber warum nicht, man darf eine Preisträgerin doch nach seinem Gusto feiern, oder? Deshalb:)

Ich könnte auch sagen: begrabt mein Herz.
An jener sumpfigen Biegung des Flusses.

Wilde Iris wird dort aufwachsen, aufblühen.                            

Gedeihen. Ja, richtig: darinnen mein Herz.

(158) Windsbraut*

Sie waren ein uraltes, eingespieltes Ehepaar. Man sagt, keiner wusste es genau, die Alten gingen auf die 100 zu. Jeder verstand auch noch die leiseste Andeutung, das unverständlichste Krächzen des anderen. Sie hatten gearbeitet, Nahrung herbeigeschafft, sich auf ihre kräftigen Füße gestützt und noch das härteste und manchmal auch karge Futter geteilt. Zahlreiche Kinder hatten sie gemeinsam bekommen und mit Glück die meisten von ihnen aufgezogen.
Oft flogen auch diese mit ihnen zu den großen Felswänden, an denen sie pickten und nagten und die mineralhaltige Erde, hilfreich gegen allerlei Unverträgliches in den Pflanzen, fraßen. Und zurück in die großen, fruchttragenden Bäume.

Herrlich bunt war der Flug der lärmenden Schar. Ihre Farben leuchteten vom großen, von einem noch größeren Schnabel gezierten Kopf bis zum langen Schwanz.

Bei den härtesten Nüssen taten sie sich inzwischen schon schwer, sie zu knacken. Aus trüben Augen sahen sie sich an. Auch diese waren nicht mehr so gut wie einst. Weshalb keiner die fürchterliche Windsbraut heranrasen sah, die nach alter Jägersitte direkt aus der Sonne zu kommen schien. Kreischend floh ringsum alles.

Und schon schlugen die ungeheuren Krallen der Harpyie in die Brust des einen Araraunas**, durchbohrten sie. Schon flog das Ungeheuer mit seiner nun toten Last wieder auf, da saß immer noch bewegungslos ein nun einsamer, verwitweter Ara auf dem Ast. Lange, wie sinnend. Dann fiel er aus dem Baum, fiel tot zu Boden. Der Schreck des Überfalls, das Entsetzen über das plötzliche Alleinsein waren wohl zu viel gewesen.

Unten grunzten bereits die Nabelschweine***. Als die bunte, laute Schar der Papageien, zumeist Nachkommen und andere Verwandte der beiden Senioren, wieder in den Baum einfiel war von den beiden Uralten keine Spur mehr vorhanden, allenfalls eine treibende, farbenfrohe Feder hier oder da.

*Die Reißenden, die Harpyien verkörpern in der griechischen Sage die Sturmwinde. Als ihre Erste wird genannt: Aello, d.i. Sturmwind, Wirbel, Windsbraut. Ansonsten steht Harpyie (Harpia Harpyja, und wir geben an dieser Stelle zu bedenken, dass Biologen oft kein besonders glückliches Händchen bei der Namensvergabe haben) für den großen südamerikanischen Adler, der sich u.a. die Faultiere und Affen aus dem Geäst klaubt. Nicht umsonst ist er dem etwas kleineren philippinischen Affenadler ähnlich.

**Ara Ararauna, Gelbbrustara, einer der eigentlichen Aras. Witzig: das wortkarge und begriffsstutzige Rechtschreibprogramm kennt ihn nicht und schlägt als eine Alternative den großen, in derselben Gegend heimischen Süßwasserriesen, den Arapaima (Arapaima gigas) vor! Ist ja auch egal, ob Fisch oder Vogel…

***Tayassuidae, Pekaris: neuweltliche Schweineverwandtschaft der echten oder Altweltschweine, bekannter als Schnitzellieferanten und in der männlichen Ausgabe für ihre aus dem Maul ragenden Hauer, die die neuweltlichen Nabelschweine oder Pekaris nicht ausbilden.

(157) Grundbedingungen des Überlebens für Acinonyx jubatus* und Connochaetes taurinus albojubatus* unter den Bedingungen des Ökosystems

Der junge Gepard war es noch nicht gewohnt, allein zu jagen. Um so mehr erfreute es ihn, als er mit sicherem Blick bei hungrigem Magen ein recht unbeholfenes Gnukalb erspäht hatte. Schon duckte er sich, beobachtete, wie sich das Muttertier ein Stück weit entfernte, maß die Entfernung. Und staunte darüber, wie schwerfällig das Kälbchen stakste und stolperte. Es humpelte, ganz eindeutig. Es war ein ganz junges Tier, das sich bereits verletzt haben mochte, wahrscheinlicher aber war, dass es gleich mit einer behindernden Einschränkung zur Welt gekommen war.

Das nun war dem Geparden vollkommen egal. Er spurtete los. Viel schneller, als für diese Beute eigentlich nötig, aber ökonomisch zu jagen hatte er noch nicht gelernt. Rasend schnell warf er sein geplantes Mittagessen um, war über ihm und wollte den tötenden Kehlbiß anbringen. Bei welchem eigentlich nur die Kehle, die Luftröhre zugedrückt wird und der Überlegene in aller Ruhe auf das alsbaldige Schwinden des angsterfüllten Bewusstseins seiner Beute wartet. Wenn er nicht, und Geparden sind bekanntlich ungeheuer schnell, aber nicht ebenso stark, dazu in der Lage ist, die Prozedur einfach abzukürzen und dem Darniederliegenden das Genick zu brechen.

Eine in der Nähe im hohen Gras versteckt liegende und wohl schon gesättigte Hyäne beobachtete dies alles und kicherte.

Kaum aber lag das Gnu, mit allen Vieren hilflos in der Luft strampelnd und insofern einer abgemagerten, auf den Rücken gelegten Schildkröte mit überlangen, dürren Beinchen gleichend erschien ein Löwe auf der Bildfläche, der sich das ganze Geschehen vermutlich auch schon länger angesehen hatte. Majestätisch gesetzt begann er: „Nun, das wollen wir doch mal lassen. So ein hilfloses kleines Krüppelchen. Wo sind wir denn? Wollen wir nicht lieber etwas Rechtes erjagen, erbeuten?“

Das Maul voller Gnuhaare stieß der Gepard keuchend hervor: „Was denn? Und im Übrigen, gönnst du mir mein mageres Mittagessen nicht?“ „Hm,“ machte genüsslich langsam der Löwe, „was könnte man hier denn erjagen? Eine fette, kichernde Hyäne vielleicht?“ Und kurzfristig verstummte diese.

„Oder,“ setzte der Löwe seine Selbstbefragung fort, „vielleicht eine kleine, freche Raubkatze, die nicht einmal vor so einem schwachen Geschöpf haltmacht?“ Angstvoll geduckt wich der Gepard zurück: „Langsam, mein Großer, ganz langsam. Was wird das denn? An mir ist ja noch weniger dran als an dem kleinen Schwächling!“ „Das mag sein,“ gab der gelbe König zu, „ich hab ja auch gar nicht vor, dich aufzufressen. Das besorgen die Geier und vielleicht dieses elende Viehzeug, das da schon wieder zu kichern begonnen hat. Ich werde dich nur töten und dann zur Abschreckung liegen lassen. Fängt mir meine Gnus weg, schämt sich gar nicht, du wärst mir der Rechte!“ Und mit diesen Worten wollte sich die Riesenkatze auf den dagegen winzigen, dürren Renner stürzen.

Der aber hatte inzwischen halbwegs verschnauft und sprang in lockeren, leichtfüßigen Sätzen davon. Das Gleich versuchte in die andere Richtung das Gnu, das sich wieder aufgerappelt hatte. Vor lauter Zorn tötete der so alleingelassene Löwe dann kurzerhand die nun nicht mehr kichernde Hyäne. Zu gern hätte er den Geparden getötet und dann das Kälbchen aufgefressen, nun waren beide in sichere Entfernung verschwunden.

Aus dem Kälbchen aber wurde durch viel hartes Training doch noch ein ausdauernder Läufer, der so manchem weiteren Angriff eines Freßfeindes entkam und für ein Gnu sehr alt wurde. Den jüngeren Gnus blökte und muhte er sein Erfolgsrezept vor: „Weidet nie da, wo ihr euch völlig sicher fühlt. Es könnte etwas im Gras lauern. Weidet gleich in der Nähe der Löwen, da weiß man, was man hat – wenn man sich sicher ist, wo sie sind, kann man ihnen davonrennen. Und sie lassen nicht zu, dass dich andere jagen! Das sind elende Egoisten! Ich weiß das. Ich habe die schon ganz aus der Nähe gesehen, ihren stinkenden Atem gerochen.“ Die anderen Gnus, auch die Älteren, schüttelten zweifelnd die mähnigen Köpfe. Aber sie mussten zugeben, der Alte war nun einmal sehr alt geworden, das wurden nur die Allerwenigsten ihrer Art. Von seinem außergewöhnlichen Erfolgsrezept freilich konnte er kein anderes Gnu überzeugen.

(* Gepard und Weißbartgnu)

(156) Der Tierarzt

Hund und Mensch gingen, verbunden durch eine Leine, zum Arzt. Dort redete der eine von ihnen auf den Arzt ein, der zunächst keine Miene machte, auf die aufdringlichen Forderungen einzugehen. Immer wieder schüttelte er den Kopf, blickte nachdenklich auf die Beiden, die äußerlich gut zusammenpassten, beide recht ansehnliche Exemplare ihrer Art waren.

„Sehen sie, er frisst mir die Haare vom Kopf! Ist er da, jammert er, als hätte er Schmerzen, aber ich weiß doch auch nicht, verstehe nicht, was los ist. Hockt da, liegt auf dem Sofa, belegt es komplett gegen meinen Willen, und jammert dazu noch. Als wenn er ein schweres Leben hätte! Und macht, was er will, haut einfach ab, treibt sich herum, kommt zurück, wann er will. Ich habe keine Kontrolle über ihn, allenfalls, wenn diese Leine dran ist!“

Endlich nickte der Arzt. Er war ein guter Arzt und machte dies öfter, wenn auch nicht gern. Er begann, Spritzen aufzuziehen. In der ersten war hauptsächlich beruhigendes, schmerzstillendes Morphium. Die zweite aber sollte innerhalb kurzer Zeit das Herz zum Stillstehen bewegen. Dann kamen seine Helferinnen und Dr. Hasso Wulf – Katzenbeißer setzte die Spritze. Schon nach kurzer Zeit wurde der Mann, der nicht recht wusste, wie ihm geschah, auch die Unterhaltung nicht verstanden hatte, schläfrig. Nun wurde es Zeit für die letzte Spritze. Noch einmal sah der Arzt auf, blickte fragend.

Doch Cäsar vom Schwärenhof blieb unerbittlich. Es gab keinen Todeskampf, nach einer kleinen Weile war es vorbei, der Arzt konnte keine Herztöne mehr wahrnehmen. Die Helferinnen lösten die Leine.

„Nehmen sie ihn mit nach Hause?“ „Nein. Was fange ich denn mit ihm an? Geben sie ihn in die Verwertung.“ Nach einem Moment setzte Cäsar hinzu: „Schauen sie nicht so. Ich habe mir dieses Exemplar doch nicht ausgesucht! Aber ich sage ihnen auch: ich lege mir keinen mehr zu.“

Als er in seinem Behandlungszimmer wieder allein war, nickte Dr. Hasso langsam. Manche einfach nicht fähig, solch schwierige Mitbewohner zu ertragen. Und Menschen waren nun einmal kompliziert, anspruchsvoll und teuer im Unterhalt. Kein Wunder, dass es immer wieder zu solchen Extremen kam.

Nicht immer machte sein Beruf ihm Freude.

(155) Einzahn

Er war alt, uralt, sicher weit über 40 Jahre, und hatte nur noch einen Zahn. Einen sehr, sehr dünnen, langen. Er stand inmitten des wuchernden, alles bedeckenden Grüns, das ihn umgab. Langsam kaute er weiche Blätter, etwas Härteres konnte er nicht mehr fressen.

Denn, und um es ganz richtig zu benennen, er hatte recht eigentlich noch zwei Zähne. Einen bereits beschriebenen Stoßzahn. Und einen einzelnen Mahlzahn, der gerade so eben noch seine Funktion erfüllte. Und so erwartete ihn das natürliche Schicksal aller alten Elefanten, er würde verhungern. Aber noch konnte er zumindest die weichen, zarten Sumpfpflanzen kauen, lutschen wäre vielleicht der bessere Begriff, und verschlucken. Deshalb hatte er sich hier in diesem Sumpfgelände angesiedelt.

Allein. Wie alle alten Bullen war er zum Einzelgänger geworden. Wobei er dieses Dasein schon die längste Zeit seines Lebens gewohnt gewesen war. Ihm hatten sich nie Jungbullen angeschlossen. Er war allein durch die Welt gezogen, war den stärkeren Männern ausgewichen. Er selbst war nach den Maßstäben seiner Art eher klein, kaum so groß wie eine normalgewichtige Elefantenkuh.  Somit hatte er nie eine realistische und faire Chance gegen die schwergewichtigen und so oft misslaunigen Kollegen gehabt, geschweige denn eine gegen die zornwütenden Riesen in ihrer Musht.

Waren die Bullen, waren manche Kühe paarungsbereit war es für ihn jedes Mal höchste Zeit gewesen zu verschwinden. Nur gelegentlich gelang es ihm, eine unbedarfte junge Kuh beiseite zu treiben, ins Abseits zu führen und entsprechend zu verführen. Entdeckten ihn die alten Anführerinnen, die wachsamen Tanten so gingen sie gemeinsam gegen ihn vor, vertrieben ihn. Und die starken Bullen – nun, vor denen wich er vorher schon zurück. Er war davongerannt, gerannt, so schnell und so weit er nur konnte!

Aber das war schon lange her. Er hatte sich schon vor Jahren endgültig hier in dieses unzugängliche Gebiet zurückgezogen. Hier fand er genug Wasser und zarte Blätter.  Und wünschenswerte Einsamkeit. Nur Buschschweine und einige harmlose Sitatungas, letztere scheu wie immer, zogen durch das Gebiet. Das große alte Krokodil, das sich von ihnen ernährt hatte und ebenso wie er als Einsiedler das Sumpfland als sein eigen genommen hatte hatte die Begegnung mit ihm nicht überstanden.

Er war Herr in seinem eigenen Land. Niemand konnte ihm seinen Altersruhesitz streitig machen, niemand wollte dies auch. Gelegentlich, in der Trockenzeit, kamen andere Elefanten vorbei, ganze wassersuchende Rudel mit lärmendem Jungvolk und unbeholfenen kleinen Kälbern unter der Führung altweiser Matriarchinnen. Und er versteckte sich in den Tiefen seines unübersichtlichen und unwegsamen Moorgebietes. Die ungebetenen Gäste blieben nicht lang.

Nur neulich, da war ein riesenhafter Bulle aufgetaucht, der größte Artgenosse, den der alte Misanthrop je gesehen hatte. Aufgeregt rannte dieser mitten hinein in das Gebüsch, in dem er lange schon gestanden war, friedlich äsend. Wie immer bei solchen seltenen Einzelbesuchen reagierte der alte Einzelgänger sofort, nahm den großen Fremdling, der in dem weichen Boden tief einsank und völlig verstört und unsicher war, an, rannte seitlich auf ihn zu und rammte ihm seinen armselig dünnen, einzelnen Stoßzahn in die Seite.  Tödlich getroffen sank der Gigant zu Boden. Und das Gebiet gehörte wieder ihm allein.

Jetzt erst nahm er den Geruch wahr, den Geruch alten, schon geronnenen Blutes. Bemerkte, dass der nun tote Fremdling bereits schwer verletzt gewesen war. Sinnend stand er einige Zeit über der Leiche. Dann zog er sich wie einem plötzlichen Entschluss gehorchend tiefer in das undurchdringliche Grün, das freilich einem Elefanten kein Hindernis war, zurück.

Und richtig, bald schon kamen einige dieser Zweibeiner an. Wie immer in Gruppen, wenn auch in einer kleinen. Drei waren es. Sie begutachteten den toten Riesen, maßen aus irgend einem unverständlichen Grund sorgfältig und genau dessen riesige Stoßzähne und bemerkten zuletzt auch die seltsame, tödliche Wunde in der Flanke des massiven Kadavers. Erstaunt, einen Moment lang wie erstarrt, sahen sich die drei Menschen an. Schon langte der eine, der einen Hut trug, nach dem langen Feuerstab, den einer der anderen trug, da stürmte der verborgene Einzähnige hervor, griff stürmisch an, trampelte die drei nieder, packte den einen, der die Büchse gehalten hatte auch mit dem Rüssel und warf ihn hoch in die Bäume, stampfte immer wieder auf die Leiber ein, trieb sie in den weichen Sumpfboden.

Die Menschen überstanden den rasenden Angriff des Gebietsherrn nicht, wenn sie auch in dem weichen Gelände nicht klassisch zerstampft wurden. Drei durchaus noch als solche erkennbare Leichen lagen auf dem Platz beziehungsweise halb unter der feuchtweichen obersten Erdschicht.

Ein Elefant und zwei Menschen. Und dann lag in der Nähe noch ein verbogenes Gewehr. Derjenige aber, der dieses bei der langen Pirsch, bei der Nachsuche auf den verwundeten Elefanten getragen hatte und von dem ungeselligen zweiten grauen Giganten in die Bäume geschleudert worden war, hatte, wenn auch verletzt, überlebt. Auch er war auf weichen Sumpfboden gefallen, hatte sich rasch in eines der üppigen Gesträuche zurückgezogen, beobachtet, was weiter geschehen war und geduldig und angstvoll abgewartet, bis der alte Einzahn wieder verschwunden war. Dann machte er sich auf den Weg zurück ins Camp der Großwildjäger.

Seine Geschichte erstaunte und entsetzte die anderen. Natürlich erhielt er Hiebe mit der Nilpferdpeitsche, denn er war ohne seinen Bwana zurückgekommen, und der andere Bwana und die Memsahib duldeten derlei nicht, die genaue Schuldfrage stellte sich nicht und war ja auch nicht aufzuklären. Dann, noch mit blutigem Rücken, durfte er dem rasch neu zusammengestellten Trupp den Weg zeigen. Diesmal gingen fast alle mit und führten alles an Waffen, was sie nur finden konnten. Speere waren da, Macheten afrikanischen Typs, vor allem aber natürlich die Büchsen verschiedener, meist schwerer Kaliber.

Wie immer konnte sich ein größerer Trupp Zweibeiner dem Sumpfland nicht unbemerkt und leise nähern. Buschschweine, Sitatungas flohen im rasanten Schweinsgalopp oder in hohen, weiten Fluchten. Und, aufmerksam geworden, schlich sich auch der Elefant in den tiefen Sumpf. Jahrelange Erfahrung hatte ihn die Wege gelehrt, die für seine Gewichtsklasse geeignet waren. Wie alle Elefanten konnte er auch hervorragend schwimmen. Menschen jedenfalls konnten ihn dort, inmitten seines vertrauten Gebiets, kaum erreichen. Sie hätten Boote und andere Hilfsmittel gebraucht. Weiter als je zuvor zog er sich in die unwegsame Wildnis zurück, spürend, dass nur diese ihm Sicherheit geben konnte.

Die Neuankömmlinge sicherten nach allen Seiten, schreckten schon auf, wenn ein Nashornvogel oder ein Kuckuck aus den Ästen aufflog und lärmend und flatternd das Weite suchte. Sie hatten die Wunden des toten Giganten gesehen, auch die beiden bereits tief im Boden steckenden Menschenleichen gefunden, und waren einer Panik nahe. Mehr als einmal krachte ein Schuss und es fehlte nicht viel, fast hätten sich die Menschen gegenseitig erschossen. Da dies denn doch nicht geschah schnitten und rissen sie nur an dem Riesenleichnam herum, bargen die Stoßzähne, die einmal freigelegt eher an Mammuts erinnerten, und zogen sich zurück.

So entstand die Sage von dem größten aller Elefanten, von Selemani, dem durch die Savannen wandernden Giganten, denn wer, wenn nicht dieser, hätte denn einen so großen, wenngleich schon verwundeten Bullen mit einem einzigen Stoß töten können? Niemand dachte an einen mürrischen, mickrigen Greis, uralt und nur noch mit einem einzigen dünnen Stoßzahn versehen. Der einzige Zeuge schwieg wohlweislich, denn so hatte er nicht nur Hiebe geerntet, sondern auch Ruhm, den er je nach Zuhörern sehr wohl in Geld oder Pombe, das einheimische Bier, umzuwandeln verstand.

(154) Testudo

Die Mannschaft? Verloren. Verschlungen vom Meer, zerschellt wie das Schiff selbst an den höllischen Klippen. Zuerst hatte er ja noch geglaubt, dass noch andere sich an Land gerettet haben konnten. Irgendwo, so wie er, mehr tot als lebendig an Land gekrochen waren. Aber nein, niemanden hatte er gesehen, niemand hatte geantwortet, sooft er auch gerufen hatte. Wenn er auf diesem Eiland einen Schwarm Seevögel oder auch der hier offenbar heimischen Greifvögel gesehen hatte und dorthin gewandert war fand er immer nur der Kadaver einer Robbe, eines Wals, ein paar tote Fische gewesen, nie einer seiner Leute, allenfalls ein vereinzeltes Schiffsteil, eine Spiere oder ein Balken mit der eingeritzten Inschrift „Batavia 666.“

Denn diese Vögel, sonst einzeln ziehend oder in kleinen Gruppen, versammelten sich in großer Zahl über den Toten. Gewiss nicht aus Pietät. Und so zunehmend über spendeten sie auch ihm zunehmend ihre vorüberstreichenden Schatten. Schutz vor der unsäglichen, brennenden Sonne.

Am Anfang hatte er sich an die Küste gehalten, gehofft auf seine Leute, auf brauchbares vom Wrack, auf ein anderes Schiff sogar. Dann aber wankte er landeinwärts. Irgendwo auf dieser winzigen, von diesen Stachelpflanzen bestandenen Insel musste es doch Wasser geben! Wasser!

Kleidung und Haut hatten ihm diese dicht stehenden Kakteen zerrissen. Aber kein Tröpfchen Wasser hatte er gefunden, keine Lache, kein Rinnsal. Hier konnte nichts überleben. Nichts und niemand, am allerwenigsten er. Irgendwann kroch er nur noch wie ein schwerfällig an die Erde gebundenes Tier, schleppte sich mühsam und endlich ziellos dahin. Und über ihn zogen die Schatten hinweg. Vögel, die sich sammelten.

Und irgendwann hatte er etwas Großes auf sich zukommen sehen. Langsam, schwankend. „Ah, eine Schildkröte! Eine von denen, die wir immer lebend an Bord genommen haben! Die tage-, wochenlang ohne Nahrung, ohne Fressen auskommen, die wir dann umgedreht und in ihrem Panzer gegrillt haben. Lecker waren die. Besonders im Vergleich zur ewig gleichen, halb verdorbenen Schiffskost. Und die kann hier überleben. Wie macht die das?“ Er hatte das nicht nur gedacht, sondern im Selbstgespräch gesagt, aber niemand hätte ihn verstanden. Denn aus seinem Mund kam nur noch ein heiseres Krächzen.
Er kroch nicht einmal mehr, er lag nur noch da.

Die sich nähernde Schildkröte wurde immer größer. Irgendwann stand sie direkt vor ihm, ragte über ihm auf. Beäugte ihn aus der Höhe ihres auf einem sehr langen Hals sitzenden Kopfes in ihrer dümmlichen, nichts begreifenden Weise. Öffnete unendlich langsam das schnabelartige, ihm riesengroß erscheinende Maul und stieß dann herab. Schnappte zu und riss ihm ein Stück der Nase aus. Ihm entrang sich ein Schrei, geradeso vor Schreck wie vor Schmerz. Allerdings war es kein echter Schrei, sondern ein Ächzen, Keuchen, Stöhnen, mehr schaffte sein geschwächter, ausgetrockneter Gaumen, sein leerer Körper nicht mehr.

Sie hatte, so begriffsstutzig die Tiere immer schienen, doch etwas begriffen. Und ihresgleichen, denn um ihn standen noch mehr dieser Bestien. Sie hatten seine völlige Wehrlosigkeit begriffen, seine Konsistenz. Freßbares Fleisch in ungewohnter Menge. Nahrung, feuchte Nahrung. Andere stießen zu und zerknackten seine Finger. Wieder andere rissen Stücke aus seiner Kleidung, aus seinem Fleisch.

Er schrie, heulte klagend zum Himmel auf. Da stieß die Große wieder zu, riss ihm die Wangen auf, riss ihm die Zunge aus. Sein heulendes Klagen wurde leiser. Verstanden hatte es eh niemand und nichts, ungehört verhallte, verklang sein Jammer.

Nur in seinen Gedanken vollendete sich seine Klage. Welches Unrecht, welche Rache der Kreatur am gottähnlichen Menschen. Lebend, so wie sie die an Bord geschleppten Schildkröten gekocht hatten, fraßen diese ihn auf. Nicht die Vögel, die bewundernswerten, Engelspfade auf ihren wegen kreuzenden Himmelsbewohner, was schlimm genug gewesen wäre. Nein, diese erdgebunden kriechenden Geschöpfe, nicht einmal wert, schlangengleich dem giftspritzenden, heimtückischen Bösen verbunden zu sein, sondern nur der erhabensten Verachtung des von Gott nach seinem eigenen Ebenbilde geschaffenen, zum Herren über alle Geschöpfe der Welt bestimmten und zum moralischen Handeln befähigten Menschen ausgeliefert.

Doch dann versagten auch seine Gedanken. Und wohltuende, schmerzstillende Bewusstlosigkeit kehrte ein, bevor seine Organe endgültig ihren Dienst aufgaben beziehungsweise in den Mägen der schwer gebauten Allesfresser verschwanden.

(153.) Der Weintrunk

(frei nach Julius B. Kerner: „Auf das Trinkglas eines verstorbenen Freundes,“ welches vorher zu lesen ich dringend anempfehle, um überhaupt Sinn und Tragweite des Poems antizipieren zu können!)

Das Glas des toten Freundes trink ich leer,

Mich überkommt ein Schauer und ich muss mich loben.

Gewiss, der Freud preist mich dafür von oben her

Dass in mir ist und waltet ein gefühlvoll Toben!

Jedoch ich übersah im Goldwein ganz das Leben,

das längst gesponnen seine Wege hier hinein.

Ganz in Gedanken tat das Glas ich heben:

Doch zappelten die Spinnen noch im Wein –

Jetzt quälen drunt‘ in Hals und Rachen sie sich recht.

Und mir wird schlecht.

(152) Gespräch zweier beliebiger pubertärer Schuljungs im Schlafgemach des Internats*

„Ach, gib doch einfach zu, dass du auf sie stehst!“

„Was denn, die mit ihren vorstehenden Zähnen?“

„Hat sie doch gar nicht mehr! Hatte doch eine Zahnspange oder so was. Nein, ich find sie ja auch hübsch. Und so. Bloß ihre ständige Besserwisserei, aber das ist ja auch nicht neu.“

„Ja, sie kann wirklich nerven.“

„Trotzdem stehst du auf sie!“

„Quatsch. Aber selbst wenn – sie ganz bestimmt nicht auf mich! In der Hinsicht bin ich doch Luft für sie! Du siehst doch, wie sie mich behandelt! Die hängt überhaupt nur wegen dir mit uns ab. Weil du ein Star bist oder so.“

„Ich weiß nicht. Aber was ich weiß ist, dass dir deine großen Brüder helfen könnten. Klar, die eigenen Brüder fragt man so was nicht gern.“

„Was meinst du? Hast du irgendwelche Geheimnisse mit denen?“

„Na ja, du weißt doch – wir treiben uns halt herum und so. Und dann redet man halt mal so über die hübschen Mädchen vom anderen Haus. Und so. Und dann gibt ein Wort das andere und irgendwann verraten sie dir, wie die älteren Semester das machen.“

„Boah, dir erzählen sie alles und mir nichts! Gemein!“

„Na ja, unter Geschwistern… ist manches einfacher und manches schwieriger. Jedenfalls haben sie mir ein paar Tipps gegeben.“

„Und die wären?“

„Naja, ehrlich gesagt, bei allem bin ich auch nicht so ganz durchgestiegen. Also das eine sind Tränke, Liebestränke.“

„Ja, klar. Und dann liest du Rezepte in Büchern und suchst nach was weiß ich, Traumblumen und Dracheneidotter und Zeugs, das es gar nicht gibt und braust unten im Kellerverlies und fürchtest, dass der Lehrer vorbeikommt und dann sagt sie dir ins Gesicht, dass sie das Zeug eh schon kennt, die kleine Streberin!“

„Ja, hihi, und dass das albernes Zeug ist und sie was viel Besseres kennt! So ist sie, genau so!“

„Also das hilft jetzt überhaupt nicht weiter!“

„Und damit hast du zugegeben, dass du doch auf sie stehst!“

„Ach was, gar nicht, das ist nur ganz normale Neugier!“

„Ja, und dann gibt es da aber auch noch Zaubersprüche.“

„Ja, so Blümchenzauber und Kerzenflackern, Sterneleuchten und so’n Quatsch.“

„Das meine ich nicht. Erinnerst du dich an die verbotenen Zauberflüche, die man nie sagen darf, die unverzeihlich sind?“

„O Mann. Ja. Das war fürchterlich.“

„Deshalb ja verboten. Aber was uns nicht verraten wurde, was wohl in der Schule überhaupt nie gelehrt wird, nicht mal erwähnt wird…“

„Ja?“

„Laß mich doch ausreden. Ist, dass es noch weitere, noch mehr verbotene Zauber gibt.“

„Jetzt hast du mich aber wirklich neugierig gemacht! Bloß, sie wird den schon aus irgend einem alten Zauberbuch kennen!“

„Ja, und seit vorhin sitzt du senkrecht in deinem Bett. Und ob du neugierig bist. Und nein, sie kennt diese Zauber nicht aus irgend einem Buch. Die sind nämlich nirgendwo niedergeschrieben. Dürfen nicht erwähnt werden, nicht genannt werden!“

„Genau wie er…“

„Ja, und wie deine Unterhosen. Halt auch wieder so was Unaussprechliches. Jedenfalls gibt es da den Zauber „Sei mir zu Willen“ und passend zu deiner Sexphantasie muss sie dann angekrochen kommen und tun, was du von ihr willst, zum Beispiel…“

„Sei bloß still! Ich kenn dich, jetzt wird’s eklig.“

„Aber stell dir doch bloß mal vor…!“

„Tu ich grad. Tu ich. Wow! – Aber, sie wird wahrscheinlich doch…“

„Nein. Deine Brüder haben mir versichert, dass seit jeher diese Zaubersprüche vor den Frauen, den Mädchen geheim gehalten werden, nur von Mann zu Mann – also, sie hat keine Ahnung! Ok, wir kennen sie, sie dürfte eigentlich keine Ahnung haben. Alle Frauen dürften eigentlich keine Ahnung haben.“

„Boah. Und mir sagt keiner was. Das sind Brüder.“

„Stell dir doch bloß mal vor. Wenn du – also ich, ich hab…“

„Ja, und danach? Ist sie für immer stinksauer mit dir!“

„Vergessenszauber.“

„Keine Ahnung?“

„Keine Ahnung. Wirkt wie KO – Tropfen, bloß besser.“

„Was sind KO – Tropfen?“

„Na ja, so eine Art Liebestrank für ganz unbeholfene Trottel.“

„Ah, verstehe. Aber du hast gesagt, du hast schon mal, was hast du – Mann, aber nicht mit meiner Schwester, oder? Mann, sag sofort, du hast nicht… Ich bring dich um!“

Als der letzte Sprecher sein Bett verließ, um sich auf seinen Nachbarschläfer zu stürzen, hatte dieser ein hartes, längliches Ding in der Hand, das entfernt an einen Kubotan erinnerte, einen Stab zur Selbstverteidigung, der häufig, etwa als Kugelschreiber, auch anderen Zwecken dienen kann. Die Auseinandersetzung versprach hart zu werden, aber die beiden waren doch eigentlich gute Freunde, so wollen wir nicht gleich das Schlimmste annehmen.

(*spielt vermutlich in Großbritannien oder einem anderen Nebelland, dessen Bewohner zu unvorhersehbaren Aktionen neigen, und in einer entlegenen Gegend, meinetwegen bei einer für dort typischen Schlechtwetterlage in einem sturmumtosten Turm. Die Jungs haben keine bestimmten Namen, aber man könnte es für die Fortsetzung der Geschichte Nr. 41 halten, das ist aber nicht zwingend)

(151) Deus ex Machina

Sie kennen das, sie gehen in eine Kneipe, eine Bar, womöglich ihre Stammkneipe, und an diesem Tag ist etwas anders? Nicht das Lärmen aufgebrachter Fußballfans, nicht das unachtsame Klirren von unerfahrenen jugendlichen Alkoholtestern. Sondern etwas viel Eigenartigeres. Sie spüren etwas Fremdartiges, als wären die unter der alten, schmutzigdunklen Decke wie einst der Tabakqualm wabernden tiefsinnigen und den überforderten Gehirnen entschlüpften Gedankennebel der Trinker, die in den finsteren, nie wirklich gereinigten Ecken aus wie bei endendem Regel lästige Schirme vergessenen Traurigkeiten entstandenen Gespenster lebendig geworden.

Der alte Mann, der dort an der Bar saß, war offensichtlich tieftraurig. Er saß dort schon lange, noch immer vor demselben, fast leeren Glas. Ich hatte schon mehrere Gläser geleert und noch nicht gesehen, dass er seinerseits auch nur einen Schluck getrunken hätte, obwohl er beständig auf dieses so gut wie leere, am Rande leicht schmierige Gefäß hinabsah.

Kaum hatte ich dies gedacht traf mich ein direkter Blick aus seinen Augen, er hatte abrupt den Kopf emporgereckt. Ein Blick wie ein Blitz, was für eine Redensart, aber hier traf es zu, es war ein durchdringender, ein wissender Blick, der mich bis ins Innerste erschütterte. Das spürte auch der Alte und wandte sogleich den Kopf wieder ab: „Verzeihung. Ich wollte sie nicht erschrecken, erschüttern.“ Das kam ganz leise, fast mehr für sich selbst gesagt, aber ich hatte, auf ihn konzentriert, es doch verstanden.

Ich stand auf. Ging etwas unsicheren Schrittes zu ihm hin. Zwar empfand ich eine gewisse Scheu, doch noch mehr den Drang, ja, beinahe einen Zwang, seine Bekanntschaft zu machen. Bevor mich dieser Blick getroffen hatte war es überwiegend Mitleid gewesen, auch da schon hätte ich hingehen und ihm noch ein Getränk, ein gutes Glas Bier oder dergleichen, spendieren wollen. Oder eine kleine Brotzeit, denn er sah abgebrannt aus. Seine Klamotten schienen aus dem Kleidersack zu stammen, wirkten selbst im Dämmerlicht ungewaschen, er hatte lange, weiße Haare im Nacken, während sich vorne eine Glatze ausdehnte, seine untere Gesichtshälfte war von einem wirren, langen Bart, ebenfalls weiß, umrandet.

Er hatte die ganze Zeit schon traurig ausgesehen, tieftraurig. Nicht verzweifelt, sondern resigniert. Wie über längst zurückliegende, jedoch keinesfalls mehr wiedergutzumachende Schicksalsschläge, die ihn aus seiner einstigen Laufbahn, aus seinem gewohnten Dasein geworfen hatten. Was immer ihm widerfahren war, es war bestimmt tragisch. Und aus irgend einem Grunde glaubte ich an eine höhere Bedeutung, spürte etwas Geheimnisvolles von diesem armen, alten Mann ausstrahlen, empfand, dass sein Schicksal von überindividueller Bedeutung sein müsste. Mehr als der gewöhnliche Werdegang und das übliche Dasein eines jetzt alten, einsamen, von den Seinen, wer immer sie sein mochten, verlassenen Mannes.

Hätte ich mich nur zurückgehalten. So aber war ich, etwas zögerlich zwar, aber doch im Grunde entschlossen, auf ihn zugegangen. Begrüßte ihn freundlich, er nickte nur. Ich fragte, ob ich ihm noch ein Getränk bestellen solle. Der Wirt hatte bereits reagiert, hatte hinter seinem Tresen hantiert und mir nochmals ein Glas des billigen Roten hingestellt, den ich hier immer trank, ihm aber Genever, ohne eine Antwort abzuwarten. „Ah,“ sagte ich, den unverkennbaren Geruch erschnuppernd, „Machandelboom, Krambambuli. Der Baum des Lebens.“ Wieder nickt der Alte nur. Der Wirt blickte mich fragend an, ich schüttelte den Kopf: „Nein, es heißt zwar, man solle vor dem Holler den Hut ziehen und vor dem Wacholder niederknien, aber genau das müsste ich auch, wenn ich zu dem Wein noch Schnaps trinke. Und,“ damit wandte ich mich wieder an den so wenig gesprächigen alten Mann, „es heißt auch „Eichbaum und Kranewitt mag der Teufel nit,“ nicht wahr?“

Das war nun eine Frage und tatsächlich richtete sich der über sein neugefülltes Glas gebeugt Sitzende etwas auf, wandte sich mir zu und blickte mich wieder an. Wieder durchdrang mich dieser Blick, es war kein Durchbohren, mehr ein Ausfüllen, ein alles Erfassen und Umfassen. Ich war nahe daran, zurückzuweichen, aber haben sie das schon mal auf einem dieser unbequemen Barhocker probiert? Ich schauderte, nicht wie vor etwas Bösem aber doch vor etwas Mächtigem, etwas, das mein Erfassungsvermögen überstieg.

„Du weißt es doch eigentlich schon. Und kannst dir dumme Sprüche sparen.“

Oh, tatsächlich. Er hatte gesprochen. Ich verharrte noch unter dem Eindruck dieses Blickes. Erst allmählich gelang es mir, mich wieder ganz ins Jetzt, ins nun doch begonnene Gespräch zurückzufinden. Ich atmete tief durch, etwas, das in Kneipen, auch nachdem der Zigarettenqualm verpönt und ausgesperrt worden war, nicht unbedingt die beste Übung ist. Dann war ich endlich bereit, zu antworten. Aber er kam mir zuvor: „Du wolltest nur höflich sein und nett, allerdings auch ungemein neugierig. Das ist schön und gut. Du hast gesehen und gespürt. Du weißt, dass ich kein Teufel bin, aber du weißt noch nicht, wer oder was ich sein könnte. Nur dass es nicht auf etwas rein Menschliches hinausläuft, das weißt du schon. Kannst du es dabei belassen? Kannst du es gut sein lassen?“

Wieder wollte ich sprechen, wieder kam er mir zuvor: „Nein. Du nicht. Deine Neugier treibt dich über die dem Menschendasein gesunde Grenze hinaus. So sei es, zu welchem Ende auch immer,“ er machte eine kleine Pause, atmete nun seinerseits tief durch und trank seinen Wacholderschnaps leer, „ich will sprechen. Ich bin es tatsächlich.“ Nun flüsterte ich gebannt: „Gott.“ Er schüttelte den Kopf: „Ja. Und nein. Ich bin nur einer von ihnen und der am wenigsten göttliche von Allen. Selbst die halbvergessenen und in ihrem Benehmen nicht immer vorbildlichen Götter verflossener Völker und vergangener Zeiten sind gottgleicher als ich.“ Gebannt, aber gleichzeitig ohne zu verstehen hörte ich zu.

Wie viel Wein hatte ich heute Abend eigentlich getrunken?

Endlich sprach er weiter: „Nun, ich bin ein Gott. Ein sehr Wichtiger. Für das Gelingen der menschlichen Komödie, der Menschheitsgeschichten. Ich bin,“ dabei setzte er sich nun endgültig aufrecht und war mit einem Male überaus eindrucksvoll, geradezu einschüchternd in seiner Erscheinung, „der Deus ex Machina!“

Ich saß ihm sprachlos gegenüber, den Mund hatte ich offen stehen. Tatsächlich, ich war einem Gott begegnet. Und was für einem! Es gibt wohl keinen Wichtigeren. Und keinen Geringeren, wie er selbst betont hatte. Keinen Künstlicheren. Unwillkürlich spähte ich nach Drähten, Seilen, die ihn aus den Theaterkulissen der Welt heraus in meine Gegenwart gelenkt haben mochten und er lächelte: „Nein, so einfach ist das alles nicht mehr. Zumindest, seit wir diese Computertechnologie haben. Da wirst du keine Tricks erkennen können, dafür sind die Produktionen aber auch immens teuer geworden, eigentlich verstehe ich selbst nicht, warum. Wo doch die ganze Mechanik wegfällt! Nun, unwichtig, das alles wäre noch nicht so schlimm. Aber die Menschen… sie lehnen die Götter ab, Gott ist tot, und ich bin somit sowieso auf dem Müllhaufen veralteter Ansichten gelandet. Sie wollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Eine menschengesteuerte Welt erbauen ohne natürliches, aber auch ohne göttliches Walten, ohne Schicksalsmächte, das Holozän durch ein Anthropozän ablösen! Und es gelingt ihnen. Zumindest, was ihren Einfluss angeht, die Ausrottung ihrer tierischen und pflanzlichen Mitlebewesen um ihre Herkunft zu verwischen, die rasche Umwandlung des Klimas nach ihren Wünschen, das Ziel ist wohl ein Wüstenplanet, darum auch das stete Streben zum Mars.“ Er klopfte mit dem leeren Glas auf die Theke, fast sofort stand ein gefülltes Glas vor ihm, das er hinabkippte, bevor er fortfuhr: „Na ja, dann kommt die Verzweiflung. Über das Alleingelassensein inmitten einer selbst zerstörten Welt. Und das ist dann der Moment. In dem sie wieder einen Gott brauchen könnten. Aber nein, ich bin ja veraltet, Ramsch, nicht einmal mehr im Theater recht zu gebrauchen! Pah! Dann könnt ihr ja sehen, wo ihr bleibt! Ihr könnt mich gernhaben, habt ihr gehört, ihr Menschen!“

Und damit schwang er sich verblüffend gewandt vom Barhocker und verschwand aus der Kneipe, hinaus in die Nacht. Schnurstracks und wie von unsichtbaren Kräften gezogen.

Ich blieb sitzen. Mit einer schwindelerregenden Rechnung über etliche nun leere Wein- und Schnapsgläser. Lange sah ich den Wirt an, der mir zunehmend auch seltsam vorkam. Ja, ich trank jetzt auch noch einen Genever. Oder zwei. Und zweifelte an mir und meiner Wahrnehmung, da mir die beiden Wirte, die ich auf einmal deutlich erkennen konnte, wie zwei widerstreitende Kräfte, wie Chaos und Ordnung erschienen. Und dann doch wieder nur Einer da war, ein Wirt, der abkassierte.